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Inkontinenz bei Frauen – Ursachen, Vorbeugung & Behandlung

Uta Leyke
Uta Leyke

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Die Blasenschwäche ist insbesondere bei Frauen über 65 ein relativ häufiges Problem, das von Betroffenen als sehr unangenehm empfunden und deshalb oft nicht angesprochen wird. Die Inkontinenz der Frau kann unterschiedlich entstehen. Abhängig von der Ursache ist sie in den meisten Fällen gut behandelbar. Zusätzlich tragen Inkontinenz Hilfsmittel zur Aufrechterhaltung einer guten Lebensqualität und der Teilhabe am Alltag bei. 

Wenn Sie als Frau unter einer schwachen Blase leiden oder eine Angehörige mit Inkontinenz pflegen, erfahren Sie hier die wichtigsten Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Inkontinenz. 

Außerdem können Sie auf unserer Seite Hilfsmittel für Frauen mit Inkontinenz wie Inkontinenzeinlagen und Matratzenschutz zu sich nach Hause bestellen. 

Inhalt

Inkontinenz – Definition

Inkontinenz oder auch Blasenschwäche bezeichnet einen regelmäßigen, unkontrollierten Urinverlust. Viele Menschen in höherem Lebensalter sind davon betroffen, insgesamt tritt die Inkontinenz bei Frauen häufiger als bei Männern auf. Man unterscheidet verschiedenen Formen von Inkontinenz, die jeweils unterschiedliche Ursachen haben und abhängig vom Geschlecht unterschiedlich häufig auftreten. 

Wenn Sie unter Blasenschwäche leiden, sollte dies ein Grund für einen Arztbesuch sein. Der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin klärt und behandelt die Ursachen der Inkontinenz. Außerdem kann er oder sie bei Bedarf Rezepte für Medikamente und Hilfsmittel bei Inkontinenz ausstellen. 

Gründe für Inkontinenz bei Frauen

Eine Blasenschwäche tritt insbesondere nach den Wechseljahren bei mindestens jeder zehnten Frau auf. Ärzte schätzen jedoch, dass die Dunkelziffer wesentlich höher liegt und sogar bis zu 60 Prozent der Frauen unter Inkontinenz leiden. Die Inkontinenzformen bei Frauen sind am häufigsten entweder eine reine Belastungsinkontinenz oder eine Mischinkontinenz als Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz. Seltener tritt bei Frauen eine reine Dranginkontinenz auf.

Die häufigste Ursache für Blasenschwäche bei Frauen ist eine Beckenbodenschwäche. Nicht nur die Wechseljahre und der dadurch entstehende Östrogenmangel, sondern auch SchwangerschaftenGeburten und Übergewicht begünstigen die Entstehung eines schwachen Beckenbodens, der zu Inkontinenz führt. Darüber hinaus kann eine Beckenbodenschwäche zu einer Absenkung der Scheide und der Gebärmutter im Becken führen. Dadurch verändert sich die Anatomie und gleichzeitig die Blasenfunktion. Das kann sowohl zu Belastungs-, als auch zu Drang- oder Mischinkontinenz führen.

Weiterhin können wiederkehrende Harnwegsinfektionen, die Frauen deutlich häufiger betreffen als Männer, langfristig zur Entstehung von Inkontinenz beitragen. Seltener sind Blasensteine oder Tumorerkrankungen der Beckenorgane die Ursache einer Inkontinenz bei Frauen. In diesem Fall entwickelt sich die Inkontinenz über längere Zeit und tritt meist nicht von einem Tag auf den anderen auf.

Leider kann eine Inkontinenz bei Frauen auch als Folge der operativen Behandlung einer Belastungsinkontinenz mittels TVT-Band (TVT=Tension-free vaginal tape) auftreten. Eine der wichtigsten unerwünschten Komplikationen ist die anschließende Entstehung einer Dranginkontinenz, die mit einem erneuten Eingriff verbunden ist.

Ursachen einer plötzlichen Inkontinenz der Frau können eine Strahlentherapie bei unterschiedlichen Krebserkrankungen oder weitere Operationen im Beckenbereich sein.

Nicht zuletzt entsteht Inkontinenz manchmal bei verschiedenen Grunderkrankungen. Beispielsweise bei Diabetes Typ 2 oder Multipler Sklerose ist die Entstehung einer Blasenschwäche nicht selten.

Symptome einer Inkontinenz bei Frauen

Die Symptome bei Blasenschwäche der Frau sind abhängig von der Ursache und der Inkontinenzform.

Die bei Frauen häufige Belastungs- oder auch Stressinkontinenz führt zunächst zu unwillkürlichem Urinabgang bei Husten, Niesen oder Lachen. Erst in späteren Stadien, wenn die Blase schwächer wird, kommt es auch zu Urinverlust bei leichteren Bewegungen, zum Beispiel beim Gehen oder Aufstehen.

Die Dranginkontinenz macht sich durch starken, häufigen Harndrang bemerkbar. Viele Frauen kennen das Gefühl von Blasenentzündungen, wenn sich die Blase krampfartig zusammenzieht und sie besonders häufig auf die Toilette müssen. Das Gefühl bei Dranginkontinenz ist ähnlich, mit der zusätzlichen Belastung des darauffolgenden ungewollten Harnabgangs, bevor sie es zur Toilette schaffen.

Die Mischinkontinenz bei Frauen verursacht eine Kombination der Symptome. Insbesondere Frauen mit Drang- oder Mischinkontinenz leiden auch unter Nykturie, also einem gesteigerten Harndrang insbesondere nachts. Das ist eine besonders belastende Situation, die Sie jedoch mit Hilfsmitteln und einer geeigneten Therapie meist in den Griff bekommen können.

Ansprechpartner bei Inkontinenz

Wenn Sie unter Inkontinenz leiden, ist es zunächst einmal wichtig, überhaupt einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Vielen Frauen ist das Thema sehr unangenehm und sie trauen sich nicht, es anzusprechen. Dabei können Sie die unterschiedlichen Möglichkeiten der Hilfe bei Frauen mit Inkontinenz nur in Anspruch nehmen, wenn ein Arzt oder eine Ärztin die Erkrankung diagnostiziert und eine Inkontinenztherapie einleitet. 

Der richtige Ansprechpartner für Inkontinenz bei Frauen ist zunächst der Allgemeinarzt bzw. die Allgemeinärztin oder der Gynäkologe (Frauenarzt) bzw. die Gynäkologin. Je nachdem, bei welchem der beiden Ärzt:innen Sie sich wohler fühlen, sprechen Sie die Inkontinenz dort an. Sie werden bemerken, dass Inkontinenz kein Tabuthema ist und Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin viel Verständnis für Sie hat. 

Der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin wird zunächst weitere Untersuchungen durchführen. Gegebenenfalls werden Sie an einen Urologen bzw. eine Urologin oder ein Inkontinenzzentrum weitergeleitet. Auf den Seiten der Deutschen Kontinenzgesellschaft finden Sie Adressen von Spezialisten in Ihrer Nähe.

Therapie bei Inkontinenz

Die Inkontinenztherapie richtet sich nach den Ursachen der Inkontinenz. Allerdings gibt es einige übergeordnete Therapiemöglichkeiten bei Inkontinenz, die für die meisten Betroffenen von Ärzt:innen empfohlen werden. 

Beckenbodentraining

Führen Sie mindestens zwei- bis dreimal täglich die Übungen zur Stärkung des Beckenbodens durch. Dadurch können Sie vor allem in frühen Stadien der Inkontinenz schon eine deutliche Verbesserung der Symptomatik bemerken.

Miktionstraining

Verschiedene Maßnahmen zur Kontrolle des häufigen Toilettengangs funktionieren vor allem bei Misch- und Dranginkontinenz sehr gut. Dazu zählt zum Beispiel das Herauszögern des Toilettengangs, so lange Sie es schaffen, um die Blase zu stärken.

Trinkmenge

Je nach Ursache der Inkontinenz kann es helfen, mehr oder weniger zu trinken. Fragen Sie den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin, wie viel Sie am Tag trinken dürfen und sollen, um damit die Inkontinenzbehandlung optimal zu unterstützen.

Medikamente

Abhängig davon, ob Sie unter einer Belastungs-, Misch- oder Dranginkontinenz leiden, werden unterschiedliche Medikamente verschrieben. Die meisten Frauen sind mit einer Kombination aus allgemeinen Maßnahmen und Medikamenten weitestgehend beschwerdefrei und können mit der Inkontinenz gut leben.

Hilfsmittel

Zusätzlich zu den genannten Optionen ist der Einsatz von Hilfsmitteln bei Inkontinenz nahezu immer sinnvoll. So sind Sie auf der sicheren Seite und können unbesorgt an alltäglichen Aktivitäten teilnehmen. Die meisten Patientinnen berichten über eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität durch hochwertige Inkontinenz Hilfsmittel, die in der Regel zu einem Teil von der Krankenkasse übernommen werden. Erst, wenn diese und weitere, spezifischere Maßnahmen je nach Inkontinenzform nicht ausreichend wirksam sind, kommen operative Verfahren zur Inkontinenzbehandlung zum Einsatz.

Einer Inkontinenz vorbeugen

Vorsorge ist auch beim Thema Inkontinenz besser als Nachsorge. Nicht immer lässt sich die Entstehung von Inkontinenz vermeiden, aber es gibt einige Tipps, wie Sie als Frau bestimmten Auslösern von Inkontinenz vorbeugen können. 

Beckenbodentraining insbesondere für Frauen trägt entscheidend zur Blasenstärkung bei. Mit dem Beckenbodentraining können Sie als Frau nicht früh genug anfangen und es ist essenzieller Bestandteil der Vermeidung von Inkontinenz im Alter. Vor allem, wenn Sie mehrere Kinder geboren haben, ist auch nach den Rückbildungskursen das Weiterführen des Trainings zu Hause sinnvoll. 

Trinken Sie immer ausreichend Wasser und Tee und vermeiden Sie wiederholte Harnwegsinfekte, die die Blase belasten und Inkontinenz begünstigen. 

Quellen

Amboss: Harninkontinenz, Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz 

AWMF Leitlinie: Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten

Wissen in der Box: Inkontinenz bei Frauen

Eine schwache Blase tritt bei Menschen mit hohem Lebensalter auf. Es kommt zu unkontrolliertem Urinverlust. Das Phänomen tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf.

Bei Frauen können zahlreiche Faktoren, wie z.B. Beckenbodenschwäche, Östrogenmangel oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen zu einer schwachen Blase führen.

Je nach Inkontinenzform kann es zu unwillkürlichem Harnabgang in Belastungssituationen, und starkem, häufigen Harndrang kommen.

Zunächst kann man sich an einen Allgemeinarzt oder einen Gynäkologen wenden. Gegebenenfalls werden Sie an einen Urologen oder ein Inkontinenzzentrum weitergeleitet.

Je nach Inkontinenzform helfen Beckenbodentraining, Miktionstraining, die Anpassung der Trinkmenge oder vom Arzt verschriebene Medikamente.

Durch Beckenbodentraining kann einer Inkontinenz vorgebeugt werden. Auch ausreichendes Trinken und das Vermeiden von wiederholten Harnwegsinfekten ist hilfreich.