Delirium

Delirium - Ursachen, Symptome und Behandlung

Das Delirium wird auch „Delir“ oder „akuter Verwirrtheitszustand“ genannt. Etwa 30 bis 40 Prozent der Patienten in einem Krankenhaus, die älter als 65 Jahre sind, entwickeln in Deutschland ein Delirium. Besonders gefährdet für dieses Krankheitsbild sind Demenzkranke. Prinzipiell kann aber jeder Mensch unter bestimmten Umständen ein Delir entwickeln, unabhängig vom Alter und von eventuellen Vorerkrankungen. Tritt ein Delir auf, so ist eine schnelle und richtige Behandlung maßgeblich für die Heilung.

Trotz der Häufigkeit ist das Delir ein recht unbekanntes Krankheitsbild. Eher wenige Menschen wissen, wie es zu einem Delir kommt, wie man ein Delir sicher erkennen und wie man dem Betroffenen am besten helfen kann.

Dieser Artikel dient dazu, Sie und Ihre Angehörigen darüber zu informieren, was ein Delir ist und was zu tun ist, wenn Sie selbst oder ein Angehöriger ein Delir erleidet.

Inhalt

Was genau ist ein Delirium?

Ein Delirium bezeichnet eine plötzliche Funktionsstörung des Gehirns. Es handelt sich nicht um ein psychisches, sondern um ein körperliches (somatisches) Geschehen. Ein Delir stellt immer eine Notfallsituation dar, kann lebensbedrohlich verlaufen und bedarf so schnell wie möglich ärztlicher Versorgung.

Die Symptome eines Deliriums sind sehr vielfältig. Zur Diagnosestellung müssen jedoch Störungen in allen vier folgenden Bereichen vorliegen:

  • Bewusstsein und Aufmerksamkeit: Menschen mit einem Delirium sind häufig desorientiert und wissen beispielsweise nicht mehr, wo sie sind, welches Datum vorliegt oder weswegen sie sich am entsprechenden Ort befinden. Zudem fällt es ihnen oft schwer, ihre Aufmerksamkeit längere Zeit auf ein Thema oder einen Gegenstand zu richten.
  • Denkvermögen (Kognition): Häufig liegen Gedächtnisstörungen, vor allem im Kurzzeitgedächtnis vor. Zudem können Betroffene scheinbar abrupt Gesprächsthemen wechseln, und Gedankengänge reißen ab. Möglich sind auch Scheinwahrnehmungen (Halluzinationen), bei denen Betroffene Dinge sehen oder hören, die nicht wirklich vorhanden sind.
  • Psychomotorik: Menschen mit einem Delirium können entweder starke geistige und körperliche Unruhe empfinden, oder auch antriebslos und verlangsamt wirken.
  • Schlaf-Wach-Rhythmus: Der Tagesrhythmus kann umgekehrt sein, sodass Betroffene tagsüber schlafen und nachts wach sind. Schlafstörungen kommen häufig vor.

Zusätzlich können emotionale Symptome auftreten. Betroffene können sich verstärkt aggressiv und reizbar, aber auch ängstlich, stark verunsichert oder panisch verhalten. Möglich ist auch Euphorie, eine scheinbar unangemessene Begeisterung.

Ausschlaggebend ist außerdem, dass die Symptome neu und plötzlich auftreten, sich also nicht schleichend entwickelt haben.

Welche Formen von Delirium gibt es?

Prinzipiell kann jede Erkrankung oder Verletzung zu einem Delirium führen. Meist kommt es erst zu einer plötzlichen Veränderung der Lebensumstände oder des Ortes, und anschließend zu einer körperlichen Belastung, die ein Delir auslöst. Beispiele hierfür finden Sie unten in der Tabelle.

Das „postoperative Delir“ (früher: „Durchgangssyndrom“) stellt eine Sonderform des Deliriums dar. Es entwickelt sich meist innerhalb der ersten Tage nach einer Operation. Die Symptome sind dieselben wie oben angegeben. Auch hier sind ältere oder demenzkranke Personen stärker gefährdet. Man kann dem postoperativen Delirium vorbeugen, indem beispielsweise früh auf Seh- und Hörhilfen geachtet wird, und indem reger Kontakt zu vertrauten Besuchern besteht. So werden Veränderungen im Verhalten schneller erkannt.

Welche Ursachen können ein Delir auslösen?

Jeder Mensch kann unter bestimmten Umständen ein Delir entwickeln. Höheres Alter oder eine bestehende Demenz, aber auch Alkoholmissbrauch oder Drogenkonsum, erhöhen das Risiko. 

Ein Delir wird immer durch körperliche oder psychische Stressfaktoren ausgelöst. Oft wirken mehrere Faktoren zusammen. Die Ausgangslage ist häufig eine Ausnahmesituation für den Menschen: ein Krankenhausaufenthalt, eine Operation, ein plötzlicher Umzug ins Pflegeheim. Kommen hierzu nun ein oder mehrere Stressfaktoren, so kann dies zu einem Delir führen.

Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über mögliche Stressfaktoren:

Art des Stressfaktors

Beispiele

Körperliche Stressfaktoren

z.B. Austrocknung durch zu wenig Trinken, Harnverhalt, Blutzuckerschwankungen, Infektionen, Fieber, Herzinfarkt, Schlaganfall, Verletzung

Psychische Stressfaktoren

z.B. Schmerzen, Schockerlebnisse, häufiger Personalwechsel, Schlafstörungen

Auch Medikamente können Auslöser eines Deliriums sein. Diese sollten allerdings nur von einem Arzt im Krankenhaus abgesetzt werden.

Was ist bei einem Delirium bei Demenzpatienten zu beachten?

Demenzpatienten sind besonders gefährdet, ein Delir zu entwickeln. Dies liegt einerseits an strukturellen Veränderungen des Gehirns bei Demenzpatienten, andererseits an Verhaltensweisen, die ein Delir verursachen können. Beispielsweise kann ein Demenzpatient tagelang vergessen zu trinken oder seine Medikamente einzunehmen, was gegebenenfalls zu einem Delir führen kann. 

Umgekehrt kann ein Delir zu einer Verschlechterung der Demenz führen. Dies könnte zum Beispiel die Pflegebedürftigkeit eines Menschen bedeuten, der zuvor noch selbstständig oder mit etwas Hilfe zu Hause leben konnte. 

Mitunter kann es schwierig sein, ein Delir bei einem Demenzpatienten zu erkennen, da die Symptome der Demenz denen eines Delirs ähneln können. 

Folgende Fragen sollen Ihnen bei der Unterscheidung helfen, sobald Sie bei Ihrem Angehörigen oder Bekannten die oben genannten Symptome bemerken. 

  • Haben die Symptome plötzlich begonnen, oder kam es sehr schnell zu einer Verschlechterung der Beschwerden?
  • Gab es kürzlich eine Ausnahmesituation, einen Ortswechsel, eine Operation oder eine Krankheit des Betroffenen?
  • Weiß der Betroffene nicht mehr, welches Jahr vorliegt, an welchem Ort er sich befindet, oder wer Sie sind?
  • Verhält er sich anders als sonst? Kommt er Ihnen unruhig, aggressiv, ängstlich, oder auch auffällig ruhig oder bewegungslos vor?
  • Erzählt der Betroffene von Dingen, die er hört oder sieht, die Sie nicht hören oder sehen können?

Können Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, so sollten Sie augenblicklich den Notruf 112 wählen.

Auch bei Menschen, die nicht an Demenz leiden, können diese Fragen zur Erkennung äußerst hilfreich sein. Prinzipiell sind in diesen Fällen die Symptome eines Delirs jedoch recht eindrücklich und leichter zu bemerken, da sie plötzlich auftreten und für den jeweiligen Menschen untypisch erscheinen.

Wieso kann ein Delir so gefährlich werden?

Ein Delir stellt einen Notfall dar und geht mit einer hohen Sterblichkeit einher, sofern nicht schnell darauf reagiert wird. Dies kann durch die zugrundeliegende körperliche Ursache, wie zum Beispiel eine akute Krankheit, aber auch durch selbstgefährdendes Verhalten des Betroffenen geschehen.

In der Akutsituation des Delirs sind viele Betroffene nicht mehr vollständig orientiert und können eventuelle Beschwerden häufig nicht mehr mitteilen. Außerdem kann das Gleichgewicht und die Gehfähigkeit beeinträchtigt sein, was zu Stürzen führen kann. Betroffene können in Panik oder Verwirrung versuchen, aus einem Gebäude zu flüchten, ohne zu wissen, wo sie sich befinden. Weitere Umstände wie Umherirren oder Festgehaltenwerden, aber auch Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel, können das Delir zusätzlich verschlimmern.

Auch langfristig kann ein Delir schwerwiegende Folgen haben. Es handelt sich um eine starke Belastung für das gesamte Gehirn. Je länger das Delir anhält, desto höher ist das Risiko, dass der Betroffene langfristige Folgen, wie beispielsweise Gedächtnisstörungen, zurückbehält. Auf lange Sicht erhöht ein Delir zudem die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken.

Wie wird ein Delir behandelt?

Ohne angemessene Behandlung kann ein Delir lebensbedrohlich verlaufen. Sollten Sie Ihren Angehörigen oder Bekannten in einem deliranten Zustand vorfinden, so ist unverzüglich der Notarzt zu verständigen. Anschließend ist zu empfehlen, ruhig mit dem Betroffenen zu sprechen und eine möglichst stressfreie Atmosphäre zu schaffen, bis ein Arzt vor Ort ist. Dies kann schwerfallen, da es sich auch für Angehörige häufig um eine Schocksituation handelt. Eine ruhige Atmosphäre hilft sowohl Ihnen als auch dem Betroffenen, die Ruhe zu bewahren. Denken Sie daran, dass sich ein Delir mit der richtigen, zügigen Behandlung in der Regel innerhalb von Tagen oder Wochen vollständig zurückbildet.

Die wichtigste Maßnahme ist die Behandlung der Ursache. Nicht unbedingt notwendige Dauermedikamente werden im Krankenhaus abgesetzt, falls diese das Delir verursachen könnten. Hat der Betroffene lange Zeit nicht gegessen, getrunken oder Wasser gelassen, so wird dies behandelt.

Die Umgebung kann maßgeblich dabei helfen, einem Delir vorzubeugen oder die Heilung zu verbessern. Eine ausreichende und ausgewogene Ernährung, Fenster, Uhren und Kalender im Zimmer, ein ruhiger Raum ohne nächtliche Störungen und der regelmäßige Kontakt zu vertrauten Personen haben bereits einen schützenden und sehr positiven Effekt.

Bei sehr starken Symptomen wie Panikreaktionen, starker Unruhe oder Aggressivität können zudem vorübergehend Medikamente eingesetzt werden. Sie können helfen, die Beschwerden zu lindern und für eine schnellere Heilung zu sorgen. 

Quellen:

https://www.msdmanuals.com

https://www.aok-bv.de

Thyssenkrupp Treppenlifte

 

Hinweis: Sie können Ihre Einwilligungen jederzeit mit Wirkung für die Zukunft per E-Mail an [email protected] widerrufen. Weitere Informationen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten und zu Ihren Rechten finden sich in unserer Datenschutzerklärung (www.pflegebox.de/datenschutz/).

Notrufsysteme Libify

 

Hinweis: Sie können Ihre Einwilligungen jederzeit mit Wirkung für die Zukunft per E-Mail an [email protected] widerrufen. Weitere Informationen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten und zu Ihren Rechten finden sich in unserer Datenschutzerklärung (www.pflegebox.de/datenschutz/).

Kostenlose Probe jetzt bestellen!

Wir möchten, dass Sie sich bei der Verwendung von unseren Inkontinenz Produkten absolut wohl und geschützt fühlen. Deshalb bieten wir Ihnen die Möglichkeit an kostenlose Produktproben zu bestellen, um unser Produktsortiment kennenzulernen und zu testen. Damit wir Ihnen das passende Produkt zuschicken können, lassen Sie sich von unseren Experten diskret und kompetent beraten.

So können Sie uns kontaktieren

030/863 235 460

oder füllen Sie einfach das Kontaktformular aus, 

wir kontaktieren Sie gerne!

Inkontinenzversorung - Gratisprobe anfordern

 

Hinweis: Sie können Ihre Einwilligungen jederzeit mit Wirkung für die Zukunft per E-Mail an [email protected] widerrufen. Weitere Informationen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten und zu Ihren Rechten finden sich in unserer Datenschutzerklärung (www.pflegebox.de/datenschutz/).