Neurodermitis

Neurodermitis bei Erwachsenen – Ursachen und Behandlung

Charlotte Weidenbach
Charlotte Weidenbach

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Die Neurodermitis ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Sie betrifft nicht nur Kinder, sondern kann auch bei Erwachsenen bis ins hohe Alter Hautprobleme verursachen.

Neben der speziellen Therapie in einem Neurodermitis Schub sollte eine regelmäßige Hautpflege erfolgen. Die trockene Haut bei Neurodermitis braucht viel Pflege.

Wir informieren Sie über die wichtigsten Ursachen und den Verlauf sowie die Therapie bei der Erkrankung im Erwachsenenalter. Bei uns erhalten Sie außerdem ärztlich empfohlene Basispflegeprodukte für empfindliche Haut.

Inhalt

Was genau ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine spezielle Form des Ekzems. Sie wird auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis genannt. Neurodermitis ist eine nicht ansteckende Hauterkrankung, die mit weiteren allergischen Erkrankungen den sogenannten atopischen Formenkreis bildet. Dazu gehört auch das allergische Asthma und der Heuschnupfen.

Bis zu 3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden unter Neurodermitis. Die Erkrankung ist bei Kindern deutlich häufiger, allerdings verschwindet sie bei mehr als der Hälfte der Patienten im Jugendalter. Seltener erkranken Menschen im Alter nach dem 50. Lebensjahr erstmals.

Der Verlauf von der Erkrankung ist schubförmig. Das heißt, es kommt immer wieder zu einem Neuauftreten der Symptome. Meistens erfolgt das aufgrund von auslösenden Faktoren (Triggern). Dazwischen können Betroffene vollständig beschwerdefrei sein. Die Erkrankung kann spontan heilen oder die Patienten als chronische Erkrankung ein Leben lang begleiten.

Wie sieht die Haut bei Neurodermitis aus?

Die Symptome können im Prinzip an jeder Stelle auf der Haut auftreten. Im Erwachsenenalter betrifft die Neurodermitis am häufigsten den Hals, das Dekolleté, die Ellenbeugen und die Kniekehlen. Neurodermitis kann auch an der Hand und an den Augen, vor allem auf dem Augenlid, auftreten.

Auffällig ist vor allem der starke Juckreiz, der die Hauterscheinungen begleitet. Wenn Sie unter Neurodermitis leiden, kennen Sie wahrscheinlich vor allem den nächtlichen Juckreiz, der Sie vom Schlafen abhält und besonders quälend ist.

Bei Erwachsenen mit Neurodermitis sind häufig größere Hautflächen gerötet und trocken. Die Haut wird dünner und durch das viele Kratzen geschädigt. Es können sich Krusten und Schuppen bilden. Auch kleine Knötchen sind häufig, die sich beim Darüberstreichen rau anfühlen.

Manchmal beobachten Betroffene an der Hand und am Fuß, vor allem an den Finger- und Zehenspitzen, trockene Haut und leichte Schuppung. Neurodermitis kann sich auch an den Lippen äußern. Viele Patienten leiden an einem Lippenekzem, das vor allem durch häufiges Lecken über die Lippen entsteht. Auch am Ohrläppchen können sich bei Neurodermitikern kleine Risse bilden.

Abgegrenzt werden muss die Neurodermitis bei Erwachsenen von trockener Haut im Erwachsenenalter, die manchmal ähnlich aussieht. Ein erfahrener Dermatologe kann das meist am Aussehen der Haut unterscheiden.

Was ist die Ursache von Neurodermitis?

Die genaue Entstehung von Neurodermitis ist noch nicht abschließend geklärt. Sicher ist, dass verschiedene Faktoren zu den typischen Symptomen führen:

Genetik

Die Krankheit ist zumindest teilweise vererbbar. Wenn also bei den Eltern Neurodermitis bekannt ist, ist das Erkrankungsrisiko für Kinder deutlich erhöht. Dabei spielt unter anderem eine überschießende Reaktion der kleinen Hautnerven schon bei kleinsten Reizungen eine Rolle.
Zusätzlich ist die natürliche Hautbarriere bei Betroffenen schwächer. So können verstärkt Reaktionen auf irritierende und allergieauslösende Stoffe auftreten. Die Haut bei Neurodermitikern neigt zu Juckreiz. Allerdings verstärkt Kratzen die Symptome und sollte unbedingt vermieden werden.

Allergie

Allergiker haben ein erhöhtes Risiko für Neurodermitis. Dabei spielt der Hautkontakt mit dem Allergen, aber auch die Ernährung eine Rolle. Nicht alle Allergiker haben jedoch Neurodermitis. Genauso haben nicht alle Neurodermitiker Allergien. Deshalb reicht diese Erklärung nicht aus und weitere Faktoren werden diskutiert.

Umwelt

Wahrscheinlich spielt der moderne Lebensstil bei der Entstehung von Neurodermitis eine Rolle. Durch den Einsatz von Antibiotika und die heutigen hohen Hygienestandards haben Kinder weniger Infekte, die das Immunsystem trainieren. Das führt neben der Entstehung von Allergien auch zu weiteren Veränderungen der Immunantwort. Dies begünstigt die Entstehung der Symptome.
Bei älteren Menschen wurde ein Zusammenhang zwischen der Krankheit und Schadstoffen aus der Luft, wie zum Beispiel Feinstaub, nachgewiesen. Unter anderem durch die vermehrte Umweltverschmutzung tritt die Krankheit wahrscheinlich zunehmend häufig auch bei Älteren erstmals auf. Zudem könnte eine geschwächte Darmflora bei der Entstehung eine Rolle spielen.

Als Auslöser der Schübe kommen bei Allergikern bestimmte Allergene (Nahrung, Pollen, Hausstaubmilben) in Frage.

Aber auch klimatische Veränderungen, Stress, Schweiß, hormonelle Veränderungen oder Infekte können einen Schub der Erkrankung verursachen. Die Auslöser sind individuell unterschiedlich. Mit einem Neurodermitis Tagebuch können Sie herausfinden, welche Auslöser bei Ihnen zu Neurodermitis Schüben führen und diese konsequent vermeiden.

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Was hilft am besten gegen Neurodermitis?

Essenziell bei der Behandlung von Neurodermitis unabhängig von den Schüben ist eine gute Basispflege. Sie vermeidet die Austrocknung der Haut und schützt so vor Hautirritationen, die einen Schub auslösen können. Zu einer guten Basispflege gehört das seifenfreie Reinigen der Haut. Dazu können Sie zum Beispiel rückfettende Duschöle verwenden. Gute Cremes gegen Neurodermitis für die alltägliche Anwendung sollten Ihrem Hauttyp angepasst sein. Sehr trockene Haut braucht noch intensivere Rückfettung als nur geringfügig trockene Haut. Außerdem unterscheiden sich die Bedürfnisse der Haut abhängig von der Jahreszeit. Vermeiden Sie insbesondere parfümierte Cremes. Ihr Dermatologe oder Apotheker kann Sie hierzu beraten und Ihnen Proben für verschiedene Produkte geben.

Während eines Schubs sollten Sie eine spezielle Creme gegen Neurodermitis verwenden, die Sie vom Arzt bekommen. Meist ist dies eine Cortison-haltige Salbe. Cortison wirkt entzündungshemmend und kann die Hautirritation oft innerhalb weniger Tage verbessern. Die Anwendung sollte nicht über lange Zeit täglich erfolgen, da die Haut sonst dünner wird. Insbesondere bei Neurodermitis im Gesicht geht man mit Cortison vorsichtig um. Halten Sie sich bei der Anwendung an die Anweisungen des Arztes. Er kann Ihre Haut am besten einschätzen und hat Erfahrungen bei der Behandlung von Neurodermitis.

Zusätzlich wird ein Schub oft mit UV-Licht und antiseptischen Lösungen behandelt. Auch Teer-Präparate und Gerbstoffe (Tannine) wirken antientzündlich, sind aber eher bei leichten Neurodermitis Formen eine Behandlungsoption.

Alternativ zur Cortisontherapie unterdrücken Salben mit Pimecrolimus oder Tacrolimus das Immunsystem im Bereich der betroffenen Haut. Die Therapie kann sehr gut helfen, darf aber nicht mit UV-Licht kombiniert werden.

Wenn keine dieser Behandlungen hilft, werden bei schweren Neurodermitis-Formen Cortison-Tabletten oder Immunsuppressiva eingenommen.

Zusätzlich erfolgt bei starkem Juckreiz eine Behandlung mit Antihistaminika. Das hilft nicht bei allen Betroffenen gleich gut. Wenn Sie unter Juckreiz bei Neurodermitis leiden, sollten Sie Strategien entwickeln, die Sie vom Kratzen abhalten. Nachts können zum Beispiel Tücher oder Mullbinden auf den betroffenen Stellen helfen. Kratzen verschlimmert nicht nur die Entzündung, es führt im schlimmsten Fall zusätzlich zu einer Superinfektion der geschädigten Haut mit Bakterien oder Viren.

Welche Lebensmittel sollte man bei Neurodermitis meiden?

Es gibt keine pauschale Diät, die bei Neurodermitis empfohlen wird. Unspezifische oder spezifische Trigger und Allergene können zu einem Schub führen. Wenn Sie unter Neurodermitis leiden, lohnt es sich, mit einem Tagebuch Ihre Ernährung und potenzielle weitere Auslöser zu beobachten und zu dokumentieren. So können Sie erneute Schübe zumindest teilweise vermeiden.

Allergiker sollten die Lebensmittel nicht essen, auf die sie allergisch reagiert haben. Andere Stoffe, die unabhängig von Allergien häufig einen Neurodermitis Schub triggern, sind:

  • Scharfe Gewürze
  • Zitrusfrüchte
  • Kaffee
  • Tomaten
  • (Konservierungsstoffe)

Wenn Sie diese und andere Lebensmittel jedoch gut vertragen, können Sie diese in der Regel ohne Probleme verzehren.

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Welche Hausmittel helfen bei Neurodermitis?

Es gibt medizinisch bewährte, frei verkäufliche und natürliche Wirkstoffe, die helfen können. Bevor Sie Hausmittel bei Neurodermitis anwenden, sollten Sie jedoch mit Ihrem Arzt sprechen. Auch bei pflanzlichen Wirkstoffen können nämlich Allergien oder starke Hautreaktionen auftreten.

Bewährte Hausmittel sind:

  • Umschläge: Tragen Sie eine Feuchtigkeitscreme auf, bedecken Sie den Bereich anschließend mit Tüchern oder Mullbinden und kühlen von außen mit Kühlpacks. Das lindert den Juckreiz und die Entzündungssymptome und spendet zusätzlich Feuchtigkeit.
  • Ölbäder: Eine Mischung aus einem Öl Ihrer Wahl und Milch (als Emulgator) in einem nicht zu heißen Bad macht die Haut weich und geschmeidig.
  • Tannine: Pflanzliche Gerbstoffe, die sogenannten Tannine, wirken entzündungshemmend. Sie können als Salben auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.
  • Nachtkerze: Der Wirkstoff der Nachtkerze kann ebenfalls als Salbe oder als Öl auf den betroffenen Hautstellen Entzündungen lindern.

Quellen:

Amboss: Grundlagen der Dermatologie, Seborrhoisches Ekzem, Neurodermitis, Allergische Erkrankungen

Duale Reihe: Dermatologie. Thieme Verlag, 7. Auflage 2010

Pathophysiologie der atopischen Dermatitis: Neue Erkenntnisse und der Nutzen für die Praxis. Novak, Natalija; Bieber, Thomas. Dtsch Arztebl 2004; 101(3): A-108 / B-94 / C-92.

Schnass et al. Traffic-related air pollution and eczema in the elderly: Findings from the SALIA cohort

Ärztezeitung: Hautkrankheiten im Alter

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