• Die PflegeBox klärt auf:

Was tun, wenn der Pflegegrad abgelehnt wird?
Wer pflegebedürftig ist, hat nach §§ 61 bis 66 Sozialgesetzbuch XII ein Recht auf Unterstützung. Vor allem das Pflegegeld ermöglicht der pflegebedürftigen Person einen würdevollen Alltag zu Hause oder in einem Pflegeheim. Wurde der Antrag für die Einstufung oder Höherstufung eines Pflegegrades nicht bewilligt, heißt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Ein Widerspruch kann sich lohnen.

Reagieren Sie schnell, wenn sie mit dem Bescheid nicht einverstanden sind. Die Frist beläuft sich auf einen Monat und liegt dem Schreiben der Pflegekasse bei. Infolge des zweiten Pflegestärkungsgesetzes enthalten alle Bescheide ab 2017 auch die Beurteilung der Einstufung. Dennoch genügt zunächst ein einfaches Schreiben ohne eine Begründung, das Sie innerhalb der Frist an die Pflegekasse senden. Der Widerspruch kann postalisch oder per Fax, jedoch nicht per E-Mail erfolgen.

Nutzen Sie diese Vorlage für den einfachen Widerspruch:

Absender:

Name des Antragstellers
Anschrift des Antragstellers

An:
Name der Krankenversicherung/Pflegeversicherung
Anschrift der Krankenversicherung/Pflegeversicherung

Widerspruch gegen Ihren Bescheid vom (Datum)
Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lege ich Widerspruch gegen Ihren Bescheid vom (Datum) ein. Eine ausführliche Begründung für den Widerspruch reiche ich in Kürze nach.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift des Antragstellers

Nehmen Sie sich Zeit für die ausführliche Erklärung und reichen Sie diese nach. Ein Pflegestützpunkt oder ein Jurist kann dabei behilflich sein. Innerhalb welcher Frist Sie Ihren Einwand ausführlich begründen müssen, ist nicht festgelegt.

1. Den einfachen Widerspruch ohne Begründung innerhalb von 4 Wochen einreichen

2. Ausführlichen Widerspruch mit Begründung nachreichen

Beachten Sie folgende Punkte bei der ausführlichen Begründung:

  • Wie war die Verfassung des Betroffenen am Tag der Begutachtung? War sein Wohlbefinden besonders gut?
  • Lagen Medikamentenpläne, Arzt- und Krankenhausberichte am Begutachtungstag vollständig vor und wurden diese im Gutachten berücksichtigt?
  • Wurden die sechs verschiedenen Bereiche des neuen Begutachtungsverfahrens Ihrer Meinung richtig beurteilt?
  • Stimmt die Gewichtung der Punkte des neuen Begutachtungsverfahrens?
  • Wurden die Punkte richtig addiert?

Wird der Pflegegrad ein zweites Mal abgelehnt,

kann Ihr Fall beim Sozialgericht verhandelt werden.

Nachteil:

Der Rechtsstreit beim Sozialgericht kann langwierig sein.

Vorteil:

Der Antragsteller kann sich selbst vertreten. Es entstehen keine Kosten. (Ein Jurist ist nicht nötig)

Alle Angaben sind ohne Gewähr und ersetzen nicht die Angaben Ihrer Pflegekasse!