Pflegegeld

Pflegegeld

Uta Leyke
Uta Leyke

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In Deutschland wird ein Großteil der Pflegebedürftigen zu Hause von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn gepflegt. Das ist von der Gesundheitspolitik auch gewünscht, damit das ohnehin schon schwer ausgelastete Kranken- und Pflegesystem nicht weiter belastet wird. Um die pflegenden Angehörigen zu entlasten und für ihren Aufwand zu entschädigen, gibt es das Pflegegeld. Durch das monatlich von der Pflegekasse überwiesene Pflegegeld können Pflegebedürftige die sie pflegenden Angehörigen oder Freunde entlohnen oder anderweitige Hilfs-Leistungen in Anspruch nehmen.

Wie viel Pflegegeld Ihnen zusteht und an welche Bedingungen die Auszahlung geknüpft ist, stellen wir Ihnen in diesem Artikel vor.

Inhalt

Was ist das sogenannte Pflegegeld?

Das Pflegegeld ist eine Geldleistung der Pflegeversicherung, die nach Paragraph 37 des 11. Sozialgesetzbuch (§37 SGB XI ) allen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 zusteht. Mit diesem Geld steht es Pflegebedürftige frei, die körperbezogenen Pflegemaßnahmen und weitere Betreuungsmaßnahmen sowie Hilfe im Haushalt selbst zu organisieren.

Neben dem Pflegegrad von mindestens Pflegegrad 2 gibt es weitere Voraussetzungen, die für einen Anspruch auf Pflegegeld erfüllt sein müssen.

  • Der Pflegebedürftige muss grundsätzlich zu Hause gepflegt Auch bei zeitweiser Unterbringung in der Kurzzeitpflege gelten Pflegebedürftige als zu Hause gepflegt
  • Die Pflege muss durch Angehörige, Freunde oder Nachbarn durchgeführt werden, die das nicht beruflich machen

Eine Ausnahme von der letzten Voraussetzung stellt die sogenannte Kombinationspflege dar, bei der sowohl ein professioneller ambulanter Pflegedienst als auch pflegende Angehörige an der Pflege beteiligt sind. Hierbei darf der für den Pflegedienst zur Verfügung stehende Betrag nicht aufgebraucht werden, wie Sie auf unserer Informationsseite über die Kombinationspflege  genauer nachlesen können.

Die Pflegekassen überweisen den Betrag zu Beginn des Monats auf das Konto des Pflegebedürftigen oder dessen Bevollmächtigten. Die Höhe des Geldes richtet sich dabei nach dem Pflegegrad des Betroffenen. Obwohl oft gesagt wird, dass das Pflegegeld für Angehörige bestimmt ist, ist das nicht per se der Fall. Das Geld wird dem Pflegebedürftigen auf sein eigenes Konto überwiesen und ist dafür bestimmt, die pflegenden Angehörigen zu entlasten.

Daher können mit dem Pflegegeld auch weitere Hilfen zum Beispiel für den Haushalt oder auch Betreuungsangebote bezahlt werden. Es obliegt also dem Pflegebedürftigen, welchen Anteil des Pflegegelds er den pflegenden Angehörigen als Aufwandsentschädigung zukommen lässt.

Welche Personengruppen bekommen Pflegegeld?

Anspruchsberechtigt für Pflegegeld sind alle Menschen mit Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5, die zu Hause gepflegt werden. Grundvoraussetzung für den Anspruch ist als der anerkannte Pflegegrad.

Sind Sie oder ein Angehöriger von zunehmenden Einschränkungen der Selbständigkeit, sei es durch eine Erkrankung, einen Unfalls oder Alterserscheinungen bedingt, betroffen, könnte ein Pflegegrad vorliegen.

Aber selbst wenn unser Pflegegradrechner keinen Pflegegrad als Ergebnis liefert, können Sie sich an die zuständige Pflegekasse wenden. Ein formloser Pflegegradantrag genügt um ein Pflegegradgutachten der Pflegeversicherung anzufordern.

Der Ausgang eines solchen Gutachtens hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Sobald Sie aber mindestens Pflegegrad 2 anerkannt bekommen, haben Sie Anspruch auf Pflegegeld.

Wie hoch ist das Pflegegeld 2021?

Die Höhe des Betrags hängt vom Pflegegrad ab: Das Pflegegeld bei Pflegegrad 3 ist höher als bei Pflegegrad 2. Das Pflegegeld von Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5 sind jeweils höher als die vorhergehende Stufe, wobei der Zuwachs zur jeweiligen Vorstufe unterproportional ist.

Folgende monatlichen Beträge galten für das Pflegegeld 2020. Voraussichtlich bleibt das Pflegegeld 2021 identisch hoch:

Pflegegeld Tabelle

Pflegebedürftigkeit in PflegegradenPflegegeld
Pflegegrad 1
Pflegegrad 2316 Euro
Pflegegrad 3545 Euro
Pflegegrad 4728 Euro
Pflegegrad 5901 Euro

* Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Pflegegeld. Die Pflegeversicherung bezahlt ihnen aber monatlich einen Entlastungsbetrag von 125 Euro, den sie ähnlich wie das Pflegegeld frei verwenden können

Wann wird Pflegegeld ausgezahlt?

Die Pflegekassen zahlen das Pflegegeld in der Regel zu Beginn des Monats aus. Das Geld wird dabei direkt an den Pflegebedürftigen überwiesen. Es sei denn dieser hat eine andere Person per Vorsorgevollmacht  berechtigt, das Pflegegeld zu erhalten und zu verwalten.

Bei erstmaligem Antrag auf Pflegegrad kann das Pflegegeld sogar rückwirkend bis zu dem Zeitpunkt des Eingangs des Pflegegradantrags ausgezahlt werden. Daher unser Tipp:

Stellen Sie den Pflegegradantrag so schnell wie möglich!

Ist das Pflegegeld steuerfrei?

Als Aufwandsentschädigung für pflegende Angehörige und für die Bezahlung weiterer Hilfen ist das Pflegegeld steuerfrei. Sowohl für den Pflegebedürftigen, als auch für die pflegenden Angehörigen. Es handelt sich hier ja nicht um einen echten Lohn, sondern um eine Aufwandsentschädigung. Erhalten Sie also Pflegegeld oder Teile des Pflegegeld von einem pflegebedürftigen Angehörigen, brauchen Sie das Pflegegeld nicht zu versteuern.

Pflegebedürftige brauchen keine Rechenschaft über die Verwendung des Geldes ablegen. Eine Ausnahme stellt allerdings der Fall dar wenn die Pflegeversicherung der Meinung ist, dass das Pflegegeld für eine regelwidrige Nutzung verwendet wird. Zum Beispiel kann nicht ein professioneller Pfleger extra Aufgaben übernehmen und für diese mit einer Zahlung auf die Hand vergütet werden.

Gibt es das Pflegegeld bei Krankenhausaufenthalt weiterhin?

Das ist eine schwer zu beantwortende Frage, die gesetzlich auch nicht geregelt ist. Hier müssen verschiedene Einzelfaktoren mit beachtet werden:

  • Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?
  • Wie regelmäßig ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig?
  • Welcher Pflegegrad liegt vor?
  • Welche Pflegeaufgaben übernehmen die Angehörigen auch während des Krankenhausaufenthalts?

Der beste Weg ist es im Fall eines Krankenhausaufenthalts des Pflegebedürftigen, wenn Sie sich an die Pflegeversicherung wenden. Sie sollten den Krankenhausaufenthalt melden um zu vermeiden, dass Sie im Nachhinein Pflegegeld zurückzahlen müssen.

Gesetzlich geregelt ist die Weiterzahlung des halben monatlichen Pflegegeldes, während der Pflegebedürftige sich zum Beispiel wegen Urlaubs der Pflegeperson in Kurzzeitpflege  befindet. Daher ist die Chance nicht schlecht, dass die Pflegeversicherung auch bei einem Krankenhausaufenthalt des Pflegebedürftigen weiter Teile des Pflegegelds zahlt.

Kann es passieren, dass Pflegegeld zurückgezahlt werden muss?

Wenn der Verdacht einer Veruntreuung des Pflegegeld besteht und sich der Verdacht bestätigt, hat die Pflegeversicherung das Recht, ausgezahltes Pflegegeld zurück zu verlangen.

Ebenso wird die Pflegekasse eventuell genau wissen wollen, welche Pflegetätigkeiten während eines Krankenhausaufenthalts weiterhin von pflegenden Angehörigen durchgeführt werden.

Gibt es auch Pflegegeld ohne Pflegeperson?

Haben Sie einen anerkannten Pflegegrad von mindestens 2, steht Ihnen Pflegegeld zu, wenn Sie keinen ambulanten Pflegedienst für Ihre Pflege engagiert haben. Kommt zu Ihnen ein ambulanter Pflegedienst, können Sie dennoch Anspruch auf anteiliges Pflegegeld haben, wenn der Pflegedienst nicht das gesamte zur Verfügung stehende Budget für die Pflegeleistungen aufbraucht. Im Rahmen der sogenannten Kombinationspflege kann der Anteil an übrigen Pflegesachleistungsbudget trotz Pflegedienst in anteiliges Pflegegeld umgewandelt werden.

Die Auszahlung ist nicht an eine feste Pflegeperson gebunden. Solange Sie in geeigneter Weise selbst sicher stellen, dass die benötigte Pflege und Betreuung gewährleistet ist, können Sie ohne Pflegeperson Pflegegeld beziehen. Wie Sie das Pflegegeld verwenden, ist ebenso Ihnen überlassen.

Das Landespflegegeld in Bayern

Einen Sonderfall der Pflegegeldleistung gibt es im Bundesland Bayern. Seit Mai 2018 gibt es dort das Landespflegegeld. Bayern gewährt es zusätzlich zum allgemeinen Pflegegeld. Grundsätzlich ist das Landespflegegeld als Anerkennung für pflegende Angehörige gedacht und beträgt 1000€ pro Jahr.

Als sogenannte Fürsorgeleistung ist es eine nicht steuerpflichtige Einnahme. Bayern hat dafür ein Landesamt für Pflege eingerichtet. Grundsätzlich gilt, Antragssteller beantragen das Landespflegegeld einmalig. Der Anspruch überträgt sich automatisch auf die folgenden Pflegejahre.

Voraussetzungen für das Landespflegegeld

  • Es muss mindestens ein Pflegegrad 2 oder höher vorliegen
  • Der Pflegebedürftige muss zum Zeitpunkt der Antragsstellung seinen Hauptwohnsitz in Bayern haben
  • Zur Zeit ist das Landespflegegeld auf das Bundesland Bayern begrenzt
    Sie haben die Möglichkeit das Landespflegegeld bei den Finanzämtern, den Landratsämtern und beim Zentrum für Familie und Soziales in Bayern zu beantragen.
    Egal in welchem Bundesland Sie leben: Das Pflegegeld ist für Pflegebedürftige und deren Pflegende aus dem häuslichen Umfeld eine wertvolle Unterstützung. Nach Anerkennung des jeweiligen Pflegegrads können Sie das Pflegegeld bei Ihrer Krankenkasse beantragen. Wenn Sie oder Ihre Angehörige mit der Einstufung nicht einverstanden sind, lohnt sich in vielen Fällen der Einspruch. Weiterhin wichtig zu wissen: Die Pflegegeldleistung steht auch den Pflegenden zu, die eine Person mit einer festgestellten Demenzerkrankung betreuen. Wenden Sie sich bei Fragen gerne jederzeit an unsere Pflegeberatung. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

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