MDK Begutachtung

MDK Begutachtung

Die MDK Begutachtung dient als Grundlage der 

Wenn Sie Besuch vom MDK bekommen, haben Sie höchstwahrscheinlich um die Einstufung in einen Pflegegrad gebeten. Was genau bei diesem Besuch auf Sie oder ihren Angehörigen zukommt und wie Sie den Besuch entspannt gestalten, verraten wir Ihnen hier.

Inhalt

Grundlage für die Einordnung in einen Pflegegrad ist der Besuch des MDK, wobei die Anwesenheit eines Angehörigen ratsam ist. Die Begutachtung ist keine Prüfung, die bestanden werden muss. Demnach ist es ratsam, nichts zu beschönigen oder zu verschweigen. Anhand eines Punktesystems erfolgt die Einordung der Bewertung in sechs verschiedene Module, die gewichtet wird. Alle gewichteten bilden die Gesamtpunktzahl für den jeweiligen Pflegegrad. Widerspruch gegen die Einordnung können Sie binnen eines Monats einlegen.

Hat die Pflegekasse ihren Antrag auf einen Pflegegrad erhalten, beauftragt diese einen MDK (medizinischen Dienst der Krankenkasse) ein Gutachten von ihrem körperlichen und geistigen Zustand zu erstellen. Der MDK ist ein sozialmedizinischer Beratungs- und Begutachtungsdienst, der objektiv anhand medizinischer Kriterien bewertet. Es wird sichergestellt, dass alle Pflegebedürftigen zu gleichen Bedingungen Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten. Im Sozialgesetz ist allen Betroffenen garantiert, dass der MDK fachlich unabhängig handelt. Gutachter sind nur ihrem ärztlichen und pflegefachlichen Gewissen unterworfen.

Durch das Gutachten wird eine Bedarfsgerechte Versorgung sichergestellt

Das Gutachten bildet die Grundlage zur Einordnung in einen Pflegegrad. Ziel ist es, die medizinisch notwendigen Behandlungen zu gewährleisten sowie unnötige oder schädliche Versorgungen zu vermeiden.

Sobald die Pflegekasse einen Gutachter beauftragt hat, setzt dieser sich telefonisch oder schriftlich mit Ihnen in Verbindung, um einen Termin zu vereinbaren. Haben Sie einen Termin vereinbart? Dann ist es hilfreich, wenn Sie sich auf diesen vorbereiten und überlegen Sie genau, welche Schwierigkeiten Sie im Alltag haben.

Sofern Sie bereits durch ein Familienmitglied oder einen anderen Angehörigen gepflegt werden, ist es sinnvoll ihn zu bitten an diesem Termin teilzunehmen. Nichtsdestotrotz sind diese Personen für Sie eine enorme Unterstützung und können ebenfalls den IST-Zustand mitbeurteilen. Falls Sie Medikamente zu sich nehmen, halten Sie ihren Medikamentenplan bereit. Ebenfalls ist es ratsam Arzt- und Krankenhausberichte vor Ort zu haben. Ist dies nicht der Fall, brauchen Sie die Unterlagen allerdings nicht extra beantragen. Im Endeffekt ist ein Gutachter auch ohne Dokumente in der Lage ihren medizinischen Allgemeinzustand zu bewerten. Die Unterlagen dienen lediglich unterstützend und erleichtern die Beurteilung. Zu guter letzt, Gesetz dem Fall Sie führen ein Pflegetagebuch: Halten Sie auch dieses für den Begutachtungstermin bereit.

Tipp: Ein Pflegetagebuch hilft Ihnen und ihren Angehörigen den tatsächlichen Zustand der Pflegebedürftigkeit besser zu bewerten.

Vorbereitung der MDK Begutachtung

Im Folgenden vergleichen Sie, dass Sie alle Unterlagen zur Hand haben. Das vereinfacht und beschleunigt den Prozess:

  • Fragen, die Sie dem Gutachter stellen möchten
  • Berichte des behandelnden Arztes
  • Namen und Kontaktdaten der behandelnden Ärzte
  • Krankenhausentlassungsberichte, die maximal drei Jahre zurück liegen
  • Eine Liste aller einzunehmender Medikamente
  • Falls Sie darüber verfügen: Den Behindertenausweis
  • Sofern bereits vorhanden: Die Pflegedokumentation
  • Kontaktdaten der Person, die bisher für die Pflege zuständig war
  • Eine Liste der Hilfsmittel, die Sie bereits nutzen

Was wird bei dem Gutachten geprüft?

Vorab muss den Betroffenen klar sein, dass es sich bei dem MDK Besuch nicht um eine zu bestehende Prüfung handelt. Sie sollten sich daher nicht unter Druck setzen und das Gefühl haben sich mit überraschend guten Leistungen präsentieren zu müssen. Sinn dieses Besuchs ist es, ihren tatsächlichen pflegerischen Bedarf zu ermitteln. Um dies zu ermöglichen, machen Sie stets alle Angaben wahrheitsgemäß. Deshalb seien Sie realistisch in der Selbstdarstellung und verharmlosen oder verschweigen Sie zum Beispiel keine Probleme. Nichtsdestotrotz sin die Folgen von Verharmlosung oder Verschwiegenheit die Einstufung in einen niedrigeren Pflegegrad. Sie werden im Zuge dessen nicht die erforderliche finanzielle und pflegerische Unterstützung erhalten, die Sie eigentlich benötigen.

Außerdem sin für die Bewertung sechs Lebensbereiche wichtig, da sie Aufschluss über die Selbstständigkeit der Pflegebedürftige geben. Ob sie letztendlich dazu in der Lage sind Ihren Alltag zu bewältigen, wird  anhand folgender Tabelle festgestellt. Folgende Lebensbereiche, auch Module genannt, sind:

1 Mobilität

Ist die Person in der Lage verschiedene Körperhaltungen einzunehmen?

Hat der Betroffene Schwierigkeiten bei Bewegungsabläufen?

Hat die Person in irgendeiner Position Schmerzen?

2 Kognitive & kommunikative Fähigkeiten

Erkennt der Pflegebedürftige Personen wieder und kann sich an Gesprächen beteiligen?

Erkennt die Personen Gefahren und kann sie einschätzen?

Wie gut ist seine örtliche und zeitliche Orientierung?

3 Verhaltensweisen & psychische Problemlage

Bestehen Verhaltensauffälligkeiten?

Wie oft kommen Unruhezustände oder Stimmungsschwankungen vor?

4 Selbstversorgung

Ist der Pflegebedürftige in der Lage eigenständig Körperpflege zu betreiben?

Hat er Probleme beim An- oder Auskleiden?

5  Umgang mit Krankheit & Therapie

Wie oft benötigt die Person Unterstützung bei der Einnahme von Medikamenten?

Kann er eigenständig Wunden versorgen und Termine erledigen?

6 Gestaltung des Alltags & Pflege sozialer Kontakte

Wie selbstständig gestaltet die Person ihren Alltag?

Ist sie in der Lage soziale Kontakte zu pflegen?

Maßnahmen, die bei der Einschätzung des Pflegegrades vom MDK angewandt werden könnten

Deshalb ist es nicht selten, dass der Gutachter einen Stift fallen lässt und Sie bittet, diesen aufzuheben. Ebenso kann es vorkommen, dass Sie gebeten werden sich ihrer Oberbekleidung für eine Untersuchung zu entledigen. In Wahrheit möchte dieser jedoch sehen, wie beweglich Sie bei alltäglichen Situationen sind.

Die Bewertung der einzelnen Module erfolgt mittels eines Punktesystems, welche wiederum unterschiedlich gewichtet werden. Wie sich die genaue Berechnung zusammensetzt und wie die Gewichtung aussieht, können Sie folgender Grafik entnehmen:

Übersicht der MDK Einschätzung in Punkten

Pflegegrad 1 ab 12,5 bis unter 27 Punkte

Pflegegrad 2 ab 27 bis unter 47,5 Punkte

Pflegegrad 3 ab 47,5 bis unter 70 Punkte

Pflegegrad 4 ab 70 Punkte bis unter 90 Punkte

Pflegegrad 5 ab 90 bis unter 100 Punkte

MDK Begutachtungskriterien

Was folgt nach dem Termin mit dem MDK?

Nachdem der Besuch des Gutachters beendet ist, wird das Gutachten an die Pflegekasse weitergeleitet und der Pflegegrad ermittelt. Letztendlich wird der Pflegegrad zugeordnet. Damit Sie Planungssicherheit haben, entscheidet die Pflegekasse direkt nach Eingang des Gutachtens über ihren Pflegegrad. Dafür erhalten sie schriftlich den Bescheid über die Zuordnung und eine Kopie des  Gutachtens.

Sind Sie abschließend mit der Entscheidung oder mit dem Gutachten nicht zufrieden, weil die Einstufung zu niedrig ist, können Sie formlos Widerspruch einlegen. Wichtig ist zu Schluss, dass Sie den Widerspruch binnen eines Monats nach Erhalt der Unterlagen tätigen.

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Hinweis: Sie können Ihre Einwilligungen jederzeit mit Wirkung für die Zukunft per E-Mail an [email protected] widerrufen. Weitere Informationen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten und zu Ihren Rechten finden sich in unserer Datenschutzerklärung (www.pflegebox.de/datenschutz/).

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