Nesselsucht

Nesselsucht - Bedeutung für Senioren und Pflegebedürftige

Die Nesselsucht stellt eines der häufigsten dermatologischen Krankheitsbilder dar. Etwa 25 Prozent aller Menschen leiden mindestens einmal im Laufe ihres Lebens an einer Nesselsucht. Dennoch handelt es sich hierbei um eine recht unbekannte Krankheit, die in der Gesellschaft kaum thematisiert wird, sofern man nicht selbst daran leidet.

Die vielen unterschiedlichen Formen und Ursachen der Nesselsucht können leicht zu Verwirrung führen. Dieser Artikel dient daher dazu, Ihnen einen Überblick über die Erkrankung zu verschaffen. Außerdem geht er auf die Besonderheit der Nesselsucht bei Seniorinnen und Pflegebedürftigen ein. 

Falls Sie weitere Fragen oder Unklarheiten zum Thema Nesselsucht haben, so ist Ihre behandelnde Haus- oder Hautärztin (Dermatologin) Ihre geeignete Ansprechpartnerin.

Inhalt

Was genau versteht man unter Nesselsucht (Urtikaria)?

Die Nesselsucht wird auch Nesselfieber oder, in der Fachsprache, Urtikaria genannt. Die Namensgebung stammt von dem charakteristischen Hautausschlag der Nesselsucht, der an die Berührung einer Brennnessel erinnern. Die Urtikaria ist eine Hauterkrankung, die viele unterschiedliche Ursachen haben kann. Der typische Nesselausschlag besteht aus den folgenden Anzeichen:

  • Blass- bis tiefrote, möglicherweise erhabene Flecken auf der Haut
    • Quaddeln (kleine Flüssigkeitseinlagerungen in der Hautoberfläche, vergleichbar mit Mückenstichen)
  • Starker Juckreiz

Je nach Ursache und Schwere der Erkrankung kann zusätzlich ein Angioödem vorkommen. Dies bezeichnet eine plötzliche Hautschwellung, unter anderem im Rahmen einer Nesselsucht, die meist im Gesicht, an der Mundschleimhaut, an Armen, Beinen oder den Genitalien auftritt. In seltenen Fällen kann das Angioödem auch das einzige Symptom einer Nesselsucht sein.

Die Beschwerden treten durch eine vermehrte Ausschüttung des Botenstoffes Histamin auf. Histamin weitet die Blutgefäße und macht die Gefäßwände durchlässiger, wodurch Rötung, Schwellung und Quaddeln entstehen. Ebenso ist das Histamin für die Entstehung des störenden Juckreizes verantwortlich.

Wie zeigt sich Nesselsucht bei älteren Menschen und Senioren?

Die Symptome einer Nesselsucht ändern sich mit steigendem Alter in der Regel nicht. Allerdings ist es möglich, dass die Beschwerden nicht so stark wahrgenommen werden wie in jüngerem Alter. Da trockene Haut unter Seniorinnen sehr verbreitet ist, ist es möglich, dass Sie bereits ohne eine Urtikaria an chronischem Juckreiz leiden. Auch rote Flecken auf der Haut durch das Kratzen und Reiben bei Juckreiz sind möglich.

Hierdurch kann Unsicherheit entstehen, ob eine Urtikaria vorliegt oder nicht. Entscheidend ist in diesem Fall das Vorhandensein von Quaddeln. Eine einzelne Quaddel ist wie ein Mückenstich vorstellbar. Bemerken Sie Quaddeln an Ihrem Körper, so können Sie von einer Nesselsucht ausgehen.

Seniorinnen mit einer chronischen Form der Urtikaria kennen ihre Erkrankung in aller Regel bereits gut und können die Symptome einordnen.

Tritt im höheren Alter eine Urtikaria zum ersten Mal auf, so sollten Sie dies ärztlich abklären lassen. Als Erstes muss ausgeschlossen werden, dass es sich um eine allergische Reaktion handelt. Neue Allergien oder Unverträglichkeiten sind im höheren Alter zwar recht ungewöhnlich, aber keineswegs ausgeschlossen.

Falls die Hautquaddeln Ihre einzigen Beschwerden sind, so können Sie in der Regel Ruhe bewahren und zu den nächsten Sprechzeiten Ihre Haus- oder Hautärztin aufsuchen. Empfehlenswert ist, Ihre Haut zu fotografieren. Die Beschwerden können vor Erreichen der Arztpraxis durchaus wieder verschwinden.

Treten jedoch zusätzlich zu den Hautreaktionen eine starke Gesichtsschwellung (Angioödem) mit neuer Heiserkeit, Husten oder anderen Atemwegsproblemen auf, so ist unverzüglich der Notruf 112 zu wählen. Es droht eine Atemwegsverlegung mit Ersticken.

Wie wird Nesselsucht diagnostiziert?

Die Nesselsucht wird in der Regel von einer Hautärztin (Dermatologin) diagnostiziert.

Als erstes erfolgt ein ärztliches Gespräch über Ihre Beschwerden. Hierbei ist besonders wichtig, dass Sie Ihrer Ärztin Folgendes genau berichten:

  • Seit wann bestehen die Beschwerden?
  • Hatten Sie im Laufe Ihres Lebens bereits ähnliche Symptome?
  • Kennen Sie die Symptome von Familienangehörigen?
  • Haben Sie vor Beginn der Beschwerden etwas in Ihrem Alltag verändert? Haben Sie zum Beispiel Schmerzmittel eingenommen, ein neues Medikament begonnen oder ein Ihnen bis dahin unbekanntes Lebensmittel gegessen? Haben Sie persönlichen Stress erlebt?
  • Haben Sie noch weitere Symptome (zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzen beim Wasserlassen, Husten, Schnupfen oder Fieber)?
  • Leiden Sie an anderen Krankheiten, insbesondere an Hauterkrankungen, Allergien, Asthma oder Autoimmunerkrankungen?

Ihre Ärztin kann bereits alleine mit den Angaben dieses Gespräches deutliche Hinweise bekommen, woher Ihre Nesselsucht stammen könnte. Anschließend wird sie Ihre Haut gründlich untersuchen.

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Wie wird die Urtikaria therapiert?

In vielen Fällen ist keine weitere Diagnostik nötig. Meist handelt es sich um eine spontane, akute Urtikaria, die ohne weitere Komplikationen abheilt. Die Behandlung der Nesselsucht erfolgt in diesem Fall symptomatisch durch Mittel gegen den Juckreiz. Liegt eine Infektion zugrunde, so wird diese therapiert. Hierdurch sollte auch die Nesselsucht abheilen. Ist die Urtikaria nach sechs Wochen jedoch nicht verheilt, suchen Sie erneut Ihre Ärztin auf.

Je nach Verdacht gibt es noch weitere diagnostische Verfahren, die Ihre Hautärztin durchführen kann. Zum Beispiel können Allergietests gemacht oder eine verborgene Infektionsquelle gesucht werden, die Sie selbst nicht bemerkt haben.

Welche Ursachen führen zu einer Urtikaria bei älteren Menschen?

Eine Nesselsucht ist äußerst vielfältig. Sie kann aus vielen verschiedenen Gründen entstehen. Die Suche nach einer spezifischen Ursache gestaltet sich häufig als langwierig und leider manchmal auch als erfolglos. Mitunter ist die Nesselsucht ein Begleitsymptom eines größeren Krankheitsbildes. Ein Beispiel hierfür ist eine Magen-Darm-Infektion mit begleitender Nesselsucht.

Je nach Ursache gibt es verschiedene Einteilungen der Urtikaria. Im Folgenden wird die Unterscheidung in die spontane und die induzierbare (auslösbare) Urtikaria beschrieben.

Die spontane Urtikaria

Die spontane Urtikaria tritt unvermittelt auf. Die Quaddeln sind über den ganzen Körper verteilt und zeigen kein bestimmtes Muster. Ursachen sind meist akute Infektionen, Unverträglichkeiten (zum Beispiel auf Schmerzmittel oder Nahrungsmittelbestandteile), psychische Belastungen oder eine allergische Reaktion.

Bei einer Nesselsucht bei Kindern ist eine zugrundeliegende Allergie wesentlich häufiger als im höheren Alter. In den allermeisten Fällen heilt die Erkrankung innerhalb einiger Wochen von selbst ab. Besteht sie länger als sechs Wochen, so spricht man von einer chronischen spontanen Urtikaria.

Die induzierbare Urtikaria

Die induzierbare (auslösbare) Urtikaria umschließt die physikalische Urtikaria und die Sonderformen.

  • Bei der physikalischen Urtikaria treten die Hautreaktionen nur auf bestimmte physikalische Reize hin Dies können zum Beispiel eine stärkere Berührung, Kälte, Wärme oder Licht sein. Die sogenannte Kälteallergie zählt dazu. Im Unterschied zur spontanen Urtikaria sind die Quaddeln auf das Hautareal beschränkt, wo der Reiz aufgetreten ist.
  • Die Sonderformen der Nesselsucht beinhalten unter anderem eine Urtikaria bei Wasserkontakt, bei Erhöhung der Körpertemperatur oder bei körperlicher Anstrengung.

Tritt die induzierbare Urtikaria jedes Mal zuverlässig bei einem bestimmten Reiz auf, spricht man von einer chronisch induzierbaren Urtikaria.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es kaum eine Möglichkeit gibt, wie Sie eine Urtikaria verhindern können. Es handelt sich um eine Über- oder Fehlreaktion des Immunsystems, das auf bestimmte Reize hin aktiviert wird. Wenn Sie jedoch an einer Urtikaria leiden, so gibt es gute Möglichkeiten, wie Ihre Hautärztin Ihnen helfen und die Beschwerden lindern kann.

Was bedeutet Nesselsucht für eine Person, die gepflegt werden muss?

Bei einer chronischen Urtikaria ist wichtig, dass die pflegenden Personen wissen, was die Beschwerden auslöst, um diese Reize zu vermeiden. Reagieren die pflegebedürftige Person beispielsweise auf ein bestimmtes Schmerzmittel stets mit einer Nesselsucht, so sollte dieses Schmerzmittel vermieden werden. Wenn beim Pflegebedürftigen bei einer Magen-Darm-Infektion häufig eine Begleiturtikaria vorkommt, so sollten dies allen Pflegepersonen mitgeteilt werden. Angst und Unsicherheit bei den pflegenden Personen werden vermieden. Außerdem sollten alle Personen im Haushalt wissen, wo die Medikamente gegen die Nesselsucht und den Juckreiz aufbewahrt werden.

Der Juckreiz ist meist das quälendste Symptom der Nesselsucht. Während eines akuten Schubes einer Urtikaria sollte daher darauf geachtet werden, dass die juckreizlindernden Medikamente nicht vergessen werden.

Falls die Urtikaria mit einer Allergie assoziiert ist, so sollten pflegende Personen dies unbedingt wissen. Vorsorglich sollten ein Allergieset mit Medikamenten bereitliegen. Stellen Sie vorher zum Beispiel auch in Absprache mit dem behandelnden Arzt klar, wann eine Notärztin gerufen und was im Falle einer allergischen Reaktion getan werden muss.

Falls die Urtikaria bei einer pflegebedürftigen Person erstmalig auftritt, sollten die Pflegepersonen stets eine Ärztin anrufen, um die Ursache der Nesselsucht abzuklären. Sind Hautreaktionen die einzigen Beschwerden, so ist es in der Regel ausreichend, zum nächstmöglichen Termin die Hausärztin aufzusuchen.

Bemerken die pflegenden Personen zusätzlich zu den Hautbeschwerden jedoch ein Angioödem (zum Beispiel Gesichtsschwellung), eine heisere Stimme, eine erschwerte Atmung oder leiden Sie an hohem Fieber oder Kreislaufproblemen, so ist unverzüglich der Notruf abzusetzen.

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