Senioren WG

Senioren WG

Bei dem Wort „Wohngemeinschaft“ denken viele Menschen automatisch an junge Studenten, die sich gemeinsam eine Wohnung teilen. Allerdings ist dieses Wohnkonzept schon lange nicht mehr nur bei jungen Erwachsenen beliebt. Auch Senioren erkennen zunehmend die Vorteile, die mit dem gemeinschaftlichen Wohnen verbunden sind. Viele schließen sich daher mit Gleichgesinnten in sogenannten Senioren-WGs zusammen.

Inhalt

Was ist eine Senioren-WG?

Senioren-WGs ähneln stark den Wohngemeinschaften, die auch junge Studenten häufig bewohnen. Der wesentliche Unterschied ist jedoch, dass sie für ältere Menschen gedacht sind. So sind Senioren-WGs in der Regel barrierefrei und bieten darüber hinaus spezielle Dienstleistungen für ältere Menschen an. Dazu gehören unter anderem das sogenannte „Essen auf Rädern“, Haushaltshilfen und Begleitdienste.

In einer Senioren-WG leben normalerweise drei bis zwölf Personen. Man unterscheidet mehrere Arten von Wohngemeinschaften:

  1. Private Wohngemeinschaften

Diese WGs werden von Privatpersonen gegründet und alle Bewohner bekommen ein eigenes abschließbares Zimmer. Weitere Räume wie etwa große Küchen oder Aufenthaltsräume stehen ihnen zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung. In diesen Wohngemeinschaften leben Senioren weitestgehend selbstständig, treffen eigene Entscheidungen und organisieren über ambulante Pflegedienste eigenverantwortlich die Pflege für unterstützungsbedürftige Mitbewohner.

  1. Hausgemeinschaften

Diese Form der Wohngemeinschaft ist deutlich beliebter, da hier jedem Bewohner ein eigenes Appartement zur Verfügung steht. Dieses hat in der Regel ein eigenes Bad und oftmals einen privaten Kochbereich. Weitere Räume können auch hier gemeinschaftlich genutzt werden.

  1. Trägergestützte Senioren-WGs

Derartige Wohngemeinschaften werden häufig von Pflegediensten, Pflegeheimen oder Wohlfahrtsverbänden gegründet. Meistens sind sie auch an eine Pflegeeinrichtung angeschlossen. Im Gegensatz zu den anderen beiden WG-Formen leben die Bewohner hier allerdings weniger selbstbestimmt, da viele Entscheidungen auf der Seite der Betreiber liegen. Dazu gehören zum Beispiel die Auswahl der Mitbewohner sowie das Programm zur Tagesgestaltung.

Neben diesen drei Arten der Wohngemeinschaften haben sich auch spezielle Formen wie Pflege-WGs und Demenz-WGs entwickelt. Von einer Pflege-WG bzw. ambulant betreuten WG spricht man, wenn sich mehrere pflegebedürftige Personen eine Wohnung teilen und regelmäßig bis dauerhaft von Pflegepersonal unterstützt werden. Diese Wohnform ist besonders beliebt bei Senioren, die zwar einen anerkannten Pflegegrad haben, aber nicht in eine Pflegeeinrichtung umziehen wollen.

Demenz-WGs hingegen richten sich explizit an demenzkranke Senioren, die dauerhaft von Pflegekräften unterstützt werden müssen. Mietvertrag und Pflegevereinbarung werden jedoch getrennt voneinander abgeschlossen. Weitere Informationen zum Thema Wohngemeinschaften für demenziell erkrankte Menschen finden Sie beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Senioren WG – passt dieses Wohnkonzept zu mir?

Senioren, die sich einer WG anschließen möchten, sollten sich vorher Gedanken über ihre individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse machen. So merken sie schnell, ob diese Wohnform tatsächlich zu ihnen passt.

Beispielsweise sollten sich Einzelgänger darüber im Klaren sein, dass WGs Geselligkeit schaffen und fördern. Wer viel Zeit für sich selbst benötigt, ist daher wahrscheinlich mit einer anderen Wohnform besser beraten. Für Senioren, die sich häufig einsam fühlen, ist das WG-Leben dagegen genau das richtige. Hier können sie schließlich die Vorzüge einer Gemeinschaft und gleichzeitig auch ihre eigenen Freiheiten genießen.

Um in einer Senioren-WG zu leben, ist weder ein Mindestalter noch ein anerkannter Pflegegrad notwendig. Dennoch sind diese Wohngemeinschaften auch bestens für pflegebedürftige Senioren geeignet.

Was bedeutet es, in einer Senioren WG zu wohnen?

Das Leben in einer Alten-WG ist mit vielen Vorteilen verbunden. Dazu gehört vor allem, dass Senioren ihr Leben weiterhin selbstständig fortführen können, aber auch von der Unterstützung ihrer Mitbewohner profitieren können. Betreute WGs ermöglichen es darüber hinaus, im Bedarfsfall auf die Hilfe von ausgebildeten Pflegekräften zurückzugreifen. Davon profitieren insbesondere pflegebedürftige Mitbewohner. Weitere Vorteile sind:

  • Altersgerechte Ausstattung
  • Gegenseitige Entlastung durch Aufgabenteilung im hauswirtschaftlichen Bereich
  • Kosten können geteilt (z.B. Miete, Telefonanschluss, TV)
  • Schutz vor Vereinsamung

Allerdings ist das Leben in einer WG nicht immer bunt und rosig. Wo viele Menschen aufeinandertreffen, lassen sich Konflikte meistens nicht umgehen. Schließlich sind alle Menschen verschieden, haben unterschiedliche Gewohnheiten und Ansichten. Daher ist es wichtig, als Bewohner stets geduldig, tolerant und kompromissbereit zu sein. So können Streitigkeiten vermieden werden.

Eine weitere Herausforderung von Senioren-WGs ist, dass sich der gesundheitliche Zustand der Mitbewohner aufgrund ihres Alters verändern kann. Dann fällt es ihnen zunehmend schwieriger, den Alltag zu meistern und Positivität auszustrahlen. Dies kann sich auch auf die Stimmung der anderen Bewohner bedrückend auswirken, was dazu führt, dass sie sich womöglich nicht mehr gegenseitig aufbauen können. In solchen Fällen sollte fachlich geschultes Personal zur Unterstützung herangezogen werden.

Für ein gemeinsames Leben in einer Alten-WG ist es zudem essenziell, seine Pflichten wahrzunehmen und sich an die Hausordnung zu halten. Entscheidungen der Mehrheit müssen akzeptiert und alle Mitbewohner respektiert werden. Nur so kann ein faires und harmonisches WG-Leben gewährleistet werden.

Was kostet das Leben in einer solchen Wohngemeinschaft?

Die Kosten für eine Senioren-WG hängen von den regulären Kauf- und Mietpreisen auf dem örtlichen Wohnungsmarkt ab. So können beispielsweise die Mieten in Berlin teurer ausfallen als in Leipzig. Einen Pauschalpreis zu nennen, ist daher sehr schwierig.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass die Bewohner die Kaltmiete für ihren privaten Wohnbereich selbstständig zahlen und die Kosten für die gemeinsam genutzten Flächen aufeinander aufteilen. Dazu kommen anteilige Nebenkosten (beispielsweise für Wasser, Strom und Internet) sowie Zusatzkosten für die Inanspruchnahme von Hilfspersonal oder Pflegediensten.

Pflegebedürftige Personen mit anerkanntem Pflegegrad können einen Teil der Kosten allerdings auch über die Pflegekasse abrechnen. Beispielsweise können sie mithilfe des monatlichen Wohngruppenzuschlags eine Hilfsperson für ihren Einsatz entschädigen.

Wie finde ich die passende Senioren WG?

Um eine geeignete Wohngemeinschaft finden zu können, lohnt sich der Besuch in einem Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe. Dort können Sie sich erkundigen, wo zurzeit Wohnraum angeboten wird oder ob es Interessenten für Ihre eigene WG gibt. Lokale Kleinanzeigen und Aushänge in Seniorenzentren sind ebenfalls hilfreich, vor allem bei der Suche nach privaten Wohngemeinschaften. Informationen zu betreuten Pflege-WGs finden Sie hingegen bei ambulanten Pflegediensten.

Darüber hinaus bietet auch das Internet viele Möglichkeiten, Wohngemeinschaften zu finden. Beispielsweise können Sie die Internetseiten von Wohnungsbaugesellschaften und verschiedene Immobilienportale nach passenden Angeboten durchsuchen. Verschiedene Funktionen ermöglichen es dabei, nach Lage, Preis und Wohnungsgröße zu filtern.

Des Weiteren können Sie auch selbst eine Anzeige schalten. Dies ist unter anderem im „Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V., Bundesvereinigung“ möglich.

Neben dem Wohnen in einer Senioren-WG gibt es andere Wohnformen, die für ältere Menschen in Frage kommen. Seniorenheime, Mehrgenerationenwohnen und betreutes Wohnen können geeignete Möglichkeiten sein, Betreuung ins Leben zu bringen.

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