Sarkopenie

Sarkopenie – Verlust von Muskelmasse im Alter

Der altersbedingte Muskelschwund, auch Sarkopenie genannt, ist ein physiologischer Prozess und betrifft bis zu 50 Prozent der Patienten über 80 Jahre. Dabei können die Folgen der Reduktion der Muskelmasse weitreichend sein und sollten mithilfe einer adäquaten Prävention vorgebeugt werden.

Die Sensibilisierung für diese Thematik ist besonders für Betroffene und pflegende Angehörige entscheidend. Versorgen Sie zu Hause einen pflegebedürftigen Angehörigen, welche oft ein erhöhtes Risiko für Sarkopenie haben, ist die Kenntnis über diese Erkrankung wichtig und kann weitreichende Folgeerscheinungen längerfristig verhindern.

Inhalt

Was versteht man unter einer Sarkopenie?

Unter einer Sarkopenie versteht man die altersbedingte Abnahme der Muskelmasse. Dieser Prozess ist in einem bestimmten Ausmaß physiologisch bedingt und setzt bereits ab einem Alter von ungefähr 30 Jahren ein. Ab dem 30. Lebensjahr kommt es also natürlicherweise zu einem Muskelabbau von 3 bis 8 Prozent innerhalb von 10 Jahren. Im höheren Alter verstärkt sich dieser physiologische Effekt noch.

Bei der Sarkopenie ist der Abbau der Muskelmasse beschleunigt und der Muskelaufbau verlangsamt. Insgesamt kommt es somit zu einem Abbau der Muskeln und damit auch zu einer Reduktion der Muskelkraft und Muskelleistung. In der Folge kann dies zu einem Funktionsverlust führen, der von leichten Einschränkungen im Alltag bis hin zu körperlichen Behinderungen mit Pflegebedürftigkeit reichen kann.

Wie kommt es zum Muskelschwund im Alter?

Der Muskelschwund im Alter wird dabei durch verschiedenste Risikofaktoren begünstigt. Obwohl es sich in erster Linie um einen natürlichen Prozess handelt, gibt es zahlreiche Faktoren, die diesen beeinflussen und beschleunigen können. Als wichtigste ursächliche Faktoren sind dabei Folgende zu nennen:

  • Körperliche Inaktivität: Eine ausreichende körperliche Aktivität ist besonders im höheren Alter wichtig für die Prävention eines altersbedingten Muskelschwunds. Im Umkehrschluss wirkt sich körperliche Inaktivität negativ auf den Verlauf der Sarkopenie aus.
  • Immunologische Faktoren: Diese Einflussfaktoren beziehen sich auf das Immunsystem, welches durch verschiedene Botenstoffe (zum Beispiel Zytokine und Interleukine) den Prozess des Muskelabbaus bedingen kann. Hierbei sind vor allem auch niedrigschwellige Entzündungen zu nennen, die häufig bei älteren Menschen auftreten.
  • Neurologische Einflüsse: Darunter versteht man altersbedingte Veränderungen im neurologischen System. Zum Beispiel ist hier der Verlust von Neuronen, die den Muskel ansteuern (sogenannte Motoneurone) als wesentlicher Faktor zu nennen.
  • Stoffwechselbedingte Ursachen: Hierzu gehören unter anderem auch Veränderungen des Glukose- und Insulinstoffwechsels (beispielsweise ein pathologisch erhöhter Insulinspiegel im Rahmen einer Diabetes mellitus Typ 2 Erkrankung).
  • Hormonelle Faktoren: Der physiologische Abfall von Östrogen bei Frauen und Testosteron bei Männern scheint ebenfalls die Reduktion der Muskelmasse auszulösen. Der fallende Östrogenspiegel bewirkt zudem eine Reduktion der Knochendichte (Osteoporose) und erhöht wechselseitig das Risiko einer Knochenfraktur. Auch ein altersbedingt reduzierter Wachstumshormonspiegel wirkt sich auf die Entstehung der Sarkopenie aus.
  • Ernährungsbedingte Einflussfaktoren: Auch die Ernährung kann einen entscheidenden Einfluss auf den Muskelabbau im Alterungsprozess haben. Vor allem eine proteinarme Ernährung und Mangelernährung bedingen die Entstehung des Muskelschwunds.

Andere Begleiterkrankungen, wie chronische Erkrankungen mit beispielsweise erhöhten Cortisolspiegeln, können den Prozess des Muskelabbaus beschleunigen.

Was für Symptome zeigen sich bei einer Sarkopenie?

Die Sarkopenie geht mit einem ausgeprägten Verlust der Muskelmasse einher und führt damit zu verschiedenen Folgeerscheinungen. Im Rahmen dessen kommt es in erster Linie zu einer Reduktion der Muskelkraft und dadurch bedingt auch einer Abnahme der Knochendichte. In der Folge kann dies bei Betroffenen zu einem erhöhten Risiko für Stürze und Knochenfrakturen führen. Zum einen ist dies durch die geringere Muskelkraft der Betroffenen zu erklären, zum anderen durch die erhöhte Bruchanfälligkeit der Knochen bei verminderter Dichte.

Auch kann es im Rahmen der Sarkopenie zu einer Reduzierung der Ganggeschwindigkeit sowie Kraftlosigkeit und Erschöpfung kommen. Die Sarkopenie ist somit auch eine Ursache für Behinderungen im Alter. Ein zusätzlicher altersbedingter Muskelschwund im Rahmen anderer Erkrankungen oder isoliert kann die Pflegebedürftigkeit erheblich erhöhen.

Wenn Sie bei sich oder Angehörigen ein oder mehrerer dieser Symptome bemerken, sollten den Verdacht auf Sarkopenie mit einem Arzt besprechen.

Wie erkennt man eine Sarkopenie?

Die Diagnostik der Sarkopenie gestaltet sich schwierig. Haben Sie bei sich oder einem Angehörigen den Verdacht einer Sarkopenie, sollten Sie zunächst Ihren behandelnden Hausarzt aufsuchen. Dieser kann durch eine eingehende Anamnese und körperliche Untersuchung einen ersten Eindruck gewinnen. Eine reduzierte Ganggeschwindigkeit kann ein Hinweis sein und eine weitere Abklärung nach sich ziehen.

Zur Messung der Muskelmasse, Muskelkraft sowie Muskelleistung gibt es einfache, nicht-invasive Möglichkeiten der Diagnostik.

Ein erster Hinweis einer reduzierten Muskelmasse kann dabei durch Messung des Oberarmumfanges in Kombination mit der Messung der Trizepsfalte gewonnen werden. Eine genauere Abschätzung der Muskelmasse kann im Anschluss beispielsweise mithilfe einer Körperzusammensetzungsanalyse, auch Bioimpendanzanalyse, erfolgen. Diese wird auch zur Einschätzung des Körperfettanteils genutzt. Auch kann die DEXA-Methode, welche vor allem zur Messung der Knochendichte genutzt wird, eingesetzt werden.

Die Muskelkraft wird meist durch die Messung der Handkraft über ein spezielles Untersuchungsgerät bestimmt.

Zur Abschätzung der Muskelleistung können bei den Betroffenen verschiedene funktionelle Tests durchgeführt werden. Dabei wird unter anderem die Zeit gemessen, die benötigt wird, um von einem Stuhl ohne Armlehne fünfmal hintereinander aufzustehen.

In Zusammenschau aller Befunde kann die Diagnose einer Sarkopenie dann bestätigt werden.

Bei begründetem Verdacht einer Reduktion der Muskelmasse kann es in einigen Fällen notwendig sein, wichtige Differentialdiagnosen auszuschließen. Hierzu gehören in erster Linie Muskelerkrankungen, auch Myopathien  genannt, die sich jedoch meist durch weitere Symptome auszeichnen und durch eine Muskelbiopsie sicher ausgeschlossen werden können.

Inwiefern weitere diagnostische Abklärungen notwendig sind, wird Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen besprechen. Handelt es sich bei dem Betroffenen um einen von Ihnen gepflegten Angehörigen, ist es ratsam, gemeinsam zur Abklärung und Besprechen der weiteren Behandlung den Hausarzt aufzusuchen.

Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es?

Die Therapie der Sarkopenie zielt in erster Linie auf die Verbesserung der Muskelleistung und – kraft in Kombination mit einer Erhöhung der Muskelmasse ab. Eine frühzeitige Therapie ist dabei mit einer verbesserten Prognose assoziiert, sodass eine frühzeitige Diagnostik bei Verdacht anzustreben ist. Ziel ist vor allem die Verbesserung der Lebensqualität mit langer Erhaltung der Alltagskompetenzen.

Eine effektive Behandlung setzt eine optimale Ernährung sowie gezielte körperliche Bewegung voraus. Ein besonderer Effekt kann gezieltem Krafttraining und Proteinsupplementation zugeschrieben werden. Hierbei kann es zu einem maßgeblichen Anstieg der Muskelkraft und Muskelmasse kommen. Der Einsatz von weiteren Nahrungsergänzungsmitteln ist aktuell Gegenstand vieler Studien.

Ein wichtiger Effekt wird den genannten Punkten auch bei der Prävention der Sarkopenie zugeschrieben.

Die medikamentöse Therapie bei der Sarkopenie ist Gegenstand aktueller Studien. Dabei konnten vor allem hormonelle Verfahren wie die Wachstumshormon-, Östrogen- oder Testosterongabe untersucht werden. Hierbei wurden jedoch noch nicht ausreichende Ergebnisse erzielt. Aktuell kann somit, auch aufgrund potentieller Nebenwirkungen, keine medikamentöse Therapie bei der Sarkopenie empfohlen werden.

Wie kann man dem altersbedingten Muskelschwund vorbeugen?

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme zur Reduktion des Risikos einer altersbedingten Sarkopenie ist eine ausreichende körperliche Aktivität  über die gesamte Lebensspanne.

Unabhängig davon, sollten Erwachsene auch im höheren Alter für das körperliche Wohlbefinden eine ausreichende körperliche Bewegung anstreben. Dies kann auch in Form von regelmäßigen, längeren Spaziergängen an der frischen Luft erfolgen. Zu zweit kann dies großen Spaß machen und nebenbei zur Beruhigung vom stressigen Alltag dienen oder zu einem schönen Gespräch anregen. Besonders ab dem 50. Lebensjahr zeigt ein gezieltes körperliches Training eine entscheidende Wirkung und kann der physiologischen Muskelreduktion entgegenwirken.

Des Weiteren scheint eine ausgewogene und proteinreiche Ernährung  für die Prophylaxe entscheidend zu sein. Ihr behandelnder Arzt kann Sie und Ihre Angehörigen hierbei beraten.

Insbesondere im Alter, zum Beispiel bei Patienten mit schweren Erkrankungen und/oder Schluckstörungen  ist eine adäquate Ernährung teilweise schwierig umzusetzen. Hier können Sie sich gemeinsam mit Ihrem Arzt individuelle Konzepte überlegen, möglicherweise auch durch Trinknahrungsergänzungen oder Ähnlichem, um sich oder Ihre Angehörigen mit genügend Nährstoffen zu versorgen und einer Mangelernährung vorzubeugen.

Quellen:

Thyssenkrupp Treppenlifte

 

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Notrufsysteme Libify

 

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