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Pflegekurse – Wichtige Tipps für pflegende Angehörige

Für Angehörige, die pflegebedürftige Familienmitglieder zu Hause betreuen, bieten sogenannte Pflegekurse eine gute Möglichkeit, sich theoretisches und praktisches Basiswissen für die Pflege anzueignen. Die Kosten von Pflegekursen für Angehörige werden in der Regel von der Pflegeversicherung übernommen, denn der Bedarf wächst. Laut statistischem Bundesamt sind in Deutschland über 4,1 Millionen Menschen  pflegebedürftig (Stand 2019).

Der Großteil (80 Prozent) der Pflegebedürftigen in Deutschland wird zuhause versorgt. Von ihnen werden 50 Prozent ausschließlich von Angehörigen gepflegt. Das sind über 2 Millionen Einwohner Deutschlands, die von Angehörigen oder weiteren nahestehenden Personen gepflegt werden. Daraus ist ersichtlich, wie hoch der Bedarf an Pflegekursen für Angehörige ist.

Sind Sie als Angehörige:r, Nachbar:in oder Freund:in als Pflegehilfe aktiv, können Sie kostenfreie Pflegekurse in Anspruch nehmen. Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr über die verschiedenen Pflegekurse, was sie bieten, wie Sie sie finden und vieles mehr.

Inhalt

Definition Pflegekurse

Pflegekurse für Angehörige sind dazu da, die Pflegenden im Umgang mit ihren körperlich oder geistig eingeschränkten Familienmitgliedern zu schulen. Das Ziel ist, Pflegenden solche Fertigkeiten zu vermitteln, die sie zur eigenständigen Pflege von Angehörigen benötigen.

Die Kurse werden vor Ort oder online angeboten und dauern je nach Thema und Tiefe zwischen wenigen Stunden und mehreren (halben) Tagen. Die Inhalte der Schulungen sind dabei abhängig von den auszuführenden Pflegetätigkeiten und dem Pflegeumfang. Dieser wird wiederum von den Einschränkungen des oder der Pflegebedürftigen bestimmt. Daher gibt es zum Beispiel neben Pflegekursen, die allgemein die körpernahen Pflegetätigkeiten schulen, auch spezielle Pflegekurse für Pflegende von Demenzpatienten.

Pflegekurse geben Sicherheit

Klar ist, dass die Pflege eines Angehörigen nicht leicht ist und oftmals eine physische, psychische und finanzielle Herausforderung für Angehörige darstellt. Zu den Sorgen um die Gesundheit des Pflegebedürftigen können Sorgen hinzukommen, die mit der Qualität der Pflege als Laie einhergehen: 

Schaffe ich es, meine:n Angehörige:n mit der notwendigen Sorgfalt und Gründlichkeit so zu pflegen, wie es ein ausgebildeter Pfleger oder eine Pflegerin tun würde? 

Wenn Sie sich aktuell diese Frage stellen, weil gerade ein Pflegefall in Ihrer Familie aufgetreten ist oder Sie neu in eine Pflegesituation eingebunden werden, können wir sie beruhigen. In den allermeisten Fällen pflegen Angehörige auch dank der zuvor besuchten Pflegekurse ihre Angehörigen mit der größten Fürsorge. Und sollten doch einmal Probleme auftauchen, haben Sie mit dem Pflegeberater oder mit der Pflegeberaterin der Pflegeversicherung immer einen kompetenten Ansprechpartner.

Die Teilnahme an Pflegekursen für Angehörige ist sehr wichtig. Deshalb sind diese auch im Elften Sozialgesetzbuch in Paragraph 45 (§45 SGB XI) festgeschrieben. Dabei obliegt den Kranken- und Pflegekassen auch die Verantwortung, kostenlose Pflegekurse anzubieten. Durch die Vermittlung von Basiswissen und Grundhandgriffen sollen die Angehörigen in den Pflegekursen Sicherheit und Vertrauen in der Pflegetätigkeit erlernen, damit der Pflegealltag gut zu bewältigen ist.

Die Pflegekurse variieren inhaltlich je nach Versicherung etwas. Aber es ist davon auszugehen, dass jede:r pflegende:r Angehörige:r in der Nähe oder zur Not online einen Pflegekurs besuchen kann, der ihm oder ihr die in der individuellen Pflegesituation benötigten Kenntnisse vermittelt.

Für wen Pflegekurse konzipiert sind

Allgemein sind Pflegekurse als Unterstützung gedacht für alle nicht professionellen Pflegepersonen. Den meisten Angehörigen ist es wichtig ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder so lange wie möglich Zuhause zu versorgen. Da aber in der Regel die wenigsten Angehörigen in der professionellen Pflege geschult sind, stellt die häusliche Pflege auch eine Herausforderung dar.

Die Pflegeschulungen richten sich also vor allem an pflegende Angehörige. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass ehrenamtliche Pflegehelfer und Pflegehelferinnen Kurse besuchen. Sind Sie z.B. in der Nachbarschaftshilfe aktiv oder sind Sie mit einem oder einer Pflegebedürftigen befreundet, können auch Sie die Teilnehme an einem Pflegekurs in Betracht ziehen. Die von den Krankenversicherungen und anderen Organisationen angebotenen Pflegeschulungen sollen das soziale Engagement im Bereich der Pflege fördern.

Die Inhalte der Pflegeschulungen

In den Pflegeschulungen für Angehörige geht es inhaltlich darum, eine möglichst gute Pflegesituation im Zuhause des Pflegebedürftigen oder der Pflegebedürftigen zu schaffen. Dies gilt sowohl für eine optimale Pflege der pflegebedürftigen Person, als auch für ein ressourcenbewusstes Arbeiten der pflegenden Angehörigen. 

Die Anleitung in den Pflegekursen erfolgt durch geschulte Pflegekräfte.

Folgende Themen stehen bei Pflegekursen im Fokus:

  • Praktische Fähigkeiten und Handgriffe zu optimaler Mobilisierung und Lagerung. Dabei wird auch geübt, wie sie möglichst rückenschonend durchgeführt werden. Manche Versicherer bieten hier explizite Rückenschulungen für Pflegende an.
  • Wichtiges zu Körperpflege und Hygiene der Pflegebedürftigen.
  • Tipps zu Prophylaxe, Gesundheit und Ernährung.
  • Wichtige Informationen zur Pflegeversicherung: Beispielsweise wie sich die Pflegegrade zusammensetzen, welche genauen Leistungen die jeweilige Sozialversicherung anbietet und wie es sich mit dem Betreuungsrecht verhält.

Die Versicherungen bieten häufig auch weitere Angebote und Kurse für pflegende Angehörige und rund um das Thema Pflege an: 

Mit spezifischen Schulungen wird z.B. auf Themen wie Pflege bei Demenz, Palliativpflege, also Pflege und Begleitung am Lebensende, oder auch pflegebedürftige Eltern eingegangen.

Um die Angehörigen auch bei der psychischen Bewältigung des Pflegealltags zu unterstützen, bieten Versicherungen darüber hinaus Angebote an. Zum Beispiel können das Austauschgruppen für pflegende Angehörige oder mögliche zusätzliche Beratungsgespräche sein, um Pflegende zum Beispiel vor einem Burn-Out zu schützen.

Wo Pflegekurse angeboten werden

Pflegekurse können entweder vor Ort in Gruppen stattfinden oder als individuelle Pflegeschulung in der Häuslichkeit der pflegebedürftigen Person. Normalerweise finden Sie bei sich in der Nähe einen Pflegekurs, da diese über ganz Deutschland verteilt angeboten werden. Während der Coronapandemie sind allerdings viele Anbieter gezwungenermaßen zu reinen online Schulungen übergegangen. 

Die verschiedenen Anbieter von Pflegekursen

Die Gewährleistung von Pflegekursen obliegt allgemein der Verantwortung der Pflegekassen, welche an die Krankenkassen angeschlossen sind. 

Die Pflegekurse werden von vielen Krankenkassen, z.B. der AOK, selbst angeboten. Andere Pflegeversicherungen kooperieren mit erfahrenen, ambulanten Pflegediensten oder Wohlfahrtsverbänden wie die Caritas. Häufig können Sie auch einen Pflegekurs der Nachbarschaftshilfe besuchen. Auch diese kooperieren häufig mit den Krankenkassen. Wegen der Pandemie werden auch die Pflegekurse der Nachbarschaftshilfe online durchgeführt.

Wie Sie einen Pflegekurs finden

Sind Sie auf der Suche nach einem Pflegekurs für Angehörige, finden Sie im Folgenden eine Liste mit Links zu den Pflegekursen der verschiedenen deutschlandweit aktiven Krankenversicherungen, an welche die Pflegeversicherungen angeschlossen sind:

Helfen Ihnen diese nicht weiter, informieren Sie sich am besten bei der Kranken- bzw. Pflegekasse des oder der Pflegebedürftigen. Diese wird Ihnen ebenso die verfügbaren Pflegekurs in Ihrer Nähe oder mögliche Onlinekurse nennen. 

Darüber hinaus können Sie direkt Pflegeschulungen im Zuhause der pflegebedürftigen Person vereinbaren.

Warum der Besuch von Pflegekursen wichtig ist

Gerade wenn Ihr Angehöriger noch relativ viel alleine machen kann und nur wenig Hilfe benötigt, mögen Sie sich fragen, was der Besuch eines Pflegekurses Ihnen an Nutzen bringen kann

Dennoch sind Pflegekurse auch in einem frühen Stadium empfehlenswert. Gründe sind:
  • Prävention: Sie lernen kennen was auf Sie zukommt, sollte sich die Pflegebedürftigkeit erhöhen.
  • Austausch: Sie lernen zum Beispiel in den Kurspausen andere pflegende Angehörige kennen, die auch in der Nähe pflegen und mit denen man über den Kurs hinaus in Kontakt bleiben und sich austauschen kann.
  • Kenntnisse: Die über die eigentlichen Pflegekenntnisse hinaus vermittelten Informationen über die Pflege zu Hause können Ihnen später sehr hilfreich sein.

Außerdem ist es als pflegende:r Angehörige:r auch sehr wichtig, dass Sie auf sich selbst achten. Auch hierzu werden Ihnen Tipps und Tricks, sowie Alarmsignale und vorhandene Hilfsangebote vermittelt.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie die Pflege eines Angehörigen oder einer Angehörigen physisch oder psychisch sehr stark fordert und Sie deshalb nicht mehr genug auf sich selbst Acht geben können, nehmen Sie das nicht auf die leichte Schulter. 

Nur, wenn es Ihnen als Pflegeperson gut geht, können Sie auch den oder die Pflegebedürftige:n mit Liebe und Fürsorge pflegen. Fällt Ihnen die Pflege aus irgendeinem Grund zunehmend schwer, zögern Sie nicht, die Pflegeversicherung Ihres:r Angehörigen zu kontaktieren. Diese wird versuchen, Ihnen auch durch schwierige Situationen zu helfen.

Die Kosten für Pflegekurse und wer sie zahlt

Pflegekurse sind in der Regel kostenfrei bzw. die Kosten für die Pflegekurse sollten durch den Versicherer erstattet werden. Möchten Sie einen Pflegekurs besuchen, der nicht direkt von der Pflegeversicherung angeboten wird, sprechen Sie die Pflegeversicherung Ihres Angehörigen vorher wegen der Kostenübernahme an

Über die Angebote, die die Pflegeversicherung selbst oder in Kooperation mit externen Anbietern anbietet, können Sie sich häufig auf der Internetseite der Pflegeversicherung informieren.

Quelle:

Krankenkassenzentrale: Pflegekurse für Angehörige: Kostenlose Hilfe zur Selbsthilfe

Wissen in der Box: Pflegekurse

Pflegekurse sind kostenfreie Kurse, die Pflegende Angehörige darauf vorbereiten Patient:innen zuhause zu pflegen. Sie finden vor Ort oder online statt. 

Die Pflegekurse geben den Pflegenden Sicherheit und bereiten sie auf den Alltag mit einem Pflegebedürftigen vor. Sie klären Fragen und vermitteln alle nötigen Kenntnisse. 

Pflegekurse sind in erster Linie für alle nicht professionellen Pflegepersonen. Sowohl pflegende Angehörige als auch ehrenamtliche Pflegehelfer können sie besuchen. 

In den Pflegeschulungen werden praktische Handgriffe, Wichtiges zur Körperpflege, Tipps zur Gesundheit und weitere Themen vermittelt, um eine gute Pflegesituation zuhause zu schaffen. 

Pflegekurse werden entweder vor Ort in Gruppen angeboten oder in der Häuslichkeit der pflegebedürftigen Person. Viele Anbieter veranstalten auch online Schulungen. 

Hauptsächlich Pflegekassen, die zu den Krankenkassen gehören, sind für die Pflegekurse verantwortlich. Auch Nachbarschaftshilfen bieten oft Pflegekurse an. 

Die deutschlandweiten Krankenkassen (AOK, Barmer, DAK und TK) informieren auf ihren Websites über Pflegekurse. Sie können auch die Krankenkasse der pflegebedürftigen Person kontaktieren. 

Der Besuch von Pflegekursen bietet Prävention, überliefert Kenntnisse und kann Kontakte zu anderen Betroffenen herstellen.  

Die Kosten für Pflegekurse werden in der Regel von den Versicherern übernommen.