• Herzschrittmacher - ein kleiner Eingriff mit großer Wirkung

Ein Herzschrittmacher wurde das erste Mal im Jahre 1958 eingesetzt. Seitdem hat er sich in vielen Fällen als unentbehrlich erwiesen, um eine Herzrhythmusstörung zu korrigieren. Über Elektroden, die als Taktgeber dienen, wird das Herz zu regelmäßigen Schlägen angeregt. Indiziert ist der Herzschrittmacher vor allem bei einer Bradykardie, einem zu langsam schlagenden Herzen. Der Herzschrittmacher muss von einem Defibrillator unterschieden werden, für den andere Indikationen gelten.herzschrittmacher

Welche Krankheiten erfordern einen Herzschrittmacher?

Eine Rhythmusstörung des Herzens kann sich auf vielfältige Art und Weise äußern. Das Herz kann zu langsam, zu schnell oder unregelmäßig (Tachykardie) schlagen. In allen diesen Fällen kann es zu mehr oder weniger starken gesundheitlichen Einschränkungen wie zum Beispiel

  • Schwindelgefühlen

  • Kreislaufproblemen

  • verminderter Leistungsfähigkeit

In besonders schweren Fällen kann akute Lebensgefahr bestehen, wodurch sofortiges Handeln erforderlich wird. Ob ein Herzschrittmacher indiziert ist, muss individuell festgestellt werden. Dazu sind verschiedene Untersuchungen wie zum Beispiel

-das Ruhe-, Belastungs- oder Langzeit-EKG,

-Ultraschall oder

-das Blutbild erforderlich.

Unter Umständen kann auch eine Computertomographie (CT) angezeigt sein. Der Arzt entscheidet dann, ob eine medikamentöse Behandlung ausreichend ist, oder ob ein Herzschrittmacher eingesetzt werden muss. Er kann auch bei einer Herzinsuffizienz sinnvoll sein.

Operation und Kontrolluntersuchungen

Es ist heute in der Regel nicht mehr nötig, den Schrittmacher unter Vollnarkose einzusetzen. Dies geschieht unter örtlicher Betäubung. Der Patient kann dadurch live miterleben, was geschieht. Insgesamt dauert die Operation etwa 30 bis 45 Minuten. Der Schrittmacher wird individuell eingesetzt und sorgt von nun an als zuverlässiger Taktgeber für einen gleichmäßigen Herzschlag.

Durch einen Herzschrittmacher lässt sich die Lebensqualität vieler Patienten deutlich steigern. Sie können meistens ganz normal arbeiten und ihre Freizeit gestalten. Auch Sport ist bis auf wenige Ausnahmen drin. Im Zweifelsfalle ist immer eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu empfehlen.

  • Der Schrittmacher muss regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf eingestellt werden. Das kann auch von außen geschehen.

  • Die Handy- und Computernutzung ist für die Patienten oftmals uneingeschränkt oder nur mit wenigen Einschränkungen möglich.

  • Auf Flughäfen sollten Sicherheitshinweise für Herzschrittmacherträger unbedingt beachtet werden.

  • Der Patient erhält nach dem Einsetzen des Schrittmachers einen Ausweis, den er immer bei sich tragen sollte, damit in kritischen Situationen schnell geeignete Maßnahmen ergriffen werden können.

  • Eine MRT Untersuchung sollte bei einem Herzschrittmacherträger vermieden werden.

Ein Herzschrittmacher kann Leben retten

Ein Herzschrittmacher ist für viele Personen unentbehrlich. Er kann die Lebensqualität steigern und sogar Leben retten. Die technische Entwicklung ist im Laufe der letzten Jahrzehnte immer weiter fortgeschritten. Moderne Schrittmacher sind viel kleiner als frühere Schrittmacher, leisten aber umso mehr. Das ist sowohl für den Patienten als auch für den behandelnden Arzt von großem Vorteil.