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Parkinson Verlauf

Parkinson Verlauf – Die verschiedenen Krankheitsstadien

Claudia Barredo
Claudia Barredo

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Die Parkinson-Erkrankung ist eine der bekanntesten und häufigsten neurologischen Krankheiten des höheren Lebensalters. Der Parkinson Verlauf erfolgt in verschiedenen Krankheitsstadien. Die Erkrankung betrifft Männer und Frauen in etwa gleichermaßen und spielt in nahezu jedem Umfeld eine Rolle. Die meisten Menschen kennen mindestens eine betroffene Person im Familien- und Bekanntenkreis mit Parkinson. Insbesondere Menschen in pflegerischen Berufen haben unabhängig von der Spezialisierung tagtäglich mit Parkinson-Erkrankten zu tun.

Allerdings ist der Krankheitsverlauf bei Parkinson komplex und unterscheidet stark von Patient:in zu Patient:in. Gibt es daher überhaupt einen klassischen Verlauf der Parkinson-Krankheit? Kann man den Verlauf beeinflussen?

Dieser Artikel bietet Ihnen Informationen zum Verlauf der Parkinson-Krankheit. Da es sich hierbei um eine komplexe Krankheit handelt, die sich individuell stark unterscheiden kann, ist jedoch in erster Linie Ihr behandelnder Neurologe bzw. Ihre Neurologin der bzw. die Ansprechpartner:in bei sämtlichen Fragen zu dieser Erkrankung.

Inhalt

Der typische Parkinson-Verlauf

Das bekannteste Parkinson-Syndrom ist das idiopathische Parkinson-Syndrom oder der Morbus Parkinson. Hierbei handelt es sich um eine unheilbare, fortschreitende, neurodegenerative Erkrankung. Die meisten Menschen meinen den Morbus Parkinson, wenn sie von der Parkinson-Krankheit sprechen. Er macht etwa drei Viertel aller Parkinson-Syndrome in Deutschland aus. Zusätzlich gibt es atypische und sekundäre Parkinson-Syndrome. Der typische, sichtbare Morbus-Parkinson-Krankheitsverlauf gliedert sich in zwei Phasen:

Prodromalstadium

Die erste Phase wird als Prodromalstadium bezeichnet und kann Jahre bis Jahrzehnte Während dieser fallen bei den meisten Betroffenen noch kaum bis keine motorischen Symptome auf. Stattdessen können depressive Verstimmungen, Verstopfung, der Verlust des Geruchssinnes und/oder eine REM-Schlafstörung den Morbus Parkinson ankündigen.

Klinische Phase

Die zweite Phase ist die klinische Phase. Hier treten die typischen, motorischen Symptome des Morbus Parkinson zusätzlich zu den oben genannten Symptomen auf. Mit den Jahren verschlechtern sich die Symptome. Medikamente können zwar zeitweise Linderung verschaffen, verlieren allerdings mit der Zeit an Wirksamkeit.

Diese Phasenaufteilung ist typisch, aber nicht zwingend notwendig. Der klassische Morbus Parkinson kann in unterschiedlichen Formen verlaufen. Die Abgrenzung zu atypischen Parkinsonsyndromen ist daher selbst für erfahrene Neurolog:innen oft eine Herausforderung.

Grundlegende Informationen über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Parkinson-Krankheit finden Sie in unserem Übersichtsartikel zu Morbus Parkinson.

Motorische Symptome des Morbus Parkinson

Die motorischen Symptome bei Parkinson, als klassische und häufig auch nach Außen sichtbare Anzeichen, beinhalten zum Beispiel:

  • Zittern der Hände (Tremor)
  • Eine erhöhte Anspannung der Muskeln in Ruhe (Rigor)
  • Verlangsamung und Verkleinerung von Bewegungen (Bradykinese, Akinese): Dies kann zum Beispiel beim Spielen von Musikinstrumenten, beim Schreiben oder bei der Benutzung eines Computers auffallen.
  • Anlauf- und Abbremshemmung: Betroffenen bereitet es Mühe, aus dem Stand loszugehen. Beim Gehen laufen sie kleinschrittig und werden ungewollt immer schneller, sodass schließlich das Abbremsen und Stehenbleiben schwierig ist und Stürze häufig vorkommen.

Typisch für den Morbus-Parkinson-Verlauf ist, dass die Symptome über lange Zeit nur eine Körperhälfte betreffen. Im späteren Verlauf kann auch die Gegenseite betroffen sein. Zusätzlich kommt es häufig zu Schluckstörungen, was die Ernährung erschwert.

Achtung: Bei langjähriger Einnahme einiger Parkinsonmedikamente kann es zu eigenständigen Bewegungsstörungen kommen. Setzen Sie in diesem Fall das Medikament nicht eigenständig ab, sondern sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin auf Ihre Beschwerden an, damit die Behandlung angepasst werden kann.

Nicht-motorische Symptome des Morbus Parkinson

Obwohl die motorischen Symptome allgemein bekannter sind, gibt es eine Reihe nicht-motorischer Beschwerden. Diese werden von Betroffenen und deren Umfeld häufig sogar als belastender wahrgenommen. Zu diesen zählen zum Beispiel:

  • Depression, Angststörungen, Persönlichkeitsveränderungen, Apathie
  • Schlafstörungen
  • Körperliche Beschwerden, wie Kreislaufstörungen, sexuelle Funktionseinschränkungen, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, vermehrtes Schwitzen

Häufig kommt bei der Parkinson-Erkrankung im Verlauf außerdem zu einer Demenz, die Stürze begünstigen kann.

Zusätzlich können Parkinsonmedikamente psychiatrische Nebenwirkungen haben. Zu diesen zählen zum Beispiel psychotische Zustände. Setzen Sie das Medikament nicht selbstständig ab, sondern suchen Sie die nächste Notaufnahme auf, falls solche Zustände auftreten. Pflegende Angehörige und Pflegekräfte sollten dies ebenfalls im Hinterkopf behalten und bei Anzeichen nicht zögern, den Notruf 112 oder den kassenärztlichen Notdienst 116 117 zu kontaktieren.

Atypische Verläufe von Parkinson

Zusätzlich zum Morbus Parkinson gibt es Krankheiten, die eine ähnliche Symptomatik hervorrufen können. Diese Erkrankungen von einem klassischen Morbus Parkinson zu unterscheiden, ist oftmals schwierig. Zusätzliche Symptome liefern Hinweise darauf, welche Ursache zugrunde liegen könnte.

Die häufigste Krankheit mit atypischem Parkinsonsyndrom ist die Lewy-Körper-Demenz. Zusätzlich zu den motorischen Beschwerden steht hier eine rasch fortschreitende Demenz im Vordergrund, die durch bewusstseinsklare Momente unterbrochen wird. Im Unterschied zu anderen Demenzformen treten häufig Halluzinationen und wahnhafte Zustände auf.

Sekundäre Parkinsonsyndrome können zum Beispiel durch Hirntumore, Gefäßerkrankungen oder kleine Schlaganfälle ausgelöst werden. Außerdem können manche Medikamente parkinsonartige Nebenwirkungen hervorrufen. Zu diesen gehören zum Beispiel die psychiatrischen Medikamente Lithium und Haloperidol sowie Metoclopramid (MCP) gegen Übelkeit und Erbrechen.

Wenn Parkinson zu schnell verläuft

Eine Parkinson-Erkrankung mit einem außergewöhnlich schnellen Verlauf kann unterschiedliche Ursachen haben. Es kann sich zum Beispiel um eine spezielle Verlaufsform des klassischen Morbus Parkinson handeln. Wenn aber zusätzlich zu den Parkinson-Symptomen noch andere Symptome vorliegen, oder die Beschwerden ein auffälliges Muster aufweisen, kann es sich auch um eine atypische oder sekundäre Form handeln.

Diese Unterscheidung kann nur ein erfahrener Neurologe oder eine Neurologin vornehmen. Gerade bei schnell voranschreitenden Formen ist daher meist ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig, um den bzw. die Betroffene:n gründlich zu untersuchen.

Unabhängig von der Ursache sind schnell fortschreitende Parkinsonsyndrome für Betroffene und ihre Angehörigen meist sehr bedrohlich und beängstigend. Häufig kommen zu den motorischen Symptomen psychiatrische Auffälligkeiten hinzu, die viele Menschen als besonders beunruhigend empfinden.

Maßnahmen zum Verlangsamen des Parkinson-Verlaufs

Mit den bisherigen Mitteln ist es leider noch nicht möglich, das Fortschreiten der Erkrankung tatsächlich aufzuhalten oder zu verlangsamen. Allerdings können in der Regel die Symptome behandelt werden. Für Betroffene ist dies in aller Regel entscheidend für die Lebensqualität. Leider ist der individuelle Parkinson Verlauf bei einzelnen Betroffenen dennoch nicht klar vorhersehbar.

Beim klassischen Morbus Parkinson stehen zurzeit die Therapie mit Medikamenten sowie die tiefe Hirnstimulation zur Behandlung zur Verfügung. Zusätzlich stehen Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie und Psychotherapie zur Verfügung, um die Symptome zu lindern.

Mit all diesen Möglichkeiten und den zur Verfügung stehenden Medikamenten erstellt der behandelnde Arzt bzw. die Ärztin für den bzw. die einzelne:n Patient:in einen individuellen Therapieplan. Im Vordergrund stehen die Wünsche des Patienten oder der Patientin und deren bzw. dessen Angehörigen, um die Symptome der Parkinson-Krankheit so lange wie möglich so gering wie möglich zu halten.

Bei atypischen und sekundären Parkinson-Formen steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund.

Das Lebensende von Parkinson-Patienten

Es gibt durchaus Betroffene, die unter einer Parkinson-Behandlung eine normale Lebenserwartung unter weitestgehend normalen Bedingungen haben. Dies hängt von vielen Faktoren ab. Im Einzelfall ist jedoch kaum vorherzusagen, wie sich der Parkinson-Verlauf innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahren entwickeln wird. Leider führt die Krankheit in vielen Fällen noch immer innerhalb weniger Jahrzehnte zur Pflegebedürftigkeit.

Geht der Parkinson Verlauf ins Endstadium über, kommt es häufig zur Bettlägerigkeit und Pflegebedürftigkeit der Betroffenen. Auch Demenzen und psychiatrische Veränderungen wie Depression spielen eine Rolle. In dieser Phase steht die palliative Betreuung im Vordergrund. Bei der Parkinson-Erkrankung im Endstadium tritt der Tod meist durch Komplikationen der Bettlägerigkeit ein, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung.

Quellen:

Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie: Idiopathisches Parkinson-Syndrom

Patienten-Information: Parkinson-Krankheit – wenn sich Bewegungen verändern

Neurologen und Psychiater im Netz: Sekundäres Parkinson-Syndrom

Wissen in der Box: Parkinson Verlauf

Den fortschreitenden motorischen Symptomen geht beim klassischen Morbus Parkinson typischerweise eine Phase mit psychiatrischen Veränderungen, Schlaf- und Geruchsstörungen voraus.

Eine häufige atypische Parkinson-Form ist die Lewy-Body-Demenz. Auch Medikamente, Hirntumore oder Gefäßerkrankungen können sekundäre Parkinson-Syndrome verursachen.

Ein schneller Verlauf kann ein Warnzeichen für eine atypische oder sekundäre Ursache sein. Allerdings gibt es auch Formen des Morbus Parkinson, die schnell verlaufen können.

Der eigentliche Verlauf der Krankheit kann bislang leider nicht beeinflusst werden. Allerdings gibt es Möglichkeiten, um die Symptome so weit wie möglich zu lindern.

Es ist durchaus möglich, auch mit Parkinson eine normale Lebenserwartung zu haben. Kommt es dennoch zur Pflegebedürftigkeit, so treten am Ende meist Komplikationen der Bettlägerigkeit ein.