Anzeichen Multipler Sklerose

Anzeichen von Multipler Sklerose – Wie Sie sie erkennen

Charlotte Weidenbach
Charlotte Weidenbach

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Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems, die viele unterschiedliche Symptome verursachen kann. Das häufigste Anzeichen Multiple Sklerose ist die Entzündung des Sehnervs (Optikusneuritis). Aber auch Störungen der Sensibilität, beispielsweise ein Kribbeln in den Fingerspitzen, können auf eine MS hinweisen.

In der Regel tritt die Symptomatik bei der Erstmanifestation der Erkrankung in einem sogenannten Schub für einige Tage auf und hört von selbst wieder auf. Deshalb ist es für eine frühe Diagnosestellung bei MS von Bedeutung, die typischen Anzeichen ernst zu nehmen. Wenn Sie plötzlich Symptome haben, die auf eine MS hindeuten können, sollten Sie zum Arzt gehen, solange die akute Symptomatik besteht. Vor der MS Diagnose schließt der Arzt andere Ursachen für die Beschwerden aus.

Wir erklären Ihnen die wichtigsten Symptome von MS und beschreiben, wann ein Arztbesuch sinnvoll wäre und wann die Symptome höchstwahrscheinlich harmlos sind. Im Zweifel ist es immer sinnvoll, die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen und eine MS oder andere schwere Erkrankungen auszuschließen.

Inhalt

Die Symptome bei Multipler Sklerose entstehen aufgrund einer Autoimmunreaktion im zentralen Nervensystem, dass das Gehirn und Rückenmark umfasst.

Auslöser der Symptome

Aus bisher unbekannten Ursachen kommt es zur Reifung fehlerhafter Immunzellen im zentralen Nervensystem, die das körpereigene Gewebe fälschlicherweise als fremd erkennen und Antikörper dagegen bilden. Dadurch kommt es zur Entzündung der betroffenen Stellen und zunächst zu einer Nervenreizung, was je nach Ort des Geschehens unterschiedliche Symptome verursacht.

Durch die chronische Entzündung bilden sich bei MS langfristig Narben im Nervensystem, wodurch sich die Symptome nicht mehr ganz zurückbilden oder stetig verschlechtern können.

Die drei häufigsten Symptome im Frühstadium sind entzündete Sehnerv(en), Sensibilisierungsstörungen und Erschöpfung.

Typische Symptome im Frühstadium

Die Entzündung eines oder beider Sehnerven (Optikusneuritis), unterschiedliche Sensibilitätsstörungen und chronische Erschöpfbarkeit (Fatigue) sind die drei häufigsten Anzeichen Multipler Sklerose im frühen Stadium. Sie treten meist im Rahmen eines MS Schubes auf, das heißt, dass sie plötzlich entstehen und nach wenigen Tagen bis Wochen von selbst wieder verschwinden. In selteneren Fällen oder im späteren Verlauf der Erkrankung bilden sie sich jedoch manchmal nicht oder nicht vollständig zurück.

Optikusneuritis

Die Sehnerventzündung (Optikusneuritis) bei MS betrifft in mehr als 99 Prozent der Fälle pro Schub nur ein Auge. Sie äußert sich zunächst durch Schmerzen bei der Augenbewegung, die meist hinter dem Augapfel beim Blick in eine bestimmte Richtung auftreten. Meist kommt es nach Stunden bis Tagen zusätzlich zu Sehstörungen, vor allem in der Mitte des Gesichtsfeldes.

Die meisten Patientinnen mit Optikusneuritis berichten, dass sie alles dunkler und blasser, teilweise auch unscharf sehen. Manche Betroffene leiden zusätzlich unter Lichtblitzen oder anderen irritierenden Lichterscheinungen. Objektiv ist zwar meist nur ein Auge betroffen, es kann jedoch trotzdem sein, dass Betroffene subjektiv auf beiden Augen eine Einschränkung empfinden.
Die Sehverschlechterung dauert meist nur wenige Tage und verbessert sich anschließend in der Regel auch ohne Behandlung. Trotzdem ist es wichtig, dass Sie bei plötzlicher Sehverschlechterung und Augenbewegungsschmerzen einen Arzt aufzusuchen, da dies ein typischer Hinweis für die Diagnose MS sein kann. Die Symptome können mit den sogenannten visuell evozierten Potenzialen (VEPs) objektiviert werden. Dabei wird die Nervenleitungsgeschwindigkeit des Sehnervs gemessen, die bei einer Entzündung deutlich verlangsamt ist.

Sensibilitätsstörungen

Sensibilitätsstörungen sind bei MS ein häufiges Frühsymptom und können sich unterschiedlich äußern. An jeder Stelle des Körpers kann es abhängig vom Ort der Entzündung im Gehirn zu Kribbeln, Brennen oder Taubheit kommen. Manche Betroffene haben auch das Gefühl, dass Dinge sich anders anfühlen (Dysästhesie), beispielsweise werden Wärme oder Kälte anders wahrgenommen oder leichte Berührungen fühlen sich schmerzhaft an.

Fatigue

Der Begriff „Fatigue“ kommt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt „Müdigkeit“. Sie ist ein wichtiges Frühsymptom bei MS und äußert sich durch eine chronische Erschöpfung, die sich nicht durch andere Ursachen erklären lässt. Die Belastbarkeit von Patientinnen mit Fatigue nimmt stark ab, sie leiden auch tagsüber unter einer ausgeprägten Müdigkeit. Die Erschöpfung nimmt bei Anstrengung in der Regel zu. Fatigue ist aber kein MS-spezifisches Symptom, sondern kann bei vielen Erkrankungen oder auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.

Frühe Symptome bei MS können auch Augenzucken, Schmerzen im Gesicht, Schwindel und Kopfschmerzen sein.

Weitere Symptome im Frühstadium

Bei der MS kann das gesamte Gehirn sowie das Rückenmark von der Entzündung betroffen sein. Deshalb ist die Symptomatik sehr vielfältig. Dennoch gibt es neben den drei typischen Frühsymptomen noch weitere MS Anzeichen, die als erste Symptome oder im Verlauf bei MS entstehen können.

Weitere Symptome im Bereich des Kopfes sind oft neben Sehstörungen durch die Optikusneuritis auch Doppelbilder, die durch Ausfälle der Augenmuskeln entstehen. Neben den Augenmuskeln können auch weitere Muskeln des Gesichts betroffen sein, so dass beispielsweise Stirnrunzeln oder Lippenbewegungen zeitweise nicht mehr möglich sind. Auch ein Augenzucken bei MS tritt gelegentlich auf und kann sehr störend für Betroffene sein. Weiterhin sind blitzartig einschießende Schmerzen im Gesicht im Rahmen einer Trigeminusneuralgie nicht selten. Viele MS Patientinnen leiden auch unter Schwindel und Kopfschmerzen.

Weitere Bewegungsstörungen wie Zuckungen und Muskelkrämpfe können auch als Erstsymptom bei MS am gesamten Körper auftreten. Meist sind zunächst die Rumpf-fernen Stellen, also Finger, Hände, Zehen und Füße betroffen. In diesem Zusammenhang sind auch Schmerzen der Muskulatur und Gelenke häufig.

Erkennen Sie bei sich oder einem Angehörigen einige der oben genannten Symptome, suchen Sie unbedingt einen Arzt für die Abklärung der Symptome auf.

Verkrampfungen, Lähmungen, Inkontinenz und Verschlechterung des Sprechens zählen zu den späteren Symptomen bei MS.

Symptome im späteren Verlauf

Im späteren Verlauf von MS leiden viele Patientinnen auch an psychischer Symptomatik. Wahrscheinlich leiden mehr als die Hälfte der Betroffenen im Verlauf unter einer Depression. Langfristig kommt es auch zu Verschlechterungen des Gedächtnisses und der Konzentration, was wiederum eine Depression auslösen kann. Auch deshalb sollten Betroffene regelmäßig an Physio-, Ergo- und Psychotherapien teilnehmen, da dies sowohl den Verlauf verbessern als auch zur psychischen Unterstützung beitragen kann.

Mit zunehmenden Störungen der Bewegungskoordination kann es zu Veränderungen des Gehens kommen. Betroffene können mit dem Fortschreiten der Erkrankung nur noch mit Gehhilfe und im späten Stadium gar nicht mehr laufen. Die Gehstörungen entwickeln sich entweder aufgrund von zunehmenden Verkrampfungen oder Lähmungen der Muskulatur. Im Verlauf verändert sich meist das Sprechen, Betroffene sprechen mühsam und klingen abgehackt.

Nach längerem Bestehen der Erkrankung leiden viele Patientinnen unter Inkontinenz. Davor können andere Symptome, zum Beispiel Beschwerden beim Wasserlassen oder häufiger Harndrang auftreten, die langfristig zu einer Harninkontinenz führen.

Auch Störungen der sexuellen Funktion betreffen die meisten MS-Erkrankten im Laufe der Erkrankung. Diese können körperlicher (Erektions- oder Lubrikationsstörungen) und psychischer (Libidoverlust) Art sein.

Es gibt keinen speziellen Test, den man selbst durchführen kann.

Selbsttest bei Anzeichen Multipler Sklerose

Es gibt keinen speziellen Test für die MS Symptome, den man selbst durchführen kann und der spezifisch für die Diagnose MS ist.

Bei den typischen Erstsymptomen wie Augenbewegungs- und Sehstörungen sowie Augenschmerzen, Sensibilitätsstörungen und Missempfindungen sollen Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Insbesondere bei Frauen zwischen 20 und 40 mit dieser Symptomatik muss die Diagnose MS in Betracht gezogen und weiter abgeklärt werden. Natürlich können aber auch Männer und ältere oder noch jüngere Menschen an MS erkranken.

Am besten ist es, zum Arzt zu gehen, solange die Symptome akut vorhanden sind und Sie diese genau beschreiben können. Ein erfahrener Arzt kann die Symptome einordnen und weiter abklären, beispielsweise mit einer Bildgebung des Gehirns mittels MRT.

Quellen:

Amboss: Multiple Sklerose

DGN / KKNMS Leitlinie zur Diagnose und Therapie der MS

Karl Masuhr, Marianne Neumann: Duale Reihe Neurologie, 6. Auflage, Thieme Verlag.

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