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Prävention

Prävention – Maßnahmen und Gesundheitsförderung

Die demographischen Veränderungen in unserer Gesellschaft sowie die veränderten Lebensgewohnheiten beeinflussen das Krankheitsgeschehen, welches heutzutage stark von chronischen Erkrankungen geprägt ist.

Wie wertvoll unsere Gesundheit ist, wissen wir leider häufig erst zu schätzen, wenn wir krank werden. Doch wollen wir nicht alle möglichst lange gesund unseren Alltag bewältigen können? Viele der sogenannten Volkskrankrankheiten, wie beispielsweise Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2 oder Arteriosklerose, sind nicht angeboren, sondern brechen erst im Laufe des Lebens aus. Sie werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst.

Eine ungesunde Lebensweise, falsche Ernährung sowie mangelnde Bewegung gehören zu den häufigsten Ursachen vermeidbarer Krankheiten. Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Probleme mit dem Gewicht – unser Körper verrät uns viel über unsere Gesundheit, in dem er uns Warnsignale sendet. Aus diesem Grund lohnt es sich, genau hinzusehen und die Anzeichen ernst zu nehmen. Hier setzt die Prävention an. Sowohl zu Beginn, bei der Verhinderung der Erkrankung, als auch am Ende, wenn es um die Minimierung von Folgeschäden geht. Jeder und jede von uns kann dazu beitragen, Krankheiten vorzubeugen und die Gesundheit zu fördern. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen spielen hierbei eine wichtige Rolle.

In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Präventionsarten und -maßnahmen und erklären, warum Prävention so wichtig ist.   

Inhalt

Prävention – Definition

Unter dem Begriff „Prävention“ werden laut der Definition des Bundesgesundheitsministeriums „[…] zielgerichtete Maßnahmen und Aktivitäten [verstanden], um Krankheiten oder gesundheitliche Schädigungen zu vermeiden, das Risiko der Erkrankung zu verringern oder ihr Auftreten zu verzögern.“

Prävention und Gesundheitsförderung

Die Prävention von Krankheiten ist von dem Begriff der Gesundheitsförderung zu unterscheiden. Während präventive Maßnahmen auf die Vorbeugung von Erkrankungen abzielen, geht es bei der Gesundheitsförderung vor allem darum, die Lebensbedingungen des Einzelnen zu verbessern. Somit ist die Gesundheitsförderung darauf ausgerichtet, die gesundheitlichen Ressourcen der Menschen zu stärken. Der Fokus liegt vermehrt auf der Unterstützung von Fähigkeiten und Möglichkeiten der gesunden oder kranken Person.

Prävention und Reha

Wenn die Gesundheit bereits stärker gefährdet ist, wird die vorbeugende Prävention vermutlich nicht helfen. Oftmals gibt es Hoffnung auf Besserung durch Rehabilitation. Die Reha zielt darauf ab, die Beschwerden der kranken Person zu verringern und dafür zu sorgen, dass die Erkrankung nicht voranschreitet. Sie soll die gesellschaftliche Teilhabe sichern beziehungsweise wieder ermöglichen.

Prävention und Prophylaxe

Synonym zu Prävention verwendet man auch den Begriff Prophylaxe. Beide Begriffe meinen das Gleiche, nämlich Vorbeugung. Im medizinischen Bereich ist die Verwendung des Begriffes Prophylaxe gängiger. In anderen Bereichen, wie beispielsweise in der Gesellschaft oder Politik, spricht man vermehrt von Prävention.

Präventionsmaßnahmen und Präventionsarten

Präventive Maßnahmen lassen sich je nach Phase der Erkrankung der primären, der sekundären, der tertiären Prävention oder der quartären Prävention zuordnen.

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Primärprävention

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Sekundärprävention

Bei der primären Prävention geht es darum, Krankheiten zu verhindern, bevor sie entstehen. Primäre Präventionsmaßnahmen umfassen die Aufklärung über gesundheitlich beeinträchtigende Verhaltensweisen sowie die Verringerung von Risikofaktoren, mit dem Ziel, die Häufigkeit von Neuerkrankungen zu senken. Die Maßnahmen reichen von ausreichender körperlicher Aktivität, über Änderung der Essgewohnheiten bis hin zur Stressbewältigung. Die Primärprävention richtet sich an gesunde Menschen.

Die sekundäre Prävention setzt dann an, wenn eine Erkrankung im Frühstadium bereits vorliegt. Diese soll so früh wie möglich erkannt werden, am besten bevor die Beschwerden auftreten. Sollten Beschwerden bereits vorliegen, ist es wichtig dafür zu sorgen, dass sich der Verlauf der Krankheit nicht verschlimmert.

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Tertiärprävention

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Quartärprävention

Ist die Krankheit bereits ausgebrochen, gilt es durch tertiäre Präventionsmaßnahmen die Krankheitsfolgen zu mildern und Komplikationen zu verhindern. Beispielsweise könnten bei Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, bestimmte Trainingsmaßnahmen angewandt werden, um die Störungen der Bewegung oder der Sprache zu verbessern. Das regelmäßige Messen des Blutzuckers bei Diabetiker:innen gehört auch dazu. Die Gesundheit soll, soweit möglich, wieder hergestellt werden.

Von quartärer Prävention spricht man, wenn es um die Vermeidung gesundheitlicher Schäden durch Übervorsorge geht. Es gibt medizinische Maßnahmen, die den Patientinnen und Patienten mehr schaden als nutzen – diese gilt es hier zu erkennen und sinnvolle Alternativen anzubieten. Ein Beispiel wäre hier die Einnahme von Medikamenten, die ein hohes Risiko von Wechselwirkungen haben.

Verhaltens- und Verhältnisprävention

Präventionsmaßnahmen beruhen grundsätzlich auf zwei unterschiedlichen Ansätzen: Verhaltens- und Verhältnisprävention.

Verhaltensprävention

Unter der Verhaltensprävention versteht man Maßnahmen, die direkt an dem Menschen und dessen individuellen Gesundheitsverhalten ansetzen. Das Ziel hierbei ist es, einen gesundheitsförderlichen Lebensstil zu erreichen und Gesundheitsrisiken zu minimieren. Dabei gilt es, Verhaltensmuster, die der Gesundheit schaden, aufzulösen. Durch Aufklärung und Information soll der Einzelne motiviert werden, Risiken zu vermeiden sowie gesundheitsförderliche Verhaltensweisen zu praktizieren.

Verhältnisprävention

Bei der Verhältnisprävention sollen die Umgebungsvariablen so optimiert werden, dass sie gesundheitsförderlich sind. Die Verhältnisprävention beeinflusst die Gesundheit, indem sie Veränderungen der Lebensumstände oder der Lebensbedingungen anstrebt. Hierbei könnte es beispielsweise darum gehen, den Arbeitsplatz einer Person so zu gestalten, dass Rückenschmerzen vorgebeugt werden.  Aber auch Maßnahmen, die nicht nur eine Person, sondern viele betreffen, sind denkbar. Zum Beispiel soll das Vorhandensein von Parkanlagen in Städten einen gesunden Lebensstil fördern. Im Gegensatz zu der Verhaltensprävention setzt die Verhältnisprävention an den äußeren Faktoren an.
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Präventionsgesetz

Das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz – PrävG), welches im Jahr 2015 in Kraft trat, verbessert die Grundlagen für die Zusammenarbeit von Sozialversicherungsträgern, Ländern und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung. Es soll lebensstilbedingte Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Adipositas eindämmen und die Menschen zu einer gesunden Lebensweise bringen. Dabei gilt es, die Umgebung, in der wir leben, soll so zu gestalten, dass sie die Gesundheit unterstützt. Auch die betriebliche Gesundheitsförderung ist Teil dieses Leifadens.

Inhalte des Präventionsgesetzes

Präventionskurse

Präventionsangebote der Krankenkassen sollen die Versicherten motivieren, etwas für ihre Gesunderhaltung zu tun. Der Fokus liegt auf dem Erwerb neuen Wissens, welches nach Ende der Maßnahmen selbstständig angewendet werden kann. Es werden in der Regel Präventionskurse aus den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stressmanagement sowie Suchtmittelkonsum angeboten, wobei das Angebot je nach Krankenkasse unterschiedlich ist. Die Kurse sind von der zentralen Prüfstelle für Prävention zertifiziert.

Möchten Sie an einem Kurs teilnehmen, können Sie in der örtlichen Filiale Ihrer Krankenkasse einen Gutschein für den gewählten Kurs erhalten. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Ihren Präventionskurs anteilig oder vollständig. Ein Kurs dauert in der Regel 8 bis 12 Wochen. Am Ende bekommen Sie häufig eine Zusammenfassung des Kursinhaltes, um zu Hause jederzeit üben zu können.

Prävention in der Pflege

Unabhängig von den bereits existierenden Erkrankungen und der zugrunde liegenden Pflegebedürftigkeit, sind gesundheitsförderliche und präventive Maßnahmen in jedem Alter nützlich. Prävention in der Pflege bedeutet, gesundheitlichen Problemen bei pflegebedürftigen Personen und pflegenden Angehörigen vorzubeugen.

In unserem Artikel „Präventive Pflege“ geben wir Ihnen einen Überblick über die Gesundheitsförderung in der Pflege, stellen die Arten präventiver Pflege vor und erläutern, wie man einer Pflegebedürftigkeit vorbeugen kann.

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Nährstoffmedizin und Prävention: Definition der Präventionsmedizin

Bundesgesundheitsministerium: Präventionsgesetz

Stiftung Gesundheitswissen: Bevor die Krankheit gewinnt

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Prävention und Krankheitsprävention

Wissen in der Box: Prävention

Prävention ist ein Oberbegriff für alle Maßnahmen, die dazu dienen, Krankheiten zu vermeiden, das Risiko dafür zu verhindern oder ihren Verlauf zu verzögern.

Prävention meint die Vorbeugung von Erkrankungen. Gesundheitsförderung ist darauf ausgerichtet, die gesundheitlichen Ressourcen der Menschen zu stärken.

Die Primärprävention soll dabei helfen, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu verhindern.

Die Sekundärprävention soll dabei helfen, Krankheiten, die noch keine Beschwerden verursachen, rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Die Tertiärprävention soll bei bereits vorhandenen Krankheiten verhindern, dass es zu einer Verschlimmerung kommt.

Hier geht es um die Vermeidung gesundheitlicher Schäden durch Übervorsorge.

Die Verhaltensprävention richtet sich an den einzelnen Menschen und sein individuelles Gesundheitsverhalten, während die Verhältnisprävention Veränderungen der Lebensbedingungen anstrebt.

Die Krankenkassen bieten Präventionskurse aus den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stressmanagement sowie Suchtmittelkonsum an.