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Senioren WG

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Uta Leyke
Uta Leyke

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Bei dem Wort „Wohngemeinschaft“ denken viele Menschen automatisch an junge Studenten, die sich gemeinsam eine Wohnung teilen. Allerdings ist dieses Wohnkonzept schon lange nicht mehr nur bei jungen Erwachsenen beliebt. Auch Seniorinnen und Senioren erkennen zunehmend die Vorteile, die mit dem gemeinschaftlichen Wohnen verbunden sind. Viele schließen sich daher mit Gleichgesinnten in einer sogenannten Senioren-WG zusammen.

Im folgenden Artikel informieren Sie über Senioren-Wohngemeinschaften.

Inhalt

Die Definition einer Senioren-WG

Senioren-WGs ähneln stark den Wohngemeinschaften, die auch junge Student:innen häufig bewohnen. Der wesentliche Unterschied ist jedoch, dass sie für ältere Menschen gedacht sind. Manche bezeichnen sie daher auch als Alten WG.

Senioren-WGs sind in der Regel barrierefrei und bieten darüber hinaus spezielle Dienstleistungen für ältere Menschen an. Dazu gehören unter anderem das sogenannte „Essen auf Rädern“, Haushaltshilfen und Begleitdienste.

In einer Senioren-WG leben normalerweise drei bis zwölf Personen. Man unterscheidet mehrere Arten von Alters Wohngemeinschaften:

Private Wohngemeinschaften

Diese Senioren-WGs werden von Privatpersonen gegründet und alle Bewohner bekommen ein eigenes abschließbares Zimmer in der Wohnung oder dem Haus. Weitere Räume wie etwa eine große Küchen oder Aufenthaltsräume stehen ihnen zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung. In diesen Wohngemeinschaften leben Senioren und Seniorinnen weitestgehend selbstständig, treffen eigene Entscheidungen und organisieren über ambulante Pflegedienste eigenverantwortlich die Pflege für unterstützungsbedürftige Mitbewohner-:innen.

Hausgemeinschaften

Diese Form der Senioren-Wohngemeinschaft bietet den Senior:innen mehr Privatsphäre, da hier jeder Mitbewohner und jede Mitbewohnerin ein eigenes Appartement bewohnt. Dieses hat in der Regel ein eigenes Bad und oftmals einen privaten Kochbereich. Weitere Räume können auch hier gemeinschaftlich genutzt werden.

Trägergestützte Senioren-WGs

Derartige Wohngemeinschaften werden häufig von Pflegediensten, Pflegeheimen oder Wohlfahrtsverbänden gegründet. Meistens sind sie auch an eine Pflegeeinrichtung angeschlossen. Im Gegensatz zu den anderen beiden WG-Formen leben die Bewohner:innen hier allerdings weniger selbstbestimmt, da viele Entscheidungen auf der Seite der Betreiber:innen liegen. Dazu gehören zum Beispiel die Auswahl der Mitbewohner:innen sowie das Programm zur Tagesgestaltung.

Weitere Arten von Senioren-WGs

Neben diesen drei Arten der Wohngemeinschaften haben sich auch spezielle Formen wie Pflege-WGs und Demenz-WGs entwickelt. Von einer Pflege-WG bzw. ambulant betreuten WG spricht man, wenn sich mehrere pflegebedürftige Personen eine Wohnung teilen und regelmäßig bis dauerhaft von Pflegepersonal unterstützt werden. Diese Wohnform ist besonders beliebt bei Senior:innen, die zwar einen anerkannten Pflegegrad haben, aber nicht in eine Pflegeeinrichtung umziehen wollen.

Eine Demenz-WG hingegen richtet sich explizit an demenzkranke Senioren und Seniorinnen, die dauerhaft von Pflegekräften unterstützt werden müssen. Mietvertrag und Pflegevereinbarung werden jedoch getrennt voneinander abgeschlossen. Weitere Informationen zum Thema Wohngemeinschaften für demenziell erkrankte Menschen finden Sie beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Senioren WG als Wohnkonzept

Menschen, die sich im höheren Alter einer WG anschließen möchten, sollten sich vorher Gedanken über ihre individuellen Wünsche, Fähigkeiten und Bedürfnisse machen. So merken sie schnell, ob diese Wohnform tatsächlich zu ihnen passt.

Beispielsweise sollten sich Einzelgänger darüber im Klaren sein, dass WGs Geselligkeit schaffen und fördern. Wer allerdings viel Zeit für sich selbst benötigt, ist wahrscheinlich mit einer anderen Wohnform besser beraten. Für Senioren und Seniorinnen, die sich häufig einsam fühlen, könnte das WG-Leben dagegen genau das richtige sein. Hier können sie schließlich die Vorzüge einer Gemeinschaft und gleichzeitig auch ihre eigenen Freiheiten genießen.

Um in einer Senioren-WG zu leben, ist weder ein Mindestalter noch ein anerkannter Pflegegrad notwendig. Dennoch sind diese Wohngemeinschaften auch bestens für pflegebedürftige Senior:innen geeignet. Diesen stehen nämlich Zuschüsse durch die Pflegeversicherung zu.

Was es bedeutet, in einer Senioren WG zu wohnen

Das Leben in einer Alten-WG ist mit vielen Vorteilen verbunden. Dazu gehört vor allem, dass Senior:innen ihr Leben weiterhin selbstständig fortführen können, aber auch von der Unterstützung ihrer Mitbewohner:innen profitieren können. Betreute WGs ermöglichen es darüber hinaus, im Bedarfsfall auf die Hilfe von ausgebildeten Pflegekräften zurückzugreifen. Davon profitieren insbesondere pflegebedürftige Mitbewohner:innen. Weitere Vorteile sind:

  • Altersgerechte Ausstattung
  • Gegenseitige Entlastung durch Aufgabenteilung im hauswirtschaftlichen Bereich
  • Kosten können geteilt (z.B. Miete, Telefonanschluss, TV)
  • Schutz vor Vereinsamung

Allerdings ist das Leben in einer WG nicht immer bunt und rosig. Wo viele Menschen aufeinandertreffen, lassen sich Konflikte meistens nicht umgehen. Schließlich sind alle Menschen verschieden, haben unterschiedliche Gewohnheiten und Ansichten. Daher ist es wichtig, als Bewohner stets geduldig, tolerant und kompromissbereit zu sein. So können Streitigkeiten vermieden werden.

Eine weitere Herausforderung von Senioren-WGs ist, dass sich der gesundheitliche Zustand der Mitbewohner:innen aufgrund ihres Alters verändern kann. Dann fällt es ihnen zunehmend schwieriger, den Alltag zu meistern und Positivität auszustrahlen. Dies kann sich auch auf die Stimmung der anderen Bewohner:innen bedrückend auswirken, was dazu führt, dass sie sich womöglich nicht mehr gegenseitig aufbauen können. In solchen Fällen sollte fachlich geschultes Personal zur Unterstützung herangezogen werden.

Für ein gemeinsames Leben in einer Alters-WG ist es zudem essenziell, seine Pflichten wahrzunehmen und sich an die Hausordnung zu halten. Entscheidungen der Mehrheit müssen akzeptiert und alle Mitbewohner:innen respektiert werden. Nur so kann ein faires und harmonisches WG-Leben auch im Seniorenalter gewährleistet werden.

Die Kosten einer solchen Wohngemeinschaft

Die Kosten für eine Senioren-WG hängen von den regulären Kauf- und Mietpreisen auf dem örtlichen Wohnungsmarkt ab. So können beispielsweise die Mieten in Berlin teurer ausfallen als in Leipzig. Einen Pauschalpreis zu nennen, ist daher sehr schwierig.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass die Bewohner:innen die Kaltmiete für ihren privaten Wohnbereich selbstständig zahlen und die Kosten für die gemeinsam genutzten Flächen aufeinander aufteilen. Dazu kommen anteilige Nebenkosten (beispielsweise für Wasser, Strom und Internet) sowie Zusatzkosten für die Inanspruchnahme von Hilfspersonal oder Pflegediensten.

Pflegebedürftige Personen mit anerkanntem Pflegegrad können einen Teil der Kosten allerdings auch über die Pflegekasse abrechnen. Beispielsweise können sie mithilfe des monatlichen Wohngruppenzuschlags eine Hilfsperson für ihren Einsatz entschädigen. Der Wohngruppenzuschlag beträgt für alle Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 monatlich 214 Euro. Weitere Voraussetzung für den Erhalt de Wohngruppenzuschlags können Sie in Paragraph 38a des 11. Sozialgesetzbuchs nachlesen (§38a SGB XI)

Die Suche nach einer passenden Senioren WG

Um eine geeignete Wohngemeinschaft finden zu können, lohnt sich der Besuch in einem Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe. Dort können Sie sich erkundigen, wo zurzeit freie Zimmer in einer Senioren-WG angeboten werden oder ob es Interessenten für Ihre eigene WG gibt. Statt Ihre eigene Immobilie per Hausverkauf zu veräußern können Sie überlegen, dort eine Senioren-WG zu gründen. Notwendige Wohnraumanpassungen können für Senioren-WGs sogar finanziell durch die Pflegekasse unterstützt werden.

Lokale Kleinanzeigen und Aushänge in Seniorenzentren sind ebenfalls hilfreich, vor allem bei der Suche nach privaten Wohngemeinschaften. Informationen zu betreuten Pflege-WGs finden Sie hingegen bei ambulanten Pflegediensten.

Darüber hinaus bietet auch das Internet viele Möglichkeiten, Wohngemeinschaften zu finden. Beispielsweise können Sie die Internetseiten von Wohnungsbaugesellschaften und verschiedene Immobilienportale nach passenden Angeboten durchsuchen. Verschiedene Funktionen ermöglichen es dabei, nach Lage, Preis und Wohnungsgröße zu filtern.

Des Weiteren können Sie auch selbst eine Anzeige schalten. Dies ist unter anderem im „Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V., Bundesvereinigung“ möglich.

Neben dem Wohnen in einer Senioren-WG gibt es andere Wohnformen, die für ältere Menschen in Frage kommen.
Seniorenheime, Mehrgenerationenwohnen und betreutes Wohnen können geeignete Möglichkeiten sein, Betreuung ins Leben zu bringen.

Quellen:

Wohnen-im-Alter: Senioren-WG: Für wen eignen sich Senioren Wohngemeinschaften?

Senioren Leben: Senioren WGs – Die Vorteile und Nachteile im Überblick

Wissen in der Box: Senioren-WG

Senioren WGs sind Wohngemeinschaften, die für ältere Menschen gedacht sind.

Senior:innen können Ihr Leben selbstständig weiterführen, profitieren aber auch von der Unterstützung ihrer Mitbewohner:innen.

Die Kosten sind abhängig von den regulären Mietpreisen auf dem örtlichen Wohnungsmarkt. Die Bewohner:innen zahlen die Kaltmiete für ihren privaten Bereich selbst und teilen sich die Kosten für die gemeinsam genutzten Flächen.

Sie können sich bei einem Pflegestützpunkt erkundigen, wo zurzeit freie Zimmer angeboten werden. Außerdem sind lokale Kleinanzeigen sowie Aushänge in Seniorenzentren hilfreich.

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