Pflegegrad 1

Pflegegrad 1 - Welche Voraussetzungen und Leistungen gibt es?

Jeder von uns wünscht sich wohl für sich und seine Liebsten ein langes, gesundes Leben. Nach Ende des Erwerbslebens bis ins hohe Alter aktiv am Leben teilzunehmen und das Seniorenleben zu genießen ist ein Traum vieler Menschen. Nur leider häufen sich vor allem im Alter verschiedene Krankheiten, die die Betroffenen im Alltag einschränken. 

Vielleicht geht es Ihnen oder einem Familienmitglied derzeit gesundheitlich zwar grundsätzlich ganz gut. Seit ein paar Monaten bemerken Sie aber, dass die alltäglichen Tätigkeiten im und außer Haus schwieriger fallen. Manchmal sind Sie oder das Familienmitglied damit sogar überfordert.

Je nach Lebenssituation und sozialem Umfeld kommen schnell ein paar Fragen auf:

  • Was sollte man noch alleine schaffen und ab wann ist Hilfe von Außen nötig?
  • Welche Art von Hilfe steht einem von Versicherungen zu?
  • Wie sehr können oder müssen die Angehörigen einspringen?

Im Folgenden möchten wir Ihnen die Voraussetzungen und Leistungen von Pflegegrad 1 vorstellen. Der Pflegegrad 1 ist dabei die geringste Pflegestufe, bei der die Betroffenen viele Tätigkeiten noch alleine bewältigen können.

Inhalt

Was bedeutet Pflegegrad 1?

Seit der Einführung des 2. Pflegestärkungsgesetzes im Jahr 2017 (PSG II) sind die alten 3 Pflegestufen gegen die neuen 5 Pflegegrade ausgetauscht worden. Mit der umfassenden Gesetzesänderung wurde das gesamte Pflegesystem für Betroffenen, deren Angehörige und Pflegekräfte verbessert. Im Mittelpunkt des Pflegebedürftigkeitsbegriffs steht nun die Selbständigkeit der Betroffenen. Im Gegensatz zu den früheren Pflegestufen werden nun neben körperlichen Einschränkungen auch geistige und psychische Beeinträchtigungen viel mehr beachtet.

Pflegegrad 1 ist dabei der Pflegegrad mit den geringsten Beeinträchtigungen. Betroffene sind im Alltag überwiegend noch recht selbständig. Meistens liegen ihre Einschränkungen im körperlichen Bereich. Sie benötigen zum Beispiel Hilfe bei der persönlichen Selbstversorgung wie Körperpflege, Ankleiden oder beim Inkontinenzmanagement.

Wenn nicht gerade eine schwere Erkrankung auftritt, sondern typische Alterserscheinungen zu den Einschränkungen der Selbständigkeit führen, ist die Einstufung in Pflegegrad 1 am wahrscheinlichsten.

Wann erhalte ich Pflegegrad 1?

Wird die selbständige Bewältigung Ihres oder des Alltags eines Angehörigen aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Einschränkungen zunehmend schwerer, ist der erste Ansprechpartner die Pflegekasse. Diese ist an die Krankenkasse angebunden und Sie können sie über diese erreichen.

Die Pflegekasse wird einen Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes (MDK) zu Ihnen nach Hause schicken, um anhand eines Kriterienkatalogs Ihren Pflegegrad zu bestimmen. Ausschlaggebend sind dabei die Fähigkeiten in sechs Lebensbereichen (Module). Die Module enthalten weitere Unterkriterien, die jeweils anhand der vorliegenden Einschränkung mit einem Punktwert bewertet werden. Außerdem fließen die sechs Module unterschiedlich stark in die Gesamtbewertung ein:

  • Mobilität (10%)
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten + Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (15%)
  • Selbstversorgung (40%)
  • Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen (20%)
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15%)

Beläuft sich die Bewertung durch den Mitarbeiter auf eine Gesamtpunktzahl zwischen 12,5 und 27 Punkten, werden Sie in Pflegegrad 1 eingestuft. In Worten ausgedrückt attestiert das Gutachten, dass geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten vorliegen.

Welche Leistungen stehen mir bei Pflegegrad 1 zu?

Liegt der Pflegegrad 1 vor, haben Sie oder Ihre Angehörigen Anspruch auf Leistungen durch die Pflegeversicherung. Da es sich bei Pflegegrad 1 um die geringste Pflegestufe handelt, fallen die finanziellen und Sachleistungen gegenüber höheren Pflegegraden geringer aus. Viele Pflegeleistungen gibt es auch erst ab Pflegegrad 2. Das Ziel der Leistungen ist, die Betroffenen möglichst lange in ihrer Selbständigkeit zu unterstützen. 

Betroffene mit Pflegegrad 1 leben in den allermeisten Fällen in ihrer gewohnten Umgebung. Tätigkeiten, die sie nicht oder nur sehr schwer alleine erledigen können, werden häufig durch Familienmitglieder, Freunde oder sonstige Pflegepersonen erledigt. Eine kurzfristige oder dauerhafte Unterbringung in Betreuungseinrichtungen wird nicht als notwendig angesehen und die Kosten daher auch nicht von der Pflegekasse übernommen (siehe unten). 

Folgende geldwerte und weitere Leistungen stehen Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege mit Pflegegrad 1 in jedem Kalendermonat zu:

Pflegehilfsmittel

Zu Hause gepflegte Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 haben einen Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Diese Leistung umfasst monatlich einen Betrag von 40 EURO und ist auch bei höheren Pflegegraden gleichbleibend. Aufgrund der Corona Pandemie und den gestiegenen Beschaffungskosten ist der Betrag auf 60 EURO gestiegen.Zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch gehören Produkte, wie Mundschutz, Schutzschürzen, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel für Hände und Flächen und Bettschutzeinlagen.Die Menge der einzelnen Produkte bestimmen Sie selbst. Wir von der PflegeBox bieten einen bequemen und kostenlosen Service, bei dem wir Ihnen die Pflegehilfsmittel nach Hause schicken. In unserem Service ist die Abrechnung mit der Pflegekasse inklusive.

Entlastungsbetrag

Der monatliche Entlastungsbetrag von 125 EURO ist ein zweckgebundener Betrag zur Entlastung pflegender Angehöriger und Förderung der Selbständigkeit des Pflegebedürftigen. Ausnahmsweise kann dieser bei Pflegegrad 1 auch für Pflegeleistungen verwendet werden, für die es ansonsten keine finanziellen Mittel für diesen Pflegegrad gibt. Die Leistungen finden Sie im nächsten Abschnitt.

Wohngruppenzuschuss

Wenn die pflegebedürftige Person mit anderen Pflegebedürftigen in einer Wohngruppe zusammenleben, steht monatlich ein Zuschuss von 214 EURO zur Verfügung. Ebenso gibt es die sogenannte Anschubfinanzierung für die Gründung von Pflege-Wohngruppen. Hierfür stehen jeder Person mit Pflegegrad 1-5 einmalig 2.500 EURO zur Verfügung. Maximal dürfen 4 WG Mitbewohner diese Förderung erhalten, die auf 10.000 EURO je Wohngemeinschaft gedeckelt ist.

Hausnotruf

Die Kosten für den einmaligen Anschluss sowie die monatlichen laufenden Kosten trägt die Pflegekasse mit einem Zuschuss von 23 EURO. Diese Notrufsysteme gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Sie orientieren sich in der Regel daran, wie mobil die zu pflegende Person ist.Das bedeutet: Ist der Betroffene viel allein unterwegs, bietet sich ein mobiler Notruf in Form eines Armbands an. Darüber hinaus gibt es klassische stationäre Notrufsysteme oder als Tablet. Unser Partner Libify bietet unterschiedliche Notrufsysteme an, über die wir Sie gerne informieren.

Pflegeberatung

Für die Sicherstellung einer optimalen Betreuung bieten die Pflegeversicherung kostenlose Pflegeberatung für Pflegebedürftige und deren Angehörige an.

Pflegekurse

Die Pflegekassen sind dazu angehalten, pflegenden Angehörigen die Möglichkeit für den Besuch kostenloser Pflegekurse anzubieten.

Wohnraumanpassung

Außerdem haben Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 das Anrecht auf einen Zuschuss zu Wohnraumanpassungen. Es besteht die Möglichkeit notwendige Umbau-Maßnahmen mit bis zu 4.000 EURO zu bezuschussen.

Welche üblichen Leistungen der Pflegekasse erhalten Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 nicht? 

Es gibt eine Reihe von Leistungen, die die Pflegekassse erst ab Pflegegrad 2 bezahlt. Diese umfassen vor allem Kosten für umfangreiche Pflegemaßnahmen und werden von professionellen Anbietern durchgeführt oder angeboten. 

Aber auch pflegenden Angehörigen steht ab Pflegegrad 2 eine Aufwandsentschädigung und weitere Absicherungen zu. Genaueres dazu können Sie im jeweiligen Artikel der Pflegegrade nachlesen, die Sie in auf unserer Übersichtsseite finden. 

Das Pflegegeld

Das Pflegegeld ist eine Art Aufwandsentschädigung für die Angehörigen, die einen Pflegebedürftigen zu Hause pflegen. Allerdings ist die Verwendung der Entschädigung für andere Zwecke möglich. Da Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 zu großen Teilen noch selbständig sind, zahlt die Pflegekasse kein Pflegegeld.

Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen sind finanzielle Leistungen, die zu Hause gepflegten Pflegebedürftigen bei Inanspruchnahme eines professionellen ambulanten Pflegedienstes zustehen. Da ein professioneller Pflegedienst in der Regel bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 1 nicht notwendig sind, zahlt die Pflegekasse keine Pflegesachleistungen.* Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag von 125 EURO für Pflegesachleistungen benutzen.

Kurzzeitpflege

Eine Kurzzeitpflege ist dazu da, über einen kurzen Zeitraum die gewohnte Pflege anderweitig zu organisieren. Etwa weil die pflegenden Angehörigen verhindert sind oder weil kurzzeitig ein erhöhter Pflegebedarf besteht. Die Voraussetzung für Kurzzeitpflege erfüllen Betroffene mit Pflegegrad 1 nicht, weshalb diese Leistung nicht bezahlt wird.* Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag von 125 EURO für Kurzzeitpflege benutzen.

Teilstationäre Tages- und Nachtpflege sowie vollstationäre Pflege

Auch diese intensiveren Pflegeformen stehen Pflegebedürftigen erst ab Pflegegrad 2 zu. Um Pflegegrad 2 zu erhalten, müssen mindestens erhebliche Beeinträchtigungen der Selbständigkeit und der Fähigkeiten vorliegen. Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 1 werden diese Leistungen verwehrt.* Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag von 125 EURO für teilstationäre und vollstationäre Pflege benutzen.

Verhinderungspflege

Zu Hause gepflegten Personen steht auch erst ab Pflegegrad 2 eine Verhinderungspflege für einige Wochen im Jahr zu. Diese wird dann benötigt, wenn die pflegenden Angehörigen wegen Urlaub oder Krankheit den Pflegebedürftigen nicht mit der nötigen Pflege umsorgen können.

Für welche Leistungen kann bei Pflegegrad 1 der Entlastungsbetrag benutzt werden?

Der Entlastungsbetrag ist bei Pflegegrad 1 der einzige monatliche Betrag, den Pflegebedürftige verwenden können, um sich Hilfe von Außen zu holen. In der Regel müssen Pflegebedürftige dabei in Vorkasse treten. Sie dürfen sich von allen Anbietern Unterstützung für den Alltag holen, die nach Landesrecht zugelassenen sind. Das können haushaltsnahe Dienstleistungen sein, Alltagsbegleiter oder auch Gruppenangebote. Die Anbieter müssen eine Rechnung ausstellen, die Sie bezahlen und hinterher bei der Pflegekasse einreichen.

Nicht genutzte Entlastungsbeträge können noch bis zum 30.6. des Folgejahres verwendet werden und verfallen erst danach.

Was kann ich tun, wenn die angebotenen Leistungen nicht ausreichen?

Haben Sie für sich oder einen Angehörigen kürzlich einen Pflegegrad beantragt und wider erwarten nur Pflegegrad 1 erhalten, ist innerhalb von vier Wochen formlos Widerspruch bei der Pflegekasse einzulegen. Es kommt leider häufig vor, dass der Antrag entweder ganz abgelehnt wird (kein Pflegegrad) oder lediglich Pflegegrad 1 ausgestellt wird. Ein Widerspruchsverfahren kann sich hier lohnen.

Andernfalls ist ein einmal festgestellter Pflegegrad auch nicht in Stein gemeißelt. Verschlimmert sich eine Krankheit oder verschlechtert sich der Gesundheitszustand eines Pflegebedürftigen und steigt somit der Pflegeaufwand, zögern Sie nicht, Ihren Pflegeberater zu kontaktieren. Mit ihm können Sie die notwendigen Schritte für eine Anpassung des Pflegegrades besprechen.

Quellen:

Alle Gesetzestexte finden Sie unter: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de

https://www.mdk.de

https://www.bundesgesundheitsministerium.de

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Hinweis: Sie können Ihre Einwilligungen jederzeit mit Wirkung für die Zukunft per E-Mail an [email protected] widerrufen. Weitere Informationen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten und zu Ihren Rechten finden sich in unserer Datenschutzerklärung (www.pflegebox.de/datenschutz/).

Notrufsysteme Libify

 

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