Zusätzliche fünf Milliarden Euro sorgen für individuell angepasste Leistungen in der Pflege

Seit der Einführung vor 20 Jahren ist die Pflegeversicherung ein elementarer Bestandteil der Sozialversicherung. Reformen rückten die Bedürfnisse von Pflegebetroffenen und pflegende Angehörige zunehmend ins Zentrum. Das zweite Pflegestärkungsgesetz erfasst ab dem 01.01.2017 den Unterstützungsbedarf anhand eines neuen Begutachtungsverfahrens und definiert fünf neue Pflegegrade. Die Beträge und Dienstleistungen werden dabei passgenauer auf die Bedürfnisse der Betroffenen in der Pflege zugeschnitten.

Der neue Pflegegrad 1 mit seinen Leistungen

Menschen, die den Bedingungen der „alten“ Pflegestufe 1 bisher nicht erfüllten, können durch die neue Reform berücksichtigt werden. Vor allem Menschen mit Demenz erhielten bisher keine Einstufung in eine Pflegebedürftigkeit. Sie werden durch das zweite Pflegestärkungsgesetz berücksichtigt und erhalten den Pflegegrad 1 mit folgenden Leistungen:

Die neuen Leistungen im Überblick¹

Mit der Einstufung in einen Pflegegrad bzw. beim Wechsel von den Pflegestufen in Pflegegrade erhalten Pflegebedürftige ab dem 1.1.2017 folgende Beträge:

Pflegegrad

1

2

3

4

5

Pflegegeld ambulant 316 545 728 901
Pflegesachleistung ambulant 680 1.298 1.612 1.995
Entlastungsbetrag * ambulant 125 125 125 125 125
Leistungsbetrag vollstationär 125 770 1.262 1.775 2.005

 max. Leistung pro Monat in Euro

*Zweckgebundene Kostenerstattung

Zusätzliche Leistungen

Neben der finanziellen Stärkung der Pflege erleichtern zusätzliche Mittel den Alltag der Betroffenen. Für die Kosten von Hilfsmitteln wie Gehhilfen kommt unbürokratisch die Pflegekasse auf. Eine Empfehlung eines Gutachters des Medizinischen Dienstes reicht dafür aus. Auch Maßnahmen für ein barrierefreies Wohnen übernimmt die Pflegeversicherung.

Bei der Kostenübernahme von Pflegehilfsmitteln ändert sich bei den neuen Pflegestufen nichts. Zu der Pflegeleistung zählt weiterhin der Anspruch auf die Übernahme von monatlich bis zu 40 Euro für Hilfsmittel zum Verbrauch. Das Team der PflegeBox übernimmt den Antrag bei der Pflegeversicherung, die Lieferung der Produkte sowie die Abrechnung mit der Pflegekasse. Bestellen Sie hier online Ihre PflegeBox.

Übrigens – Die Leistungen sollten dem Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen dauerhaft entsprechen. Verschlechtert sich die Verfassung des Betroffenen, können Sie bei Ihrer Pflegekasse einen Antrag auf eine Einstufung in einen höheren Pflegegrad stellen!

1) Bundesministerium für Gesundheit (2016): Die Pflegestärkungsgesetzte. Das Wichtigste im Überblick, S.17