pflegekurse

Pflegekurse

Wie in vielen Industrieländern erleben wir auch in Deutschland einen demographischen Wandel. Dieser beschreibt unter anderem, dass einerseits die Lebenserwartung steigt, andererseits der Bevölkerungsanteil älterer Menschen wächst. Ebenso ist seit 1999 ein Anstieg der Pflegebedürftigen in der Bevölkerung bemerkbar. 

Derzeit brauchen bundesweit 4,1 Prozent der Deutschen Unterstützung durch Pflege. 

Der Großteil der Pflegebedürftigen in Deutschland wird zuhause versorgt. Das Ausmaß der benötigten Hilfestellungen kann dabei von Person zu Person variieren. Einige benötigen Hilfe lediglich beim Einkaufen und im Haushalt, andere haben zusätzlich Hilfebedarf beim Ankleiden, der Körperpflege oder hinsichtlich der Ernährung.

Sind Sie als Angehörige, Nachbarin oder Freundin als Pflegehilfe aktiv, können Sie kostenfreie Pflegekurse in Anspruch nehmen. Damit soll Ihnen durch theoretisches und praktisches Basiswissen die Pflege erleichtert, sodass für Sie und Ihren Angehörigen eine optimale Pflegesituation entsteht.

Inhalt

Wie kann die Pflege von Angehörigen organisiert werden?

Wenn Menschen ihren Lebensalltag nicht selbstständig meistern können, wird von Pflegebedürftigkeit gesprochen. Ist dies dauerhaft der Fall, benötigen die Personen auch langfristige Unterstützung. Die Pflegebedürftigkeit kann bedingt sein durch Alter, chronische Erkrankungen oder auch Unfälle.

Deutschlandweit werden vier von fünf Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld gepflegt. Dabei erfolgt wiederum bei einem Großteil die Pflege durch Angehörige: Der Lebenspartner, die Kinder, Eltern oder Geschwister kümmern sich dabei um den Pflegebedürftigen. Genauso können aber auch Freunde oder Nachbarn mit in die Pflege einbezogen sein.

Können oder wollen die Angehörigen die Pflege zu Hause nicht komplett übernehmen, ist es für pflegende Angehörige möglich sich Entlastung bei der häuslichen Pflege zu holen. Zum Beispiel durch ambulante Pflegedienste sowie teilstationäre Pflege in Pflegeeinrichtungen, bei welcher die Pflegebedürftigen für einige Stunden außer Haus betreut werden. Als Alternative für die häusliche Pflege gibt es die vollstationäre Pflege in Pflege- und Seniorenheimen, die außer Haus stattfindet.

Was sind Pflegekurse?

Die Pflege eines Angehörigen ist nicht leicht und stellt oftmals eine physische, psychische und finanzielle Herausforderung für Angehörige dar. Zu den Sorgen um die Gesundheit des Pflegebedürftigen können Sorgen hinzukommen, die mit der Qualität der Pflege als Laie einhergehen: 

Schaffe ich es, meinen Angehörigen mit der notwendigen Sorgfalt und Gründlichkeit so zu pflegen, wie es ein ausgebildeter Pfleger tun würde? 

Wenn Sie sich aktuell diese Frage stellen, weil gerade ein Pflegefall in Ihrer Familie aufgetreten ist oder Sie neu in eine Pflegesituation eingebunden werden, können wir sie beruhigen. In den allermeisten Fällen pflegen Angehörige dank der zuvor besuchten Pflegekurse ihre Angehörigen mit der größten Fürsorge. Und sollten doch einmal Probleme auftauchen, haben sie mit dem Pflegeberater der Pflegeversicherung immer einen kompetenten Ansprechpartner.

Die Teilnahme an Pflegekursen ist für pflegende Angehörige sehr wichtig, weshalb sie auch im Sozialgesetzbuch festgeschrieben sind. Dabei obliegt den Kranken- und Pflegekassen auch die Verantwortung, kostenlose Pflegekurse anzubieten. Durch die Vermittlung von Basiswissen sollen die Angehörigen in den Pflegekursen Sicherheit und Vertrauen in der Pflegetätigkeit erlernen, damit der Pflegealltag gut zu bewältigen ist.

Die Pflegekurse variieren inhaltlich je nach Versicherung etwas. Aber es ist davon auszugehen, dass jeder pflegende Angehörige in seiner Nähe oder zur Not online einen Pflegekurs besuchen kann, der ihm in seiner individuellen Pflegesituation alle benötigten Kenntnisse vermittelt.

Für wen sind Pflegekurse konzipiert?

Allgemein sind Pflegekurse als Unterstützung gedacht für alle nicht professionellen Pflegepersonen. Den meisten Angehörigen ist es wichtig ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder so lange wie möglich zuhause zu versorgen. Da aber in der Regel die wenigsten Angehörigen in der professionellen Pflege geschult sind, stellt die häusliche Pflege auch eine Herausforderung dar.

Die Kurse richten sich also vor allem an pflegende Angehörige. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass ehrenamtliche Pflegehelfer Kurse besuchen. Sind Sie z.B. in der Nachbarschaftshilfe aktiv oder sind Sie mit einem Pflegebedürftigen befreundet, können auch Sie die Teilnehme an einem Pflegekurs in Betracht ziehen. 

Was lernen Angehörige in den Pflegekursen?

In den Pflegekursen geht es inhaltlich darum, eine möglichst gute Pflegesituation im Zuhause des Pflegebedürftigen zu schaffen. Und das sowohl für eine optimale Pflege der Pflegebedürftigen, als auch für ein ressourcenbewusstes Arbeiten der pflegenden Angehörigen. 

Die Anleitung in den Pflegekursen erfolgt durch geschultes Pflegepersonal und erfahrene Fachkräfte. 

Folgende Themen stehen bei Pflegekursen im Fokus:

  • Es werden praktische Fähigkeiten und Handgriffe zu optimaler Mobilisierung und Lagerung vermittelt. Dabei wird auch gezeigt, möglichst rückenschonend vorzugehen. Manche Versicherer bieten hier explizite Rückenschulungen für Pflegende an.
  • Wichtiges zu Körperpflege und Hygiene der Pflegebedürftigen ist gleichermaßen Bestandteil.
  • Ebenso werden Tipps zu Prophylaxe, Gesundheit und Ernährung gegeben.
  • Zudem werden wichtige Informationen zur Pflegeversicherung mitgeteilt: Beispielsweise wie sich die Pflegegrade zusammensetzen, welche genauen Leistungen die jeweilige Sozialversicherung anbietet und wie es sich mit dem Betreuungsrecht verhält.

Die Versicherungen bieten häufig auch weitere Angebote und Kurse für pflegende Angehörige und rund um das Thema Pflege an: 

Mit spezifischen Schulungen wird z.B. auf Themen wie Pflege bei Demenz, Palliativpflege oder auch pflegebedürftige Kinder eingegangen.

Um die Angehörigen auch bei der psychischen Bewältigung des Pflegealltags zu unterstützen, bieten Versicherungen darüber hinaus Angebote an. Zum Beispiel können das Austauschgruppen für pflegende Angehörige oder mögliche zusätzliche Beratungsgespräche sein, um Pflegende zum Beispiel vor einem Burn-Out zu schützen.

Die Pflegekurse finden an Schulungsorten in häuslicher Nähe statt. Es besteht aber auch die Option Pflegekurse online wahrzunehmen oder eine individuelle Onlineberatung zu erhalten. Auch eine individuell abgestimmte Pflegeschulung in der Häuslichkeit ist möglich.

Wieso ist der Besuch von Pflegekursen wichtig?

Gerade wenn Ihr Angehöriger noch relativ viel alleine machen kann und nur wenig Hilfe benötigt, mögen Sie sich fragen, was der Besuch eines Pflegekurses Ihnen an Nutzen bringen kann

Dennoch sind Pflegekurse auch in einem frühen Stadium empfehlenswert. Gründe sind:
  • Prävention: Sie lernen kennen was auf Sie zukäme, wenn sich die Pflegebedürftigkeit erhöht.
  • Austausch: Sie lernen zum Beispiel in den Kurspausen andere pflegende Angehörige kennen, die auch in der Nähe pflegen und mit denen man über den Kurs hinaus in Kontakt bleiben und sich austauschen kann.
  • Kenntnisse: Die über die eigentlichen Pflegekenntnisse hinaus vermittelten Informationen über die Pflege zu Hause können Ihnen später sehr hilfreich sein.

Außerdem ist es als pflegender Angehöriger auch sehr wichtig, dass Sie auf sich selbst achten. Auch hierzu werden Ihnen Tipps und Tricks, sowie Alarmsignale und vorhandene Hilfsangebote vermittelt.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie die Pflege eines Angehörigen physisch oder psychisch sehr stark fordert und sie deshalb nicht mehr genug auf sich selbst Acht geben können, nehmen Sie das nicht auf die leichte Schulter. 

Nur, wenn es Ihnen als Pflegeperson gut geht, können Sie auch den Pflegebedürftigen mit Liebe und Fürsorge pflegen. Fällt Ihnen die Pflege aus irgendeinem Grund zunehmend schwer, zögern Sie nicht, die Pflegeversicherung Ihres Angehörigen zu kontaktieren. Diese wird versuchen, Ihnen auch durch schwierige Situationen zu helfen.

Wer bietet Pflegekurse an?

Die Gewährleistung von Pflegekursen obliegt allgemein der Verantwortung der Pflegekassen, welche an die Krankenkassen angeschlossen sind. 

Die Pflegekurse werden von vielen Krankenkassen, z.B. der AOK, selbst angeboten. Andere Pflegeversicherungen kooperieren mit erfahrenen, ambulanten Pflegediensten oder Wohlfahrtsverbänden. Auch von der Caritas werden Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtlich Helfende angeboten. 

Am besten informieren Sie sich bei der Kranken- bzw. Pflegekasse des Pflegebedürftigen, damit Sie einen Pflegekurs in Ihrer Nähe finden.

Wie hoch sind die Kosten für Pflegekurse und wer bezahlt sie?

Pflegekurse sind in der Regel kostenfrei bzw. die Kosten für die Pflegekurse sollten durch den Versicherer erstattet werden. Möchten Sie einen Pflegekurs besuchen, der nicht direkt von der Pflegeversicherung angeboten wird, sprechen Sie die Pflegeversicherung Ihres Angehörigen vorher wegen der Kostenübernahme an

Über die Angebote, die die Pflegeversicherung selbst oder in Kooperation mit externen Anbietern anbietet, können Sie sich häufig auf der Internetseite der Pflegeversicherung informieren.

Quelle:

https://www.krankenkassenzentrale.de

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