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Grüner Star – Symptome, Ursache und Therapie des Glaukoms

Claudia Barredo
Claudia Barredo

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Die Augenerkrankung Grüner Star ist beinahe so etwas wie ein Schreckgespenst, das auf Broschüren in vielen Augenarztpraxen Angst verbreitet. Umso wichtiger ist eine umfassende Information zu dieser Krankheit. Der Grüne Star ist eine sehr häufige Augenerkrankung. Er ist die zweithäufigste Erblindungsursache Erwachsener in Deutschland und betrifft aktuell etwa 800.000 Menschen der Bundesrepublik.

Im Folgenden möchten wir erläutern, wie der Grüne Star zustande kommt und – vor allem – was Sie tun können, falls Ihnen oder Ihren Angehörigen die Diagnose mitgeteilt wird. Dieser Artikel dient dazu, Sie über den auch als akutes und chronisches Glaukom bezeichneten Grünen Star zu informieren und Ihnen die Symptome sowie Behandlungsmethoden zu beschreiben.

Inhalt

Grüner Star – Definition

Das Glaukom, oder auch Grüner Star genannt, bezeichnet einen Untergang von Nervenzellen des Sehnervs. Meist tritt dies im Zusammenhang mit einem erhöhten Augeninnendruck auf.

Die Augen jedes Menschen produzieren eine Flüssigkeit, die sich, vereinfacht gesagt, zwischen Hornhaut und Linse befindet. Diese Flüssigkeit heißt Kammerwasser. Normalerweise fließt das Kammerwasser stetig durch einen kleinen Kanal in das Venensystem ab. Das stellt sicher, dass sich immer eine konstante Menge an Kammerwasser in den Augen befindet, und weder zu viel, noch zu wenig Flüssigkeit vorhanden ist. 

Im Rahmen eines Glaukoms ist dieser Abfluss gestört. Dies führt zu einem Anstieg der Menge an Kammerwasser, und somit zu einem Druckanstieg im Auge. Dieser erhöhte Augeninnendruck schädigt den Sehnerv, der vom Auge ins Gehirn führt. Auf Dauer kann dies zu einer Sehverschlechterung und sogar zur Erblindung führen.

Es ist zu beachten, dass ein erhöhter Augeninnendruck nicht zwangsläufig zu einem Grünen Star führen muss. Ebenso gibt es Menschen, die zwar an einem Grünen Star erkranken, bei denen jedoch kein erhöhter Augeninnendruck nachgewiesen wird. Die endgültige Diagnose stellt der Augenarzt daher immer durch mehrere verschiedene Untersuchungen.

Eine Übersicht zu den häufigsten Augenkrankheiten im Alter sowie ihren Symptomen und Ursachen finden Sie in unserem Übersichtartikel zu Augenkrankheiten im Alter.

Die verschiedenen Formen des Glaukoms

Bei der Suche nach dem Begriff „Glaukom“ oder „Grüner Star“ stößt man auf unterschiedliche Definitionen. Der Grüne Star ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Formen.

Akuter Glaukomanfall

Dieser wird auch als „Winkelblockglaukom“ bezeichnet. Hier wird der Abflusskanal des Kammerwassers plötzlich verstopft oder verlegt. Der akute Glaukomanfall stellt einen augenärztlichen Notfall dar und bedarf einer sofortigen Operation.

Chronischen Glaukom

Der wird auch als „Offenwinkelglaukom“ bezeichnet, bei der es keine plötzliche, vollständige Blockade gibt. Stattdessen besteht eine leichtere, dauerhafte Abflussbehinderung. Dies ist zwar kurzfristig weniger gefährlich für den Sehnerv als der akute Glaukomanfall, führt aber mit den Jahren ebenso zu einer Schädigung.

Normaldruckglaukom

Das ist eine Sonderform des chronischen Glaukoms. Hier bestehen Veränderungen am Auge, wie sie für das Glaukom typisch sind. Allerdings ist der Augeninnendruck normal. Diese Form des Glaukoms ist wesentlich schwieriger zu behandeln.

Sonderform

Es gibt auch eine angeborene Form des Glaukoms, das sogenannte kongenitale Glaukom. Dies betrifft jedoch neugeborene Kinder und wird daher in diesem Artikel nicht weiter behandelt.

Grüner Star – Die Symptome

Der akute Glaukomanfall ist äußerst schmerzhaft und bedarf einer sofortigen Behandlung. Zu den Symptomen gehören:

  • ein steinhartes, gerötetes Auge
  • starke Augen- und Kopfschmerzen
  • ggf. Übelkeit und Erbrechen. 

Außerdem ist die Pupille starr und reagiert nicht auf Lichtreize.

Das chronische Glaukom hat hingegen sehr wenig Symptome. Vor allem in den frühen Phasen merken Betroffene meist nichts. Es kann mitunter zu Kopfschmerzen, einem brennenden Auge oder auch einer Rötung kommen. Erst mit der Zeit wird eine Sehverschlechterung deutlich zu. Typisch sind schwarze oder verschwommene Flecken im Gesichtsfeld. Dies deutet jedoch bereits auf eine fortgeschrittene Schädigung des Sehnervs hin.

Die Ursachen, die zur Erkrankung Grüner Star führen

Der akute Glaukomanfall ist äußerst schmerzhaft und bedarf einer sofortigen Behandlung. Zu den Symptomen gehören:

Je nach Form hat der Grüne Star unterschiedliche Ursachen.

Der akute Glaukomanfall ist mittlerweile gut erforscht. Weitsichtige Menschen haben ein erhöhtes Risiko, einen akuten Glaukomanfall zu erleiden. Der Abflusskanal wird hierbei verlegt, indem sich die Pupillen plötzlich stark erweitern. Dies passiert zum Beispiel durch einen Schreck, schlagartige Dunkelheit oder auch spezielle Augentropfen. Anders als beim chronischen Glaukom spielt das Alter für das Risiko für einen akuten Glaukomanfall keine Rolle.

Beim chronischen Glaukom sind die Ursachen bisher nicht festgestellt worden. Es gibt keinen bisher bekannten Auslöser. Allerdings gibt es einige festgelegte Risikofaktoren. Hierzu gehören zum Beispiel:

Ein höheres Risiko besteht ebenfalls, wenn nahe Verwandte bereits einen Grünen Star entwickelt haben.

Grüner Star – Die Heilungschancen

Beim akuten Glaukomanfall ist die schnelle Therapie ausschlaggebend. Hierzu gibt es verschiedene Medikamente und Operationen. Notfallmedikamente kann bereits der Hausarzt oder die Hausärztin verabreichen. Zur endgültigen Behandlung gehört ein:e Betroffene:r jedoch so schnell wie möglich in ein Krankenhaus mit augenärztlicher Abteilung, da meist eine Glaukom-OP notwendig ist. Erfolgt diese rechtzeitig, so besteht eine recht gute Chance, den Glaukomanfall unbeschadet zu überstehen.

Der chronische Grüne Star hingegen ist eine chronische Erkrankung und kann nicht geheilt werden. Das chronische Glaukom wird aber mit der richtigen Therapie verlangsamt und Folgeschäden werden so gut wie möglich hinausgezögert oder vermieden

Zur Behandlung des Grünen Stars werden Medikamente in Tabletten- oder Augentropfenform oder auch Operationen genutzt. Nur ein sehr kleiner Anteil der therapierten Glaukompatient:innen in Deutschland erblindet wegen ihres Grünen Stars. Problematisch ist allerdings, dass nicht wenigen Betroffenen die langjährige Glaukombehandlung schwerfällt. 

Ist die Diagnose Grüner Star bekannt, aber es liegen keine Beschwerden vor, droht die Gefahr, die Therapie zu vergessen oder die Diagnose zu verdrängen. Dabei ist es sehr wichtig, dass beispielsweise Augentropfen, die den Augendruck senken, streng mehrmals täglich angewendet werden. Hier ist das Durchhaltevermögen der Betroffenen von Bedeutung.

Wie man einem Glaukom vorbeugen kann

Vorbeugung kaum möglich

Die Vorbeugung des Grünen Stars ist bei allen Glaukomformen kaum möglich. Falls veränderbare Risikofaktoren (s.o.) vorhanden sind, so kann man sich bemühen, die Risikofaktoren so gut wie möglich zu vermeiden. 

Umso wichtiger ist daher die Früherkennung des Grünen Stars. Dadurch kann die Behandlung so früh wie möglich beginnen, und Folgeschäden oder gar Blindheit werden – hoffentlich – vermieden. 

Ab dem 40. Lebensjahr empfehlen Augenärzte eine regelmäßige Messung des Augeninnendrucks sowie eine Spiegelung des Augenhintergrundes. Diese Vorsorgeuntersuchung wird bislang nicht von den Krankenkassen übernommen und kostet zwischen 15 und 40 Euro. Besonders Menschen mit Risikofaktoren wird empfohlen, die Früherkennung wahrzunehmen. Bei Gesunden ohne erhöhtes Risiko ist der Nutzen bisher noch umstritten und die Entscheidung muss individuell getroffen werden.

Wenden Sie sich bei Fragen zum Grünen Star und zur Vorsorgeuntersuchung am besten an Ihre behandelnde Augenarztpraxis.

Quellen:

Gesundheitsinformation: Grüner Star (Glaukom)

Wissen in der Box: Grüner Star

Durch einen gestörten Abfluss des Kammerwassers, das zwischen Hornhaut und Linse befindet, erhöht sich der Augeninnendruck und der Sehnerv wird geschädigt.

Es wird zwischen dem Winkelblockglaukom, dem Offenwinkelglaukom, dem Normaldruckglaukom und dem kongenitalen Glaukom unterschieden.

Symptome sind Augen- und Kopfschmerzen, gerötete Augen, eine starre Pupille, sowie die fehlende Reaktion auf Lichtreize. Hinzu kommen schwarze oder verschwommene Flecken im Gesichtsfeld.

Es gibt keine bisher bekannten Auslöser. Allerdings gibt es Risikofaktoren, wie z.B. Durchblutungs- Störungen. Außerdem sind weitsichtige Menschen anfälliger für einen akuten Glaukomanfall.

Der akute Glaukomanfall kann durch Operationen oder Medikamente behandelt werden. Der chronische Grüne Star kann durch Therapien verlangsamt, jedoch nicht geheilt werden.

Eine Vorbeugung des Grünen Stars ist nicht möglich, wodurch die frühe Erkennung durch regelmäßige Untersuchungen bei gefährdeten Personen sehr wichtig ist.