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PFLEGEGRAD 4

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Pflegekassen bieten ihren Versicherten je nach Pflegegrad unterschiedliche Leistungen an. Welche Ansprüche Sie bei Pflegegrad 4 haben, erfahren Sie hier.

Kurz und Knapp

Personen mit anerkanntem Pflegegrad 4 können alle angebotenen Leistungen der Pflegekasse nutzen. Dazu gehören u.a. kostenlose Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, Zuschüsse zum Hausnotruf sowie Wohngruppenzuschläge für ambulante WGs. Bei dieser besonderen Wohnform leben Sie als Pflegebedürftiger mit anderen Gleichaltrigen in einer gemeinsamen Wohnung zusammen und werden häuslich pflegerisch versorgt. Auf diese Weise können Sie weiterhin eine häusliche Umgebung genießen, ohne auf sich allein gestellt zu sein.

Pflegegrad 4 ist der zweithöchste Grad zur Bestimmung der Pflegebedürftigkeit. Dieser steht allen Personen zu, die unter „schwerster Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ leiden. Dies ist der Fall, wenn Sie als Antragsteller im Begutachtungsverfahren des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) eine Punktzahl zwischen 70 und unter 90 Punkten erreichen.

Bei der Ermittlung der genauen Punktzahl werden sechs verschiedene Bereiche des alltäglichen Lebens überprüft, wie zum Beispiel Ihre Mobilität, wie gut Sie sich als Pflegebedürftiger noch selbst versorgen können sowie Ihre Fähigkeit, soziale Kontakte zu unterhalten. Versicherte, die jedoch schon vor dem 01.01.2017 über eine anerkannte Pflegestufe 3 oder die Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz verfügten, müssen nicht erneut begutachtet werden. Sie wurden automatisch in den Pflegegrad 4 überführt.

Eingeschränkte Alltagskompetenz

Von einer „eingeschränkten Alltagskompetenz“ spricht man, wenn Menschen nicht mehr in der Lage sind, alltägliche Aufgaben selbstständig und unabhängig zu erfüllen. Grund dafür können körperliche Einschränkungen, demenzbedingte Fähigkeitsstörungen oder auch psychische Erkrankungen sein. Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz benötigen in der Regel ein erhöhtes Maß an Unterstützung, sei es bei der Grundpflege, der hauswirtschaftlichen Versorgung oder bei der Strukturierung ihres Tagesablaufs. Für derartige Betreuungs- und Entlastungsleistungen gewährt die Pflegeversicherung jedoch finanzielle Unterstützung. Diese richtet sich individuell nach dem Umfang der Einschränkungen einer Person.

Pflegegrad 4 und seine Leistungen

Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad 4 haben einen Anspruch auf folgende Leistungen der Pflegekasse:

Pflegegeld 728 Euro monatlich
Pflegesachleistungen 1.612 Euro monatlich
Zuschuss zur vollstationären Pflege 1.775 Euro monatlich
Leistungen für die teilstationäre Pflege 1.612 Euro monatlich
Entlastungsbeitrag 125 Euro monatlich
Kurzzeitpflege 1.612 Euro jährlich
Verhinderungspflege 1.612 Euro jährlich
Wohnraumanpassung Einmalig bis zu 4.000 Euro
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch 40 Euro monatlich
Zuschüsse zum Hausnotruf 23 Euro monatlich
Wohngruppenzuschlag für ambulante WG 214 Euro monatlich

Als Betroffener können Sie folglich alle angebotenen Leistungen der Pflegekasse nutzen und erhalten im Vergleich zu den Pflegegraden 1-3 auch zum Teil höhere Sozialleistungen. Beispielsweise beträgt Ihr Zuschuss für die teilstationäre Pflege mit anerkanntem Pflegegrad 4 insgesamt 1.612 € monatlich.  Unter dieser Pflegeform versteht man ein Konzept, bei dem Sie als Pflegebedürftiger im Rahmen einer Tages- oder Nachtpflege in einer Pflegeeinrichtung betreut werden.

Diese Pflegeform eignet sich besonders gut für Betroffene, die ihren Alltag zwar nicht vollkommen selbstständig meistern können, gleichzeitig aber zu agil für die Unterbringung in einer stationären Einrichtung sind. Das Konzept bietet Ihnen als pflegebedürftige Person die Möglichkeit, weiterhin zu Hause zu wohnen, gewährt Ihnen aber dennoch die notwendige Unterstützung durch professionelles Personal – und das in Abstimmung auf Ihre individuellen Bedürfnisse.

Wohngruppenzuschlag für ambulante WGs

Neben den klassischen Wohnformen, wie etwa der vollstationären Pflege oder dem selbstständigen Wohnen mit Betreuung, haben sich auch Alternativen herausgebildet. Zu den neuen Wohnformen zählen beispielsweise die sogenannten Pflege-Wohngemeinschaften (Pflege-WGs). Diese ermöglichen es ihren Bewohnern und Bewohnerinnen, innerhalb einer gemeinsamen Wohnung mit Gleichaltrigen zusammenzuleben und häuslich pflegerisch versorgt zu werden.

Ambulant betreute Wohngemeinschaften werden von der Pflegeversicherung gefördert. Auf Antrag können Sie daher zusätzlich zu den bereits genutzten Leistungen wie dem Pflegegeld, den Pflegesachleistungen und dem Entlastungsbetrag einen Wohngruppenzuschlag von 214 € monatlich beanspruchen. Dazu müssen Sie laut dem Bundesministerium für Gesundheit jedoch bestimmte Mindestvoraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen als Pflegebedürftiger mit mindestens zwei und höchstens elf weiteren Personen in einer gemeinsamen Wohnung zusammenleben.
  • Es darf sich bei der Wohngruppe nicht um eine Versorgungsform handeln, die einer stationären Einrichtung (Pflegeheim) entspricht.
  • Sie müssen gemeinschaftlich eine Person (Präsenzkraft) beauftragen, die unabhängig von der pflegerischen Versorgung in Ihrer WG Hilfeleistungen erbringt (z.B. organisatorische und verwaltende Tätigkeiten oder die hauswirtschaftliche Unterstützung).
  • Mindestens zwei weitere Personen Ihrer WG müssen einen anerkannten Pflegegrad haben.

Selbstverständlich darf der Wohngruppenzuschlag auch nur zweckgebunden eingesetzt werden.

Finanzielle Förderung bei Neugründungen von WGs

Pflegebedürftige mit einem Anspruch auf den Wohngruppenzuschlag können bei der Neugründung einer ambulant betreuten Wohngruppe einen Zuschlag zum altersgerechten bzw. barrierefreien Umbau der gemeinsamen Wohnung beatragen. Diese Anschubfinanzierung beträgt einmalig bis zu 2.500 € für jeden Pflegebedürftigen, der sich an der Gründung beteiligt und ist auf maximal 10.000 € pro WG begrenzt. Allerdings können Sie zusätzlich dazu noch finanzielle Unterstützung für die sogenannten „Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds“ bei Ihrer Pflegekasse einfordern.

Zuschüsse zum Hausnotruf

Mit dem Alter nimmt auch das Risiko von Stürzen zu. Damit Sie sich als Pflegebedürftiger in Ihrem Zuhause dennoch sicher fühlen, können Sie ein Hausnotrufsystem nutzen. So erhalten Sie im Falle einer Notsituation schnell und unkompliziert Hilfe. Die Notrufsysteme gibt es in verschiedenen Varianten, wobei die grundlegende Funktionsweise stets dieselbe ist:

Als pflegebedürftige Person tragen Sie rund um die Uhr einen Sender bei sich, der beispielsweise an einem Armband befestigt ist. Liegt ein Notfall vor, drücken Sie den Knopf des Senders und werden mit einer Notrufzentrale verbunden. Anschließend können die Mitarbeiter der Zentrale entsprechende Hilfsmaßnahmen einleiten.

Für den Hausnotruf gewährt die Pflegekasse einen monatlichen Zuschuss von 23 €.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Als Pflegebedürftiger haben sie zudem unabhängig von Ihrem genauen Pflegegrad einen Anspruch auf sogenannte „Pflegehilfsmittel zum Verbrauch“. Darunter versteht man Produkte wie Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Bettschutzeinlagen, die für den einmaligen Gebrauch bestimmt sind und regelmäßig nachgekauft werden müssen. Diese werden mit einem monatlichen Einheitsbetrag von 40 € von der Pflegekasse bezuschusst.

Um derartige Produkte zu erhalten, können Sie jederzeit unseren Komplettservice nutzen. Wir stellen Ihnen verschiedene rezeptfreie Produktpakete zusammen, die Sie individuell auf Ihre Pflegesituation abstimmen können und schicken Ihnen diese als „Pflegebox“ monatlich zu. Inbegriffen sind u.a. Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Schutzschürzen und Mundschutz sowie Hände- und Flächendesinfektionsmittel. Des Weiteren übernehmen wir auch die Abrechnung bei der Pflegekasse für Sie, damit Sie sich nicht um den „Papierkram“ kümmern müssen.

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