Behandlungspflege

Behandlungspflege

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Die Behandlungspflege nach SGB V (Sozialgesetzbuch Fünf) bildet einen wichtigen Teil der pflegerischen Versorgung in Deutschland. Sie umfasst ärztlich verordnete Leistungen wie das Verabreichen von Infusionen und wird von geschultem Personal in stationären Einrichtungen oder bei den Betroffenen zu Hause durchgeführt. Davon zu unterscheiden ist jedoch die Grundpflege, die auch von Bekannten oder Angehörigen übernommen werden kann. Hierzu gehören u.a. Tätigkeiten wie das An- und Ausziehen von Kleidung und die Zahnpflege.

Zur Behandlungspflege gehören Leistungen, wie z.B. KatheterwechselWundversorgungen und Stomabehandlungen, die ärztlich verordnet und von Pflegefachkräften durchgeführt werden müssen. Die Gesamtkosten dieser Pflegeform werden individuell berechnet und hängen davon ab, welche Leistungen Sie wie lange in Anspruch nehmen. Die genaue Dauer der Behandlungspflege richtet sich nach Ihrem individuellen Gesundheitszustand und der Kostenträger ist die Krankenkasse. In manchen Fällen müssen Sie aber einen zusätzlichen Eigenanteil zahlen. Dieser ist jedoch an einen Höchstwert gebunden.

 

Was ist Behandlungspflege?

Unter der Behandlungspflege versteht man medizinische Leistungen, die von examinierten Pflegekräften durchgeführt werden. Sie dienen dazu, bereits vorliegende Krankheiten zu heilen, die damit einhergehenden Beschwerden zu lindern sowie einer möglichen Verschlimmerung Ihres Gesundheitszustandes entgegen zu wirken. Zu den Leistungen der Behandlungspflege gehören u.a.:

  • Krankenbeobachtung (körperlich und seelisch)
  • Das Verabreichen von Medikamenten
  • Wundversorgung (darunter sowohl das Anlegen als auch Wechseln von Verbänden)
  • An- oder Ausziehen von ärztlich verordneten Kompressionsstrümpfen und -strumpfhosen
  • Katheterwechsel
  • Anlegen und Verabreichen von Infusionen
  • Legen und Wechseln von Magensonden
  • Dekubitusbehandlung
  • Blutdruck- und Blutzuckermessung
  • Überprüfung und Versorgung von Drainagen
  • Einläufe
  • Bedienung und Überwachung eines Beatmungsgerätes
  • Stomabehandlung
  • Inhalationen

Formen von Behandlungspflege

Insgesamt gibt es drei verschiedene Formen der Behandlungspflege.

Medizinische Behandlungspflege

Die medizinische Behandlungspflege wird verordnet, wenn Sie zwar aus der ärztlichen Versorgung entlassen worden sind, aber weiterhin medizinisch versorgt werden müssen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie nach einem operativen Eingriff das Krankenhaus verlassen, Ihre Wunde jedoch weiterer Behandlung bedarf.

Krankenhausvermeidungspflege

Diese Form von Behandlungspflege wird hingegen verordnet, wenn Ihre medizinische Versorgung zu Hause möglich ist und sich dadurch ein Aufenthalt in einem Krankenhaus vermeiden bzw. verkürzen lässt. Diese Form der Behandlungspflege kann bis zu vier Wochen dauern.

Sicherungspflege

Zuletzt gibt es noch die sogenannte Sicherungspflege. Sie dient primär dazu, Ihnen eine stabilisierende Pflege zu gewährleisten und dadurch den Erfolg Ihrer Behandlung voranzutreiben. Diese Form der Behandlungspflege kann ebenfalls bei Ihnen zu Hause stattfinden und umfasst beispielsweise das Legen von Infusionen sowie das Verabreichen von Injektionen.

Wer hat Anspruch auf Behandlungspflege?

Gemäß des Sozialgesetzbuches Fünf (SGB V) ist die Behandlungspflege ein Teil der häuslichen Krankenpflege, deren Kostenträger die Krankenkasse ist. Zwar benötigen Sie keinen anerkannten Pflegegrad, um die dazugehörigen Leistungen in Anspruch zu nehmen, müssen aber dennoch bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Die wichtigste Voraussetzung für die Behandlungspflege ist eine spezielle vom Arzt ausgestellte Verordnung. Nur wenn diese vorliegt, besteht die Chance auf eine Genehmigung durch die Krankenkasse. Dazu wird die ärztliche Verordnung von Ihrer Krankenkasse auf die tatsächliche Notwendigkeit der Behandlungspflege geprüft.

Eine Notwendigkeit dieser Pflegeform liegt vor, wenn weder Sie als Betroffener noch die Angehörigen in Ihrem eigenen Haushalt die notwendige Behandlung selbst übernehmen können. Außerdem muss der Grund für die Behandlungspflege eindeutig nachvollziehbar sein und sich beispielsweise auf Ihre motorischen Fähigkeiten beziehen. Komplikationen nach einer Operation oder Geburt sind ebenfalls mögliche Gründe für eine Inanspruchnahme der Leistungen.

Die Verordnung einer Behandlungspflege ist jedoch zeitlich begrenzt. Während die Erstverordnung für einen Zeitraum von 14 Tagen gilt, hängt die Dauer der Folgeverordnung maßgeblich von Ihrem Gesundheitszustand ab. Die Einschätzung mit entsprechender Begründung erfolgt durch den Arzt.

Was kostet eine Behandlungspflege?

Nach erfolgreicher Prüfung Ihres Antrags auf Genehmigung häuslicher Krankenpflege übernimmt die Krankenkasse die Kosten dafür. Die Verordnungen für die entsprechenden Leistungen können Sie dann an einen ambulanten Pflegedienst weiterleiten, dessen Mitarbeiter die erbrachten Leistungen im Anschluss mit Ihrer Krankenkasse abrechnen. Wie viel die Krankenkasse bezahlt bzw. wie teuer die Behandlungspflege insgesamt ist, hängt davon ab, welche Leistungen Sie benötigen.

Um die Gesamtkosten berechnen zu können, werden alle möglichen Leistungen der Behandlungspflege in vier verschiedene Gruppen unterteilt. Diesen Leistungsgruppen wiederum wird ein bestimmter Preis zugeordnet. Beispielsweise gehören zur Leistungsgruppe 1 u.a. Blutdruckkontrollen, Blutzuckermessungen, Injektionen sowie die Medikamentengabe. Für eine einzelne Leistung aus dieser Leistungsgruppe zahlen die gesetzlichen Krankenkassen zwischen 10€ und 11€. Wenn bekannt ist, welche Leistungen Sie benötigen und welcher Leistungsgruppe diese zugeordnet sind, werden die entsprechenden Kosten pro Leistung zu einer Gesamtsumme addiert.

Unter gewissen Umständen müssen Sie als Versicherter auch einen zusätzlichen Eigenanteil leisten. Ob eine Zuzahlung Ihrerseits notwendig ist, hängt vor allem von der Dauer der Behandlungspflege ab. Um Menschen mit hohem Bedarf an medizinischen Leistungen nicht zu stark zu belasten, ist der privat zu zahlende Kostenanteil an einen Höchstwert gebunden. Die sogenannte Belastungsgrenze liegt dabei bei einem Prozent Ihres Bruttoeinkommens, bezogen auf Ihren gesamten Haushalt. Sobald diese Grenze für das laufende Jahr erreicht ist, werden Sie als Betroffener von der Zuzahlung befreit.

Stomaversorgung

Die Stomaversorgung ist ein wichtiger Teil der Behandlungspflege. Immerhin leben der Selbsthilfevereinigung Deutsche ILCO e.V. zu Folge über 150.000 Patienten in Deutschland, die ein Stoma, also eine operativ angelegte Körperöffnung, tragen.

Beispiele für derartige Stoma sind:

  • Gastrostoma (zur künstlichen Ernährung)
  • Enterostoma (zur Stuhlausscheidung)
  • Urostoma (zur Harnausscheidung)
  • Tracheostoma (künstlicher Zugang zur Luftröhre)

Je nach Stoma und Art der Stomaversorgung sind verschiedene Hilfsmittel nötig. Dazu gehören beispielsweise Stomabeutel, sogenannte HME-Filter, die die Nasenfunktion ersetzen, Sprechventile, Schutzkappen für die Trachealkanülen usw. Deren Einsatzdauer reicht von wenigen Stunden bis zu mehreren Monaten. Ein Beutel für das Urostoma muss je nach Trinkmenge alle paar Stunden geleert werden, der Ausstreifbeutel eines Dünndarmstomas etwa 2-4 Mal pro Tag.

Um Infektionen und Hygieneproblemen vorzubeugen, ist eine sorgfältige Stomapflege unabdingbar. Bei der korrekten Durchführung unterstützt Sie das Pflegepersonal eines Pflegedienstes, wenn Sie aufgrund Ihrer Erkrankung nicht selbst dazu in der Lage sind. Die Kosten für den Einsatz des Pflegepersonals sowie für die entsprechenden Hilfsmittel übernimmt die Krankenkasse.

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