MS Schub

Multiple Sklerose Schub – Informationen für Betroffene

Charlotte Weidenbach
Charlotte Weidenbach

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Die Multiple Sklerose als chronische Nervenerkrankung kann durch einen progredienten oder einen schubförmigen Verlauf gekennzeichnet sein. Ein MS Schub kann durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden. Dabei treten entweder neue Symptome von MS auf oder bereits bestehende MS Symptome verschlechtern sich.

Wir erklären Ihnen im folgenden Artikel, was ein Schub bei MS bedeutet werden und wie MS Schübe behandelt werden. Pflegen Sie einen Angehörigen mit MS und ist die Krankheit bereits fortgeschritten, sind Sie vielleicht bereits mit dem Umgang von MS Schüben etwas vertraut. Dennoch haben wir viele interessante Informationen auch für Sie zusammengetragen.

Inhalt

Ein MS Schub ist gekennzeichnet durch das Auftreten von neuen oder bereits bekannten MS Symptomen und dauert mindestens 24 Stunden.

Definition

Ein MS Schub dauert mindestens 24 Stunden. Beispielsweise wird ein kurzzeitiges Kribbeln in den Beinen oder Muskelkrämpfe bei einer bekannten MS, das nur einige Minuten dauert, nicht als Schub bezeichnet.

Der Abstand von zwei MS Schüben muss mindestens 30 Tage betragen. Treten also Symptome nur eine Woche nach der Besserung eines Schubs erneut auf, so werden diese noch zum vorigen MS Schub gezählt.

Außerdem darf es keinen erkennbaren Auslöser für den MS Schub geben. Häufig verschlechtern sich die MS Symptome bei Fieber oder Infektionskrankheiten. Auch starke körperliche und psychische Belastungssituationen können Auslöser für eine Verschlechterung der Symptomatik sein. Sind solche äußeren Ursachen zu finden, sprechen Ärzte von einem Pseudo-Schub.

Bei einem Schub liegt eine subjektive Beeinträchtigung von körperlichen Funktionen vor. Meist kann diese durch ärztliche Untersuchungen objektiviert werden. Ärzte erkennen einen MS Schub beispielsweise in einer MRT-Aufnahme des Gehirns mit Kontrastmittel. Dort werden frische MS Herde sichtbar, die durch die Nervenentzündung entstehen und die vielfältigen Symptome verursachen können.

Prinzipiell kann es bei allen MS Formen zu Schüben in unterschiedlicher Ausprägung kommen.

Formen von MS, bei denen Schübe auftreten

Der Verlauf von Multipler Sklerose kann schubförmig oder progredient sein.Definitionsgemäß ist insbesondere die schubförmige (relapse-remitting) MS (RRMS) von mehr oder weniger starken Schüben geprägt. Insbesondere zu Beginn der Erkrankung bilden sich diese jedoch oft ohne Restsymptome zurück. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung kann die schubförmige MS (RRMS) in eine progrediente MS übergehen und wird dann sekundär progrediente MS genannt (SPMS). Auch die definitionsgemäß hauptsächlich nicht schubförmig verlaufende primär progrediente MS (PPMS) kann sich insbesondere am Anfang mit geringer ausgeprägten Schüben äußern, bei denen sich die Symptome jedoch nicht vollständig zurückbilden. Deshalb wird diese Verlaufsform als progredient (fortschreitend) bezeichnet.Die Definition der vorliegenden MS Verlaufsform ist für die Therapie wichtig, da je nach Art der MS etwas unterschiedliche Therapieansätze und -schwerpunkte existieren.

Bei einem MS Schub ist insbesondere die Sensibilität und die Motorik betroffen. Häufig kommt es zu Kribbeln in den Beinen oder Händen.

Symptome: MS Schub

Neben den genannten, können auch Lähmungen auftreten, die oft zunächst die Finger, Hände und Füße betreffen und sich nach dem Schub meist vollständig zurückbilden, sind nicht selten. Viele Betroffene leiden unter Muskelkrämpfen (Spastiken) im Rahmen eines MS Schubs, die zu Gelenkschmerzen führen. Es kann daher durch die MS zu Knieschmerzen, Hüftschmerzen oder Schulterschmerzen kommen.

Außerdem kann das Sehen bei einem MS Schub beeinträchtigt sein. Manche Patientinnen leiden unter Augenbewegungsschmerzen, unscharfem Sehen oder Doppelbildern.

Der erste MS Schub wird häufig nicht als solcher erkannt, da Patientinnen nicht sofort zum Arzt gehen und die Symptome meist von selbst wieder aufhören. Im Durchschnitt erfolgt die Diagnosestellung von MS erst 3,4 Jahre nach dem ersten Schub. Je früher Sie einen MS Schub jedoch erkennen, desto schneller kann eine gute Therapie erfolgen. Wenn Sie Symptome haben oder hatten, die auf eine MS hindeuten könnten, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen.

Natürlich ist nicht jedes Kribbeln in den Beinen oder jede Art von Knieschmerzen durch eine MS bedingt. Es gibt viele andere, oft harmlose Ursachen für solche unspezifischen Symptome. Bei starken Augenschmerzen und Sehstörungen sowie ausgeprägten Missempfindungen, insbesondere wenn junge Frauen betroffen sind, werden Ärzte jedoch hellhörig und es sollte eine weitere Diagnostik erfolgen.

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Die Dauer eines MS Schubs beträgt definitionsgemäß mindestens 24 Stunden.

Dauer: MS Schub

Die Mindestdauer beträgt 24 Stunden. Die maximale Dauer eines MS Schubs kann sehr unterschiedlich sein. Manche Schübe dauern wenige Tage, andere mehrere Wochen an. Bestehen Symptome relativ kontinuierlich über ein Jahr, sprechen Ärzte nicht mehr von einem schubförmigen, sondern von einem progredienten Verlauf.

Je kürzer die Schübe andauern, desto besser ist die Prognose bei MS. Eine gute Schubtherapie trägt zu einer Verbesserung der Symptome und einer Verkürzung der Schübe bei, was die Lebensqualität von MS Patientinnen deutlich verbessern kann.

In den meisten Fällen wird ein Schub medikamentös im Krankenhaus behandelt und überwacht.

Therapie: MS Schub

Für die Schubtherapie im Rahmen der MS gibt es zwei Optionen. Der MS Schub wird in den meisten Fällen stationär im Krankenhaus behandelt, um Nebenwirkungen der Medikamente und die Symptome zu überwachen.

Die Therapie der ersten Wahl ist die Behandlung mit hochdosiertem Methylprednisolon intravenös über drei bis fünf Tage. Wenn die Therapie nicht anschlägt, kann sie in Ausnahmefällen auf bis zu zehn Tage verlängert werden. Die zweite Therapieoption ist die Plasmapherese zur Filterung von Blutbestandteilen, die für die Entzündung bei MS mitverantwortlich sind.

Die Schubtherapie bei MS ist wichtig zur Verkürzung der Schubdauer und trägt damit zu einer zeitweisen Verbesserung der Symptomatik bei. Bislang konnte jedoch kein Einfluss auf den Langzeitverlauf der Erkrankung nachgewiesen werden.

Wenn Sie unter MS leiden und einen Schub vermuten, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt aufsuchen. Die Anbindung an eine MS Ambulanz, die von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zertifiziert ist, wird für alle Betroffenen empfohlen. Auf den Seiten der DGMS finden Sie auch eine in Ihrer Nähe gelegene MS Klinik.

Die ersten MS Schübe werden oft nicht als solche erkannt und bilden sich vollständig auch ohne Therapie zurück.

Konsequenzen: MS Schub

Auch im Verlauf kann durch eine adäquate Schubtherapie eine komplette Remission erfolgen, ohne das Restsymptome bestehen bleiben.

Bei der Mehrheit der Patientinnen mit zunächst schubförmig verlaufender Erkrankung kommt es jedoch nach mehreren Jahren zu einem unvollständigen Rückgang der Symptomatik, also zu einem Übergang in die sekundär progrediente MS.

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Die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung von Schüben ist die immunsuppressive Therapie.

Vorbeugung

Die immunsuppressive Therapie kann als sogenannte verlaufsmodifizierende Therapie die Häufigkeit und Stärke von Schüben reduzieren und den langfristigen Verlauf der MS Krankheit verbessern.

Wenn Sie von MS betroffen sind, sollten Sie außerdem beachten, Auslöser für einen MS Pseudo-Schub zu vermeiden. Natürlich ist eine Verhinderung von Infektionen mit Bakterien oder Viren nicht immer möglich. Da aber die meisten Patientinnen mit MS die Immunsuppressionstherapie lebenslang einnehmen, sind sie stärker infektgefährdet und sollten sich deshalb besonders schützen. Gerade wenn Sie eine immunsupprimierende Therapie einnehmen, sollten Sie sich regelmäßig die Hände waschen und eventuell einen Mund-Nasen-Schutz in öffentlichen Verkehrsmitteln und Supermärkten tragen.

Quellen:

Amboss: Multiple Sklerose

DGN / KKNMS Leitlinie zur Diagnose und Therapie der MS

Karl Masuhr, Marianne Neumann: Duale Reihe Neurologie, 6. Auflage, Thieme Verlag.

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