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Der Uhrentest als Diagnoseinstrument einer Demenz

Inken Ostendorf
Inken Ostendorf

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Viele Menschen denken beim Thema Altern schnell an Demenz. Es ist wohl die Erkrankung, die am ehesten mit dem Alterungsprozess in Verbindung gebracht wird. Es dürfte auch eine der Diagnosen sein, vor der wir am meisten Angst haben. Aber wie genau wird die Diagnose Demenz eigentlich gestellt? Es gibt viele Möglichkeiten, die Symptome einer Demenzerkrankung zu testen – so auch den Uhrentest.

Als erste grobe Untersuchung oder auch als Ergänzung zu anderen Untersuchungen bietet sich der Uhrentest nach Shulman an. Dabei müssen die Probanden eine Uhr zeichnen zur Demenz Abklärung. Es gibt auch für andere Uhrentests viele Beispiele, aber der Uhrentest nach Shulman wird in der Praxis am häufigsten eingesetzt. Auch, wenn dieser Test keine endgültige Diagnose erlaubt, ermöglicht er einen ersten Anhaltspunkt.

Wie genau der Test abläuft, wie und wofür er eingesetzt wird sowie weitere Informationen finden Sie im folgenden Text.

Inhalt

Der Uhrentest im Überblick

Der Uhrentest für Demenz beziehungsweise der Uhrentest für Alzheimer ist ein einfach und schnell durchführbarer Test, der eine erste Abschätzung über das Bestehen einer Demenzerkrankung ermöglichen soll. Für die Durchführung des Tests werden lediglich ein Stift und ein Blatt Papier benötigt.

Auf einem vorgezeichneten Kreis soll der Proband oder die Probandin die Ziffern einer Uhr eintragen. Danach soll mit den Zeigern eine vorgegebene Uhrzeit eingezeichnet werden. Für die Teilaufgaben werden Punkte vergeben. Der endgültige Punktescore gibt nach der Testdurchführung an, ob der Verdacht auf eine Demenzerkrankung besteht oder nicht.

So funktioniert der Uhrentest

Bei der Demenzdiagnostik mit Hilfe des Uhrentests wird der zu untersuchenden Person ein Blatt Papier mit einem vorgezeichneten Kreis gegeben. In diesen Kreis soll der oder die Proband:in zunächst die Ziffern einer Uhr an der richtigen Stelle eintragen. Im nächsten Schritt wird der Versuchsperson eine Uhrzeit genannt, die sie durch Einzeichnen der Uhrzeiger in der entsprechenden Position kennzeichnen soll.

Bei der Uhrentest Auswertung gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Bei manchen Tests werden die einzelnen Arbeitsschritte mit Punkten bewertet. Punkte werden vergeben, wenn alle Ziffern eingetragen sind, wenn die Ziffern an der richtigen Stelle stehen und wenn die Zeiger die korrekte Uhrzeit anzeigen. Beim Uhrentest nach Shulman gibt es einen Uhrentest Score. Erreicht der/die Proband:in einen hohen Score, besteht der Verdacht auf eine Demenzerkrankung. Der Score hat sechs Stufen:

  1. Die Uhr ist perfekt gezeichnet
  2. Leichte Fehler (unregelmäßige Abstände,..)
  3. Räumliche Darstellung korrekt, Uhr fehlerhaft (nur ein Zeiger, Text statt Ziffern)
  4. Mittelgradige Desorganisation (Eintragen der Uhrzeit unmöglich bei z.B. mehr als zwölf Ziffern)
  5. Schwergradige Desorganisation (wie bei 4. aber stärker ausgeprägt)
  6. Keine Zeichnung einer Uhr

Hier können Sie einen Uhrentest durchführen

Vorlagen und Arbeitsanweisungen für einen Demenz Uhrentest finden Sie auf verschiedenen Internetseiten. Der Uhrentest von Shulman ist in der Durchführung und Auswertung sehr einfach und kann daher auch zuhause praktiziert werden.

Wenn Sie den Test nicht mit Ihren Angehörigen zuhause machen wollen, kann Ihnen auch Ihr:e Hausärzt:in dabei behilflich sein. Alternativ können Sie auch eine:n Psycholog:in bitten, den Test durchzuführen.

Da der Test allein keine Diagnose erlaubt, sollten bei einem Verdacht auf eine Demenzerkrankung weitere Untersuchungen erfolgen. Daher ist die Testdurchführung bei Fachpersonal eine gute Option.

So aussagekräftig ist der Demenztest

Mit Uhrentests lassen sich vor allem visuell-räumliche Fähigkeiten gut untersuchen. Es wird auch davon ausgegangen, dass Defizite der kognitiven Funktionen sowie semantische Gedächtnisfunktionen mit diesem Test überprüft werden können. Anders ausgedrückt untersucht der Test die räumliche Wahrnehmung der Testperson, sowie das Gedächtnis und Fähigkeit, Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten.

Es werden also wichtige Fähigkeiten untersucht, die bei einer Demenzerkrankung nach und nach abnehmen. Der Uhrentest liefert im Vergleich mit dem Mini-Mental-Status (ein anderer häufig benutzter Demenztest) meist dieselben Ergebnisse. Daher geht man davon aus, dass der Uhrentest verlässlich auf eine bestehende Demenzerkrankung prüft. Eine hundertprozentige Aussage über das Vorhandensein einer Demenz kann der Test dennoch nicht leisten.

Andere Erkrankungen können ähnliche Symptome hervorrufen wie eine Demenz. Daher ist es unerlässlich, bei einem positiven Befund Laboruntersuchungen und bildgebende Untersuchungen anzuschließen. Andere Diagnosen wie zum Beispiel eine Depression sollten vor dem Uhrentest ausgeschlossen werden, da sie zu ähnlichen Ergebnissen führen könnten und eine alternative Erklärung für die Symptome bieten könnten.

Weitere Tests zur Diagnose einer Demenz

Der Uhrentest wird häufig als Ergänzung zur Demenzdiagnostik herangezogen. Andere Tests, die mit ihm kombiniert werden, sind zum Beispiel der DemTect und der Mini-Mental-Status (meist abgekürzt als MMST). Beide Tests sind etwas ausführlicher als der Uhrentest und sollten eher von Fachpersonal durchgeführt werden.

Der DemTect könnte aber prinzipiell auch zuhause durchgeführt werden und ist nicht sehr zeitaufwändig. Der Mini-Mental-Status ist der ausführlichste Test und dauert am längsten. Keiner der Tests sollte als alleiniges Diagnostikwerkzeug eingesetzt werden, da sie alle nur einen ersten Anhaltspunkt bieten. Eine endgültige Diagnose kann erst nach einer Untersuchung mit bildgebenden Verfahren (wie zum Beispiel ein MRT oder CT), sowie einer Laboruntersuchung gestellt werden.

Zusätzlich müssen andere mögliche Erkrankungen wie eine Depression ausgeschlossen werden, da sie ähnliche Symptome wie eine Demenz hervorrufen könnte. Die oben genannten Tests können gut miteinander kombiniert werden. Es empfiehlt sich sogar, mehrere der Tests anzuwenden. Achten Sie dabei jedoch auf Ermüdungserscheinungen bei der Testperson und planen Sie ausreichend Pausen ein.

Quellen:

Deutsches Grünes Kreuz e.V.: Uhrentest zur Früherkennung

Zentrum für seelische Gesundheit: Der Uhrentest und die Gehirnstruktur bei Alzheimer-Demenz

Alzheimer Forschung Initiative e.V.: MMST – ein Screening-Instrument

Arztpraxis Treusch: Mini-Mental-Status-Test (MMST)

Olbrich, S. (2004). Validierung des Uhrenlesetests, eines neuen Untersuchungsverfahrens für Demenzerkrankungen und visuell-räumliche Störungen, Albert-Ludwigs-Universität. Freiburg i.Br.

Wissen in der Box: Uhrentest

Der Uhrentest kann mit einer weiteren Person zuhause durchgeführt werden, oder bei der zuständigen Ärztin oder dem zuständigen Arzt oder Psycholog:in.

Der Uhrentest ist ein schnell und einfach durchführbares Mittel, um einen ersten Überblick über eine eventuell bestehende Demenzerkrankung zu erhalten.

Die Testperson soll in einen vorgezeichneten Kreis die Ziffern einer Uhr und mit den Zeigern eine vorgegebene Uhrzeit korrekt eintragen.

Der Uhrentest bietet einen ersten Anhaltspunkt, sollte aber nicht als einziges Diagnoseinstrument eingesetzt werden.

Weitere Tests, die häufig zur Demenzdiagnostik verwendet werden, sind der DemTect und der Mini-Mental-Status Test.