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Zitternde Hände

Zitternde Hände – Ursache, Ausprägung und Therapie

Charlotte Weidenbach
Charlotte Weidenbach

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Ein Zittern in den Händen wird von Ärzten Tremor genannt. Zittrige Hände können die Selbstständigkeit stark einschränken. Die Ursachen für einen Tremor in den Händen sind sehr vielfältig und sollten von einem Arzt abgeklärt werden.

Je nach Art des Tremors kann eine Behandlung erfolgen. Wenn Sie oder ein Angehöriger unter zitterigen Händen leiden, informieren wir Sie über die wichtigsten Ursachen und Therapiemöglichkeiten.

Inhalt

Wann spricht man vom Krankheitsbild zitternde Hände?

Zitternde Hände kennt jeder. Wenn man aufgeregt ist oder zu viel Kaffee getrunken hat, fangen die Hände manchmal an zu zittern. In diesem Fall hat das Zittern noch keinen Krankheitswert und hört von allein wieder auf. Wenn jedoch das Zittern der Hände nicht mehr von selbst aufhört und keine direkte Ursache wie zum Beispiel Aufregung, Kälte oder eben Kaffee festgestellt werden kann, sollte man zu einem Arzt gehen.

Ärzte bezeichnen das Zittern als Tremor. Tremor der Hände ist ein Symptom unterschiedlicher Erkrankungen und keine eigenständige Krankheit.

Welche Arten zittriger Hände werden unterschieden?

Ärzte unterscheiden in der Diagnostik zunächst zwischen zittrigen Händen in Ruhe und in Aktion:

Ruhetremor

Wie der Name sagt, zittern die Hände beim Ruhetremor nur in entspannter Position. Wenn Sie beispielsweise mit den Händen im Schoß ruhig dasitzen und die Hände zittern, leiden Sie unter einem Ruhetremor. Bei den meisten Betroffenen wird der Ruhetremor durch psychischen Stress verstärkt.

Aktionstremor

Im Gegensatz zum Ruhetremor tritt der Aktionstremor bei beschäftigten Händen.

  • Haltetremor: Ein Haltetremor beschreibt das Zittern von Fingern oder Händen in ruhiger Position, aber unter Anspannung von Muskeln. Der Haltetremor tritt zum Beispiel auf, wenn Sie die Arme nach vorne ausstrecken und halten oder etwas festhalten.
  • Intentionstremor: Der Intentions- oder auch Zieltremor tritt bei zielgerichteten Bewegungen Er nimmt zu, je näher die Hände dem Zielobjekt kommen.

Wie und wann äußern sich zitternde Hände?

Zitternde Hände treten je nach Ursache in unterschiedlichen Situationen auf. Dabei können entweder die ganze Hand oder nur einzelne Finger zittern. Manchmal zittert zum Beispiel nur der Daumen oder der Daumen und der Zeigefinger, da diese beiden durch den gleichen Nerv gebeugt werden. Nicht immer sind beide Hände gleichermaßen betroffen. Eine einseitig zitternde Hand ist für den Arzt ebenfalls ein wichtiger Hinweis für die zugrundeliegende Ursache.

Wenn Ihre Hände zittern und Ihnen oder Ihren Angehörigen dies auffällt, sollten Sie mit einem Arzt sprechen. Erzählen Sie ihm, in welchen Situationen und wo genau das Zittern auftritt. So können die Ursachen für das Zittern der Hände ergründet werden.

Der erste Ansprechpartner ist in der Regel der Hausarzt, der möglicherweise schon die richtige Diagnose stellt und die Therapie beginnt. Gegebenenfalls kann er Sie an einen Neurologen weiterleiten. Sind Sie bereits in neurologischer Behandlung, können Sie Ihren Neurologen auch direkt auf das Händezittern hinweisen.

Welche Ursachen lösen Händezittern aus?

Die wichtigste Art des Händezitterns hat vermutlich jeder Mensch schon erlebt:

Verstärkter physiologischer Tremor

Der sogenannte verstärkte physiologische Tremor kann Menschen jeden Alters betreffen. Er tritt meistens als Haltetremor auf. Körpereigene oder äußere Einflüsse verursachen diese Tremorform. 

Nach Beseitigung der Auslöser hört das Zittern in den Händen meistens wieder auf und ist deshalb keine eigenständige Erkrankung. Ein verstärkter physiologischer Tremor kann viele Ursachen haben:

  • Normale Körperreaktion auf Kälte
  • Blutdruckabfall: Wenn Sie schnell aufstehen und einen eher niedrigen Blutdruck haben, kann es sein, dass Ihnen schwindelig wird und die Hände zittern. In diesem Fall ist das Zittern der Hände Anzeichen für eine Schwäche des Kreislaufs. Hier hilft viel trinken und den Kreislauf sanft in Schwung bringen.
  • Psychisch: Aufregung, Nervosität oder starker Stress können zu zittrigen Händen führen. Hier helfen unter anderem eine gründliche Vorbereitung auf Termine, Meditation oder Entspannungsübungen.
  • Stoffwechsel: Zitternde Hände können Hinweis auf einen Mangel unterschiedlicher Stoffe sein. Sehr häufig ist eine Unterzuckerung zum Beispiel beim Fasten Auslöser für den kurzzeitigen Tremor. Weiterhin können Störungen des Calcium- oder Magnesiumhaushaltes sowie Vitamin B12 Mangel Händezittern verursachen. Bei Verdacht auf einen solchen Nährstoffmangel sollten Sie diesen ärztlich abklären lassen, bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.
  • Medikamente/Drogen: Tremor kann durch Koffein, Nikotin, Entzug (z.B. von Alkohol) oder als Nebenwirkung von manchen Medikamenten (z.B. Lithium oder Antiepilepsie-Medikamente) und Drogen auftreten.
  • Vorerkrankungen: Hierzu zählen vor allem Hormonstörungen, zum Beispiel die Schilddrüsenüberfunktion. Erkrankungen mit dem Tremor als wichtigstem Symptom sind eigenständige Tremorerkrankungen und gehören nicht zum verstärkten physiologischen Tremor.
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Essenzieller Tremor

Die wichtigste eigenständige Tremorerkrankung ist der essenzielle Tremor. Er betrifft meist Erwachsene mittleren Alters, kann aber auch schon vor dem 40. Lebensjahr auftreten. Betroffene berichten oft, dass auch bei den Eltern und Großeltern ein Zittern der Hände auffällig war. Deshalb gehen Mediziner von einer erblichen Erkrankung aus. Beim essenziellen Tremor fällt zunächst ein Haltetremor auf. Er betrifft oft am Anfang nur die dominante Hand, ist jedoch bald beidseitig vorhanden und nimmt im Verlauf zu.

Vor allem in Stresssituationen zittern die Hände bei Betroffenen besonders stark. Mäßiger Alkoholkonsum hingegen verbessert das Zittern kurzzeitig. Manchmal ist zusätzlich ein Ruhe- oder Intentionstremor vorhanden. Seltener findet man einen essenziellen Tremor nicht nur an den Händen. Auch der Kopf, die Stimme oder die Beine können zittern.

Wenn Sie unter zunehmendem Händezittern leiden und auch Ihre Eltern davon betroffen waren, könnten Sie möglicherweise einen essenziellen Tremor haben. Konsultieren Sie Ihren Hausarzt und beschreiben ihm die Symptome. Der essenzielle Tremor ist nicht heilbar, aber mit Medikamenten meist gut zu behandeln.

Weitere Erkrankungen, die häufig mit einem Händezittern einhergehen, sind:

  • Morbus Parkinson: Kennzeichnend bei der Parkinson-Krankheit ist das einseitige Zittern der Hand in Ruhe. Dazu kommen weitere Symptome. Oft bemerken Angehörige das Zittern vor dem Betroffenen.
  • Multiple Sklerose (MS): Bei der MS tritt oft ein Intentionstremor auf, der schwierig zu behandeln ist. Auch der seltenere Holmes Tremor, der die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann, betrifft insbesondere MS Patienten.
  • Muskeldystonien: Bei Dystonien unterschiedlicher Art und Ursache kann es unter anderem zu einem unregelmäßigen Tremor der Hände kommen. Er macht sich zum Beispiel beim Schreiben bemerkbar.

Andere neurologische Erkrankungen: Insbesondere Tumorerkrankungen des Gehirns und Schlaganfälle können neben vielen weiteren Symptomen auch zitternde Hände verursachen.

Welche Personen sind besonders von zitternden Händen betroffen?

Zitternde Hände können in jedem Lebensalter auftreten. Insgesamt sind eher ältere Menschen von zittrigen Händen betroffen. Zittern der Hände ist jedoch keine normale Alterserscheinung, sondern sollte ärztlich abgeklärt werden. Zitternde Hände können auch schon bei Kindern und jungen Erwachsenen auftreten. In jeder Altersgruppe sind unterschiedliche Ursachen für das Händezittern wahrscheinlicher als andere.
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Was hilft gegen zitternde Hände?

Die Behandlung von zitternden Händen ist abhängig von der Ursache.

Bei einem verstärkten physiologischen Tremor kann der Auslöser des Zitterns oft gut behandelt werden. Psychische Ursachen werden mit einer Kombination aus Psychotherapie, Entspannungsübungen und manchmal Medikamenten behandelt. Gegen das psychisch ausgelöste Zittern der Hände helfen manchmal auch schon Hausmittel wie Baldrian oder Johanniskraut zur Beruhigung. Fragen Sie dazu am besten einen naturheilkundlich bewanderten Arzt oder Apotheker.

Andere, dem physiologischen Tremor zugrundeliegende Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen, behandeln Ärzte in der Regel medikamentös. Durch die Verbesserung der Grunderkrankung wird auch das Zittern meist weniger.

Der essenzielle Tremor wird mit Betablockern (z.B. Propanolol) oder Antiepileptika (z.B. Gabapentin) behandelt. Bei schweren Formen kommen neue Therapiemethoden wie die tiefe Hirnstimulation zum Einsatz.

Wenn Erkrankungen wie Parkinson oder MS den Tremor verursachen, werden diese entsprechend behandelt. Der Tremor der Hände verbessert sich in diesem Fall meist mit der richtigen Therapie.

Wenn Sie zusätzlich zu einer ärztlichen Therapie Hausmittel gegen zitternde Hände einnehmen wollen, sprechen Sie am besten vorher mit dem behandelnden Arzt. Fragen Sie ihn, ob es alternative Methoden zur Behandlung des Tremors gibt und welche er Ihnen empfehlen kann.

Quellen:

Amboss: Tremor; Parkinson

Uniklinik Freiburg: Tremorerkrankungen

Deutsches Ärzteblatt: Differenzialdiagnose und Therapie des Tremors