Bestattungsvorsorge

Bestattungsvorsorge – Die eigene Bestattung planen

Elisabeth Vatareck
Elisabeth Vatareck

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Es ist ein sensibles Thema, über den eigenen Tod und die Bestattung zu sprechen. Viele Menschen sprechen daher nur sehr ungern oder gar nicht mit ihren Angehörigen darüber. Eine Bestattungsvorsorge hilft Ihnen dabei, die Angehörigen sowohl finanziell als auch emotional zu entlasten. Organisatorische und finanzielle Fragen werden anhand der Bestattungsvorsorge zu Lebzeiten nach Ihren Vorstellungen geklärt.

Zu einer Bestattungsvorsorge gehören Bestattungsvorsorgevertrag, Bestattungsverfügung und gegebenenfalls ein Treuhandkonto. In diesem Artikel werden die Details der Bestattungsvorsorge erklärt und was dabei zu beachten ist.

Inhalt

Bestandteile der Bestattungsvorsorge

Was ist also eine Bestattungsvorsorge? Dabei handelt es sich um eine Vorsorge zu Lebzeiten, die den Ablauf der Beerdigung bestimmen soll. Die wesentlichen Bestandteile sind eine Bestattungsverfügung und ein Vorsorgevertrag.

Die Bestattungsverfügung regelt die genaue Organisation der Bestattung. Darin wird detailliert geregelt, wo die Bestattung erfolgen soll und in welcher Form. Auch der genaue Ablauf der Trauerfeier wird darin festgehalten.

Eine Bestattungsvorsorge beim Bestatter beinhaltet den Vorsorgevertrag. Dieser Vertrag wird direkt mit dem Bestattungsinstitut abgeschlossen. Er regelt die finanzielle Absicherung der Beerdigung und weitere Details der Bestattung. Häufig wird dem Vorsorgevertrag die Bestattungsverfügung angehängt, die die weiteren Wünsche enthält. Die Finanzierung kann zum Beispiel mit einem Treuhandkonto oder einer Sterbegeldversicherung geregelt werden.

Bestattungsvorsorge – Vorteile

Obwohl es für die meisten Menschen ein sehr unbequemer Gedanke ist, hat es einige Vorteile, wenn Sie Ihre Beerdigung zu Lebzeiten planen.

  • Eine Bestattungsvorsorge ermöglicht Ihnen eine Bestattung, die ganz nach Ihren Wünschen abläuft. Dazu gehört sowohl die Art der Bestattung, zum Beispiel eine Erd- oder Feuerbestattung, als auch der genaue Ablauf der Trauerfeier.
  • Sie klären im Vorhinein die finanziellen Angelegenheiten und sichern dadurch die Wünsche für den Ablauf Ihrer Bestattung ab.
  • Ihre Angehörigen werden in finanzieller und emotionaler Hinsicht entlastet. Für die Angehörigen spendet es Trost zu wissen, dass die Beerdigung nach den Wünschen der Verstorbenen Person abläuft. Außerdem müssen sich die Angehörigen nicht um organisatorische oder finanzielle Angelegenheiten kümmern und können sich ganz ihrer Trauerbewältigung widmen.

Bestattungsvorsorge – Nachteile

Bevor Sie Ihre Bestattungsvorsorge vertraglich regeln, sollten Sie auch über die folgenden Nachteile nachdenken.

  • Wenn sich Ihre Umstände oder Wünsche ändern und Sie in der Folge Ihren Vorsorgevertrag mit einem Bestatter kündigen wollen, können dabei hohe Kosten In manchen Fällen betragen die Kosten bis zu 20 Prozent der Auftragssumme.
  • Wenn Sie die Finanzierung der Bestattung mithilfe einer Sterbegeldversicherung absichern möchten, sollten Sie die Altersgrenze Viele Versicherer setzen die Grenze bei 85 Jahren. Außerdem werden Sterbegeldversicherungen im höheren Alter immer teurer. Je nach Ihrer persönlichen Situation könnte eine andere Finanzierungsform, wie zum Beispiel ein Treuhandkonto, günstiger sein.

Bestattungsvorsorgevertrag – Formen und Kosten

Der zentrale Aspekt der Bestattungsvorsorge ist der Bestattungsvorsorgevertrag mit dem Bestattungsinstitut. Ein solcher Vorsorgevertrag für die Bestattung ist rechtlich bindend. Der Vorsorgevertrag gilt über den Tod hinaus. Das heißt, Hinterbliebene können keine Änderungen mehr daran vornehmen.

Einen solchen Vorsorgevertrag können Sie mit einem Bestatter Ihrer Wahl abschließen. Er enthält einen Bestattungsauftrag und alle wichtigen Informationen darüber, wie die Beerdigung vonstatten gehen soll. Außerdem wird darin geklärt, wie die Kosten geregelt sind, zum Beispiel durch eine Sterbegeldversicherung oder ein Treuhandkonto. Eine Bestattungsverfügung kann einem Bestattungsvorsorgevertrag hinzugefügt werden. Darin werden keine finanziellen Fragen geklärt, sondern nur organisatorische. Wenn Sie lediglich eine Bestattungsverfügung aufsetzen, sind die finanziellen Fragen der Bestattung daher nicht geregelt. Es kann dazu kommen, dass nicht alle Ihre Wünsche berücksichtigt werden, wenn es an finanziellen Mitteln fehlt.

Die Bestattungsvorsorgevertrag Kosten richten sich nach Ihren individuellen Wünschen. Die Kosten für eine Bestattung können zwischen 4.000 und 10.000 Euro liegen.

Treuhandkonto Bestattung – Darauf sollten Sie achten

Für vielen Menschen empfiehlt sich die Finanzierung der Beerdigung im Rahmen der Bestattungsvorsorge mit dem Treuhandkonto. Auf einem solchen Konto wird das Vermögen durch einen Treuhänder oder eine Treuhänderhin verwaltet. Er oder sie fungiert dabei als Kontoinhaber:in, obwohl ohne dabei Eigentümer:in des Vermögens zu sein. Der oder die Eigentümer:in des Vermögens wird in diesem Fall als Treugeber:in bezeichnet. Er oder sie beauftragt den Treuhänder oder die Treuhänderin mit der Verwaltung des eingesetzten Vermögens zu einem bestimmten Zweck. Dieses Vermögen kann daher nur vom Treuhandgeber oder der Treuhandgeberin zweckgebunden eingesetzt werden und ist vor dem Zugriff Dritter geschützt. Ein Bestattungsvorsorge-Treuhandvertrag ist daher sinnvoll, um die Kosten für die Bestattung zu sichern. Es handelt sich dann für die Bestattungsvorsorge um eine Einmalzahlung, die im Todesfall an den Bestatter ausgezahlt wird und die vereinbarten Kosten für die Beerdigung deckt.

Eine solche Treuhand Bestattungsvorsorge ermöglicht außerdem die Absicherung im Falle der Insolvenz des Bestattungsunternehmens. Das Treuhandkonto kann dann an einen anderen Bestatter oder an den oder die Vorsorgende:n ausgezahlt werden. Um auch vor der Insolvenz des Treuhänders oder der Treuhänderin gesichert zu sein, sollten Sie in einem Treuhandvertrag auf eine Insolvenzsicherung achten.

Bestattungsvorsorge und Schonvermögen

Wenn man Hilfen vom Sozialamt beziehen möchte, zum Beispiel für Pflegekosten, darf das Amt in der Regel nicht auf die Bestattungsvorsorge zugreifen. Eine Bestattungsvorsorge ist Schonvermögen. Das bedeutet laut Gesetz, dass das Sozialamt eine angemessene und zweckgebundene Bestattungsvorsorge verschonen muss. Das Geld muss also zweckgebunden sein, vom übrigen Vermögen getrennt und eine andere Verwendung praktisch ausgeschlossen sein. So gehört beispielweise eine Sterbegeld Bestattungsvorsorge zum Schonvermögen oder ein Bestattungsvorsorge Treuhandvertrag.

Weiterhin muss der Betrag finanziell angemessen sein. Es gibt gesetzlich keine eindeutige Regelung, welcher Betrag dabei als angemessen gilt. Vergangene Gerichtsurteile zeigen aber, in welcher Größenordnung angemessene Bestattungsvorsorgebeträge liegen. Bisher wurden Beträge zwischen 3.200 und 11.300 Euro als angemessen beurteilt. Für die Gerichtsentscheidungen sind örtliche Gegebenheiten, individuelle Lebensverhältnisse und durchschnittliche Bestattungskosten maßgeblich.

Quellen:

Stiftung Warentest: Bestattungs­vorsorge: Vorab regeln und bezahlen

VDK: Bestattungsvorsorge als Schonvermögen

Wissen in der Box: Bestattungsvorsorge

Bestattungsvorsorge bedeutet, dass Sie Ihre Beerdigung bereits zu Lebzeiten vertraglich planen und dessen Finanzierung sichern.

Einen Bestattungsvorsorgevertrag können Sie bei einem Bestatter Ihrer Wahl abschließen.

Auf einem Treuhandkonto beim Bestatter werden die Kosten für eine Bestattung zweckgebunden durch den Treuhänder verwaltet. Es ist vor dem Zugriff Dritter geschützt.

Die Bestattungsvorsorge kann unter bestimmten Umständen steuerlich abgesetzt werden, wenn in Form einer Sterbegeldversicherung finanziell vorgesorgt wird.

Einen gesetzlichen Betrag für das Schonvermögen gibt es nicht. Beträge von rund 3.000 bis 11.000 Euro wurden durch gerichtliche Entscheidungen aber als angemessen beurteilt.