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Parkinson Therapie

Parkinson Therapie – Fachübergreifende Behandlung

Claudia Barredo
Claudia Barredo

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Morbus Parkinson ist eine häufige, neurologische Krankheit und die Parkinson Therapie ist eine komplexe Behandlung, die viele unterschiedene Fachdisziplinen miteinschließt. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es oft schwierig, den Überblick über alle Behandlungsmöglichkeiten zu behalten. Zudem betrifft die Erkrankung meist Menschen im höheren Lebensalter, was die Schwierigkeiten verstärken kann, die Parkinson Behandlung zu koordinieren.

Dieser Artikel stellt Ihnen die Parkinson Therapie in ihren Grundzügen vor und vermittelt einen umfangreichen Überblick. Falls Sie tiefergehende Informationen zu einzelnen Kategorien der Parkinson-Behandlung wünschen, so können Sie sich an Ihre hausärztliche Praxis oder auch an Ihre Krankenkasse wenden. Dort werden Sie umfassend beraten.

Inhalt

Die Eckpfeiler der Parkinson-Therapie

Die Morbus-Parkinson-Therapie umfasst viele verschiedene Behandlungsformen, die über den gesamten Parkinson Verlauf verschieden gewichtet Anwendung finden. Im Prinzip beinhaltet die Therapie drei Pfeiler:

  • Die medikamentöse, ursächliche Therapie, die im Dopaminstoffwechsel des Gehirnes ansetzt, hat das Ziel, Beschwerden durch die Krankheit zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Das bekannteste der Medikamente gegen Parkinson ist L-Dopa. Je nach Symptomen der Betroffenen können zusätzlich weitere Medikamente zum Einsatz kommen, um zum Beispiel depressive Beschwerden zu lindern. Meist werden die Medikamente gegen Parkinson in Tablettenform eingenommen, es gibt jedoch auch Alternativen in der Einnahmeform.
  • Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sollen dabei helfen, körperliche Einschränkungen und Alltagsschwierigkeiten durch die Krankheit zu mindern und konkrete Kompensationsstrategien zu entwickeln. Sie richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen.
  • Psychotherapie, Kunst- und Musiktherapie setzen an psychischen Belastungen der Betroffenen durch die Krankheit an. Sie dienen der Verbesserung und Stabilisierung der Stimmungslage, der Behandlung von begleitenden psychischen Beschwerden und der Krankheitsbewältigung.

Grundlegende Informationen über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Parkinson-Krankheit finden Sie in unserem Übersichtsartikel zu Morbus Parkinson.

Wann welche Therapiemaßnahmen bei Parkinson eingeleitet werden

Die Therapiemaßnahmen beim Morbus Parkinson richten sich nach dem individuellen Beschwerdebild. Oft treten nicht-motorische Symptome wie eine depressive Verstimmung oder Geruchsstörung bereits früher auf. Dennoch wird die Parkinson-Krankheit meist erst mit Beginn der motorischen Symptome, zum Beispiel einer Gangstörung, erkannt.

Zu dem Zeitpunkt ist in der Regel eine medikamentöse Therapie notwendig, um den Fortschritt der Krankheit möglichst zu verlangsamen und die Beschwerden zu lindern. Meist kommen L-Dopa oder andere Medikamente zum Einsatz. Je nach Alter und allgemeinem Gesundheitszustand kommt möglicherweise auch eine tiefe Hirnstimulation infrage.

Zusätzlich bekommen alle Betroffenen zum Diagnosezeitpunkt normalerweise ebenfalls eine an Parkinson angepasste Physiotherapie und eine Ergotherapie angeboten. Für Parkinson-Patienten und Patientinnen wird aktuell beispielsweise die BIG-Physiotherapie erprobt, die spezielle Übungen beinhaltet. Ein erfahrener Physiotherapeut oder eine Physiotherapeutin können Ihnen helfen, für Sie und Ihre Parkinson-Therapie geeignete Übungen durchzuführen.

Die restlichen Therapieformen richten sich nach den Beschwerden und Wünschen des bzw. der Betroffenen. Die Logopädie kommt zum Einsatz, sobald Betroffene Schluck- und/oder Sprechschwierigkeiten bemerken. Bei depressiver Verstimmung können der behandelnde Arzt oder die Ärztin möglicherweise eine Psychotherapie mit oder ohne medikamentöser Unterstützung empfehlen. Ähnliches gilt für die Kunst- und Musiktherapie.

All diese Maßnahmen gelten in erster Linie für den klassischen Morbus Parkinson, der den Großteil der Parkinson-Erkrankungen ausmacht. Bei sekundären Parkinson-Formen wird eine Therapie der zugrundeliegenden Ursache angestrebt.

Die Ziele der Parkinson-Therapie

Die typischen Parkinson-Medikamente haben leider noch immer häufig gravierende Nebenwirkungen, und/oder verlieren mit den Jahren an Wirkung. Daher sind die Ziele der medikamentösen Parkinson-Therapie die bestmögliche Kontrolle der Beschwerden bei den geringstmöglichen Nebenwirkungen. Insgesamt wird angestrebt, den Wünschen und Vorstellungen des bzw. der Betroffenen so gut wie möglich zu entsprechen und die Selbstständigkeit im häuslichen Umfeld zu erhalten.

Die individuellen Wünsche des bzw. der Betroffenen stehen im Vordergrund. Ist zum Beispiel das Musizieren eines bestimmten Instrumentes eine große Leidenschaft, so kann in einer Ergotherapie daran gearbeitet werden, dies zu erhalten. Sind ein Betroffener oder eine Betroffene in der Freizeit sportlich aktiv und üben eine bestimmte Sportart aus, so sollte dies in der Physiotherapie mitgeteilt werden. Der Therapeut bzw. die Therapeutin können die Übungen oft entsprechend anpassen.

Die beteiligten Fachrichtungen und Koordination der Therapie

Die oben genannten Therapieformen werden von unterschiedlichen Berufsgruppen betreut. Es kommen Ärzt:innen, Physiotherapeut:innen, Ergotherapeut:innen, Logopäd:innen, Musik- und Kunsttherapeut:innen, Psychotherapeut:innen und Sozialarbeiter:innen zum Einsatz, die Sie und Ihre Parkinson-Erkrankung gemeinsam behandeln.

Aber keine Sorge, dies müssen Sie als Betroffene:r nicht selbst koordinieren. Ihr erster Ansprechpartner ist Ihre hausärztliche oder neurologische Praxis, die Sie und Ihre Parkinson-Erkrankung betreut. Der Arzt oder die Ärztin dort haben die Aufgabe, Sie entsprechend Ihrer Beschwerden zu geeigneten Therapieformen zu beraten und Ihnen entsprechende Rezepte und Überweisungen auszustellen. Daneben betreut die Praxis Sie in der medikamentösen Therapie.

Dennoch ist es gut, wenn Sie als Betroffene:r und/oder Angehörige:r einen groben Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten haben. Außerdem ist wichtig, dass Sie neue Beschwerden aktiv ansprechen. Falls Sie das Gefühl haben, dass ein Symptom, das für Sie sehr belastend ist, nicht ausreichend behandelt wird, sprechen Sie es notfalls mehrfach an.

Wie Angehörige die Therapiemaßnahmen bei Parkinson unterstützen können

Da Parkinson überwiegend im höheren Lebensalter auftritt, spielen die Angehörigen in der Unterstützung eine wichtige Rolle. Je nach betroffener Person ist dies allerdings ganz unterschiedlich erwünscht. Manche Betroffenen freuen sich zum Beispiel über Hilfe beim Einkaufen oder eine Begleitung beim Arztbesuch. Andere Menschen empfinden dies als übergriffig und möchten nur Hilfeleistungen bekommen, um die sie selbst gebeten haben.

Diese Unstimmigkeiten ergeben sich bei der Parkinson-Erkrankung oft besonders bei körperlich anstrengenden Alltagstätigkeiten oder auch bei psychischen Beschwerden der Betroffenen. Für Angehörige ist es oft schwierig, die Balance zwischen aufmerksamer Fürsorge und vermeintlich unerwünschtem Aufdrängen zu finden.

Konkret können Sie Ihr betroffenes Familienmitglied aufmerksam beobachten und aktiv erfragen, ob und wie viel Unterstützung erwünscht ist. Oft hilft bereits ein einfaches, ehrlich gemeintes Unterstützungsangebot ohne sofortige Handlung. Sie können zum Beispiel anbieten, einige Autofahrten zu Therapien zu übernehmen, ein Medikamentenrezept abzuholen oder Informationen zur Entwicklung neuer Parkinson-Medikamente im Jahr 2020 und 2021 im Internet zu suchen. Wenn Sie begründete Angst um die körperliche Sicherheit des bzw. der Betroffenen bei bestimmten Tätigkeiten haben, sprechen Sie dies offen an.

Quellen:

Deutsche Parkinson Hilfe e.V.: BIG – spezifische Bewegungstherapie bei Parkinson

Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie: Idiopathisches ParkinsonSyndrom

Wissen in der Box: Parkinson Therapie

Die grundlegende Parkinson-Therapie umschließt Medikamente, Physiotherapie und Ergotherapie. Zusätzlich können Logopädie, Kunst- und Musiktherapie sowie Psychotherapie empfohlen werden.

Medikamente, Physio- und Ergotherapie erhält normalerweise jeder Parkinson-Patient, sofern kein anderer Wunsch besteht. Die restlichen Behandlungsformen können bei Bedarf ergänzt werden.

Die Ziele der Therapie sind, körperliche und psychische Einschränkungen der Erkrankung so weit wie möglich zu lindern, wobei Nebenwirkungen so gering wie möglich gehalten werden sollen.

Die grundlegende Koordination aller Fachrichtungen übernimmt normalerweise die betreuende hausärztliche oder neurologische Praxis des bzw. der Betroffenen.

Angehörige sind bei jeder Erkrankung oft ein wichtiger Rückhalt. Zeigen Sie dem bzw. der Betroffenen, dass Sie für Hilfestellung zur Verfügung stehen, ohne sich aufzudrängen.