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  • Pflegestufe 3 bei absoluter Schwerstpflegebedürftigkeit

Pflegestufe 3 – Voraussetzungen und Leistungen

 

Voraussetzungen für die Pflegestufe 3

Bei der Pflegestufe 3 wird die Schwerstpflegebedürftigkeit durch die Pflegekasse anerkannt. Schwerstpflegebedürftigkeit liegt vor, wenn

  • der Pflegebedürftige Tag und Nacht auf Hilfe bei der Grundpflege (z.B. Ernährung, Mobilität und Körperpflege) angewiesen ist
  • und mehrmals wöchentlich Hilfe im Haushalt benötigt (z.B. beim Einkaufen und Kochen).
  • Zudem muss die Grundpflege pro Tag mindestens 4 Stunden betragen,
  • der Pflegeaufwand von Grundpflege und Unterstüzung im Haushalt insgesamt mindestens 5 Stunden.

In den meisten Fällen handelt es sich um bettlägerige Patienten, bei denen die Pflegestufe 3 anerkannt wird. Die Versorgung im häuslichen Umfeld ist aufgrund des hohen Pflegebedarfs in vielen Fällen erschwert, weshalb häufig eine stationäre Unterbringung erfolgt.

Pflegestufe 3 – Leistungen im Überblick

Die Unterbringungsformen bei der Pflegestufe 3 sind unterschiedlich. In Abhängigkeit von ambulanter Pflege, teilstationärer oder stationärer Unterbringung, können die Leistungen sehr unterschiedlich ausfallen.

Ambulante Pflege mit Pflegestufe 3:

Pflegen Sie selbst einen Angehörigen zu Hause, so beläuft sich das Pflegegeld maximal auf 728 Euro pro Monat. Im Vergleich dazu kann ein Pflegedienst Sachleistungen in Höhe von 1.612 Euro erbringen und direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Eine Kombination aus eigenständiger Pflege und der Inanspruchnahme von Sachleistungen durch einen Pflegedienst ist möglich.

Teil- oder Vollstationäre Pflege mit Pflegestufe 3:

Für die stationäre Pflege stehen Ihnen, wie auch bei der ambulanten Pflege durch einen Pflegedienst, bis zu 1.612 Euro monatlich zu. Häufig belaufen sich die Kosten für die Unterbringung in einer stationären Einrichtung auf mehr als 2.000 Euro monatlich. Die darüber hinausführenden Kosten müssen privat getragen werden.

Verhinderungs- und Kurzzeitpflege:

Bei der Verhinderung einer Pflegeperson aufgrund von Krankheit oder Urlaub stehen dem Pflegebedürftigen Leistungen der Verhinderungspflege von bis zu 1.612 Euro im Jahr zu.

Zudem können seit dem 1. Januar 2015 50 Prozent nichtwahrgenommener Kurzzeitpflege-Leistungen (806 Euro/Jahr) zusätzlich für die Verhinderungspflege verwendet werden, wodurch ein maximaler Betrag von 2.418 Euro für Leistungen im Zuge der Verhinderungspflege möglich ist.

Ist ein Pflegebedürftiger für eine kurze Zeit auf eine vollstationäre Pflege angewiesen, z.B. anschließend an einen Krankenhausaufenthalt, greift die Kurzzeitpflege. Die Pflegekasse zahlt hierfür bis zu 1.612 Euro im Jahr.

Nimmt der Pflegebedürftige die Leistungen im Rahmen der Verhinderungspflege nicht wahr, können diese Leistungen komplett (bis zu 1.612 Euro) zusätzlich in der Kurzzeitpflege eingesetzt werden, sodass insgesamt bis zu 3.224 Euro für die Kurzzeitpflege zur Verfügung stehen können.

Verbesserung des Wohnumfeldes:

Für die behindertengerechte Umgestaltung des Wohnumfeldes können Sie bis zu 4.000 Euro beantragen.

Pflegehilfsmittel:

Wie auch bei allen anderen Pflegestufen kann bei Einbindung eines Angehörigen in die häusliche Pflege die Bestellung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch (z.B. Mundschutz, Einmalhandschuhe und Schutzschürzen) über die Pflegekassen abgerechnet werden. Die maximale Kostenübernahme beträgt 40 Euro/Monat. Die Übernahme der Kosten kann selbst oder durch Dienstleister wie die PflegeBox beantragt werden.

Die Härtefallregelung

Übersteigt der Pflegeaufwand die Voraussetzungen für die Pflegestufe 3 stark, so kann die Härtefallregelung greifen.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Voraussetzungen der Pflegestufe 3
    • Grundpflege: mind. 4 Stunden/Tag
    • Gesamtpflegezeit inkl. Hauswirtschaft: mind. 5 Stunden/Tag
    • Hilfebedarf Tag und Nacht
  • Zusätzliche Anforderungen bzgl. der Grundpflege liegen vor
    • Entweder: Grundpflege mind. 6 Stunden/Tag und mind. 3x in der Nacht
    • Oder: Die Grundpflege muss nicht nur tagsüber, sondern auch nachts von mind. 2 Pflegekräften (auch professionelle Pflegekraft zusammen mit einer angehörigen Person) zeitgleich erbracht werden.
  • Die ständige Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung muss erforderlich sein

Im Härtefall können zusätzliche Pflegesachleistungen beantragt werden, sodass das der Gegenwert sowohl bei häuslicher Pflege, als auch bei stationärer insgesamt bis zu 1.995 Euro betragen kann.