Grundpflege

Grundpflege - Überblick der Maßnahmen und Finanzierung

Mit steigendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir unseren Alltag nicht mehr allein meistern können und Unterstützung brauchen. Aber auch bei Erkrankungen oder Verletzungen kann es dazu kommen, dass wir Hilfe brauchen. Für solche Fälle gibt es die Grundpflege und Behandlungspflege. Unter dem Begriff „Grundpflege“ versteht man Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben.

So wird Ihnen zum Beispiel dabei geholfen, sich umzuziehen, bei der Körperpflege, bei der Zubereitung und Einnahme von Mahlzeiten oder bei der Mobilität. Die Grundpflege kann zuhause, stationär oder teilstationär durchgeführt werden. Sie muss nicht unbedingt von Pflegepersonal übernommen werden, sondern kann auch von Freunden oder Angehörigen erbracht werden. Davon abzugrenzen ist der Begriff „Behandlungspflege“, der sich auf ärztlich verordnete Behandlungen wie Medikamenteneinnahme und Verbandswechsel bezieht.

Im folgenden Artikel wollen wie Ihnen genauer vorstellen, was man unter der Grundpflege versteht.

Inhalt

Was heißt Grundpflege genau?

Die Bezeichnung „Grundpflege“ umfasst all solche Hilfestellungen im Alltag, welche grundlegende, alltägliche und daher wiederkehrende Tätigkeiten betreffen. Darunter fallen Hilfeleistungen bei der Körperpflege, wie Duschen, Haarewaschen, Nahrungsaufnahme, Mobilität oder Kleiderwechsel. So kann die zu betreuende Person zum Beispiel dabei unterstützt werden, sich zu waschen, zu duschen, die Zähne zu putzen oder sich zu kämmen.Hilfe bei der Zubereitung und beim Verzehr von Lebensmitteln fällt ebenso unter Grundpflege wie Hilfe beim Aufstehen, beim Treppensteigen und beim Verlassen der Wohnung.Bei der Grundpflege geht es auch darum, Folgeerkrankungen oder Verschlechterungen des Zustandes zu vermeiden. So wird die pflegebedürftige Person dabei unterstützt, Gedächtnisübungen zu machen oder Tätigkeiten im Haushalt soweit wie möglich selbstständig zu erledigen.

Wie hoch ist der Pflegeaufwand bei der Grundpflege?

Der Pflegeaufwand richtet sich also sehr nach der Hilfsbedürftigkeit der Person. Dabei gehören einige Tätigkeiten nicht mehr zum Bereich der Grundpflege: Zum Beispiel gehören Hilfe bei der Einnahme von Medikamenten oder Verbandswechsel nicht dazu.Je nach Bundesland gibt es verschiedene Kategorien, nach denen Grundpflege unterschieden wird. So gibt es zum Beispiel die Grundpflege im Bett oder die Grundpflege am Waschbecken. Am häufigsten wird jedoch in große und kleine Grundpflege unterteilt. Der Unterschied besteht hauptsächlich im Aufwand, der bei den Grundpflege Tätigkeiten entsteht.So beinhalten zwar große und kleine Grundpflege die Körperpflege, bei der kleinen Grundpflege werden jedoch einzelne Körperteile am Waschbecken gewaschen, wie zum Beispiel Gesicht und Oberkörper. Dagegen wird bei der großen Grundpflege der gesamte Körper entweder unter der Dusche oder in der Badewanne gewaschen. Zur Grundpflege kann aber auch die Unterstützung bei der Aufrechterhaltung von sozialen Kontakten zählen.

Wer hat Anspruch auf Grundpflege?

Anspruch auf Grundpflege haben Menschen, die nach einer Begutachtung durch einen Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) einen anerkannten Pflegegrad zugeordnet bekommen. Die Pflegegrade gehen dabei von Pflegegrad 1 bis Pflegegrad 5. Bei Pflegegrad 1 steht für die Grundpflege lediglich der sogenannte Entlastungsbetrag von 125 Euro zur Verfügung. Zu Hause Gepflegte ab Pflegegrad 2 erhalten mehr Unterstützung für die Grundpflege in Form von Pflegegeld oder Pflegesachleistungen.Hierbei kann es sich um eine vorrübergehende oder dauerhafte Pflegebedürftigkeit handeln. Einen Überblick über die Pflegegrade erhalten Sie hier. Grundpflege kann auch von einem Arzt verordnet werden, wenn jemand aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung vorrübergehend Hilfe benötigt. In diesem Fall läuft das nicht über die Pflegeversicherung wie bei einem anerkannten Pflegegrad. Stattdessen übernimmt die Krankenkasse des Hilfsbedürftigen die Kosten für die Grundpflege, wenn ein ärztliches Rezept dafür vorliegt.

Wer bezahlt die Kosten für die Grundpflege?

Natürlich entstehen sowohl bei der kleinen wie auch bei der großen Grundpflege Kosten. Grundpflege kann aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls von einem Arzt verordnet werden. Dann fallen die Leistungen unter die häusliche Krankenpflege und müssen von der Krankenkasse übernommen werden.Wird die Grundpflege aber aufgrund einer vorrübergehenden oder dauerhaften Pflegebedürftigkeit verordnet, wird sie von der Pflegeversicherung übernommen. Wird die Betreuung durch Angehörige übernommen, gibt es dafür ein Pflegegeld von den Pflegekassen. Wie hoch dieses ausfällt, ist abhängig vom festgestellten Pflegegrad. Das Pflegegeld kann zwischen 316 Euro (bei Pflegegrad 2) bis zu 901 Euro (bei Pflegegrad 5) variieren. Da die Pflichtversicherung meist nicht die kompletten Kosten für die Grundpflege abdeckt, ist eine private Pflegeversicherung eventuell eine Überlegung wert.Alternativ kann die Grundpflege von einem ambulanten Pflegedienst geleistet werden. Dafür steht Pflegebedürftigen ab Pflegestufe 2 der Betrag der Pflegesachleistungen zur Verfügung.
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Welche Maßnahmen zählen zum Bereich „Körperpflege“ innerhalb der Grundpflege?

Unter den Bereich der Körperpflege in der Grundpflege fallen unter anderem folgende durch einen Pfleger unterstütze Maßnahmen:
  • Unterstützung beim Duschen oder Baden
  • Hilfe beim Waschen,
  • Kämmen
  • Zähne putzen
  • Rasieren
  • Unterstützung bei der Darm- oder Blasenentleerung
Zusätzlich wird die pflegebedürftige Person bei der Hautpflege unterstützt.

Welche Maßnahmen zählen zum Bereich „Ernährung“ innerhalb der Grundpflege?

Im Rahmen der Grundpflege erhalten Sie Hilfe bei der mundgerechten Zubereitung von Mahlzeiten und bei der Nahrungsaufnahme. Zur Grundpflege bei der Ernährung kann es je nach Pflegebedürftigkeit auch gehören, dass die zu betreuende Person mit Unterstützung der Pflegeperson selbst Mahlzeiten zubereitet.

Welche Maßnahmen zählen zum Bereich „Mobilität“ innerhalb der Grundpflege?

Ein wichtiger Aspekt innerhalb der Grundpflege ist die Unterstützung bei der Mobilität von Pflegebedürftigen. Dazu gehören Hilfestellungen bei:
  • Aufstehen und Schlafengehen
  • An- und Ausziehen
  • Treppensteigen
  • Gehen
  • Stehen
  • Verlassen der Wohnung oder Pflegeeinrichtung, sowie bei der Heimkehr
Je nach Notwendigkeit wird dem Pflegebedürftigen auch mit kleineren Übungen dabei geholfen, eigene Mobilität zu erhalten oder wiederzuerlangen. In diesem Fall spricht man von ergotherapeutischen Maßnahmen in der Grundpflege. Die pflegebedürftige Person wird jedoch nicht beim Einkaufen unterstützt oder bei sonstigen Besorgungen oder Tätigkeiten außerhalb der Wohnung oder des Pflegeheimes. Diese Art von Unterstützung fällt in die häusliche Pflege und ist nicht Teil der Grundpflege.

Was sind Pflegestandards in der Grundpflege?

Pflegestandards dienen der Optimierung und Vereinheitlichung der Pflegeleistungen. Unterschieden wird zwischen Ablaufstandards, Durchführungsstandards und Standardpflegepläne.

Ablaufstandards regeln die organisatorischen Abläufe bei Pflegetätigkeiten, Durchführungsstandards sehen bestimmte Maßnahmen vor, um ein vorgegebenes Pflegeziel zu erreichen. Standardpflegepläne werden für bestimmte Diagnosen und Krankheitsbilder erstellt, um die für diese Erkrankung bestmögliche Pflege zu gewährleisten. Universalstandards sind grundsätzliche ethische Normen, die von der WHO festgelegt sind und länderübergreifend gleich sind.

Quellen:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/g/grundpflege.html

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/g/grundpflege.html

https://www.dmrz.de/wissen/ratgeber/aktuelle-pflegestandards

https://pflegegradantrag.com/grundpflege/

https://www.allianz.de/gesundheit/pflegeversicherung/grundpflege/#taetigkeiten

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