Sterbegeldversicherung

Sterbegeldversicherung – Finanzielle Entlastung für Angehörige

Elisabeth Vatareck
Elisabeth Vatareck

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Der Todesfall einer oder eines Angehörigen ist immer eine große Belastung – in erster Linie emotional, für viele Hinterbliebene jedoch auch finanziell. Um den Hinterbliebenen zumindest die finanziellen Sorgen zu nehmen, gibt es die Sterbegeldversicherung.

Bei der Sterbeversicherung handelt es sich um eine finanzielle Vorsorge für den Todesfall. Sie soll in erster Linie die Kosten für die Beerdigung decken, möglichst aber auch alle weiteren anfallenden Kosten. Dazu gehören zum Beispiel Gebühren für den oder die Notar:in, Grabnutzungsgebühren und Bestattungsgebühren sowie Kosten die nach der Beerdigung anfallen, wie Grabpflegekosten und ein Grabstein.

Für wen sich eine solche Sterbeversicherung lohnen kann, und was Sie dabei beachten sollten, erklären wir in diesem Artikel.

Inhalt

Sterbegeldversicherung – Definition

Eine Sterbeversicherung ist eine in der Regel lebenslange Kapitallebensversicherung. Sie zahlt im Todesfall eine festgelegte Summe an die Hinterbliebenen. Sie können damit die Beerdigungskosten und weitere Kosten, die in Verbindung mit dem Todesfall entstehen, bezahlen. Dabei gibt es eine Unterscheidung zwischen einer sofort in Kraft tretenden Sterbegeldversicherung mit Gesundheitsprüfung und einer mit Wartezeit ohne Gesundheitsfragen. Die Details dieser Unterscheidung erfahren Sie im Absatz „Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit“.

Eine Sterbevorsorge empfiehlt sich dann, wenn Sie Ihre Angehörigen vor den Kosten der Bestattung bewahren möchten. Darüber hinaus sichert die Sterbeversicherung auch ab, dass die Bestattung selbstbestimmt nach Ihren Wünschen abläuft.

Sterbegeldversicherung – Kosten

Der Zweck einer Sterbegeldversicherung liegt zunächst einmal auf der Hand: im Prinzip betrifft das Thema jeden von uns. Doch was kostet eine Sterbeversicherung? Und wie verändern sich die Kosten, zum Beispiel wenn man eine Sterbegeldversicherung ab 60 abschließen möchte?

Um diese Fragen zu beantworten, können Sie sich zum Beispiel von den verschiedenen Anbietern eine Sterbegeldversicherung berechnen lassen. Prinzipiell richten sich die Kosten bei der Sterbegeldversicherung, wie bei anderen Versicherungen auch, nach verschiedenen Faktoren. Dazu gehören zum Beispiel das Eintrittsalter, die geplante Versicherungssumme und die Vertragslaufzeit. Außerdem hängen die Kosten auch vom Anbieter der Versicherung ab.

Die meisten Versicherer bieten die Sterbeversicherung erst ab 40 Jahren an. Je später man einsteigt, umso höher sind die Beiträge. Für die Versicherungssumme wird, je nach verfügbaren Mitteln, meist ein Betrag zwischen 2.000 und 15.000 Euro festgesetzt. Besonders häufig sind Beträge zwischen 5.000 und 10.000 Euro. In der Regel endet die monatliche Beitragsphase mit dem Erreichen des 65. oder 85. Lebensjahres, während der Versicherungsschutz bestehen bleibt. In der nachfolgenden Tabelle werden Beispiele für mögliche monatliche Versicherungsbeiträge in Abhängigkeit der verschiedenen Faktoren aufgelistet.

EintrittsalterBeitragsdauerVersicherungssumme 5.000Versicherungssumme 10.000
4025 Jahreca. 13 bis 20 Euroca. 26 bis 37 Euro
4540 Jahreca. 14 bis 18 Euroca. 25 bis 36 Euro
5035 Jahreca. 15 bis 22 Euroca. 33 bis 40 Euro
6025 Jahreca. 25 bis 30 Euroca. 49 bis 59 Euro

 

In unserem Übersichtsartikel „Vorsorge fürs Alter“ können Sie sich zu den gängigen Vollmachten und Verfügungen informieren.

Für wen eine Sterbeversicherung sinnvoll ist

Ob eine Sterbegeldversicherung sinnvoll ist, hängt individuell von Ihrer Lebenssituation ab. Sind Sie bereits im Rentenhalter und Ihr Nachlass deckt aller Wahrscheinlichkeit nach die Kosten einer Beerdigung, brauchen Sie die Sterbegeldversicherung eher nicht. Dagegen kann für jüngere Personen mit einem geringeren Einkommen eine Sterbeversicherung sinnvoll sein.

Prinzipiell lohnt sich eine Sterbegeldversicherung dann, wenn sie frühzeitig abgeschlossen wird. Denn dann sind die monatlichen Beiträge gering und man erhält mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mehr Kapital daraus, als insgesamt eingezahlt wurde. Ist man beim Abschluss der Versicherung bereits über 60, zahlt man in der Regel einen deutlich höheren Beitrag. Die Versicherer müssen dann nämlich einen hohen Anteil in die Risikoabsicherung investieren. Darüber hinaus schlagen Abschluss- und Verwaltungsgebühren umso mehr zu Buche. Letztlich zahlt man dann deutlich mehr Geld in die Versicherung ein, als dann im Todesfall an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird.

Für Alleinstehende

Für Personen, die keine Angehörigen haben und kein Vermögen, das für eine Bestattung aufgewendet werden kann, kann eine Sterbegeldversicherung sinnvoll sein. Denn dadurch wird verhindert, dass die Person im Todesfall kremiert und anonym beigesetzt wird. Mit der Sterbegeldversicherung wird nach individuellen Wünschen für eine würdevolle Bestattung gesorgt.

Für Paare

Eine Sterbegeldversicherung für Eheleute sorgt dafür, den oder die Partner:in im Todesfall finanziell zu entlasten. Häufig gibt es beim Abschluss einer Sterbeversicherung für Ehepaare Spartarife, wenn Sie gemeinsam beim gleichen Versicherer abgeschlossen werden.

Für Familien

In der Regel versichert man sich selbst. Es ist allerdings auch möglich, eine Sterbegeldversicherung für eine andere Person abzuschließen, wie zum Beispiel für die Eltern oder andere Angehörige. Das ist ratsam, wenn man schon frühzeitig für die finanzielle Belastung im Todesfall der Angehörigen vorsorgen möchte. Es gibt außerdem auch die Möglichkeit, eine Familien Sterbegeldversicherung abzuschließen, in der auch Kinder inkludiert werden. Das Inkludieren der Kinder ist sehr günstig und bei manchen Versicherern sogar kostenfrei, da das Risiko für sie sehr gering ist.

Als Alternative zur Sterbegeldversicherung können Sie auch über eine Risikolebensversicherung bis zum 65. Lebensjahr nachdenken, da diese deutlich günstiger sind. Im Anschluss können Sie per Banksparplan vorsorgen. 

Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit

Es gibt zwei Arten der Sterbegeldversicherung: ohne Wartezeit und mit Wartezeit. Die Wartezeit ist der Zeitraum zwischen Abschluss der Versicherung und dem Wirksamwerden des Versicherungsschutzes. Bei Tarifen mit Wartezeit bedeutet das, dass nur die eingezahlten Beiträge ausgezahlt werden, wenn der Versicherte innerhalb der Wartezeit verstirbt. Oft gelten dabei für Unfälle Ausnahmeregelungen. Die Wartezeit liegt je nach Versicherer und Tarif zwischen sechs Monaten und drei Jahren.

Bei einer Sterbeversicherung ohne Wartezeit entfällt dieser Zeitraum. In diesem Fall verlangen die Versicherer aber eine Gesundheitserklärung. Dabei werden Fragen zum Gesundheitszustand, Vorerkrankungen oder gesundheitsgefährdenden Angewohnheiten gefragt. Diese Fragen müssen unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden, da der Versicherer im Extremfall die Leistung verweigern kann.

Quellen:

Verbraucherzentrale: Sterbegeldversicherungen rechnen sich oft nicht

Hannoversche: Ist eine Sterbegeld­versicherung sinnvoll?

Krankenkassenzentrale: Sterbegeldversicherung: Vergleich & Test

Wissen in der Box: Sterbegeldversicherung

Eine Sterbeversicherung ist eine Kapitallebensversicherung, die den Todesfall absichert. Sie soll die Kosten decken, die im Zusammenhang mit dem Tod einer Person entstehen.

Wie teuer eine Sterbeversicherung ist, hängt ganz davon ab, in welchem Alter, für welche Versicherungssumme und über welchen Zeitraum sie abgeschlossen wird.

Die monatlichen Kosten einer Sterbegeldversicherung variieren und können zwischen 13 und 60 Euro liegen. Für die meisten Menschen liegen sie im Bereich von etwa 30 Euro.

Eine Sterbegeldversicherung lohnt sich, wenn sie frühzeitig abgeschlossen wird. Generell empfiehlt sie sich eher für jüngere Personen mit geringerem Einkommen.

Je früher die Sterbeversicherung abgeschlossen wird, umso besser. Im Idealfall sollte man sie mit 40 bis 45 Jahren abschließen.

Bei den meisten Versicherern kann man eine Sterbeversicherung bis zum Alter von etwa 85 Jahren abschließen.