Vorsorgeuntersuchungen Männer

Vorsorgeuntersuchungen für Männer

Vorsorgeuntersuchungen dienen der Früherkennung gut behandelbarer, häufiger Erkrankungen, bevor diese weiter voranschreiten können, und spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Prävention und der Gesundheitserhaltung. Jeder Mensch in Deutschland, der gesetzlich krankenversichert ist, hat ein Recht auf bestimmte Vorsorgeuntersuchungen.

Die Erfahrung zeigt, dass Männer Vorsorgeuntersuchungen häufiger meiden als Frauen. Dies kann vielerlei Gründe haben, wobei häufig folgende Gründe genannt werden: Keine Zeit zu haben, keine Beschwerden zu empfinden oder Gewohnheiten und Routinen nicht ändern zu wollen. Aktuell nimmt nur ein knappes Fünftel aller Männer in Deutschland ab 45 Jahren die Angebote zur Krebsfrüherkennung wahr, und noch weniger den regelmäßigen allgemeinen Check-up.

Wenn Sie oder ein männlicher Angehöriger, den Sie im Alltag unterstützen, sich in der zweiten Lebenshälfte befinden, nehmen Sie die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen für sich oder den Angehörigen wahr und verzichten Sie nicht auf die Chance, häufig auftretende Krankheiten bereits frühzeitig zu erkennen.

Inhalt

Welche Vorsorgeuntersuchungen für Männer gibt es?

Von den gesetzlichen Krankenkassen werden in Deutschland folgende Vorsorgeuntersuchungen für erwachsene Männer ab dem angegebenen Alter und mit folgender Untersuchungshäufigkeit ohne Zusatzkosten angeboten:

Ab diesem Alter

Vorsorgeuntersuchung

ab 18 Jahren

Halbjährliche Zahnkontrolle beim Zahnarzt

zwischen 18 und 35 Jahre

Einmaliger Check-up beim Hausarzt

ab 35 Jahren

Alle drei Jahre allgemeiner Check-up beim Hausarzt

Hautkrebsfrüherkennung: Alle zwei Jahre Untersuchung der gesamten Hautoberfläche

ab 45 Jahren

Früherkennung von Krebsformen der Prostata und der Genitalien: Jährliche Tastuntersuchung der Prostata, Genitalien und Leistenlymphknoten

50-54 Jahre

Darmkrebsfrüherkennung: Entweder jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl

oder einmalige Darmspiegelung mit Wiederholung nach zehn Jahren

ab 55 Jahren

Darmkrebsfrüherkennung: Entweder alle zehn Jahre Darmspiegelung sowie Tastuntersuchung des Enddarms (Standardmethode)

oder alle fünf Jahre alleinige Enddarmspiegelung sowie jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl

oder jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl

ab 65 Jahren

Einmaliger Ultraschall der Bauchschlagader zur Früherkennung von Aussackungen (Früherkennung Bauchaortenaneurysma)

Die meisten Vorsorgeuntersuchungen können Männer bei ihrem Hausarzt durchführen und beinhalten ein persönliches Gespräch über Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, eine gründliche körperliche Untersuchung sowie, wenn nötig, eine Blutentnahme oder die Abgabe einer Stuhlprobe. Sie dauern in der Regel nicht sehr lange und sind wenig aufwändig.

Wozu dienen die Vorsorgeuntersuchungen für Männer?

Die Krankheiten, auf die die Vorsorgeuntersuchungen abzielen, kommen bei Männern in der zweiten Lebenshälfte besonders häufig vor und sind, wenn sie früh erkannt werden, gut behandelbar. Ein besonderes Augenmerk gilt hier auch der Krebsvorsorge für Krebsformen wie Haut-, Prostata- und Darmkrebs. Folgen Sie diesem Link um mehr Informationen speziell zur Krebsvorsorge für Männer zu erfahren.

Abgesehen von der Krebsfrüherkennung ist der dreijährliche allgemeine Check-up für Männer nicht erst ab 40 Jahren, wie viele denken, sondern schon ab 35 Jahren eine wichtige von den Krankenkassen angebotene Vorsorgeuntersuchung. Sie dient der Früherkennung sogenannter „Zivilisationskrankheiten“, die unter anderem mit dem westlichen Lebenswandel und der Ernährung einhergehen. Dies sind zum Beispiel:

Unbehandelt bergen diese Krankheiten hohe gesundheitliche Risiken und können auf Dauer schwerwiegende Schäden verursachen.

Auch Anzeichen für psychische Belastungen und Erkrankungen wie Depression, Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit, berufliche Überarbeitung, persönliche Belastung oder Burnout können bei Vorsorgeuntersuchungen vom Arzt erkannt und angesprochen werden. Für Betroffene und deren Angehörige gibt es zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten, über die der Hausarzt im Bedarfsfall aufklären kann.

Alle diese Krankheiten zeichnen sich dadurch aus, dass Betroffene sie häufig nicht bemerken und erst die Spätfolgen, wie zum Beispiel ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder eine spät entdeckte Tumorerkrankung, zu einer Diagnose führen.

Zusätzlich bieten die Vorsorgeuntersuchungen die Möglichkeit, Impfungen aufzufrischen und über zusätzliche Impfungen informiert zu werden, die im höheren Alter für Männer empfohlen werden.

Was passiert bei der Darmkrebsfrüherkennung?

Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebsform des Mannes in Deutschland und tritt in den meisten Fällen nach dem 55. Lebensjahr auf. Früh entdeckt besteht zum Beispiel durch eine Operation häufig eine gute Behandlungsmöglichkeit.

Die Vorsorgeuntersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung beinhaltet die Anamnese durch den Hausarzt über Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, die Tastuntersuchung des Enddarms mit dem Finger durch den Hausarzt sowie entweder regelmäßige Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder, je nach individueller Entscheidung, die jährliche Untersuchung einer Stuhlprobe auf verborgenes Blut.

Wozu dient der Ultraschall der Bauchschlagader?

Die Früherkennung des Bauchaortenaneurysmas, einer Gefäßaussackung der Bauchschlagader (Aorta), mittels Ultraschall ist eine relativ neue Vorsorgeuntersuchung, die allen Männern einmalig ab dem 65. Lebensjahr zusteht.

Die Entstehung eines Bauchaortenaneurysmas wird durch viele Faktoren begünstigt, u.a. durch ein höheres Lebensalter, Rauchen und bestehende Gefäßerkrankungen wie Bluthochdruck und Arteriosklerose (Arterienverkalkungen). Etwa dreieinhalb Prozent aller Menschen in Deutschland haben ein Bauchaortenaneurysma, wobei Männer ein höheres Risiko haben als Frauen.

Das Bauchaortenaneurysma kann, wie viele Erkrankungen, lange Zeit keine Beschwerden verursachen, allerdings birgt es ab einer gewissen Größe die Gefahr, zu reißen, was zu einer starken Blutung in den Bauchraum führen kann und lebensbedrohlich ist. Bei der Früherkennung mittels Ultraschall kann der Arzt die Gefäßwände der Bauchschlagader beurteilen und, bei Vorliegen eines Aneurysmas, je nach Ausprägung entweder regelmäßige Kontrollen durchführen oder die Gefäßwände an der Stelle operativ stabilisieren, um ein plötzliches Reißen zu verhindern.

Was passiert bei der urologischen Vorsorgeuntersuchung?

Bei vielen Männern über 40 wird die Vorsorgeuntersuchung beim Urologen früher oder später thematisiert. Ihr haftet unter Männern ein regelrecht negatives Image an. Dabei überwiegen die Vorteile einer möglichen Früherkennung von Veränderungen der für manche Männer unangenehmen Untersuchung. Ab 45 Jahren steht jedem Mann eine jährliche urologische Vorsorgeuntersuchung zu, bei der die Genitalien sowie die Leistenlymphknoten abgetastet werden, und bei der eine Fingeruntersuchung des Enddarms mit Beurteilung der Größe und Konsistenz der Prostata durchgeführt wird. Dies dient in erster Linie der Früherkennung von Krebsformen der Genitalien, der Prostata und des Enddarms.

Der bösartige Prostatakrebs ist die häufigste Tumorerkrankung sowie die zweithäufigste Todesursache des Mannes in Deutschland und führt bei 15 Prozent aller Männer im Laufe ihres Lebens zu Symptomen. Daher ist die Untersuchung der Prostata mit zunehmenden Alter so wichtig. Früh erkannt gibt es verschiedene gute Therapiemöglichkeiten, um den Prostatakrebs im besten Fall zu heilen.

Der Urologe kann außerdem feststellen, ob die Prostata vergrößert ist (sogenannte benigne Prostatahyperplasie). Hierbei handelt es sich um eine gutartige Vermehrung des Gewebes, was bei ca. 30 – 40 Prozent aller Männer über 50 Jahren vorkommt und nicht zwangsläufig Beschwerden verursacht. Ab einer gewissen Größe kann die Harnröhre des Mannes durch die vergrößerte Prostata verengt werden, was zu Problemen beim Wasserlassen, Schmerzen und häufigen Blasenentzündungen führen kann.

Haben Sie oder ein Angehöriger solche Symptome, sollte der Hausarzt oder Urologe aufgesucht werden.

Welche Vorsorgeuntersuchung sollte ich nicht verpassen?

Jede Vorsorgeuntersuchung bietet die Möglichkeit, potentielle Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, dass Krankheiten unerkannt voranschreiten und schwerwiegende Spätfolgen verursachen können. Da in jeder einzelnen Vorsorgeuntersuchung, abhängig vom Alter und der Lebenssituation des Patienten, andere Dinge in den Vordergrund rücken, bietet jede einzelne Vorsorgeuntersuchung die Möglichkeit, die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen langfristig zu fördern.

Idealerweise nehmen Sie daher alle angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahr und ermutigen auch Familienangehörige und Freunde, es Ihnen gleich zu tun. Ihr Hausarzt ist der erste Ansprechpartner für alle Informationen rund um die für Sie wichtigen Vorsorgeuntersuchungen.

Quellen:

https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/leistungen-gesetzliche-krankenkassen/gesetzlich-vorgeschriebene-leistungen/gesetzliche-krankenkassen-Vorsorgeuntersuchungen/

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/index.php

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/darmkrebs/index.php

https://www.gesundheitsinformation.de/aneurysma-der-bauchschlagader-bauchaortenaneurysma.2716.de.html

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