Pflegegrad 5

Pflegegrad 5

Eine Person mit Pflegegrad 5 hat den in Deutschland höchsten Pflegegrad, den es überhaupt gibt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann die betroffene Person nicht mehr viele alltägliche Dinge alleine bewältigen. Hierfür sind zur Bewältigung des Alltags sind die Betroffenen daher oft auf Hilfe von Außen angewiesen. 

Hat einer Ihrer Angehörigen oder eine andere nahestehende Person den Pflegegrad 5? Sind Sie zudem an der Organisation der Pflege beteiligt, haben Sie sicher viele Fragen. Wir wollen im folgenden klären, was Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 5 und deren Angehörigen an Unterstützung durch die Pflegeversicherung zusteht.

Inhalt

Was bedeutet Pflegegrad 5?

Der Pflegegrad 5 ist hier der höchste Pflegegrad, der in Deutschland vergeben wird. Bereits Pflegegrad 4 definiert sich als “Schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit und der Fähigkeiten”. 

Bei Pflegegrad 5 gilt dieselbe Definition nur noch mit der Erweiterung, dass zusätzlich “… besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung” vorliegen . Bei Pflegegrad 5 stehen den Betroffenen daher auch die höchsten Leistungen der Pflegeversicherung zu.

Wird einer Person Pflegegrad 5 zugeordnet, ist die selbständige Bewältigung des Alltags nahezu unmöglich und außerdem ein hoher Pflegebedarf vorliegt.

Wann erhält ein Pflegebedürftiger Pflegegrad 5?

Hierbei obliegt die Ermittlung des Pflegegrads dem sogenannten Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Um einen Pflegegrad zu erhalten, müssen Pflegebedürftige oder deren Angehörige einen Antrag auf Pflegegrad bei der zuständigen Pflegekasse stellen. Die Pflegekasse erreichen Sie dabei über die jeweilige Krankenkasse.

Nachdem der Antrag gestellt ist, wird Sie in der Regel innerhalb von vier Wochen ein Mitarbeiter des MDK den Antragsteller besuchen und sich vor Ort ein Bild über den Pflegebedarf machen.

Schließlich erfolgt die Bewertung der Fähigkeiten bzw. Einschränkungen des Pflegebedürftigen anhand eines standardisierten Fragebogens. Das sogenannte Neue Begutachtungsassessment betrachtet hierfür fünf verschiedene Lebensbereiche, bei denen Einschränkungen vorliegen. Da der Pflegebedürftigkeitsbegriff seit der Pflegereform von 2017 auf die Selbständigkeit von Pflegebedürftigen abzielt, werden die fünf Lebensbereiche je nach Einfluss auf die Selbständigkeit unterschiedlich stark gewichtet. Die Lebensbereiche sowie deren Gewichtung für die Gesamtpunktzahl lauten:

  • Mobilität mit 10 Prozent
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten mit 15 Prozent
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte mit 15 Prozent
  • Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen mit 20 Prozent
  • Selbstversorgung mit 40 Prozent

Des Weiteren werden die in dem Gutachten festgestellten Einzelpunkte für jeden Lebensbereich aufsummiert. Anschließend ergibt die Addition der gewichteten Lebensbereiche den Gesamtwert der Begutachtung.

Liegt dieser Gesamtwert zwischen 90 und 100 Punkten, liegt Pflegegrad 5 vor. Bei Vorliegen einer besonderen Bedarfskonstellation, kann der Medizinische Dienst des Bundes auch dann Pflegegrad 5 zuordnen, wenn der Gesamtwert unterhalb der 90 Punkte liegt. 

Welche finanziellen Unterstützungen bekommen Pflegebedürftige mit Pflegegrad 5 von der Pflegekasse?

Wie bereits erwähnt, beim Pflegegrad 5 liegen bei den Pflegebedürftigen schwerste Beeinträchtigungen vor. Zusätzlich sind die Anforderungen an die Pflege als besonders hoch bewertet. Das bedeutet, dass den Betroffenen die höchstmögliche finanzielle Unterstützung durch die Pflegeversicherung zustehen.

Es gibt verschiedene Arten von Leistungen der Pflegekassen. Jene, die sich auf die tatsächliche Pflege – die körperbezogenen Pflegemaßnahmen sowie die pflegerische Betreuung – beziehen, steigen in ihrer Höhe mit dem Pflegegrad. Das ist nachvollziehbar, da die Pflege und benötigte Hilfe im Alltag bei höherer Pflegebedürftigkeit zunimmt.

Andere Leistungen sind für alle Pflegegrade gleich. Manche sind monatlich Leistungen, wiederum andere sind einmalige oder Leistungen, die für das gesamte Kalenderjahr gelten.

Die Voraussetzung, um Anspruch auf sämtliche Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten ist, dass der Pflegebedürftige in häuslicher Umgebung gepflegt wird.

Wenn ein Pflegebedürftiger hingegen vollstationär in einer Pflegeeinrichtung lebt, steht ihm zwar auch ein monatlicher Betrag von der Pflegeversicherung zur Verfügung. Dieser Betrag ist dann allerdings der einzige Zuschuss, den die Pflegeversicherung stationärer gepflegten Pflegebedürftigen bezahlt. 

Die Unterstützung der Pflegeversicherung für stationäre Pflege ist also gegenüber häuslicher Pflege am geringsten. Da zudem Kosten für die Unterbringung und Verpflegung immer privat zu finanzieren sind, ist die vollstationäre Pflege auch bei Pflegegrad 5 die kostspieligste Pflegeform

Leistungen, die für alle Pflegegrade gleich hoch sind

Einige monatliche und jährliche Leistungen der Pflegekassen sind für alle zu Hause gepflegten Pflegebedürftigen – egal welchen Pflegegrads – identisch. Zum Beispiel sind das die monatlichen Zuzahlungen für den Hausnotruf, die Pflegehilfsmittel oder der Entlastungsbetrag.

Ebenso sind einige einmalige Leistungen unabhängig vom Pflegegrad für alle gleich: Zum Beispiel die Anschubfinanzierung, wenn Pflegebedürftige in eine Pflege-Wohngemeinschaft mit anderen Pflegebedürftigen ziehen. Oder auch Zuschüsse zu notwendigen Umbaumaßnahmen der Wohnung der Betroffenen.

Wenn die zu pflegende Person vertreten werden muss, bleiben die zur Verfügung stehenden Pflegebeträge für alle Pflegegrade identisch. Das erscheint etwas überraschend, denn die Unterbringung in Kurzzeitpflege oder das vertretungsweise Engagieren eines ambulanten Pflegedienstes ist für höhergradig Pflegebedürftige erwartungsgemäß mit höheren Kosten verbunden als für leicht Pflegebedürftige.

Leistungen die mit dem Pflegegrad steigen

Die Beträge, die die Pflegeversicherung für die tatsächlich erforderliche körperbezogene Pflege und die notwendigen Betreuungsmaßnahmen zahlt, steigen mit dem Pflegegrad. Bei Pflegegrad 5 erhalten Betroffene daher die maximalen Leistungsbeträge. 

Außer der stationären Pflege, die andere Pflegeformen ausschließt, besteht die Möglichkeit andere miteinander zu kombinieren. Genaueres dazu erklären wir weiter unten bei den finanziellen Pflegeleistungen. 

Wie erfolgt die Bezahlung der Pflegeleistungen?

Für die grundsätzliche Pflegeart wird für mindestens sechs Monate ein Versorgungsvertrag mit der Pflegeversicherung abgeschlossen. Wird ein Pflegebedürftiger von einem ambulanten Pflegedienst gepflegt, verrechnet die Pflegekasse die monatlichen Kosten direkt mit dem Pflegedienst. Ebenso schließen die Pflegekassen für teilstationäre oder vollstationäre Pflege Versorgungsverträge mit den jeweiligen Pflegeeinrichtungen ab. 

Außer den notwendigen Zuzahlungen für die sogenannten “Hotelkosten” in Pflegeeinrichtungen, also Unterbringung und Verpflegung plus eventuelle Investitionskosten, müssen die Pflegekosten von den Pflegebedürftigen nicht auslegen. Das ist beruhigend, weil es sich monatlich um hohe Beträge handelt.

Grundsätzlich wird bei der Verrechnung der Leistungen versucht, dass den Pflegebedürftigen und deren Angehörige möglichst viel Aufwand erspart bleibt. Für die Pflege durch die Angehörigen steht den Pflegebedürftigen das sogenannte Pflegegeld zu. Dafür sind zum Beispiel für die Verwendung des Geldes keine Belege nötig. Nach § 37 des elften Sozialgesetzbuches darf das Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen verwendet werden.

Das Pflegegeld ist der einzige Betrag, der von der Pflegeversicherung regelmäßig jeden Monat aufs Konto des Pflegebedürftigen überwiesen wird. Es liegt im Ermessen des Pflegebedürftigen, wie er das Geld verwendet. Überwiegend geben diese das Geld aber an die pflegenden Angehörigen als Aufwandsentschädigung weiter.

Eine Pflegekassen-Leistung, und zwar die monatlichen Pflegehilfsmittel, laufen aber über das Prinzip der Kostenerstattung. Pflegehilfsmittel sind jene Einwegprodukte, die bei der Pflege zu Hause zum Schutz des Pflegebedürftigen und des Pflegenden zu verwenden: Mundschutz, Einweghandschuhe, Schutzkittel, Desinfektionsmittel und andere. Das heißt, die Pflegebedürftigen können für einen Betrag von 40 Euro, bzw. 60 Euro während der Corona-Pandemie, jeden Monat ihre Pflegehilfsmittel besorgen. Im Anschluss werden die Belege bei der Pflegeversicherung eingereicht und die Kosten bis zum Maximalwert erstattet.

Unsere PflegeBox

Wir von der Pflegebox sind der Meinung, dass das für Pflegebedürftige auch einfacher gehen sollte. Daher bieten wir einen angenehmen Bestelldienst für die monatlichen Pflegehilfsmittel an. Über Ihr persönliches Konto können Sie die benötigten Hilfsmittel bestellen. Wir schicken sie Ihnen pünktlich und diskret verpackt jeden Monat an die gewünschte Adresse.

Und damit Sie keine Belege einreichen oder Geldeingänge nachvollziehen müssen, übernehmen wir direkt auch die Abrechnung mit der zuständigen Pflegekasse. Wenden Sie sich einfach an unsere freundlichen Kundendienstmitarbeiter und bestellen Sie zukünftig Ihre Pflegehilfsmittel bequem über uns.

Die Leistungen und deren Höhe bei Pflegegrad 5 im Überblick

Die im Folgenden aufgeführten Leistungen stehen allen Pflegebedürftigen bei Pflegegrad 5 zu, dessen Pflege zu Hause oder überwiegend zu Hause erfolgt. 

Besonders bei vollstationärer Pflege in einem Pflege- oder Altenheim besteht lediglich die folgende monatliche Leistung der Pflegeversicherung. Alle weiteren unten aufgeführten Leistungen stehen dieser Personengruppe nicht zu.

Leistungen bei vollstationärer Pflege

Die vollstationäre Pflege ist eine besondere Art der Pflege. Hier werden Pflegebedürftige in einer speziellen Pflegeeinrichtung rund um die Uhr betreut. Auch für diese Pflegeform hält die Pflegeversicherung einen monatlichen Zuschuss bereit. 

Dieser beträgt bei Pflegegrad 5 zur Zeit 2.005 Euro im Monat. Es ist möglich dieses Geld für den Kostenanteil für die medizinisch notwendigen Pflegeaufwendungen zu benutzen. Von der Pflegeversicherung nicht bezahlte Kosten sind, zum Beispiel die für die Unterbringung sowie die Verpflegung der Betroffenen. Ebenso erheben die vollstationären Einrichtungen in der Regel einen einrichtungseinheitlichen Eigenanteil, der für jeden Bewohner derselben Einrichtung identisch hoch ist. Eventuell erheben die Pflegeheime darüber hinaus Investitionskosten. Sämtliche dieser zusätzlichen Kosten sind vom Pflegebedürftigen oder deren Angehörigen selbst zu finanzieren.

Leistungen für zu Hause Gepflegt bei Pflegegrad 5 im Monat

Die Pflegeversicherungen zahlen die verschiedenen Leistungen entweder monatlich oder sie gelten für das gesamte Kalenderjahr. Weiterhin gibt es Leistungen, die Versicherte grundsätzlich nur einmalig in Anspruch nehmen können.

Das Pflegegeld und die Pflegesachleistungen

Außerdem können zu Hause Gepflegte die körperliche Pflege sowie pflegerische Betreuung grundsätzlich auf zwei Arten erhalten:

  • Durch die Pflege von Angehörigen bzw. selbst beschaffte Pflegehilfen
  • Durch die Pflege eines ambulanten Pflegedienstes

Für beide stehen monatliche Budgets von der Pflegeversicherung zur Verfügung. Die Angehörigen oder andere Pflegehilfen sind dabei durch das sogenannte Pflegegeld zu entlohnen. Ein ambulanter Pflegedienst erhält als Vergütung die sogenannten Pflegesachleistungen.

Mit der Pflegeversicherung ist dabei für sechs Monate ein Vertrag über die gewählte Pflegeform abzuschließen.

Das Pflegegeld 

Der monatliche Betrag des Pflegegelds wird dem Pflegebedürftigen direkt als Barüberweisung auf sein Konto überwiesen. Es liegt im Ermessen des Pflegebedürftigen, wie er das Geld verwendet. Sichergestellt werden sollte allerdings, dass die erforderlichen Pflegemaßnahmen sowie Hilfe bei alltäglichen Angelegenheiten gewährleistet wird. In der Regel geben Pflegebedürftige den Großteil des Pflegegelds an die sie pflegenden Angehörigen weiter. 

Die Pflegesachleistungen

Wird die Pflege zu Hause durch einen ambulanten Pflegedienst übernommen, stehen für diesen die sogenannten Pflegesachleistungen zur Verfügung. Ambulante Pflegedienste bieten über die tatsächlichen Selbstpflegemaßnahmen hinaus viele weitere Unterstützungmöglichkeiten an. So kann die häusliche Krankenpflege genauso organisiert werden, wie Alltagshelfer oder Beratungen für Angehörige. 

In der Regel schließen Pflegeversicherungen und ambulante Dienste Versorgungsverträge für sechs Monate ab. In diesen wird die gewählte Pflegeform für diese Zeit festgelegt.

Falls das monatliche Budget an Pflegesachleistungen nicht ausgeschöpft wird, ist eine Kombination der Pflegesachleistungen und Pflegegeld möglich.

Die Kombinationspflege durch Angehörige und einen Pflegedienst

Pflegebedürftige haben die Möglichkeit, sowohl finanzielle Leistungen für einen ambulanten Pflegedienst, als auch Pflegegeld für die selbstorganisierte Pflege zu erhalten. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass nicht der gesamte monatliche Betrag für die Pflegesachleistungen verwendet wird.

Die Kombination der beiden Pflegeformen wird demzufolge als Kombinationspflege bezeichnet. Der nicht genutzte prozentuale Anteil an Pflegesachleistungen, wird zusätzlich als Pflegegeld ausgezahlt.

Also werden zum Beispiel nur 75 Prozent vom Pflegesachleistungsbudget verwendet, wird bei der Kombinationspflege noch 25 Prozent des Pflegegeldes ausgezahlt.

Die Rechnung zum Zahlenbeispiel:

Pflegesachleistungen: 1.995 Euro * 0,75 = 1.496,25 Euro

Pflegegeld: 901 Euro * 0,25 = 225,25 Euro

In unserem Beispiel steht also bei der Kombinationspflege im Monat ein Budget von 1.496,25 Euro für den ambulanten Pflegedienst zur Verfügung. Für selbst beschaffte Pflege erhalten die Pflegebedürftigen darüber hinaus monatlich einen Betrag von 225,25 Euro als Pflegegeld. Diesen können sie den pflegenden Angehörigen weitergeben oder andere Betreuungs- oder Alltagshilfen bezahlen.

Tabellarische Übersicht über die monatlichen Leistungen und Beträge

Die Höhe der monatlichen Leistungen für Pflegegrad 5 entnehmen Sie der folgenden Tabelle. Des Weiterem erfolgt die Erklärung der weiteren Einzelposten im Anschluss.

Pflegegeld

901 Euro monatlich

Pflegesachleistungen

1.995 Euro monatlich

Zuschuss zur vollstationären Pflege

2.005 Euro monatlich

Leistungen für die teilstationäre Pflege

1.995 Euro monatlich

Entlastungsbeitrag

125 Euro monatlich

Zuschüsse zum Hausnotruf

23 Euro monatlich

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

40 Euro monatlich (60 während der Corona Pandemie)

Wohngruppenzuschlag für ambulante WG

214 Euro monatlich

Die teilstationäre Pflege

Die Pflegekassen bieten Pflegebedürftigen einen monatlichen Zuschuss für die sogenannte teilstationäre Pflege in Höhe von 1.995 Euro im Monat. Die teilstationäre Pflege bedeutet dabei, dass die Versorgung der Pflegebedürftigen an einzelnen Tagen oder über Nacht in einer Pflegeinstitution erfolgt. Man spricht daher auch von Tages- und Nachtpflege. Je nach den Bedürfnissen und Tageszeiten haben sie dort alles, was sie benötigen. 

Die teilstationäre Pflege ist für solche Fälle da, in denen eine Sicherstellung der durchgehenden Pflege zu Hause nicht gegeben ist. Sei es, dass die pflegenden Angehörigen tagsüber arbeiten, oder das eine pflegerische Betreuung auch in der Nacht gewährleistet sein muss.

Da das Wohl der Pflegebedürftigen im Fokus steht, ist es möglich Leistungen der teilstationären Pflege sogar neben voll ausgeschöpften Beträgen von Pflegesachleistungen oder Pflegegeld zu beanspruchen. 

Hierfür kann der Zuschuss auch für die Transportkosten zwischen dem Zuhause und der Pflegeeinrichtung genutzt werden. Lediglich die Kosten für die Unterbringung und die Verpflegung plus eventuelle Investitionskosten der Pflegeeinrichtung ist vom Pflegebedürftigen selbst zu tragen.

Der Entlastungsbetrag

Beim Entlastungsbetrag handelt es sich um einen flexibel einzusetzenden Betrag, der eingesetzt werden sollte, um die pflegenden Angehörigen zu entlasten. Das kann durch zusätzliche Hilfe von Außen geschehen oder durch die Aktivierung und Verbesserung der Selbständigkeit des Pflegebedürftigen. 

Die Anbieter dieser Hilfsangebote müssen dabei allerdings nach Landesrecht anerkannt und deren Qualität gesichert sein.

Da zusätzliche außerhäusliche Pflegeformen die Angehörigen in verschiedenen Situationen entlasten ist es folgerichtig, dass die Verwendung des Entlastungsbetrags auch für die Tages- und Nachtpflege und die Kurzzeitpflege verwendet wird. Auch kann er für solche Dienste von ambulanten Pflegediensten verwendet werden, die nicht zur pflegerischen Selbstversorgung gehören. Viele Pflegedienste bieten neben der Pflegetätigkeit auch weitere Hilfen, die Pflegebedürftige und deren Angehörige unterstützen.

Der Hausnotruf

Der Zuschuss von 23 Euro im Monat für einen Hausnotruf steht auch den Pflegebedürftigen bei Pflegegrad 5 zu. Es gibt sehr viele verschiedene Hausnotruf-Systeme, so dass für jeden der passende Notruf dabei sein sollte.

Oft übernehmen die Pflegekassen darüber hinaus auch die Kosten für den erstmaligen Anschluss eines Hausnotrufs.

Die Pflegehilfsmittel

Unter den Pflegehilfsmitteln werden alle Produkte verstanden, die die Pflegebedürftigen und deren pflegende Angehörige bei der Pflege zu Hause schützen. Das sind Produkte wie Mundschutz, Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, Schutzkittel oder auch Bettschutzeinlagen zum Wegwerfen. 

Monatlich steht dafür normalerweise ein Betrag von 40 Euro zur Verfügung. Wegen der starken Nachfrage nach diesen Produkten während des Corona Pandemie und in Folge gestiegenen Preisen liegt der Betrag während der Pandemie bei 60 Euro.

Ist Ihnen die monatliche Besorgung der Pflegehilfsmittel und Verrechnung mit der Pflegeversicherung zu aufwändig, wenden Sie sich gerne an uns. Wir können Ihnen die benötigten Pflegehilfsmittel jeden Monat zuschicken und darüber hinaus die Kosten direkt mit der Pflegekasse abrechnen.

Der Wohngruppenzuschlag

Immer öfter ziehen Pflegebedürftige mit anderen Pflegebedürftigen gemeinsam in eine sogenannten Pflege-Wohngemeinschaft. Das kann für alle Beteiligten große Vorteile bieten. 

Da sich durch Pflege-WGs auch für die Pflegekassen Kosten einsparen lassen, fördern Sie gemeinsames Wohnen von Pflegebedürftigen mit einem pauschalen Wohngruppenzuschlag von 214 Euro im Monat. Dieser steht außerdem jedem Mitbewohner der Pflege-WG unabhängig vom Pflegegrad und der Pflegeversicherung zu.

Leistungen, die einmalig sind oder jährlich verrechnet werden

Zusätzlich zu den obenstehenden monatlichen Leistungen bieten die Pflegekassen auch Leistungen an, die einmalig sind oder die der Pflegebedürftige in jedem neuen Kalenderjahr ein Mal beanspruchen kann.

Zu den jährlichen Leistungen gehören vor allem jene finanziellen Mittel, die eine Pflege-Vertretung abdecken. Besonders wenn Angehörige die Pflege übernehmen, sollte es für sie möglich sein in den Urlaub zu fahren. Mit verschiedenen Vertretungsmöglichkeiten kann man währenddessen sicherstellen, dass das pflegebedürftige Familienmitglied zu Hause eine gute Betreuung erhält.

Bis zu acht Wochen im Jahr können sich pflegende Angehörige auf Kosten der Pflegeversicherung bei der Pflege von Angehörigen vertreten lassen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir untenstehend näher erläutern.

Kurzzeitpflege

1.612 Euro jährlich

Verhinderungspflege

1.612 Euro jährlich

Verhinderungspflege die durch einen nahen Angehörigen ausgeführt wird

1,5 * 901 Euro Pflegegeld

= 1.351,50 Euro

Wohnraumanpassung

Einmalig bis zu 4.000 Euro je Umbaumaßnahme

Anschubfinanzierung Pflege-WG

2.500 Euro je Mitbewohner

Die Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege ist eine kurzzeitige Aufnahme von Pflegebedürftigen in einer vollstationären Einrichtung. Diese kann genutzt werden, wenn der pflegende Angehörige zum Beispiel durch Urlaub oder Krankheit verhindert ist. Oder auch wenn andere Gründe die kurzzeitige Unterbringung außerhalb des gewohnten Umfeldes nötig machen. 

Für die Unterbringung in der Kurzzeitpflege steht zudem jedes Jahr bis zu 1.612 Euro zur Verfügung. Dieser Betrag ist aber durch nicht genutzte Mittel aus dem Entlastungsbetrag noch steigerbar. Ebenso sind nicht genutzte Mittel aus der Verhinderungspflege zu verwenden. Wie das genau geht, zeigen wir weiter unten.

Die Verhinderungspflege

Des Weiteren bei der Verhinderungspflege bleibt der Pflegebedürftige, anders als bei der Kurzzeitpflege, in seinem gewohnten Umfeld. Lediglich wird die Pflege anderweitig organisiert, weil die gewohnte Pflegeperson zu vertreten ist. 

Mit dem Geld aus der Verhinderungspflege, ist es möglich für bis zu sechs Wochen im Jahr ein ambulanter Pflegedienst zu beauftragen, die zusätzliche Pflege zu übernehmen. 

Die gewohnte Pflegeperson kann sich aber auch durch eine andere, privat gefundene Person vertreten lassen. Dabei sollte gewährleistet sein, dass die Pflege wie gewohnt gewissenhaft durchgeführt wird.

Für beide Fälle steht hierfür im Jahr ein Betrag von 1.612 Euro zur Verfügung.

Falls sich der pflegende Angehörige durch einen anderen nahen Verwandten vertreten lässt, wird ein anderer Betrag vergütet. Vertritt ein naher Angehöriger die Pflegeperson, erhält dieser als Aufwandsentschädigung den eineinhalbfachen Betrag des üblichen Pflegegelds (also 1,5 * 901 = 1.351,50 Euro).

Verhinderungs- und Kurzzeitpflege kombiniert

Dennoch wollen manche Pflegebedürftige partout nicht in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung. Daher verwenden sie nie den jährlichen Betrag für die Kurzzeitpflege.

Bei anderen ist die Länge der Unterbringung in der Kurzzeitpflege allerdings total auszuschöpfen. 

Besonders für solche Fälle lassen sich die Budgets für Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege kombinieren

Die in einem Jahr nicht verwendeten Mittel der Verhinderungspflege, können zu 100 Prozent auch für die Kurzzeitpflege genutzt werden. Das heißt, dass für das Kalenderjahr ein Betrag von 3.224 Euro für die Kurzzeitpflege zur Verfügung steht. 

Falls das Budget für die Kurzzeitpflege nicht vollständig verbraucht wird, können 50 Prozent der übrigen Mittel für die Verhinderungspflege genutzt werden. Das bedeutet, dass in dem Kalenderjahr 2.418 Euro zur Finanzierung der Verhinderungspflege vorhanden sind. 

Die Wohnraumanpassung

Zu den grundsätzlich einmaligen Leistungen der Pflegeversicherung zählen vor allem die Zuschüsse für notwendige Umbaumaßnahmen im Zuhause von Pflegebedürftigen. Typischerweise wird hier oft das Bad umgebaut. Je Umbaumaßnahme kann dabei die Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro gewähren.

Die Anschubfinanzierung für eine Pflege-WG

Eine weitere einmalige Leistung ist die sogenannte Anschubfinanzierung für die Neugründung einer Pflege-WG. Mit dem Betrag von bis zu 2.500 Euro pro pflegebedürftigem Mitbewohner, ist es möglich  damit notwendige bauliche Maßnahmen oder andere im Zusammenhang der WG-Gründung anfallende Kosten zu tragen. Pro Wohngruppe ist dieser Betrag dabei auf 10.000 Euro begrenzt.

Welche nicht-finanziellen Angebote bieten Pflegekassen bei Pflegegrad 5 für Betroffene an?

Neben den erläuterten Leistungen finanzieller Art bieten Pflegeversicherungen den Pflegebedürftigen und deren Angehörigen auch weitere Leistungen an. 

Diese dienen vor allem der Sicherstellung der fachmännischen Pflege durch Angehörige. Einige sind daher sogar vorgeschrieben.

Pflegekurse für Angehörige

Übernehmen Angehörige zu Hause die Pflege von Betroffenen ist sicher zu stellen, dass der Pflegebedürftige die benötigte Pflege und Fürsorge erhält. Um dies zu gewährleisten, übernehmen die Pflegeversicherungen die Kosten für Pflegekurse von Angehörigen

Solche Kurse bieten ambulante Pflegedienste, Volkshochschulen, Nachbarschaftshilfen oder ähnliche Organisationen an. In kleinen Gruppen lernen Angehörige während der Kurse, wie sie die Pflegebedürftigen pflegen müssen. Vor allem werden sie auch für mögliche Probleme sensibilisiert, bei denen sie schnell reagieren und echte Fachleute hinzuziehen sollten. 

Neben dem Erlernen von Pflegewissens und -techniken sind solche Kurse auch gut geeignet, um sich mit anderen pflegenden Angehörigen auszutauschen.  

Pflegeberatungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige

Eine erste kostenlose Pflegeberatung steht Ihnen bereits innerhalb der ersten zwei Wochen nach Antragstellung auf Pflegegrad zu. Kann die Pflegeversicherung die Pflegeberatung nicht selbst organisieren, erhalten Sie einen Beratungsgutschein, mit dem Sie sich in einer neutralen Pflegeberatung beraten lassen. Die zuständige Pflegekasse wird Ihnen zusätzlich mögliche Pflegeberatungen nennen.

Bei zu Hause Gepflegten mit Pflegestufe 5 müssen vierteljährliche Beratungstermine in der Häuslichkeit des Pflegebedürftigen stattfinden. Damit soll vor allem die Qualität der Pflege gewährleistet werden. Die Beratungen finden zwischen Pflegebedürftigen, deren Angehörigen und dem persönlichen Pflegeberater statt. Dank ihrer umfangreichen Erfahrung, können die Pflegeberater Pflegebedürftige und deren Angehörigen in allen Fragen rund um die Pflege bestens beraten.

Quellen:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/pflegeimheim

https://www.mdk.de

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