Pflegestufe 0

Pflegestufe 0 – Informationen über die frühere Pflegestufe

Mit Einführung der Pflegeversicherung 1995 wurden Pflegebedürftige mit körperlichen Einschränkungen in 3 Pflegestufen, Pflegestufe 1, Pflegestufe 2 und Pflegestufe 3 eingeteilt. Die EInteilung basierte hauptsächlich auf den täglich benötigten Pflegeminuten. Menschen mit demenzbedingten Funktionsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, die keine körperlichen Einschränkungen aufwiesen, bekamen häufig keinen dieser Pflegestufen, an welche die monatlichen Leistungen der Pflegeversicherung geknüpft waren.

Daher wurde für diese Personen die umgangssprachlich als “Pflegestufe 0” bezeichnete Pflegestufe eingeführt. Diese Pflegestufe war gesetzlich zwar nicht geregelt, wurde aber einheitlich von den Pflegeversicherungen anerkannt und führte zu einem Anspruch auf monatliche Leistungen für die Betroffenen.

Das Ziel des Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) von 2017 war es, genau diese Personengruppen mit ehemals Pflegegrad 0 besser durch die Einführung des Systems der Pflegegrade aufzufangen und zu unterstützen.

Lesen Sie im Folgenden Wissenswertes über Pflegestufe 0, zum Beispiel wie viel Geld es bei Pflegestufe 0 gab, welche Voraussetzungen erfüllt sein mussten und wie das heutige Äquivalent heißt.

Inhalt

Was bedeutete “Pflegestufe 0”?

Pflegestufe 0 ist ein Begriff der Alltagssprache, der auf keiner gesetzlichen Grundlage beruhte. Vor dem PSG II bekamen nur solche Menschen eine Pflegestufe im 3-stufigen Pflegestufensystem, die körperliche Einschränkungen aufwiesen. Menschen mit körperlichen Einschränkungen die länger als sechs Monate andauerten und die auf Hilfe bei zum Beispiel bei der Körperhygiene angewiesen sind, bekamen also je nach Einschränkung eine Pflegestufe 1-3 zugeteilt.Menschen mit demenzbedingten Funktionsstörungen, geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen können hingegen häufig ihren Alltag noch ziemlich gut alleine meistern. Dazu gehören Dinge wie die Körperpflege und die Haushaltsführung. Erst bei einer ausgeprägten Form dieser Erkrankungen, wie einer fortgeschrittenen Demenz und Zunahme der Funktionsstörungen steigt der Pflegebedarf.Statt körperlichen Einschränkungen führt hier die Einschränkung der Alltagskompetenz dazu, dass die Betroffenen Unterstützung bedürfen. Da diese Unterstützung aber eher Betreuungs- als Pflegetätigkeiten umfassen, erhielt diese Personengruppe vor dem Pflegestärkungsgesetz keinen der Pflegestufen 1-3. Die Begründung war, dass sie keine tägliche Minutenanzahl an Pflege benötigen. Unterschieden wurde hier nämlich klar zwischen Pflege und Betreuung.Stattdessen wurde ihnen die nicht gesetzlich geregelte Pflegestufe 0 zugeordnet, bei der sich ebenfalls ein Anspruch auf Pflegeleistungen gegenüber der Pflegeversicherung ergab.

Welche Personen erhielten Pflegestufe 0?

Die Pflegestufe 0 war vor dem PSG II solchen Menschen vorbehalten, die zwar aufgrund einer kognitiven oder psychischen Beeinträchtigung auf Hilfe angewiesen waren. Allerdings erfüllten sie nicht die Voraussetzungen, um mindestens in Pflegestufe 1 eingestuft zu werden. Zu den Voraussetzungen für Pflegestufe 1 gehörte zum Beispiel ein täglicher Pflegebedarf von mindestens 45 Minuten. Während dieser Zeit wurde dem Pflegebedürftigen Unterstützung bei der Körperpflege, Zubereitung und Einnahme von Nahrungsmitteln oder Haushaltstätigkeiten angeboten.Pflegestufe 0 erhielten also solche Personen, die nicht täglich mindestens 45 Minuten Pflege bedürfen. Darüber hinaus mussten sie weitere Voraussetzungen erfüllen, um über die Pflegestufe 0 finanzielle Unterstützung durch die Pflegeversicherung zu erhalten.

Welche Kriterien mussten für Pflegestufe 0 erfüllt sein?

Um überhaupt die “Pflegestufe 0” zu erhalten, wurde ein Gutachten durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) beauftragt. Traten bei den kognitiv und psychisch beeinträchtigten Personen in mindestens zwei der folgenden Bereiche und dabei mindestens einem aus den ersten 1-9, regelmäßige Schädigungen oder Fähigkeitseinschränkungen auf, konnte Pflegestufe 0 zugewiesen werden:
  1. Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz) ;
  2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen;U
  3. Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen;
  4. Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation;
  5. Im situativen Kontext inadäquates Verhalten;
  6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen;
  7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung;
  8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben;
  9. Störung des Tag-Nacht-Rhythmus;
  10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren;
  11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen;
  12. Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten;
  13. Zeitlich überwiegende Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.
Waren also mindestens zwei Voraussetzungen erfüllt, konnte Pflegestufe 0 beantragt werden.

Auf welche Leistungen hatten Personen mit Pflegegrad 0 Anspruch?

Die finanzielle Unterstützung der in “Pflegegrad 0” eingeordneten Betroffenen fiel bis Ende 2014 im Vergleich zu den heutigen Pflegegraden deutlich geringer aus. Ihnen stand zunächst einmal monatlich ein Betrag von 104 Euro zu. Dieser Betrag war für Betreuungs- und Entlastungsleistungen vorgesehen. Genauso konnte eine Person das Geld für Pflegestufe 0 für Haushaltshilfe benutzen.Im Falle einer fortgeschrittenen Erkrankung, etwa bei einer bereits schwer ausgeprägten Demenz, konnte für einen mit “erhöhten Betreuungsbedarf” monatlich ein Betrag von 208 Euro gestattet werden. Dazu mussten allerdings mindestens 3 der obenstehenden Kriterien 1, 2, 3, 4, 5, 9 oder 11 zutreffen.Mit dem Ersten Pflegestärkungsgesetz wurden die Beträge ab Januar 2015 angehoben und auch für Pflegestufe 0 ein Pflegegeld sowie Pflegesachleistungen eingeführt. Von da an konnten Personen mit Pflegestufe 0 monatlich entweder einen Betrag von 123 Euro Pflegegeld oder Pflegesachleistungen in Höhe von 231 Euro in Anspruch nehmen. Das Pflegegeld  ist dabei überwiegend als Aufwandsentschädigung für pflegende Angehörige vorgesehen während mit dem Betrag der Pflegesachleistungen  ein ambulanter Pflegedienst finanziert werden kann.Darüber hinaus gab wurde der monatlichen Betrag von 40 Euro für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel  eingeführt.
Mundschutz, Desinfektionsmittel und weitere Hilfsmittel kostenfrei über die PflegeBox beziehen

Wie nennt sich Pflegestufe 0 heute?

Mit der Reform von den Pflegestufen zu den Pflegegraden sind in der Regel die alten Pflegestufen um 2 erhöht und als Pflegegrade festgelegt worden. Das bedeutet, dass der überwiegende Teil der zuvor in die Pflegestufe 0 eingeordneten Betroffenen im Pflegegradsystem mindestens den Pflegegrad 2 erhielten.Auch bei den Pflegegraden erfolgt die Einteilung anhand eines Gutachtens des MDK. Dieses wurde mit der Pflegereform ebenso überarbeitet, so dass es durchaus sein konnte, dass ein ehemals Pflegebedürftiger mit Pflegestufe 0 direkt in den Pflegegrad 3 oder höher einsortiert wurde.

Warum erfolgte die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade?

Der Gesetzgeber erkannte, dass das Pflegesystem nicht alle Pflegebedürftigen gleichmäßig behandelt. Erkrankte mit kognitiven oder psychischen Einschränkungen standen schlechter da als Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen.Ein weiterer wichtiger Punkt war es, die Position und finanzielle Unterstützung von pflegenden Angehörigen zu stärken. Aufgrund des demografischen Wandels sind nämlich gerade die Angehörigen, die ihre Liebsten zu Hause pflegen, eine große Stütze im Pflegesystem. Ohne sie würde der ohnehin schon bestehende Pflegenotstand  noch gravierender ausfallen.

Weitere interessante Artikel

Beckenboden trainieren

Beckenboden trainieren Beckenboden trainieren? Der Beckenboden von Männern und Frauen ist ein oft vernachlässigter, aber sehr wichtiger Teil des Körpers. Frauen beschäftigen sich meist im gebärfähigen

Weiterlesen »
Inkontinenz Therapie

Inkontinenz Therapie Inkontinenz ist eine gesellschaftliche Erscheinung, die vor allem ältere Generationen und dort vor allem Frauen betrifft. Durch eine mit zunehmendem Alter schwächer werdende

Weiterlesen »
Inkontinenzformen

Inkontinenzformen – welche Unterschiede gibt es? Es gibt verschiedene Inkontinenzformen, welche überwiegend ältere Menschen betreffen. Es wird zwischen einer Harnblasen- und einer Stuhlinkontinenz unterschieden.Der Begriff

Weiterlesen »
Stuhlinkontinenz

Stuhlinkontinenz – ist die Darmstörung heilbar? Bis zu fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden laut der Deutschen Kontinenzgesellschaft unter Stuhlinkontinenz. Für Betroffene ist diese Erkrankung

Weiterlesen »

Thyssenkrupp Treppenlifte

 

Hinweis: Sie können Ihre Einwilligungen jederzeit mit Wirkung für die Zukunft per E-Mail an [email protected] widerrufen. Weitere Informationen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten und zu Ihren Rechten finden sich in unserer Datenschutzerklärung (www.pflegebox.de/datenschutz/).

Notrufsysteme Libify

 

Hinweis: Sie können Ihre Einwilligungen jederzeit mit Wirkung für die Zukunft per E-Mail an [email protected] widerrufen. Weitere Informationen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten und zu Ihren Rechten finden sich in unserer Datenschutzerklärung (www.pflegebox.de/datenschutz/).

Kostenlose Probe jetzt bestellen!

Wir möchten, dass Sie sich bei der Verwendung von unseren Inkontinenz Produkten absolut wohl und geschützt fühlen. Deshalb bieten wir Ihnen die Möglichkeit an kostenlose Produktproben zu bestellen, um unser Produktsortiment kennenzulernen und zu testen. Damit wir Ihnen das passende Produkt zuschicken können, lassen Sie sich von unseren Experten diskret und kompetent beraten.

So können Sie uns kontaktieren

030/863 235 460

oder füllen Sie einfach das Kontaktformular aus, 

wir kontaktieren Sie gerne!

Inkontinenzversorung - Gratisprobe anfordern

 

Hinweis: Sie können Ihre Einwilligungen jederzeit mit Wirkung für die Zukunft per E-Mail an [email protected] widerrufen. Weitere Informationen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten und zu Ihren Rechten finden sich in unserer Datenschutzerklärung (www.pflegebox.de/datenschutz/).