Hospiz

Hospiz – Aufgaben, Kosten und Aufnahmevoraussetzungen

Inken Ostendorf
Inken Ostendorf

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Die meisten Menschen wünschen sich vermutlich ein schnelles, schmerzloses Ende. Niemand möchte am Ende seines Lebens lange leiden. Bei schweren Erkrankungen oder im hohen Alter kommt es dennoch vor, dass der Tod absehbar ist und der Sterbeprozess einige Zeit dauert. Dann ist es besonders wichtig, eine gute Versorgung zu bekommen. Um eine bestmögliche Versorgung und Sterbebegleitung zu gewährleisten, gibt es die Möglichkeit, sterbende Angehörige in einem Hospiz unterzubringen. Nicht nur die Betroffenen selbst benötigen Hilfe beim Sterbeprozess. Auch für die Angehörigen und nahen Freunde ist es emotional meist sehr belastend, einem geliebten Menschen beim Sterben zusehen zu müssen. Daher gibt es in den meisten Hospizen die Möglichkeit einer seelsorgerischen Betreuung von Angehörigen. Nähere Informationen zu Hospizen finden Sie im nachfolgenden Text.

Inhalt

Hospiz – Definition

Ein Hospiz ist per Definition eine Einrichtung der palliativen Pflege. Dabei gibt es ein stationäres Hospiz und ambulante Hospizdienste. Bei einem stationären Hospiz werden die Patient:innen ähnlich wie in einem Krankenhaus vor Ort behandelt. Sie belegen in den Räumlichkeiten des Hospizes ein Bett und werden dort angemessen versorgt. Bei den ambulanten Hospizdiensten bleibt die sterbende Person zu Hause und Angestellte oder Ehrenamtliche Hospizmitarbeiter:innen kommen in die Räumlichkeiten des Patienten oder der Patientin, um sie dort zu versorgen.

Hospiz – Aufgaben

Hospize und die Arbeit, die sie verrichten sind aus einer Bürgerbewegung heraus entstanden. Deshalb werden auch heute noch Hospiz Aufgaben zu einem erheblichen Anteil von ehrenamtlichen Mitarbeitenden getätigt. Zu den Aufgaben von einem Hospiz gehört es, sterbenden Menschen ihre verbleibende Zeit so lebenswert und angenehm wie möglich zu gestalten und den Gästen des Hospizes (wie die Patient:innen meistens genannt werden) ein Sterben in Würde möglich zu machen. Neben der Unterbringung und Versorgung der Gäste, sowie deren pflegerische Behandlung, kümmern sich ehrenamtliche Trauerbegleiter:innen auch um die Angehörigen und helfen ihnen, dem Abschied von der geliebten Person gefasst entgegensehen zu können. Ergänzt wird die Hospizarbeit so gut wie immer durch regelmäßige Besuche von palliativmedizinischen Ärzt:innen.

Der Unterschied zwischen einem Hospiz und einer Palliativstation

Palliativversorgung ist ein Zweig der medizinischen Arbeit und hat zum Ziel, das Leiden von todkranken Menschen so gut wie möglich zu verringern. Dies wird nach Möglichkeit durch eine frühzeitige Erkennung von Schmerzen und anderen Leiden und deren bestmögliche Behandlung erreicht. Wie auch bei der Hospizarbeit steht dabei nicht nur der Körper und die physischen leiden im Zentrum der Aufmerksamkeit, sondern auch das psychische und spirituelle Wohlbefinden der erkrankten Person.

Der Unterschied zwischen palliativ und Hospiz liegt also hauptsächlich in der medizinischen Kompetenz und Befugnissen. Üblicherweise ergänzen sich aber Hospiz und Palliativmedizin. So werden Gäste im Hospiz ebenso palliativ behandelt. Da es bei der Versorgung sterbender Menschen nicht nur um den rein medizinischen Aspekt geht, ist die Pflege im Hospiz, ebenso wie die stationäre Palliativversorgung in einem Krankenhaus immer multiprofessionell. Das heißt, mehrere unterschiedliche Berufsgruppen sind an der Versorgung der Gäste bzw. Patient:innen beteiligt. Ärzt:innen, Pflegekräfte, Psycholog:innen und Trauerbegleiter:innen arbeiten zusammen, um Gästen und Angehörigen die verbleibende Zeit so angenehm wie möglich zu machen. Da diese Zielsetzung sowohl für Palliativstationen als auch für Hospize gelten, ergänzen sich beide Zweige und sind nahezu untrennbar miteinander verbunden.

Viele Menschen bevorzugen allerdings die Sterbebegleitung in einem Hospiz, da die Atmosphäre hier weniger „klinisch“ ist.

Voraussetzungen für die Aufnahme in ein Hospiz

Einen Hospizplatz bekommen Personen, die unheilbar erkrankt sind und die in absehbarer Zeit sterben werden, weshalb ein Krankenhausaufenthalt nicht mehr notwendig ist. Zu den Hospiz Aufnahmebedingungen gehört außerdem, dass die häusliche Pflege für die Angehörigen nicht zu stemmen ist, weil diese zum Beispiel aus beruflichen Gründen keine Zeit für die Pflege haben oder selbst körperlich nicht in der Lage sind. Stellt sich also die Frage „Wann ist der richtige Zeitpunkt für das Hospiz?“, so müssen diese Voraussetzungen für die Hospizaufnahme erfüllt sein. Wenn das Lebensende absehbar ist und sich die Frage nach der Unterbringung in einem Hospiz stellt, kommen oft zwei Fragen auf: „Wann kommt man ins Hospiz?“ und „Wie lange kann man im Hospiz bleiben?“ Die erste Frage wurde im vorhergehenden Absatz beantwortet, auf die zweite gibt es keine konkrete Antwort. Ein Hospiz für Erwachsene kümmert sich um sterbende Personen. Der Aufenthalt endet daher im Regelfall, wenn die Person verstirbt. Daher kann hier kein fester Plan festgelegt werden, wie viele Tage, Wochen oder Monate ein Gast in einem Hospiz verweilen darf. Die Person wird so lange im Hospiz versorgt, wie nötig.

Hospiz – Kosten

Sind die oben aufgeführten Aufnahmekriterien für ein Hospiz erfüllt, muss man sich über die Hospiz Kosten tatsächlich gar keine großen Gedanken machen. Bereits seit 1997 übernimmt die Krankenkasse für gesetzlich versicherte einen Anteil der Kosten für ein Hospiz. Seit 2009 zahlt der Gast für die Hospiz Kosten keinen Eigenanteil mehr. Die Hospiz Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen beträgt seither 95 Prozent, die restlichen Hospizplatz Kosten werden durch Spenden und ehrenamtliche Mitarbeiter aufgefangen. Auch die ambulante Hospizversorgung wird von den gesetzlichen Krankenkassen durch einen festen Zuschuss zu den Personal- und Sachkosten finanziert. Dadurch soll den betroffenen Personen und den Angehörigen in dieser ohnehin schwierigen Zeit die finanzielle Sorge erspart werden.

Antrag auf Hospizversorgung

Möchte man einen Hospizantrag stellen, muss ein Arzt oder eine Ärztin die Notwendigkeit einer Hospizversorgung feststellen und bescheinigen. Hierzu wird auf einem Formular angegeben, um welche Erkrankung es sich handelt und in welchem Stadium sich die Krankheit befindet. Es muss festgestellt werden, dass eine begrenzte Lebenserwartung vorliegt, und es werden Angaben zur bisherigen Behandlung, sowie zu geplanten weiteren Therapiemethoden gemacht. Die Ärztin oder der Arzt gibt an:

  • in welchen Bereichen die Person Hilfe benötigt
  • ob bestimmte Dinge (wie zum Beispiel eine Suchterkrankung) beachtet werden müssen
  • und inwiefern die Person durch Angehörige versorgt werden kann oder eben nicht.

Ist eine Versorgung durch Angehörige möglich, wird ein Antrag auf ambulante Hospizpflege gestellt. Ist keine häusliche Versorgung möglich, bezieht sich der Antrag auf eine stationäre Unterbringung in einem Hospiz.

Sollten Sie für sich selbst oder eine:n Angehörige:n auf der Suche nach einem passenden Hospiz oder einem ambulanten Hospizdienst sein, sprechen Sie den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin an. Informationen und Kontaktangaben finden Sie auch hier.

Wenn Sie mehr über die geschichtlichen Hintergründe der Hospizbewegung erfahren möchten, können Sie sich zum Beispiel hier informieren.

Quellen:

Bundesgesundheitsministerium: Hospiz

Diakonie Deutschland: Hospizarbeit und Palliativversorgung

Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.: Das Hospiz: Pallitavmedizin, Palliativpflege und die Betreung von Sterbenden in Hospizen

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin: Hospiz- und Palliativversorgung im Überblick: Wer bietet was wo?

Osnabrücker Hospiz: Ärztliche Bescheinigung zur Feststellung der Notwendigkeit vollstationärer
Hospizversorgung nach § 39a Abs. 1 SGB V

Wissen in der Box: Hospiz

In einem Hospiz werden sterbende Personen beherbergt und versorgt, um ihnen die verbliebene Zeit so angenehm wie möglich zu machen.

Gäste bleiben in einem Hospiz in der Regel bis zu ihrem Lebensende. Einen konkreten Zeitrahmen gibt es daher nicht.

Wenn jemand unheilbar erkrankt ist, das Lebensende absehbar bevorsteht und eine häusliche Versorgung durch Angehörige nicht möglich ist, ist ein Hospiz sinnvoll.

Eine Palliativstation ist eine medizinische Einrichtung in einem Krankenhaus, Hospize sind ehrenamtliche Einrichtungen, Palliativmedizin und Hospiz ergänzen sich aber.

Die Krankenkasse übernimmt 95 Prozent der Kosten für ein Hospiz, die restlichen Kosten werden vom Hospiz durch Spenden und ehrenamtliche Mitarbeiter getragen.

Angaben zu einer zeitlichen Begrenzung für die Kostenübernahme gibt es keine.

Bei einer unheilbaren Krankheit, an der der Patient oder die Patientin in absehbarer Zeit versterben wird (z.B. einige Krebserkrankungen) kommt ein Hospiz in Frage.

Bei einem Hospiz für Erwachsene geht man davon aus, dass Gäste dort versterben. Bei Kinderhospizen erfolgt die Betreuung häufig bei nichttödlichen chronischen Erkrankungen.