• Dekubitus durch Druckbelastung und Bettlägerigkeit

Dekubitus ist ein Bereich einer Hautentzündung und dem darunterliegenden Gewebe. Einer der Hauptgründe ist eine längere Druckbelastung, welche die Durchblutung der Haut stört. Daher treten diese besonders bei Patienten mit verringerter Beweglichkeit auf – besonders wenn sie bettlägerig oder auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Dekubitus

Definition von Dekubitus

Ein Dekubitus ist eine chronische Wunde, welche durch die Ausübung von länger anhaltendem Druck auf die Haut entsteht. Weitere Bezeichnungen sind Druckgeschwür oder Wundliegen. Die Braden-Skala ist eine Dekubitusrisikoskala  und besteht aus sechs Unterskalen, die klinische Faktoren sowie Gewebetoleranz auf Druck messen. In Deutschland entwickeln jährlich fast 400.000 Menschen einen Dekubitus. Jeder zweite Bewohner in einem Pflegeheim ist oder war bereits betroffen. In der ambulanten Pflege liegt der prozentuale Anteil bei 30 Prozent.

Faktoren und Ursachen

Viele Faktoren können Ursache zur Entstehung sein. Die drei wichtigsten Faktoren sind:

  • Druck (Auflagedruck)

    der Druck mit dem der Körper auf eine Unterlage einwirkt

  • Zeit (Druckverweildauer)

    wie lange man auf einer bestimmten Stelle liegt und Druck ausübt

  • Disposition (Risikofaktoren)

    die Haut kann durch Inkontinenz, Fieber oder Übergewicht geschädigt werden

Betroffene Stellen

Ein Dekubitus kann an jeder Körperstelle entstehen. Gefährdet sind Körperstellen, welche eine sehr dünne Fettschicht zwischen Haut und Knochen aufweisen. Einige Beispiele sind die Fersen, die Region oberhalb des Steißbeines oder der Hinterkopf.

Vor Allem Menschen, welche lange liegen oder sitzen, weisen ein erhöhtes Risiko zur Entstehung eines Dekubitus auf. Eine der häufigsten Formen von Dekubitus ist Ulcus cruris, welches eine tiefe, meist nässende Wunde im Bereich des Unterschenkels ist.

Tipps und Hilfsmittel

Hier finden Sie einige hilfreiche Tipps für die Dekubitusprophylaxe:

  • 1. Achten Sie auf den Zeitraum. Innerhalb von 2 Stunden kann bereits ein Dekubitus entstehen.

    Ändern Sie nach einem festgelegten Plan ihre Sitz- oder Liegeposition. Dokumentieren Sie die Zeit und die Position.

  • 2. Legen Sie ein besonderes Augenmerk auf die Haut.

    Erste Rötungen sollten ernst genommen werden und mit einem Positionswechsel oder mit Hilfe eines Kissens entlastet werden.

  • 3. Verwenden Sie spezielle Hilfsmittel.

    Krankenkassen stellen Lagerungsschlangen oder Sitzkissen zur Verfügung.

  • 4. Achten Sie auf ein faltenfreies Liegen.

    Legen Sie alle harten Gegenstände wie beispielsweise Fernbedienung oder Schmuck auf einen Beistelltisch.

  • 5. Matratze ist nicht gleich Matratze. 

    Verwenden Sie spezielle Matratzen wie eine Wechseldruck- oder Antidekubitusmatratze um bestimmte Hautareale gezielt zu entlasten.

  • 6. Schützen Sie Ihre Haut.

    Cremen Sie Ihre Haut ein. Besonders empfehlenswert sind Wasser-in-Öl Bodylotions. Achten Sie beim Kauf auf pH-neutrale Pflegeartikel.

  • 7. Urin und Schweiß greifen besonders die Haut an.

    Wechseln Sie regelmäßig Ihre Kleidung. Hilfsmittel wie Urinflaschen sowie Bettschutzeinlagen sind geeignet.

  • 8. Essen Sie viel Gemüse, Obst und Eiweiß.

    Richten Sie Ihr Essen geschmackvoll an – gesunde Ernährung ist das A und O. Nehme- Sie Mahlzeiten zusammen in der Gruppe ein.

  • 9. Achten Sie auf Ihre Flüssigkeitszufuhr.

    Richten Sie Ihr Essen geschmackvoll an – gesunde Ernährung ist das A und O. Nehme- Sie Mahlzeiten zusammen in der Gruppe ein.

Der Fingertest

Der Fingertest kann helfen, um einen Dekubitus zu erkennen.

Mit dem Finger drückt man einige Sekunden auf die gerötete Hautstelle. Beim Zurückziehen des Fingers beobachtet man die Haut. Bei Bildung eines weißlichen Flecks, welcher binnen weniger Sekunden wieder rötlich einfärbt, ist von keinem Dekubitus auszugehen.

Dekubitus Fingertest
Dekubitus Lagerung

Lagerungshilfsmittel

Als Lagerungshilfsmittel eignen sich Handtücher, Bettdecken oder Kissen besonders gut.

Um negative Auswirkungen auf das Bettklima und die Bewegungs- möglichkeiten der der betroffenen Person zu vermeiden, sollte hierbei jedoch das