Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (kardiovaskuläre Erkrankungen) werden oft als Zivilisationskrankheit bezeichnet, da unser heutiger Lebenswandel die Entstehung von Herz-Kreislaufstörungen begünstigt. Auch wenn immer mehr Menschen einen gesunden Lebenswandel pflegen, nehmen Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt zu. Verhältnismäßig oft sind hierbei ältere Menschen betroffen, das Risiko steigt also mit zunehmendem Alter. Deshalb ist es wichtig, dass Sie regelmäßig die angebotenen Check-ups für sich und Ihre Angehörigen in Anspruch zu nehmen.

In Deutschland steht jeder sechste bis siebente Krankenhausaufenthalt mit kardiovaskulären Erkrankungen in Zusammenhang und bei den Todesfällen werden ca. vier von zehn Todesfälle auf vorherige Herz Kreislauf Störungen zurückgeführt.

Inhalt

Welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es?

Zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören viele verschiedene und verschieden stark ausgeprägte Erkrankungen, wobei einige sehr häufig vorkommen.
Im Folgenden werden die häufigsten, im Laufe des Lebens erworbenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgestellt.

Definition von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Als Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden alle Erkrankungen bezeichnet, die das Herz und die Blutgefäße betreffen. Neben angeborenen Herzfehlern werden der Großteil an Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Laufe des Lebens erworben. Von letzteren sollen hier drei große Gruppen vorgestellt werden.

Von einer Herzinsuffizienz spricht man, wenn die normale Pumpleistung des Herzens beeinflusst ist und das Herz es nicht schafft, die benötigte Menge Blut in den Körper zu pumpen. Eine Herzinsuffizienz macht sich insbesondere bei Belastung bemerkbar, wenn der Körper mehr Sauerstoff benötigt, das Herz das aber nicht effektiv genug gewährleisten kann.

Eine Herzinsuffizienz ist in den meisten Fällen eine Folge verschiedener Herzerkrankungen (z.B. einer Herzmuskelentzündung oder einer Koronaren Herzerkrankung s.u.)

Koronare Herzerkrankungen (KHK) sind ein Überbegriff für verschiedene Erkrankungen des Herzens, die meist durch Ablagerungen in den Gefäßen (Arteriosklerose) ausgelöst werden.

Dadurch wird die Durchblutung des Herzmuskels gestört, was zu folgenden Herz Erkrankungen führen kann:

Eine Angina Pectoris zeigt sich oft als erster Hinweis auf Herz Erkrankungen durch ein Enge- oder Hitzegefühl in der Brust, das infolge eines Sauerstoffmangels des Herzens auftritt. Sie ist der Vorbote eines Herzinfarktes.

Der Herzinfarkt ist die akute und lebensbedrohliche Komplikation der Koronaren Herzerkrankung, der ohne rasche Behandlung tödlich enden kann. Bereits durch Arteriosklerose verengte Gefäße des Herzens werden bei einem Herzinfarkt oft durch ein Blutgerinnsel komplett verstopft und führen zu einer sehr gefährlichen Durchblutungsstörung des dahinter befindlichen Gefäßsystems.

Ebenso können Herzrhythmusstörungen als Folge der Arteriosklerose im Herzen auftreten, bei denen der Herzschlag aus dem Takt gerät. Nicht immer bemerken Betroffene die Unregelmäßigkeiten des Herzschlags. Herzrasen und spürbares Herzklopfen, ein Angstgefühl oder Schwindel und Übelkeit können Anzeichen für Herzrhythmusstörungen sein.

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) stellt eine weitere Gruppe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Bluthochdruck gilt in Deutschland als Volkskrankheit Nummer eins an der  ca. 20 bis 30 Millionen Menschen leiden. Ein diagnostizierter Bluthochdruck sollte durch eine Lebensstilanpassung oder medikamentöse Therapie gesenkt werden, um gravierende Spätfolgen zu vermeiden.

Der Bluthochdruck nimmt dabei eine besondere Stellung bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein. Arterielle Hypertonie ist sowohl eine Art von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gleichzeitig ist Bluthochdruck aber auch Risikofaktor, der die Wahrscheinlichkeit für andere kardiovaskuläre Erkrankungen erhöht und damit in zweifacher Weise die Gesundheit von Betroffenen bedroht.

Ursachen und Risikofaktoren

Als Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankung zählen neben genetischer Veranlagung vor allem gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltensweisen wie Rauchen, Stress, Bewegungsmangel, erhöhter Alkoholkonsum und ungesunde Ernährung. Durch diese ungesunden Verhaltensweisen erhöht sich das Risiko, Erkrankungen zu entwickeln, die wiederum als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten. Zu diesen Erkrankungen zählen:

Oft treten diese Risikofaktoren in Kombination auf, was als sogenanntes „Metabolisches Syndrom“ bezeichnet wird. Leiden Sie bereits an einer oder mehreren der obengenannten Risikofaktoren, ist es noch wichtiger, dass Sie regelmäßig die von den Krankenkassen bezahlten Check-ups wahrnehmen und durch eine gesunde Lebensführung versuchen, die Schwere der Vorerkrankungen zu minimieren. Dadurch senken Sie das Risiko, über Kurz oder Lang an einer Herz Kreislauf Störung zu erkranken bzw. wenn Sie bereits darunter leiden, können Sie im Idealfall eine Verschlimmerung vermeiden.

Welche Anzeichen gibt es für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Die Anzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen können manchmal unspezifisch sein, weshalb Sie bei Unsicherheit nicht davor zurückscheuen sollten, Ihren Hausarzt aufzusuchen oder bei unverkennbarer Dringlichkeit auch einen Krankenwagen zu rufen. Beachtet werden muss außerdem, dass die Anzeichen bei Frauen im Vergleich zu Männern weniger stark ausgeprägt sind und Frauen deshalb schon bei beobachteten geringfügigen Veränderungen lieber einmal mehr als zu wenig zu ihrem Arzt gehen sollten.

Wenn Sie folgende Herz Kreislauf Beschwerden bei sich oder einer Person in Ihrem Umfeld beobachten, sollten Sie einen Arzt konsultieren:

  • Brustenge: ein beklemmendes oder brennendes Gefühl im Brustkorb
  • Herzrasen: Herzschlagbeschleunigung ohne erkennbaren Grund
  • Herzstechen: wiederkehrend und minutenlang
  • Wiederkehrender Schwindel
  • Kurzatmigkeit/Atemnot: z.B. bei kleinen Anstrengungen wie Treppensteigen
  • Wiederkehrende Bewusstlosigkeit

Wie können Herz-Kreislauf Beschwerden gelindert werden?

Die erste Anlaufstelle bei Verdacht auf eine Herz-Kreislauf-Störung sollte Ihr Hausarzt sein. Im Idealfall kennt dieser Sie und Ihre Krankengeschichte bereits seit längerem und kann Ihnen durch ein Anamnesegespräch und eine körperliche Untersuchung weiterhelfen.

Bei Verdacht auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wird der Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen oder Sie zur Untersuchung an einen Spezialisten (meist an einen Kardiologen) oder ein Krankenhaus überweisen.

Folgende Untersuchungen werden üblicherweise zur Diagnose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durchgeführt:

  • Abhorchen des Herzens und der Lunge
  • Blutdruckmessung
  • EKG (Elektrokardiogramm) bei Ruhe und Belastung
  • Herzultraschall
  • Blutuntersuchung
  • Myokard-Szintigraphie
  • Herzkatheteruntersuchung
  • Verschiedene bildgebende Verfahren

Stellt bereits der Hausarzt eine Herz-Kreislauf-Erkrankung fest, folgt nicht selten die Überweisung zum Facharzt. Nach einer umfassenden Diagnosestellung zielt die anschließende Behandlung darauf ab, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern und möglichen schwereren Komplikationen vorzubeugen.

Dabei stehen sowohl Medikamente als auch operative Maßnahmen zur Verfügung.

Bei den Medikamenten spielen Blutdrucksenker eine wichtige Rolle. Von diesen gibt es verschiedene Klassen wie Betablocker, ACE-Hemmer oder Calciumantagonisten. Auch werden häufig Blutverdünner wie Acetylsalicylsäure (ASS) eingesetzt. Lipidsenker (Statine) können verordnet werden, um den Cholesterinspiegel zu senken und die Arteriosklerose zu verlangsamen. Um die Blutgefäße des Herzens zu erweitern, kann der Einsatz von Nitraten angezeigt sein.

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen müssen sich darauf einstellen, dass sie ihr Leben lang täglich verschiedene Medikamente einnehmen müssen, um Einschränkungen im Alltag oder eine Verschlimmerung ihrer Krankheit zu vermeiden. Dabei ist es sehr wichtig, dass die Patienten sich genau an die Vorgaben zur Einnahme der Medikamente halten und regelmäßig zur Kontrolle zum Arzt gehen.

Als interventionelle/operative Maßnahmen bei durch Medikamente nicht ausreichend behandelbaren Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben sich die Beseitigung von Engstellen im Herzen durch Aufblasen eines kleinen Ballons mit Hilfe eines Katheters, ggf. mit Einsetzen eines Stents oder die Überbrückung einer Engstelle mit Hilfe einer Bypass-Operation als besonders geeignet erwiesen.

Neben den schulmedizinischen Maßnahmen zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommt der Lebensstiländerung des Patienten eine sehr wichtige Bedeutung zu. Durch viel Bewegung an der frischen Luft, Nikotinverzicht, gemäßigtem Alkoholkonsum, die Reduktion von Übergewicht durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von unnötigem Stress kann ein Herz-Kreislauf-Patient seine Gesundheit und Wohlbefinden positiv beeinflussen.

Vorbeugende Maßnahmen bei Kreislauf Erkrankungen

Zwei der wesentlichen Maßnahmen zur Vorbeugung von Kreislauf Erkrankungen sind die regelmäßigen Check-ups für ältere Menschen sowie eine möglichst gesunde Lebensweise.

Manchen älteren Menschen fällt es schwer, „eingefahrene Muster“ in ihrem Alltag zu verändern und die Aussicht „ihr ganzes Leben umkrempeln zu müssen“ erscheint mitunter beängstigend.

Am besten sollte man sich daher kleine Ziele stecken und nicht zu viele Veränderungen auf einmal anstreben.

Menschen, die sich im Alltag kaum oder wenig bewegen, können sich zum Beispiel vornehmen, täglich einen Spaziergang zu machen. Je nach körperlicher Konstitution fängt man vielleicht nur mit einer kleinen Runde an. Was anfänglich vielleicht mühevoll ist, fällt mit der Zeit immer leichter und fängt an richtig Spaß zu machen. Die Steigerung der Länge oder des Gehtempos der Spaziergänge kann zu einem regelrechten Motivationsschub führen. Wer Spazierengehen nicht so mag, empfindet vielleicht beim Schwimmen oder Fahrradfahren als gelenkschonende Bewegungsform mehr Freude.

Eine Umstellung der Ernährung ist zudem bei vielen Patienten sinnvoll. Wenn man sich keine professionelle Unterstützung in Form einer Ernährungsberatung holen kann oder möchte, sollte man zumindest versuchen, saisonal und frisch zu kochen und möglichst auf Fertigprodukte zu verzichten. Gerade Alleinstehende empfinden das frische Kochen für sich selbst manchmal als zu aufwändig. Ein guter Tipp könnte hier sein, Familie oder Freunde zu gemeinsamen Mahlzeit einzuladen. Und zur Not lassen sich viele Gerichte ja auch einfrieren, so dass sich der Aufwand fürs Kochen am Ende rentiert.

Wer es dann auch noch schafft, kleine oder größere Laster wie Nikotin- oder übermäßigen Alkoholkonsum aufzugeben wird schnell merken, wie viel wohler man sich durch Verbesserungen der Lebensgewohnheiten bereits fühlt.

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