Parkinson

Morbus Parkinson – Informationen zum Parkinson-Syndrom

Parkinson ist nach der Demenz die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung, bei der insbesondere der Bewegungsprozess und die Bewegungsfähigkeit gestört sind. Parkinson, auch Schüttellähmung genannt, entwickelt sich typischerweise zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr. Darunter sind etwa 1 bis 1,5 Prozent der über 60-Jährigen betroffen. Dabei erkranken Männer 1,5 Mal häufiger als Frauen an Parkinson.

Haben Sie oder ein Angehöriger die Diagnose Parkinson und wollen mehr über die Krankheit erfahren? Wir informieren Sie über die Ursachen, die Symptome und die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkrankung mit Parkinson sowie über die Lebenserwartung von Parkinson-Patienten.

Inhalt

Was ist das Parkinson-Syndrom?

Im Rahmen der Parkinson-Krankheit, sterben langsam die Nervenzellen im Gehirn in der Hirnregion Substantia nigra ab. Dort wird Dopamin gebildet, weshalb im Verlauf der Krankheit ein Dopaminmangel entsteht. Der Dopaminmangel führt dazu, dass Nervenreize schlechter übertragen werden, wodurch es zu einer schlechteren Bewegungssteuerung kommt.

Im Laufe einer dieser Erkrankung wird die Krankheit auch für Außenstehende sichtbar, weil die Symptome augenscheinlich werden.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Parkinson-Erkrankung?

Typische Symptome von Parkinson sind die Bewegungsverlangsamung (Bradykinese) und die Bewegungsarmut (Akinese). Medizinisches Personal bezeichnet diese Patienten als bradykinetisch und akinetisch. Weiterhin können folgende Symptome auftreten:

  • Rigor: Durch eine erhöhte Muskelspannung kommt es vermehrt zu Steifheit und Starre der Muskeln
  • Tremor: Bei Betroffenen tritt ein Muskelzittern vor allem in Ruhe auf
  • Posturale Instabilität: Betroffene besitzen eine mangelnde Stabilität der aufrechten Körperhaltung und müssen im Sitzen oder Stehen die Haltung sehr auffällig korrigieren
  • Verkleinerung der Schrittlänge: Startschwierigkeiten beim Gehen
  • Verarmung der Mimik
  • Gesteigerte Talgproduktion (Salbengesicht)
  • Leise, heisere und monotone Sprache: Betroffene sind dadurch schwer verständlich
  • Schluckbeschwerden: Betroffene können nicht mehr richtig schlucken. Dabei kann es passieren, dass der Speichel aus dem Mund läuft.
  • Verändertes Schriftbild: Kleiner und unleserlicher
  • Geistige Beeinträchtigung: Neue Situationen werden schwieriger erfasst und das Denken ist verlangsamt
  • Demenz: Betroffene haben ein erhöhtes Risiko an Demenz zu erkranken.
  • Depressionen: Dabei können Betroffene durchaus schwere Depressionen entwickeln.
  • Schlafstörungen
  • Veränderung des Blutdrucks
  • Störungen der Temperaturregulation
  • Beeinträchtigung der Harnblasen- und Darmfunktion
  • Störungen der sexuellen Funktionen

Welche Ursachen führen zu Morbus-Parkinson?

Die genauen Ursachen der Parkinson-Krankheit, d.h. der Grund für das Absterben der Nervenzellen in der Gehirnregion Substantia nigra, sind bisher weitgehend unbekannt. Dennoch scheint der Auslöser eine Kombination aus Umwelteinflüssen und genetischen Faktoren zu sein. In der folgenden Tabelle ist das Risiko daran zu erkranken anhand von nicht veränderbaren und veränderbaren Faktoren aufgelistet.

Nicht veränderbare Risikofaktoren

Veränderbare Risikofaktoren 

Alter (durchschnittlich 65 Jahre)

Industrielle Belastung (in westlichen Ländern verstärkt verbreitet)

Geschlecht (Männer haben ein erhöhtes Risiko)

Schwermetallexposition (wie Mangan, Blei, Kupfer)

Genetik (10 Prozent der Fälle)

Pestizidexposition (wie Retenon, Paraquat)

Obstruktive Schlafapnoe (Atemaussetzer während des Schlafens, tritt möglicherweise bei Frauen auf)

Wie werden Parkinson-Patienten behandelt?

Für die Behandlung dieser Patienten gibt es verschiedene Therapieformen, die zudem eine Kombination aus mehreren Therapien erlauben.

Medikamentöse Therapie

Um die Beschwerden bei Parkinson zu lindern, kommen deshalb verschiedene Medikamente zum Einsatz. Dabei erfolgt die Medikation individuell auf die unterschiedlichen Verläufe bei Parkinson abgestimmt. Bei der medikamentösen Therapie besteht das Ziel, den Mangel an Dopamin im Gehirn zu verhindern, wodurch die Beschwerden gelindert werden. 

Das kann vor allem durch folgende Medikamentengruppen erreicht werden:

  • Dopaminerge Medikamente (z.B. Levodopa): Vorstufen von Dopamin, welche die Blut-Hirnschranke passieren können.
  • Dopaminagonisten: Wirkstoffe, die wie Dopamin wirken, aber eine andere chemische Struktur aufweisen.
  • Monoaminoxidasehemmer (MOA-Hemmer): Verhindern den natürlichen Abbau von Dopamin und anderen Neurotransmittern durch Monoaminoxidase.

Begleittherapien

Immerhin 40 Prozent der Erkrankten nehmen eine Begleittherapie wahr. Mit den verschiedenen Therapieformen ist es Möglich, gezielt jene Bereiche zu trainieren, die durch die Krankheit beeinflusst sind. Außerdem haben manche von ihnen weitere positive Gesundheitseinflüsse: Demzufolge werden durch Bewegungstherapien nicht nur die Muskeln und der Bewegungsapparat gestärkt, sondern gleichzeitig ein positiver Effekt auf das Herz-Kreislauf-System bewirkt. 

Folgende Begleittherapien können die Beschwerden von Parkinson-Patienten verringern:

  • Physiotherapie: Stärkung der Bewegungsfähigkeit des Koordinationsvermögens und des Gleichgewichtssinns.
  • Lee Silverman Voice Treatment – BIG (LSVT-BIG): regelmäßige Üben von weiten und kraftvollen Bewegungen.
  • Lee Silverman Voice Treatment – LOUD (LVST-LOUD): Lautes Sprachtraining. Diese Therapieform ist besonders auf Parkinsonpatienten zugeschnittenen.
  • Logopädie: Erhalt der Kommunikationsfähigkeit.
  • Ergotherapie: Beibehaltung der Selbständigkeit durch Üben von Bewegungen des Alltags.
  • Tanz- und Bewegungstherapie: Durch das Tanzen werden die Beweglichkeit, die Koordination und das Gleichgewicht trainiert. Zudem hat es einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden.
  • Psychologische Beratung: Viele Betroffene fühlen sich nach der Diagnose Parkinson unsicher und verspüren Angst. Durch eine psychologische Beratung ist eine individuelle Behandlung möglich.

Wie ist die Lebenserwartung bei Parkinson?

Das Sterberisiko für Parkinson-Patienten ist etwa 2,56 Mal höher, als bei altersgleichen Menschen ohne die Krankheit. Die aktuellen medizinischen Behandlungsmöglichkeiten scheinen allerdings wenig Einfluss auf die Lebenserwartung und auf die Nichtbeweglichkeit zu haben. 

Wenn Menschen verhältnismäßig früh an Parkinson erkranken, schreitet die Krankheit insgesamt langsamer voran und die absolute Überlebenszeit ist länger als bei späterer Erkrankung. Jedoch bedeutet eine frühe Parkinson Diagnose auch, dass der Patient eine längere Zeit mit der Erkrankung zurechtkommen muss.

Die Tabelle zeigt, welche Faktoren für einen günstigeren (langsamen) Verlauf und welche für einen schnelleren Verlauf sprechen.

Prädiktoren für einen günstigeren Verlauf

Prädiktoren für einen schnelleren Verlauf

Früher Ausbruch

Spätes Einsetzen

Weibliches Geschlecht

Männliches Geschlecht

Tremor (Zittern) überwiegt

Haltungsinstabilität (vorherrschende Gehschwierigkeiten)

Rigidität oder Bradykinesie (Verlangsamung der Bewegung) als erstes Symptom

Demenz

Schlechte Reaktion auf Levodopa (Medikament und Vorstufe von Dopamin)

Begleiterscheinungen wie z.B. Schlaganfall

Was kann ich tun, um einer Parkinson-Erkrankung vorzubeugen?

Nichtsdestotrotz hat besonders der Lifestyle einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung von Parkinson. Im Folgenden werden einige Faktoren aufgezählt, die einen positiven Einfluss auf die Entwicklung von Parkinson haben können:

  • Körperliche Betätigung: Besonders mit frühe körperliche Betätigung im Alter unter 40 Jahren senkt das Auftreten von Parkinson um 30 Prozent. Selbst bei einer bereits vorhandenen Parkinson-Diagnose, ist es ratsam durch regelmäßige sportliche Betätigung den Rückgang der motorischen Funktionen zu verlangsamen. Ausdauersport erhöht die herzfrequenz, was scheinbar einen schützenden Effekt auf das Hirngewebe ausübt.
  • Umweltgifte vermeiden: Gifte, wie Pestizide stehen im Fokus einen Einfluss auf die Entwicklung von Parkinson zu haben. Daher ist es ratsam, auf biologische Lebensmittel zurückzugreifen.
  • Ernährung: Generell wird eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse empfohlen, da der darin enthaltene Vitamin- und Phytochemikaliencocktail einen synergetischen Effekt auf die Krankheitsbewältigung und -vermeidung hat. 

Folgende Gemüsesorten sind für ihren protektiven Effekt gegen Parkinson bekannt:

  • Tomaten
  • Kartoffeln
  • Paprika
  • Brokkoli
  • Kohl
  • Blumenkohl

Vermeidende von negativen Einflüssen

  • Es ist nachgewiesen, dass der Konsum von Milchprodukten das Risiko an Parkinson zu erkranken deutlich erhöht.
  • Stress: Chronischer Stress ist ebenso ein bekannter Risikofaktor. Deshalb ist Stressvermeidung immer ratsam, auch um andere Erkrankungen vorzubeugen. Versuchen Sie es deshalb mal mit Yoga oder einer anderen Ihnen beliebigen Sportart. Besonders der Sport hilft Ihnen abzuschalten und sich zu entspannen.

Quellen:

https://n.neurology.org

https://www.ncbi.nlm.nih.gov

https://www.health.harvard.ed

https://www.apotheken-umschau.de

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