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Inkontinenz beim Mann – Wissenswertes für Betroffene

Charlotte Weidenbach
Charlotte Weidenbach

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Inkontinenz oder auch Blasenschwäche betrifft sehr viele Menschen im höheren Alter. Auch wenn es für Sie unangenehm ist, das Thema anzusprechen, kann eine gute Behandlung der Inkontinenz die Lebensqualität deutlich verbessern.

Die Ursachen und Therapieoptionen für eine schwache Blase bei Männern unterscheiden sich von denen der Frau.

Wenn Sie oder Ihr pflegebedürftiger Angehöriger inkontinent ist, erfahren Sie hier, welche Ursachen und Therapiemöglichkeiten es für die Blasenschwäche beim Mann gibt. Auf unserer Seite können Sie außerdem Hilfsmittel wie zum Beispiel Inkontinenzeinlagen für Männer diskret und unkompliziert zu sich nach Hause bestellen.

Inhalt

Was ist Harninkontinenz?

Menschen mit Harninkontinenz sind nicht mehr in der Lage, den Urinabgang vollständig zu kontrollieren und verlieren regelmäßig und unwillkürlich einige Tropfen oder größere Mengen Urin. Etwa jeder zehnte Mann über 65 leidet an Inkontinenz, wobei man davon ausgeht, dass die Dunkelziffer aufgrund des schambehafteten Themas höher ist.

Welche Formen der Inkontinenz betreffen Männer am häufigsten?

Es gibt unterschiedliche Formen von Inkontinenz, die Männer und Frauen unterschiedlich häufig betreffen. Männer sind am häufigsten von der Dranginkontinenz betroffen. Danach folgt die Mischinkontinenz, bei der die Symptome von Drang- und Belastungsinkontinenz zusammen auftreten.

Bei Männern tritt die alleinige Belastungsinkontinenz deutlich seltener als bei Frauen auf. Insgesamt sehr selten, aber überwiegend Männer betreffend, ist die Überlaufinkontinenz. Diese stellt eine schwere Form der Inkontinenz dar und muss dringend behandelt werden.

Welche Ursachen gibt es für die Inkontinenz beim Mann?

Beim Mann ist eine der wichtigsten Ursachen für Inkontinenz eine (meist gutartige) Vergrößerung der Prostata, die zur Dranginkontinenz führt. Bei längerem Bestehen kann die Prostatavergrößerung durch den ständigen Druck auf die Harnröhre außerdem zu einer langsam fortschreitenden Überlaufinkontinenz führen.

Wenn Männer inkontinent werden, können seltener auch Harnblasensteine oder –tumoren ursächlich sein. Auch altersbedingte Veränderungen der Blasenfunktion führen gelegentlich zu Inkontinenz bei Männern in höherem Alter.

Die weiteren Ursachen für Inkontinenz sind sehr zahlreich. Dazu zählen unter anderem:

  • Neurologische Erkrankungen wie ParkinsonMultiple Sklerose und Querschnittslähmungen.
  • Nervenschädigungen, die zu Inkontinenz führen, können durch AlkoholmissbrauchDiabetes Typ 2 und verschiedene Tumorarten
  • Nach Operationen im Beckenbereich, beispielsweise nach einer Prostata-OP, kann es bei Männern gelegentlich zu Inkontinenz kommen. Die Häufigkeit von Inkontinenz nach Operationen ist abhängig von der Erfahrung des Operateurs und von der Operationstechnik.
  • Operationen sowie auch Strahlentherapie bei Krebs begünstigen zudem eine Fistelbildung. Dabei entsteht neben der Harnröhre eine zusätzliche Austrittsmöglichkeit für den Urin, die nicht willkürlich kontrolliert werden kann. Meist fällt diese Form der Inkontinenz jedoch sehr schnell auf, da der Urin nicht mehr durch die Öffnung an der Penisspitze, sondern an anderen Stellen austritt.
  • Übergewicht begünstigt einen erhöhten Druck im Bauch- und Beckenbereich, wodurch eine Beckenbodenschwäche und Belastungsinkontinenz bei Männern entstehen kann. Die Beckenbodenschwäche ist zwar bei Männern seltener als bei Frauen, kann aber dennoch vorkommen.
  • Manche Medikamente, beispielsweise Antidepressiva wie Amitriptylin, können bei längerer Einnahme auch zur Entstehung von Inkontinenz beitragen.

Welche Symptome macht eine Inkontinenz bei Männern?

Inkontinenz ist immer gekennzeichnet durch unwillkürlichen Urinverlust. Zusätzlich können je nach Ursache unterschiedliche Symptome von Inkontinenz beim Mann auftreten.

Insbesondere die vergrößerte Prostata kann beim Mann zu Inkontinenz nachts führen. Allgemein wird nächtlicher Harndrang als Nykturie bezeichnet. Fortgeschrittene Stadien der Prostatavergrößerung führen zu Nykturie und Inkontinenz sowie zu einem Gefühl von unvollständiger Entleerung der Blase, außerdem zu starkem und häufigem Harndrang sowie schmerzhaften Blasenkrämpfen.

Der Harndrang sowie das Verkrampfen der Blase in Kombination mit unwillkürlichem Urinverlust sind die wichtigsten Symptome der Dranginkontinenz und können auch bei anderen Dranginkontinenz Ursachen des Mannes auftreten.

Wenn Sie als Mann unter Mischinkontinenz leiden, treten zusätzlich zu den Symptomen der Dranginkontinenz auch Anzeichen von Belastungsinkontinenz auf. Etwas seltener kann die Belastungsinkontinenz beim Mann auch allein auftreten. Die Belastungsinkontinenz äußert sich zu Beginn durch unwillkürlichen Urinabgang beim Lachen, Husten oder Niesen.

Zu welchem Arzt kann ich als Mann bei Inkontinenz gehen?

Derzeit gibt es keinen „Männerarzt“, der analog zum Gynäkologen für Frauen auf das männliche Geschlecht mit allen Besonderheiten spezialisiert ist. Wenn Sie unter Inkontinenz leiden, ist der Urologe der richtige Ansprechpartner.

Er ist Spezialist für Nieren, Harnwege und Prostata und kann weitere Diagnostik zur Abklärung der Inkontinenz Ursache bei Männern durchführen. Zusätzlich ist der Urologe in der Regel der Arzt, der die verschiedenen Formen und Ursachen der Inkontinenz bei Männern medikamentös oder operativ behandeln kann.

Wie wird die Inkontinenz bei Männern behandelt?

Die Inkontinenz Therapie bei Männern erfolgt je nach Art und Ursache der Inkontinenz. Bei leichteren Formen der Inkontinenz hilft es oft schon, die Trinkmenge nach ärztlicher Empfehlung anzupassen und die Toilettengänge zu „trainieren“. So kann die Urinkontrolle verbessert werden und Sie stärken gleichzeitig Ihren Beckenboden. Zusätzlich kann mehrmals tägliches, gezieltes Beckenbodentraining auch bei Inkontinenz des Mannes ein wichtiger Bestandteil der Inkontinenz Behandlung sein.

Neben solchen Maßnahmen kommen Medikamente bei Inkontinenz zum Einsatz. Es gibt einerseits Medikamente zur direkten Verbesserung der Blasenfunktion, die oft eine deutliche Verbesserung der Symptomatik bewirken. Außerdem können die zugrunde liegenden Erkrankungen, beispielsweise eine Prostatavergrößerung oder die Parkinson-Krankheit, medikamentös oft lange gut behandelt werden.

Bei fortgeschrittenen Inkontinenzformen führen Ärzte im Rahmen der Inkontinenztherapie verschiedene kleinere und größere Eingriffe durch. Bei Dranginkontinenz kann die Injektion von Botox in die Blasenmuskulatur eine Verbesserung der Symptome bewirken. Außerdem werden verschiedene, technisch neuere Verfahren mit elektrischer Nervenstimulation der Blase zur Inkontinenzbehandlung beim Mann eingesetzt. Bei besonders ausgeprägten Formen der Belastungs- und Dranginkontinenz, die nicht anders behandelt werden können, kommen unterschiedliche Inkontinenz-OP-Verfahren für Männer zum Einsatz.

Die Inkontinenz ist heutzutage in den meisten Fällen gut behandelbar. Wenn Sie als Mann unter Inkontinenz leiden oder einen männlichen Angehörigen mit Inkontinenz pflegen, informieren Sie sich beim behandelnden Arzt über die verschiedenen Therapiemethoden.

Zusätzlich können Hilfsmittel bei Inkontinenz eingesetzt werden, die den Alltag mit Inkontinenz erleichtern und die Lebensqualität verbessern. Das passende Produkt, wie beispielsweise spezielle Inkontinenzprodukte oder Windeln für Erwachsene, kann trotz Inkontinenz eine Teilhabe an vielen Aktivitäten ermöglichen.

Quellen:

Amboss: Harninkontinenz, Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz, Prostatahyperplasie

AWMF Leitlinie: Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten

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