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Grauer Star – Symptome und Behandlung der Katarakt

Claudia Barredo
Claudia Barredo

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Ein Grauer Star oder auch die Katarakt genannt, ist in Deutschland eine sehr häufige Erkrankung älterer Menschen. Jede dritte bis vierte Person in der Bundesrepublik wird im Laufe ihres Lebens aufgrund eines Grauen Stars operiert. Ab 75 Jahren leidet beinahe die Hälfte der Frauen an einer Katarakt. Männer sind etwas seltener betroffen als Frauen, aber ebenfalls häufig. Die Katarakt OP ist in Deutschland eine Routineoperation und stellt bisher die einzige Heilungsmöglichkeit dar.

Auch wenn der „Graue Star“ dem sogenannten „Grünen Star“ vom Namen ähnelt: Beide Augenerkrankungen sind völlig unterschiedlich.

Dieser Artikel informiert Sie zum Krankheitsbild „Grauer Star“ und beschreibt die operative Therapie. Sollten Sie weitere Fragen haben, so ist Ihr behandelnder Augenarzt oder Ihre behandelnde Augenärztin der bzw. die geeignete Ansprechpartner:in.

Inhalt

Grauer Star – Definition

Beim Grauen Star handelt es sich um eine Eintrübung der Linse. Die Linse befindet sich im Augenapparat direkt hinter der Pupille und ist als eine mit Flüssigkeit gefüllte, ovale Blase vorstellbar. Beim Sehen fallen die Lichtstrahlen durch die Pupille und durch die Linse hindurch.

Bei Gesunden ist die Flüssigkeit in der Linse glasklar und die Lichtstrahlen treten ungehindert hindurch. Dies ist eine der Voraussetzungen für ein scharfes Bild, ein normales Farbensehen und eine Hell-Dunkel-Sicht.

Bei Menschen, die an Grauem Star leiden, bilden sich mit der Zeit Proteinablagerungen und Bläschen in der Linse, die eine Linsentrübung verursachen. Dadurch verschlechtert sich nach und nach die Sehfähigkeit, bis Betroffene im unbehandelten Endstadium des Grauen Stars fast blind sind.

Eine Übersicht zu den häufigsten Augenkrankheiten im Alter sowie ihren Symptomen und Ursachen finden Sie in unserem Übersichtartikel zu Augenkrankheiten im Alter.

Der Unterschied zwischen Grauer Star und Katarakt

Der Graue Star und die Katarakt sind Synonyme und bezeichnen dieselbe Augenerkrankung. Das Wort „Katarakt“ bedeutet übersetzt „Wasserfall“. Der Name kommt vom früheren Glauben der Mediziner, die Linsentrübung entstehe durch herabtropfende Flüssigkeit.

Später etablierte sich der Begriff „Grauer Star“ durch die Graufärbung der Linse und den im Spätstadium starren Blick der Betroffenen.

Symptome, die beim Grauen Star auftreten

Wie bei den meisten chronischen Erkrankungen entwickeln sich auch beim Grauen Star die Symptome schleichend. Zu den typischen Katarakt Symptomen gehören:

  • Eine Sehverschlechterung, vergleichbar mit einem Nebelvorhang vor dem erkrankten Auge.
  • Eine Verschlechterung der Farbwahrnehmung. Betroffene beschreiben, Farben als weniger kräftig und leuchtend wahrzunehmen.
  • Das Gefühl, schneller geblendet zu sein.

Gelegentlich sehen Betroffene auf dem erkrankten Auge Doppelbilder, die auch beim zuhalten des gesunden Auges bestehen bleiben. Wird jedoch das kranke Auge zugehalten, verschwinden die Doppelbilder. Bei bestimmten Formen des Grauen Stars entsteht außerdem eine Kurzsichtigkeit auf dem erkrankten Auge

Stellen Sie bei sich oder einem bzw. einer Angehörigen die obenstehenden Symptome fest und gehen diese auch nach ein paar Tagen nicht weg, suchen Sie am besten einen Augenarzt oder eine Augenärztin auf.

Grauer Star – Ursachen der Entstehung

Der Graue Star hat keine eindeutigen Ursachen. Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass die Krankheit entsteht. Dazu gehört zum Beispiel ein erblich bedingtes Risiko. Auch bestimmte Allgemeinkrankheiten, wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), erhöhen das Risiko, einen Grauen Star zu entwickeln. Augenverletzungen oder -krankheiten, wie chronische Augenentzündungen oder alte Netzhautablösungen, tragen ebenfalls zur Entstehung einer Katarakt bei.

Eine langjährige Strahlenaussetzung, wie Röntgenstrahlung, begünstigt die Erkrankung ebenso. Der wichtigste und unveränderliche Faktor ist das höhere Lebensalter.

Gehören Sie zur älteren Generation ist es möglich, dass Augenprobleme nicht selten auf einen Grauen Star zurückzuführen sind. 

Der Graue Star und wie man ihn behandelt

Zur Behandlung des Grauen Stars gibt es bisher keine bekannte medikamentöse Therapie. Die einzige Heilungsmöglichkeit des Grauen Stars besteht zurzeit in einer Operation. Doch auch, wenn dies im ersten Moment erschreckend klingen mag: Die Katarakt-OP ist eine der am häufigsten durchgeführten Operationen in Deutschland und hat einen sehr guten Heilungserfolg.

Sind Sie noch nicht von der Notwendigkeit einer Operation überzeugt, so haben Sie in der Regel ausreichend Bedenkzeit. Je nach Stadium der Erkrankung kann eine Brille zur Überbrückung sinnvoll sein. Solange Sie gut sehen und zum Beispiel auch gefahrlos Autofahren können, ist eine OP noch nicht zwingend notwendig.

Auf lange Sicht bietet sie jedoch die einzige Heilungsmöglichkeit. Zu beachten ist, dass bei zu langem Fortschreiten der Erkrankung die Operation schwieriger ist, da die Linse starrer und unbeweglicher wird.

Ablauf der Operation des Grauen Stars

Beim gängigsten und bewährtesten Verfahren wird durch einen kleinen Schnitt am Auge die eingetrübte Linse entfernt (Phakoemulsifikation). An ihre Stelle wird eine durchsichtige Kunstlinse eingesetzt. In der Regel erfolgt die Operation in lokaler Betäubung. Am nebenwirkungsärmsten wirken betäubende Augentropfen. Eine Vollnarkose wird üblicherweise nur in Ausnahmefällen durchgeführt, ist jedoch in der Regel auch auf Wunsch der Patientin hin möglich. 

Meist handelt es sich um einen ambulanten Eingriff. Dies bedeutet, die Patientin oder der Patient kann anschließend nach Hause gehen, vorausgesetzt, es ist jemand da, der sich während der ersten 24 Stunden um sie kümmert. Nach einer Katarakt OP sollten Patienten nicht alleine mit dem Auto nach Hause fahren. Eine stationäre Aufnahme wird bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen empfohlen, oder auch, wenn keine anschließende Versorgung zu Hause möglich ist. 

Operation per Laser-Technik

Alternativ zur bisherigen Operationstechnik gibt es seit einiger Zeit bei manchen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit einer Laser-OP

Den Grauen Star zu lasern bedeutet nicht dasselbe wie eine Laserbehandlung bei Kurz- oder Weitsichtigkeit. Ob die Laser-OP der herkömmlichen Technik überlegen ist, ist bislang noch unklar.

Kosten der Operation des Grauen Stars

Die Kosten für eine Grauer-Star-OP wird in den meisten Fällen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern die Standardmethode (s.o.) angewendet wird.

Manche Menschen benötigen aufgrund anderer Augenerkrankungen, wie zum Beispiel einer Hornhautverkrümmung, eine spezielle Linse. Die Kosten hierfür werden häufig privat getragen. 

Auch eine Laser-OP ist in der Regel eine Zusatzleistung. Lassen Sie sich daher vor der Operation genau erklären, welche Technik und welche Linse verwendet werden soll und fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob sie die OP übernehmen.

Verhalten nach der Operation Grauer Star

Direkt nach der Kataraktoperation bekommen Sie einen Augenverband. Das operierte Auge kann während der ersten Tage jucken oder schmerzen. Hier ist sehr wichtig, sich nicht das Auge zu reiben. Für die erste Zeit bekommen Sie von Ihrer Augenärztin bzw, Ihrem Augenarzt Augentropfen, die ein Antibiotikum enthalten. Diese werden wie verordnet angewendet. 

Haben Sie keine Angst, wenn Sie in den ersten Stunden bis Tagen nach der OP noch nicht scharf sehen. Viele Menschen sehen in der Zeit verschwommen. Auch ein Bluterguss am Auge ist durchaus normal. Schmerzt oder brennt das Auge jedoch stark, nässt, tränt oder blutet es, so sollten Sie Ihren Augenarzt oder Ihre Augenärztin aufsuchen. 

Sie sollten wissen, dass bereits bestehende, andere Augenkrankheiten durch die OP nicht geheilt werden. Sofern also aufgrund einer Makuladegeneration, einem Diabetes oder Ähnlichem bereits Vorschäden am Auge vorhanden sind, so ist die Sicht möglicherweise trotz Katarakt-OP nicht einwandfrei. 

Nach einigen Tagen können Sie bereits wieder ausreichend gut sehen, um Ihrem Alltag nachgehen zu können. Sind Sie im erwerbsfähigen Alter, so werden Sie in der Regel zwei Wochen krankgeschrieben. Dies wird bei Bedarf verlängert.

Das Autofahren – oder auch das Führen anderer Kraftfahrzeuge – ist direkt nach einer Grauer-Star-OP streng verboten. Dies liegt zum einen daran, dass das Auge vollständig heilen muss, um verlässlich funktionieren zu können. 

Ein anderer - wichtiger - Grund ist jedoch, dass die Kunststofflinse weitaus weniger elastisch ist als die normale Linse. Dadurch kann sich das Auge schlechter an Nah- oder Fernsicht anpassen und es ist meist zusätzlich eine Brille notwendig. Diese wird in der Regel einige Wochen nach der OP angepasst. Bevor Sie wieder Autofahren dürfen, ist davor eine Untersuchung von einer Augenärztin notwendig.

Grauer Star und wie man ihm vorbeugt

Die Vorbeugung von Grauem Star ist bislang leider kaum bis gar nicht möglich. Allerdings ist es ratsam bestimmte Risikofaktoren, wie Diabetes mellitus zu vermeiden und zu behandeln. Außerdem ist zu beachten, Augenerkrankungen, wie Augenentzündungen, rechtzeitig zu erkennen und zudem ausreichend zu behandeln. 

Eine Vorsorge beim Augenarzt ist beim Grauen Star nicht hilfreich, da keine Operation empfohlen wird, bevor die Betroffenen dies aufgrund von Beschwerden selbst wünschen.

Quellen:

Augenchirurgie Klinik: Was ist ein grauer Star (Katarakt) und wie wird er heute behandelt?

Gesundheitsinformation: Operation des Grauen Stars

Wissen in der Box: Grauer Star

Beim Grauen Star handelt es sich um eine Eintrübung der Linse, welche durch Proteinablagerungen verursacht wird.

Der Graue Star und die Katarakt sind Synonyme und bezeichnen dieselbe Augenerkrankung.

Eine Sehverschlechterung, eine Verschlechterung der Farbwahrnehmung sowie das Gefühl, schneller geblendet zu sein.

Es gibt keine eindeutigen Ursachen. Ein erblich bedingtes Risiko sowie bestimmte Krankheiten, wie Diabetes, erhöhen das Risiko einen Grauen Star zu entwickeln.

Die eingetrübte Linse wird durch einen kleinen Schnitt am Augen entfernt. An ihre Stelle wird eine durchsichtige Kunstlinse eingesetzt.

Bei einigen Ärzt:innen gibt es die Möglichkeit einer Laser-OP.

Die Kosten werden in den meisten Fällen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern die Standardmethode angewendet wird. Eine Laser-OP ist eine Zusatzleistung.

Das operierte Auge kann während der ersten Tage jucken oder schmerzen. Und es kann sein, dass sie in den ersten Stunden bis Tagen nach der OP verschwommen sehen.

Die Vorbeugung ist leider kaum bis gar nicht möglich. Allerdings ist es ratsam bestimmte Risikofaktoren, wie Diabetes mellitus zu vermeiden und zu behandeln.