oberschenkelhalsbruch

Oberschenkelhalsbruch – Gefährliche Fraktur für Ältere

Charlotte Weidenbach
Charlotte Weidenbach

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Der Oberschenkelhalsbruch ist eine häufige Fraktur von älteren Menschen. Insbesondere sturzgefährdete Personen über 65 haben ein hohes Risiko, eine Oberschenkelhalsfraktur zu erleiden. In der Regel ist eine Oberschenkelhalsfraktur durch Schmerzen in der Hüfte und eine Fehlstellung des betroffenen Beins leicht zu erkennen. Die Art der Behandlung unterscheidet sich je nach Risikoprofil des Patienten. 

In den meisten Fällen wird der Oberschenkelhalsbruch operativ versorgt. Nach der stationären Therapie ist eine rehabilitative Nachsorge, die die Wiederaufnahme des gewohnten Alltags möglich macht, essenziell für ältere Menschen. 

Wenn Sie selbst der Risikogruppe angehören oder einen Angehörigen pflegen, tragen Sie durch verschiedene Maßnahmen dazu bei, das Risiko für einen Sturz und damit eine Schenkelhalsfraktur zu verringern. Wir beantworten Ihnen im Folgenden außerdem die wichtigsten Fragen rund um die Entstehung und Therapie eines Oberschenkelhalsbruchs.

Inhalt

Was genau ist ein Oberschenkelhalsbruch?

Ein Oberschenkelhalsbruch oder auch Schenkelhalsfraktur ist ein Bruch im Oberschenkelknochen (Femur), genauer gesagt im Bereich des Hüftgelenks. Der Oberschenkelhals verbindet den Femurkopf, der das Hüftgelenk bildet, mit dem langen Schaft des Oberschenkelknochens.

Bei einem Sturz auf die Hüfte gibt es deshalb zu einer Krafteinwirkung auf genau diese bruchgefährdete, dünne Stelle im Oberschenkelknochen. Auch ein Sturz aus dem Bett ist bei älteren Menschen nicht selten und kann zu einer Oberschenkelhalsfraktur führen. Seltener, bei vorgeschädigten und schwachen Knochen, entsteht eine Oberschenkelhalsfraktur spontan bei normaler Belastung im Gehen. 

Am häufigsten kommt es bei älteren Patienten zur medialen Schenkelhalsfraktur, bei der der zum Hüftgelenk gehörende Teil dicht unterhalb des Femurkopfes betroffen ist. Das macht die Schenkelhalsfraktur instabil, da sich die getrennten Knochenteile schon bei geringen Belastungen im Hüftgelenk verschieben, was zu weiteren Komplikationen führen und die Heilung erschwert. 

Wer ist besonders gefährdet, einen Oberschenkelhalsbruch zu erleiden? 

Der Oberschenkelhalsbruch betrifft Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Hier spielt insbesondere die Osteoporose eine Rolle, die bei vielen Frauen aufgrund des Östrogenmangels nach der Menopause entsteht.

Insbesondere Menschen ab dem 65. Lebensjahr haben ein hohes Risiko für eine Oberschenkelhalsfraktur. Die nachlassende Sehkraft, abnehmende Muskelmasse und Koordinationsprobleme führen zu Gangunsicherheiten und Stürzen. Ebenso erhöhen Vorerkrankungen wie Parkinson, überstandene Schlaganfälle, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz das Sturzrisiko, weshalb bei Betroffenen die Sturzprophylaxe von besonderer Bedeutung ist. Auch nach Alkoholkonsum besteht ein erhöhtes Sturzrisiko.  

Als potenzielle Risikofaktoren für die Entstehung einer Schenkelhalsfraktur werden außerdem bestimmte Medikamente betrachtet, die die Sturzneigung verstärken. Dazu zählen insbesondere Medikamente zur Beruhigung, Diuretika (Wassertabletten) und Blutdrucksenker

Wenn Sie einen Angehörigen mit hohem Sturz- und Verletzungsrisiko pflegen oder selbst ein hohes Sturzrisiko haben, bitten Sie den behandelnden Arzt, die Medikamentenliste zu überprüfen. Insbesondere, wenn Sie nach einer Änderung der Medikation eine vermehrte Sturzneigung bemerken, informieren Siedarüber den Arzt. 

Ältere Menschen, die zusätzlich rauchen, ein geringes Körpergewicht und weniger Muskelmasse besitzen, haben im Falle eines Sturzes ein höheres Verletzungsrisiko, da die Knochensubstanz schwächer ist. 

Eine spontane Fraktur ohne ursächlichen Sturz tritt deutlich seltener, aber insbesondere bei Menschen mit ausgeprägter Osteoporose oder einer Tumorerkrankung mit Knochenmetastasen auf. 

Welche Symptome treten nach einem Oberschenkelhalsbruch auf?

Nach einer Schenkelhalsfraktur treten zudem Schmerzen in der Hüfte, im Bein und möglicherweise im Knie auf. Ein typisches Symptom einer Schenkelhalsfraktur ist die Fehlstellung des Beines im Liegen. Das Bein ist nach außen verdreht und erscheint verkürzt. Die selbstständige Bewegung des Beins ist eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich. 

Bei geringer ausgeprägten Frakturen, die ohne Sturz bei stark vorgeschädigten Knochen spontan entstehen, ist eine geringere Ausprägung der Symptomatik möglich. Das oft einzige Symptom einer spontanen Schenkelhalsfraktur sind Schmerzen beim Gehen in der Hüft- und Leistengegend oder im Knie

Wie wird die Fraktur behandelt?

Nach einem Sturz mit Verdacht auf Oberschenkelhalsbruch sollte sich der Betroffene möglichst nicht bewegt. Rufen Sie den Notarzt, der die fachgerechte Lagerung und Schmerzfreiheit sicherstellt. Wenn Sie als pflegender Angehöriger eine Betreuungsvollmacht haben, teilen Sie das dem behandelnden Arzt mit. Außerdem ist es wichtig, die Behandler über den Sturzhergang und Vorerkrankungen sowie eingenommene Medikamente zu informieren. 

Im Krankenhaus wird je nach Risikoprofil des Patienten über die Therapie entschieden. In den meisten Fällen erfolgt eine Operation der Schenkelhalsfraktur. 

Bei jungen Patienten mit guter Knochensubstanz werden die Knochenteile mit einer Schraube oder einem Nagel wieder verbunden, um den Einsatz einer Gelenkprothese zu vermeiden. Das gleiche gilt für sehr alte, bettlägerige und schwer kranke Patienten, da die OP-Dauer bei diesem Verfahren kürzer ist und der Knochen keine größeren Belastungen mehr tragen muss. In diesem Fall ist das Ziel der Operation, die Fraktur zu stabilisieren und Schmerzfreiheit sowie die baldige Entlassung in das gewohnte Umfeld zu gewährleisten. 

Bei älteren Menschen, die noch gehfähig sind, wird ein Gelenkersatz (Prothese) angestrebt, um eine schnellstmögliche Mobilisierung zu ermöglichen. Für die Oberschenkelhalsbruch OP mit Hüftgelenkprothese gibt es verschiedene Verfahren, über die der behandelnde Arzt Sie aufklärt. Ein erfahrener Operateur entscheidet anhand des Risikoprofils und der Ansprüche des Betroffenen, welcher Hüftgelenksersatz am geeignetsten ist. 

Seltener wird die Oberschenkelhalsfraktur nicht-operativ behandelt. Hierfür entscheiden sich Ärzte, wenn der Betroffene eine Operation wahrscheinlich nicht überleben würde oder die Operation abgelehnt wird. In diesem Fall werden eine Schmerzstillung und Ruhigstellung durchgeführt, die mindestens fünf Wochen andauert. 

Welche Komplikationen können auftreten?

Es gibt verschiedene Komplikationen einer Oberschenkelhalsfraktur, die teilweise als direkte Frakturfolge, teilweise auch durch eine Operation oder als Langzeitfolge auftritt. 

Mögliche, schwerwiegenden Spätfolgen eines Oberschenkelhalsbruchs bei älteren Menschen ist zum Beispiel Bettlägerigkeit und der Verlust der Selbstständigkeit

Aufgrund der Immobilisation ist die Wahrscheinlichkeit hoch, nach einer Oberschenkelhalsfraktur eine tiefe Beinvenenthrombose oder einer Lungenembolie zu bekommen. Direkte Folgen der Fraktur oder der Operation sind beispielsweise Nervenschädigungen und damit verbundene Taubheit von Hautpartien sowie Läsionen von Blutgefäßen mit Durchblutungsstörungen des Beins. 

Allgemeine Folgen von Bettlägerigkeit oder einer Operation sind Lungenentzündungen und Harnwegsinfekte. Bei einer rein konservativen, nicht-operativen Behandlung einer Schenkelhalsfraktur kommt es langfristig zu einer Verschiebung der Knochenteile, die unter Umständen doch operiert werden muss. Eine Operation birgt immer das Risiko für Wund- und Gelenkinfektionen sowie daraus folgende Blutvergiftungen

Außerdem ist es möglich, dass sich das Implantat lockert, wobei darauf eine erneute OP erforderlich ist. Der behandelnde Arzt klärt Sie über Komplikationen auf und bespricht mit Ihnen mögliche Behandlungsalternativen. 

Wie lange dauert die Rehabilitation?

Die Heilungsdauer eines Oberschenkelhalsbruchs hängt in erster Linie vom Risikoprofil des Patienten sowie von der Behandlungsmethode ab. Ziel eines operativen Verfahrens ist die schnellstmögliche Wiederbelastung des Beins zur Vermeidung von Immobilisation und Bettlägerigkeit, insbesondere wenn der Betroffene vor der Fraktur noch gehfähig war. 

Nach der Operation wird der Patient in der Regel innerhalb von 24 Stunden mobilisiert, da die Langzeitprognose dadurch deutlich verbessert wird. Ein stationärer Aufenthalt dauert in der Regel etwa zwei Wochen. Im Anschluss wird älteren Patienten meist eine stationäre Rehabilitation empfohlen, die den körperlichen Zustand des Betroffenen vor der Fraktur so weit wie möglich wiederherstellen soll. 

Die Heilungsdauer einer Oberschenkelhalsfraktur hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Alter, den Vorerkrankungen und der Mitarbeit des Patienten ab. Bei einem optimalen Behandlungsverlauf wir in sehr vielen Fällen der Ausgangszustand des Betroffenen nach einigen Wochen wieder erreicht. Als pflegender Angehöriger leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Wiedereingliederung in den gewohnten Alltag des Betroffenen. 

Die Pflege nach einem Oberschenkelhalsbruch beinhaltet eine frühzeitige und regelmäßige Mobilisierung sowie die Durchführung von bestimmten Bewegungsübungen für Muskelaufbau und Koordination mit dem Patienten. Als pflegender Angehöriger sollten Sie den Patienten zu regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen begleiten, um das Langzeitergebnis der Therapie überprüfen zu lassen.   

Wie kann man einem Oberschenkelhalsbruch vorbeugen?

Die Vorbeugung eines Oberschenkelhalsbruchs findet auf verschiedenen Ebenen statt. Zunächst ist es von Bedeutung, Stürze zu vermeiden und so das Risiko für die Entstehung von Schenkelhalsfrakturen zu senken. Für eine gezielte Sturzprophylaxe können Sie neben gezieltem Gehtraining auch Wohnraumanpassungen durchführen. Vermeiden Sie Teppich- und Türschwellen und achten Sie auf die Installation einer guten Beleuchtung, um Ihr eigenes oder das Sturzrisiko Ihres Angehörigen zu verringern.

Zusätzlich ist eine gute Einstellung von Grunderkrankungen bei älteren Menschen essenziell zur Verringerung des Sturzrisikos. Regelmäßige Kontrollen beispielsweise der Sehstärke, des Blutdrucks, der Knochendichte und der eingenommenen Medikamente senken das Sturzrisiko erheblich.  

Die Wahrscheinlichkeit für einen Schenkelhalsbruch im Falle eines Sturzes wird durch eine Verbesserung der Knochendichte und -struktur gesenkt. Hierfür ist die ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D, nicht nur bei Osteoporose-Patienten, besonders wichtig. Regelmäßige Bewegung stärkt Knochen und Muskulatur und verbessert gleichzeitig die Gangsicherheit, wodurch das Sturzrisiko sinkt. 

Quellen:

https://www.awmf.org

https://next.amboss.com/de 

https://www.dgu-online.de

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