Verhinderungspflege

Die meisten Pflegebedürftigen werden zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt. Manchmal wird jedoch auch die pflegende Person selbst krank oder benötigt eine Pause vom Pflegealltag. In solchen Fällen bietet die Verhinderungspflege eine gute Lösung für beide Beteiligten.

Diese spezielle Pflegeform, bei der die reguläre Pflegeperson kurzzeitig von einem anderen Angehörigen, Bekannten oder einer professionellen Pflegekraft vertreten wird. Sie kann von allen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 beansprucht werden und wird mit maximal 1.612 Euro im Jahr von der Pflegekasse bezuschusst. Durch eine Kombination mit der Kurzzeitpflege lässt sich das Budget für die Verhinderungspflege jedoch auch weiter ausdehnen.

Sich um eine pflegebedürftige Person zu kümmern, ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Allerdings ist sie zum Teil auch mit großen Herausforderungen verbunden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie als pflegender Angehöriger selbst erkranken, einen Urlaub brauchen oder aufgrund der psychischen Belastung, die mit der Pflege verbunden sind, etwas Zeit für sich benötigen. In derartigen Situationen stellt sich rasch die Frage, wer stattdessen die Pflege Ihres Angehörigen übernehmen könnte. Die sogenannte Verhinderungspflege stellt dann oftmals die perfekte Lösung dar.

Inhalt

Was ist Verhinderungspflege?

Die Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung und wird im Sozialgesetzbuch (§ 39 SGB XI) wie folgt definiert:

„Ist eine Pflegeperson wegen Erholungsurlaubs, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegekasse die nachgewiesenen Kosten einer notwendigen Ersatzpflege“

Der Angehörige, der sich normalerweise um die pflegebedürftige Person kümmert, wird also im Rahmen der Verhinderungspflege von einer Ersatzperson vertreten. Dabei erfolgt die Pflege weiterhin zu Hause und unterscheidet sich somit wesentlich von der sogenannten Kurzzeitpflege, bei der die betroffene Person vorübergehend vollstationär untergebracht wird.

Während der Verhinderungspflege können weiterhin die Grundpflege (z.B. Körperpflege und Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme) sowie die hauswirtschaftliche Versorgung der pflegebedürftigen Person gewährleistet werden, während Sie sich als pflegende Person eine Auszeit nehmen können.

Das Pflegegeld bzw. der entsprechende Zuschlag zur Verhinderungspflege richten sich dabei nach dem Pflegegrad des Betroffenen:

Wichtig zu wissen ist, dass die medizinische Behandlungspflege nicht zu den Leistungen der Verhinderungspflege gehört. Diese Art der Pflege muss von einem Arzt verordnet und von einer examinierten Pflegegraft durchgeführt werden.  Zur medizinischen Behandlungspflege gehören u.a. Wundversorgung, Dekubitusbehandlung, Katheterwechsel und die Überwachung von Beatmungsgeräten.

Voraussetzungen

Die Verhinderungspflege steht allen Personen ab Pflegegrad 2 zu. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die pflegebedürftige Person schon mindestens sechs Monate lang zu Hause von einem Angehörigen oder Bekannten gepflegt wird. In diesem Fall gewährt Ihnen die Pflegeversicherung als betroffener Person einen jährlichen Pauschalbetrag von 1.612 Euro.

Um die Verhinderungspflege beanspruchen zu können, ist es prinzipiell gleichgültig, ob die Pflege von einem ambulanten Pflegedienst, von Nachbarn oder Verwandten geleistet wird. Allerdings wird bei der Abrechnung der Leistungen unterschieden, ob die Pflege von einem nahen Verwandten bzw. einer verschwägerten Person oder von einer nicht verwandten Person durchgeführt wird.

Erfolgt die Verhinderungspflege durch entfernte Verwandte, Nachbarn oder gewerbsmäßig tätige Pflegepersonen, kann der volle Betrag von 1.612 Euro für die Verhinderungspflege genutzt werden.  Übernimmt jedoch ein naher Verwandter bzw. Verschwägerte bis zum zweiten Grade die Verhinderungspflege, zahlen die Pflegekassen stattdessen nur den 1,5-fachen Betrag des regulären Pflegegeldes für die Verhinderungspflege aus.

PflegegradReguläres Pflegegeld
pro Monat
Zuschlag zur VerhinderungspflegeGesamtbudget für die Verhinderungspflege
2316,00€158,00€474,00€
3545,00€272,00€817,50€
4728,00€364,00€1.092,00€
5901,00€450,50€1.351,50€

Das Budget für die Verhinderungspflege lässt sich auch strecken! Es kann nämlich problemlos mit dem Budget für die Kurzzeitpflege kombiniert werden – und das lohnt sich in der Regel sehr. Die Gelder,
die Sie nicht für die Kurzzeitpflege genutzt haben, können Sie bei Bedarf einfach auf die Verhinderungspflege umlagern. Dabei können Sie insgesamt 806 Euro
(die Hälfte des Kurzzeitpflege-Budgets) zusätzlich für die Leistungen der Verhinderungspflege dazugewinnen. Somit hätten Sie im laufenden Jahr insgesamt 2.418 Euro statt maximal 1.612 Euro für die Verhinderungspflege zur Verfügung. Benötigen Sie jedoch keine Verhinderungspflege, können Sie das dafür vorgesehene Budget umgekehrt auch in ganzer Höhe für eine verlängerte Kurzzeitpflege nutzen.

Dauer der Verhinderungspflege

Diese Form der Pflege ist nicht nur finanziell, sondern auch zeitlich begrenzt. Insgesamt dürfen Sie diese Form der Pflege jährlich sechs Wochen lang in Anspruch nehmen. Allerdings muss die Verhinderungspflege nicht zwangsläufig am Stück genutzt werden. Bei Bedarf können Sie sie über das gesamte Jahr verteilen und sie dabei sogar stundenweise beanspruchen. So können Sie sich als Pflegeperson im Alltag mehrere kleine Auszeiten schaffen, um beispielsweise wichtige Termine wahrnehmen, während Ihr pflegebedürftiger Angehöriger weiterhin die notwendige Unterstützung erhält.

Ein weiterer Vorteil der Option, die Verhinderungspflege nur stundenweise in Anspruch zu nehmen, ist, dass Ihr Angehöriger währenddessen auch weiterhin sein Pflegegeld in voller Höhe beziehen kann. Nutzen Sie diese Pflege dagegen am Stück, wird dem Betroffenen für diese Zeit das Pflegegeld um 50% gekürzt.

Verhinderungspflege beantragen

Wenn Sie beispielsweise einen Urlaub planen und bereits wissen, wann genau die Verhinderungspflege notwendig sein wird, können Sie sich gerne im Voraus bei der Pflegekasse Ihres Angehörigen melden und diese beantragen.

Da diese Pflegeform jedoch häufig auch spontan und kurzfristig gebraucht wird, beispielsweise im Falle einer plötzlichen Erkrankung, müssen Sie dafür nicht unbedingt im Voraus einen Antrag stellen. Wichtig ist lediglich, dass Sie über den gesamten Zeitraum der Inanspruchnahme alle Belege und Nachweise zu den Aufwendungen sammeln.

Die Aufwendungen umfassen z.B. Kosten für die Pflegesachleistungen eines ambulanten Pflegedienstes, die hauswirtschaftliche Versorgung Ihres Angehörigen oder die Fahrtkosten einer Privatperson. Derartige Ausgaben wird Ihnen die Pflegekasse rückwirkend erstatten, wenn Sie Ihre Belege zusammen mit dem Antrag auf Verhinderungspflege einreichen.

Während der Verhinderungspflege wird das Pflegegeld um 50 % gekürzt. Sie bekommen das Pflegegeld in voller Höhe, wenn Sie die Verhinderungspflege nur stundenweise in Anspruch nehmen. Also bei einer Verhinderung der Pflegeperson von weniger als acht Stunden am Tag.

Kostenlose Hilfsmittel für die häusliche Pflege

Wer einen Pflegegrad hat und zu Hause gepflegt wird, hat zudem jeden Monat einen Anspruch auf kostenlose „Pflegehilfsmittel zum Verbrauch“. Darunter versteht man Produkte wie Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Bettschutzeinlagen, die für den einmaligen Gebrauch bestimmt sind und regelmäßig nachgekauft werden müssen. Diese werden mit einem monatlichen Einheitsbetrag von 40 € von der Pflegekasse bezuschusst.

Um derartige Produkte zu erhalten, können Sie jederzeit unseren Komplettservice nutzen. Wir stellen Ihnen verschiedene rezeptfreie Produktpakete zusammen, die Sie individuell auf Ihre Pflegesituation abstimmen können und schicken Ihnen diese als „Pflegebox“ monatlich zu. Inbegriffen sind u.a. Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch, Schutzschürzen und Mundschutz sowie Hände- und Flächendesinfektionsmittel. Des Weiteren übernehmen wir auch die Abrechnung bei der Pflegekasse für Sie, damit Sie sich nicht um den „Papierkram“ kümmern müssen.

Eine gute Pflegeberatung erklärt Ihnen, wie Sie die Pflegehilfsmittel optimal einsetzen und effektiv miteinander kombinieren können.

Thyssenkrupp Treppenlifte

 

Hinweis: Sie können Ihre Einwilligungen jederzeit mit Wirkung für die Zukunft per E-Mail an [email protected] widerrufen. Weitere Informationen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten und zu Ihren Rechten finden sich in unserer Datenschutzerklärung (www.pflegebox.de/datenschutz/).

Notrufsysteme Libify

 

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