Herinsuffizienz

Herzinsuffizienz - Wenn das Herz langsam schwächelt

Juliane Liebeskind
Juliane Liebeskind

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Unser Herz versorgt die Organe im Körper mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen. Wenn das Herz gesund ist, leistet es unbemerkt seine wichtige Arbeit. Beginnt das Herz aber zu schwächeln, ist dies für Betroffene einschränkend für die Lebensqualität und kann schnell gefährlich werden. 

Etwa 1-2 Prozent der Deutschen leiden unter einer sogenannten Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt. 

Alles rund um das Thema Herzschwäche können Sie hier nachlesen.

Inhalt

Was bedeutet Herzinsuffizienz

Das menschliche Herz ist ein Muskel, der in einem kontrollierten Rhythmus pumpt, um das Blut im Körper zu verteilen. Wenn dieser Muskel nicht mehr richtig arbeiten kann, spricht man von Herzinsuffizienz oder auch Herzmuskelschwäche

Hierbei bildet das Herz das zentrale Organ des Blutkreislaufs und die Herzscheidewand teilt das Herz in eine linke und eine rechte Hälfte. Zudem wird das Blut in der Lunge mit Sauerstoff angereichert und über das Herz im Körper verteilt. Dabei wird der Sauerstoff an die Organe abgegeben und das sauerstoffarme Blut gelangt zurück zum Herzen. Dort beginnt der Kreislauf von neuem. 

Ein geschwächter Herzmuskel schafft es jedoch nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Des Weiteren unterscheidet man je nach betroffener Herzhälfte zwischen Linksherzinsuffizienz und Rechtsherzinsuffizienz. Die Herzinsuffizienz ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Früh erkannt, gibt es aber zahlreiche Therapiemöglichkeiten, was die Prognose verbessert und der Verlauf wird dadurch ausgebremst. 

Welche Symptome deuten auf eine Herzschwäche?

In den meisten Fällen stellt sich eine Herzschwäche schleichend ein, das bedeutet die ersten  Herzschwäche Symptome sind oft eher unspezifisch.

  • Atemnot
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Gewichtszunahme

Insbesondere die Atemnot ist in frühen Stadien nur bei körperlicher Anstrengung spürbar (z.B. Sport oder Treppensteigen). In diesem Fall spricht man auch von einer kompensierten Herzinsuffizienz. Bemerken Sie bei sich oder einem Angehörigen ein solches Symptom, ist es ratsam, das genau zu beobachten und im Zweifel beim Hausarzt vorstellig zu werden. 

In fortgeschrittenen Stadien von Herzinsuffizienz kann die Atemnot sogar im Ruhezustand auftreten. Dann spricht man von einer dekompensierten Herzinsuffizienz. Viele Betroffene verkennen die Symptome als vorübergehenden Erschöpfungszustand oder erste Alterserscheinungen. Allerdings sollte man diese Anzeichen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Unbehandelt schreitet die Erkrankung schnell voran und wird gefährlich. Wenn Sie bei sich oder einem Angehörigen ähnlich Symptome feststellen, suchen Sie bitte unbedingt Ihren Hausarzt auf. Dieser kann die Ursache schnell feststellen und gegebenenfalls eine Herzschwäche ausschließen.

Weil das Herz in geschwächtem Zustand die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen kann, kommt es mit der Zeit zur Schädigung von Nieren, Gehirn und anderen Organen

Die plötzliche Gewichtszunahme bei Herzinsuffizienz erklärt sich durch Wassereinlagerungen: Wenn das Herz nicht mehr richtig arbeiten kann, kommt es auch zum Blutstau in den Venen. Dieser tritt vor allem in den Extremitäten auf. Das Blut versackt in Armen und Beinen und das im Blut enthaltene Wasser tritt in das umliegende Gewebe ein. 

Spezifische Symptome

Diese Wassereinlagerungen bezeichnet man auch als Ödeme. Wassereinlagerungen zeigen sich durch Schwellungen in Händen, Füßen und Knöcheln. Häufig kommt es dann innerhalb kurzer Zeit zu einer starken Gewichtszunahme. Ödeme sind charakteristisch für eine fortgeschrittene Schwäche des Herzens.

Sie zeichnen sich vor allem durch folgende Symptome aus:

  • Herzklopfen
  • Schnelles atmen
  • Husten
  • Kalte und taube Finger und Füße
  • Häufiger (nächtlicher) Harndrang
  • Schwindel

In der Regel tritt eine Herzinsuffizienz schleichend auf und entwickelt sich zu einer chronischen Erkrankung. Bei Patienten mit einer Vorerkrankung des Herzens (z.B. Herzinfarkt oder Bluthochdruck) kann auch eine akute Herzinsuffizienz auftreten. Hierbei stellen sich die oben genannten Symptome innerhalb weniger Minuten oder Stunden ein. 

Besonders gefährlich ist hierbei das akute Lungenödem. Wasser sammelt sich innerhalb kurzer Zeit in der Lunge an und erschwert das Atmen. Das Lungenödem äußert sich durch starke Atemnot und rasselnden Husten. Eventuell kann sich auch Schaum in Mund und Atemwegen bilden. Außerdem leiden betroffene häufig unter Todesangst, sind kalt-schweißig und blass. Bei einer akuten Herzinsuffizienz handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Zögern Sie bitte nicht den Notarzt zu verständigen.

Kann Herzinsuffizienz auch ohne Anzeichen auftreten?

Weil das Herz die zentrale Versorgungsstelle unseres Körpers bildet, sind Veränderungen im Arbeitsrhythmus an sich für die meisten Menschen spürbar. Allerdings äußern sich diese Veränderungen in der Regel zu Beginn oft missverständlich. Schnelle Erschöpfung und verminderte Leistungsfähigkeit können ein Hinweis auf Herzschwäche sein. Nicht selten können diese Symptome aber auch in unbedenklichem Zusammenhang auftreten. 

Menschen mit Vorerkrankungen des Herzens z.B. erhöhter Blutdruck, angeborene Herzfehler oder allgemeine Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind besonders gefährdet. Außerdem nimmt das Risiko einer Herzschwäche mit dem Alter zu

Wenn Sie eine Vorerkrankung haben und somit einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, ist es ratsam sich mit dem Hausarzt zu beraten. Dieser kann Sie gegebenenfalls an einen Facharzt für Herz-Kreislauferkrankungen (Kardiologen) überweisen.

Welche Ursachen hat eine Herzschwäche?

Die Ursachen für eine Schwäche des Herzens sind vielschichtig. Da das Herz bei dieser Erkrankung nicht mehr voll leistungsfähig ist, können grundsätzlich alle herzbetreffenden Erkrankungen, die Ursache für eine Herzinsuffizienz sein.  

Zu den häufigsten Risikofaktoren für Herzinsuffizienz gehören die folgenden Vorerkrankungen:

  • Koronare Herzkrankheit
  • Herzinfarkt
  • Herzklappenfehler
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Herzmuskelentzündungen
  • Herzrhythmusstörungen

Diese aufgezählten Umstände begünstigen Möglicherweise eine Herzschwäche. Wenn bei Ihnen ein erhöhtes Risiko besteht, gibt es dennoch die Möglichkeit einer Herzinsuffizienz entgegen zu wirken.

Wie wird die Herzschwäche therapiert

Wer unter einer Herzinsuffizienz leidet, ist häufig in seiner Lebensqualität eingeschränkt. Außerdem kann diese Erkrankung schnell gefährlich und sogar tödlich verlaufen. Daher gilt es, die Herzschwäche früh zu erkennen und dann schnellst möglich zu handeln. So kann die Lebenserwartung bei Herzinsuffizienz verlängert und die Lebensqualität deutlich verbessert werden. Mit der richtigen und konsequenten Herzinsuffizienz Therapie ist es für die Patienten in der Regel möglich, ein aktives Leben führen. 

Die Therapie setzt sich aus verschiedenen medikamentösen und nicht-medikamentösen Bausteinen zusammen. In manchen Fällen wird hier sogar eine invasive Therapie notwendig. 

Das Ziel einer medikamentösen Therapie ist im Allgemeinen die Entlastung des Herzens. Dafür kommen verschiedene Mechanismen zum Einsatz:

  • Blutdrucksenkende Medikamente (ACE-Hemmer)
  • Herzfrequenz verringernde Medikamente (Beta-Blocker)
  • Herzrhythmus stabilisierende Medikamente
  • Entwässernde Medikamente (Diuretika)

Der Arzt kann auch eine Kombination von Medikamenten verordnen, um mehrere Symptome zu behandeln.

Zusätzlich zur Schulmedizin gibt es auch viele Möglichkeiten, das Herz eigenständig zu entlasten. Vor allem durch die richtige Ernährung und viel Bewegung können Sie persönlich Ihre Herzgesundheit verbessern. Auch der Verzicht auf Alkohol und Tabakprodukte entlastet das Herz erheblich.

Welche Lebenserwartung habe ich bei einer Herzinsuffizienz?

Die Frage nach der Herzinsuffizienz Lebenserwartung beschäftigt viele Betroffene. Dennoch ist sie nicht pauschal zu beantworten. Bei einer Herzinsuffizienz handelt es sich um eine chronische Erkrankung. Das bedeutet, dass man diese Krankheit momentan noch nicht heilen kann. Trotzdem ist sie gut behandelbar

Hier gilt: Je früher die Herzinsuffizienz diagnostiziert wird, desto besser. Unbehandelt überleben nur etwa 50 Prozent der Patienten mehr als 5 Jahre ab der Diagnose. Mit der richtigen Therapie, körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung lässt sich die Lebenserwartung jedoch deutlich verbessern.

Quellen

https://www.ratgeber-herzinsuffizienz.de

https://www.herzstiftung.de

https://pflegebox.de/ratgeber/krankheiten-im-alter/herzinfarkt/

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