• Pflegegeld: Alles Wichtige rund um eine wertvolle Unterstützung

Das Pflegegeld ist eine Sozialleistung, die Bedürftigen aus der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung als Leistung im Pflegefall zusteht. Jeder Pflegebedürftige beantragt Pflegegeld solange Angehörige oder Freunde die Pflege übernehmen. Die Auszahlung der Leistungen übernimmt die Pflegekasse.

Pflegegeld

Pflegestufe und Pflegegrad: Was bedeutet das?

Grundsätzlich sind Pflegestufe und Pflegegrade Einteilungen der Pflegebedürftigkeit einer Person nach bestimmten Kriterien. Früher galten in Deutschland die Pflegestufen 1 bis 3. Seit Januar 2017 sind im Rahmen des zweiten Pflegestärkungsgesetztes (PSG II) die neuen Pflegegrade 1 bis 5 in Kraft getreten.

Das Ziel der neuen Pflegegrade ist es, die Pflegebedürftigkeit noch genauer einzuteilen und die Leistungen gerechter anzupassen. Das Pflegegeld wird bei häuslicher Pflege nach dem jeweils festgestellten Pflegegrad eingeteilt und ausbezahlt. Voraussetzung hierfür ist die „selbst beschaffte Hilfe“ aus dem Kreis Familie, Freunde und Bekannte. Pflegebedürftige, die in einer stationären Pflegeeinrichtung leben, haben keinen Anspruch drauf.

Die Pflegegeld-Tabelle im Überblick

Die Höhe des Pflegegelds ist abhängig vom Pflegegrad. Damit Sie einen besseren Überblick bekommen, habe wir für Sie eine Tabelle zusammengestellt.

Im Augenblick gelten folgende Beträge für das Pflegegeld (Stand: November 2018):

Pflegegeld Tabelle

Pflegegeld Tabelle

Pflegebedürftigkeit in Pflegegraden Pflegegeld
Pflegegrad 1
Pflegegrad 2 316 Euro
Pflegegrad 3 545 Euro
Pflegegrad 4 728 Euro
Pflegegrad 5 901 Euro

 

Der Unterschied zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistung

Wenn Sie Geld für die Pflege beantragen, ist dies nur für die oben bereits erwähnte selbst beschaffte Hilfe möglich. Sobald Sie einen Pflegedienst als professionelle Unterstützung mit hinzuziehen, gewährt die Pflegekasse für deren Einsätze Pflegesachleistungen.

Das Modell der Kombinationspflege: Pflegedienste rechnen ihre Leistungen monatlich mit der Pflegeversicherung ab. Die Pflegekasse prüft, ob die Pflegesachleistung ausgeschöpft wurde.  Haben Sie weniger der Ihnen zustehenden finanzielle Leistungen für den Pflegedienst benötigt, zahlt die Pflegekasse den Restbetrag prozentual als Pflegegeld aus.

Mehr Wichtiges zum Pflegegeld

 

Kurzzeitpflege

Oft nehmen Pflegebedürftige nach einem Klinikaufenthalt noch professionelle Pflege in Anspruch. Bei bis zu acht Wochen der Kurzzeitpflege im Jahr zahlt die Pflegekasse die Hälfte des Pflegegeldes weiter.

 

 

Verhinderungspflege

Bei ihr springt der ambulante Pflegedienst ein, wenn Angehörige krank sind oder verreisen. Hier erfolgt die Pflegegeldleistung ebenfalls zur Hälfte und in einem Zeitraum von bis zu sechs Wochen.

 

Das Landespflegegeld in Bayern

Einen Sonderfall der Pflegegeldleistung gibt es im Bundesland Bayern. Seit Mai 2018 gibt es dort das Landespflegegeld. Bayern gewährt es zusätzlich zum allgemeinen Pflegegeld. Grundsätzlich ist das Landespflegegeld als Anerkennung für pflegende Angehörige gedacht und beträgt 1000€ pro Jahr.

Als sogenannte Fürsorgeleistung ist es eine nicht steuerpflichtige Einnahme. Bayern hat dafür ein Landesamt für Pflege eingerichtet. Grundsätzlich gilt, Antragssteller beantragen das Landespflegegeld einmalig. Der Anspruch überträgt sich automatisch auf die folgenden Pflegejahre.

Voraussetzungen für das Landespflegegeld

  • Es muss mindestens ein Pflegegrad 2 oder höher vorliegen

  • Der Pflegebedürftige muss zum Zeitpunkt der Antragsstellung seinen Hauptwohnsitz in Bayern haben

  • Zur Zeit ist das Landespflegegeld auf das Bundesland Bayern begrenzt

Sie haben die Möglichkeit das Landespflegegeld bei den Finanzämtern, den Landratsämtern und beim Zentrum für Familie und Soziales in Bayern zu beantragen.

Egal in welchem Bundesland Sie leben: Das Pflegegeld ist für Pflegebedürftige und deren Pflegende aus dem häuslichen Umfeld eine wertvolle Unterstützung. Nach Anerkennung des jeweiligen Pflegegrads können Sie das Pflegegeld bei Ihrer Krankenkasse beantragen. Wenn Sie oder Ihre Angehörige mit der Einstufung nicht einverstanden sind, lohnt sich in vielen Fällen der Einspruch. Weiterhin wichtig zu wissen: Die Pflegegeldleistung steht auch den Pflegenden zu, die eine Person mit einer festgestellten Demenzerkrankung betreuen. Wenden Sie sich bei Fragen gerne jederzeit an unsere Pflegeberatung. Wir helfen Ihnen gerne weiter.