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MMST Test – Einfacher Test auf eine vorliegende Demenz

Inken Ostendorf
Inken Ostendorf

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Ab einem gewissen Alter macht man sich schnell Sorgen über eine mögliche Demenz, wenn man häufiger Dinge vergisst. Es gibt viele Möglichkeiten, eine Demenzerkrankung zu testen. Eine davon ist der sogenannte Mini-Mental-Status-Test oder auch MMST. Nicht für alle muss man zwingend einen Experten oder eine Expertin aufsuchen. Viele Tests lassen sich auch von Laien zuhause durchführen. Für eine endgültige Diagnose reichen sie allerdings nicht aus. Um eine Demenz sicher festzustellen oder auszuschließen, ist eine ausführliche Diagnostik nötig, die von einem Spezialisten oder einer Spezialistin durchgeführt werden sollte.

Der MMST gehört zu den etwas komplizierteren Demenz Tests. Er sollte nach Möglichkeit von einem Spezialisten oder einer Spezialistin durchgeführt werden. Dafür ist er aber auch etwas aussagekräftiger als andere Tests. Im vorliegenden Artikel erfahren Sie alles Wichtige zum MMST im Überblick.

Inhalt

Grundlegende Informationen zu Definition, Ursachen, Symptomen und Behandlung einer Demenz finden Sie in unserem Übersichtsartikel zum Thema Demenz.

Der MMST kurz erklärt

Der Mini-Mental-Status-Test wird im Rahmen einer ausführlichen Demenzdiagnostik häufig von Ärzt:innen und Psycholog:innen angewandt. Dabei handelt es sich um ein Interview, bei dem der zu testenden Person Fragen gestellt werden, die ein Mensch ohne Demenz in der Regel gut beantworten kann. Menschen mit einer Demenzerkrankung haben bei der Beantwortung der Fragen allerdings meistens Schwierigkeiten.

Zusätzlich zu den Fragen bekommt die Testperson einige Aufgaben gestellt, die sie bewältigen soll. Für jede richtige Antwort, beziehungsweise für jede richtig gelöste Aufgabe gibt es einen Punkt. Die Durchführung des Testes dauert ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten. Der MMST Test eignet sich weniger gut zur Früherkennung einer Demenz. Er ermöglicht jedoch bereits eine grobe Einteilung in eine leichte, mittelgradige oder schwere Demenz. Auch wenn der Test einfach aussieht, sollte er lieber von erfahrenen Tester:innen angewendet werden, um eine unbeabsichtigte Beeinflussung der Testperson zu vermeiden.

So funktioniert der MMST

Vor der Durchführung des Demenztest MMST müssen gewisse Rahmenbedingungen sichergestellt werden. Die Testperson sollte sich möglichst wohl fühlen. Wenn zum Beispiel Schmerzen bestehen, leidet die Konzentration. Eventuell notwendige Hilfsmittel wie Brillen und Hörgeräte sollten funktionsfähig und zur Hand sein. Es sollte eine möglichst störungsfreie Umgebung sein, damit der Proband bzw. die Probandin nicht abgelenkt wird.

Auch aus diesem Grund sollten Angehörige und Freund:innen nach Möglichkeit nicht anwesend sein. Bei wohlmeinenden Familienmitgliedern oder Freund:innen besteht außerdem die Gefahr, dass sie der Testperson absichtlich oder unabsichtlich Hinweise geben, die bei der Beantwortung der Fragen helfen und so das Ergebnis verfälschen.

Die Durchführung des MMST läuft in der Regel folgendermaßen:

  1. Zunächst werden der Testperson zehn Fragen zur räumlichen und örtlichen Orientierung gestellt. Es soll also überprüft werden, ob die Person weiß, wo sie sich befindet und ob sie das Datum kennt.
  2. Dann soll sich die Person eine Wortliste mit drei Begriffen merken, um die Merkfähigkeit zu überprüfen. Der bzw. die Proband:in hat sechs Versuche, um die Wörter zu rezitieren. Schafft er oder sie es nicht, wird der Test abgebrochen.
  3. Zur Überprüfung der Rechenfähigkeit müssen fünf Rechenaufgaben gelöst werden. Dabei handelt es sich um Substraktionsaufgaben zwischen eins und hundert.
  4. Die Wortliste aus Punkt zwei wird nochmals abgefragt.
  5. Zur Überprüfung der Sprachverarbeitung sollen Gegenstände benannt werden, die der Testperson gezeigt werden. Es werden entweder Bilder von Gegenständen oder real vorhandene Gegenstände vorgelegt. Zusätzlich soll der oder die Proband:in Begriffe und Sätze schreiben, sowie geometrische Formen zeichnen.

Für die einzelnen Aufgaben gibt es bei korrekter Bearbeitung Punkte. Möglich sind 30 MMST Punkte. Abhängig von der erreichten Punktzahl kann der Test eine Verdachtsdiagnose für eine leichte, mittelgradige oder schwere Demenzerkrankung nahelegen. Für eine endgültige Diagnose reicht der Mini-Mental-Status-Test nicht aus. Sollte der MMST auf eine Demenz hinweisen, müssen weitere Untersuchungen folgen.

Für diese Personen kommt der Demenztest MMST infrage

Der MMST ist ein häufig angewendetes Diagnoseinstrument zur Abklärung eines Demenzverdachtes. Wenn bei Menschen mit fortgeschrittenem Alter auffällt, dass sie häufig Namen oder Termine vergessen, Dinge verlegen oder unsicher sind, wo sie sich befinden und nicht sicher sind, welches Datum gerade ist, liegt der Verdacht auf eine Demenzerkrankung nahe.

Für eine erste Abklärung bietet sich der Mini-Mental-Status-Test an. Getestet werden kann jeder Mensch, der lesen und schreiben kann, und körperlich in der Lage ist, gesprochene Anweisungen zu verstehen. Der Test sollte in der Muttersprache der Testperson durchgeführt werden, um sprachliche Missverständnisse zu vermeiden. Vor der Durchführung müssen sensorische Einschränkungen ausgeschlossen werden.

Menschen mit einer Seh- oder Hörschwäche müssen also ihre Hilfsmittel zur Verfügung haben. Mögliche andere Diagnosen, wie zum Beispiel eine Depression, müssen vor der Testdurchführung ausgeschlossen werden. Eine Depression kann zu ähnlichen Symptomen führen, wie man sie bei einer Demenz beobachten würde.

Haben Sie den Verdacht, dass es sich bei den kognitiven Einschränkungen eines Familienmitglieds um Demenz handeln könnte, ist die Hausarztpraxis Ihre erste Anlaufstelle.

MMST – Auswertung

Die Auswertung des Mini-Mental-Status-Tests ist sehr einfach. Für jede richtige gelöste Aufgabe, beziehungsweise für jede korrekt beantwortete Frage gibt es einen Punkt. Möglich sind insgesamt 30 Punkte. Die Punktwerte bedeuten folgenden Verdacht:

  • Erreicht die zu testende Person bis zu 27 Punkten, geht man von einer leichten kognitiven Beeinträchtigung aus.
  • Bei weniger als zwanzig Punkten liegt der Verdacht einer mittelgradigen Demenz nahe.
  • Bei weniger als zehn Punkten besteht der Verdacht auf eine schwere Demenz.

Wenn die MMST Auswertung eine Demenzerkrankung vermuten lässt, müssen schnellstmöglich weitere Untersuchungen in die Wege geleitet werden. Um eine Demenz abschließend abzuklären, sind Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren wie zum Beispiel eine Computertomographie (CT) notwendig.

Andere mögliche Diagnosen, wie zum Beispiel eine Depression, müssen ausgeschlossen werden, um sicherzugehen, dass die Symptome keine andere Ursache haben. Sollte schließlich eine Demenz als Diagnose feststehen, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, um eine Verschlechterung der Symptomatik so lange wie möglich hinauszuzögern. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin berät Sie dabei gerne. Hilfe, auch als Angehörige:r, finden Sie außerdem bei der Demenzhilfe Deutschland.

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Quellen:

Alzheimer Forschung Initiative e.V.: MMST – ein Screening-Instrument

Ruhr-Universität Bochum: MMST zur Überlebensprognostik bei Demenz – 8-Jahre-Follow-Up-Studie bei 145 ambulanten Demenzpatienten

Demenzhilfe Deutschland: Entlastungsangebote

 

Wissen in der Box: MMST

Der MMST (Mini-Mental-Status-Test) ist ein einfacher Test zur Feststellung einer Demenzerkrankung, der aber besser von Fachkräften durchzuführen ist.

Der MMST ist ein Interview, bei dem der Testperson Fragen und kleine Aufgaben gestellt werden, deren Beantwortung für Menschen mit einer Demenz schwierig ist.

Der MMST wird bei Personen durchgeführt, deren Verhalten den Verdacht auf eine Demenzerkrankung nahelegen.

Für jede korrekt durchgeführte Aufgabe gibt es Punkte. Je nach Punktzahl besteht der Verdacht auf eine leichte, mittelgradige oder schwere Demenz.