• Die Patientenverfügung - Fehler, die Sie besser vermeiden sollten

Die Patientenverfügung stellt sicher, dass auch dann noch nach Ihren Wünschen gehandelt wird, wenn Sie sich selbst nicht mehr verständigen können.

Wir zeigen Ihnen, welche Fehler Sie vermeiden sollten, wenn Sie über eine Verfügung nachdenken.

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„Ich bin jung und gesund, ich brauche keine Verfügung.“

Viele Personen verbinden das Wort Patientenverfügung immer noch mit dem Altern. Das ist ein Fehler. Der Fall, dass Sie oder eine Ihnen bekannte Person eine Patientenverfügung benötigt, ist nicht von dem Alter abhängig. Plötzliche Krankheiten oder ein Unfall können ebenso Gründe dafür sein, dass Sie solch ein Dokument benötigen.

„Ich weiß nicht genau was ich will. Deshalb kann ich keine Patientenverfügung haben.“

Sich auf eine Situation vorzubereiten, in der Betroffene selbst noch nie waren, ist schwer. Reden Sie mit Ihrem Arzt, ihren Angehörigen oder Freunden darüber, was Sie sich vorstellen. Ein Fachmediziner kann Sie diesbezüglich unterstützen. Scheuen Sie nicht davor Wünsche oder Ängste aufzuschreiben. Jedes Detail kann einem Arzt im späteren dabei helfen, nach Ihren Wünschen zu handeln.

„Ich lasse meine Angehörigen für mich entscheiden.“

Ohne eine Vorsorgevollmacht ist das leider nicht möglich. Sie müssen, wenn Sie einen Angehörigen entscheiden lassen wollen, eine Vollmacht rechtsbindlich machen. Wenn Sie dies getan haben, verknüpfen Sie diese mit einer Patientenverfügung. Somit gehen sie „auf Nummer sicher“, dass alles nach Ihren Wünschen verläuft.

„Die Ärzte halten sich sowieso nicht daran.“

Seit 2003 hat der Bundesgerichtshof festgestellt, dass eine Missachtung Ihrer Verfügung eine Verletzung gegen Ihre Würde darstellt. Dieses Vergehen kann als Körperverletzung verfolgt werden. Grundsätzlich muss nur sichergestellt sein, dass die Verfügung konkret formuliert ist und so wenig Raum für Interpretationen lässt, wie es nur möglich ist.

„Das ist mir alles zu viel Aufwand. Ich sage es einfach jemandem.“

Leider ist es dann doch nicht so einfach. Seit dem 1.September 2009 reicht eine mündliche Patientenverfügung nicht mehr aus. Die beugt vor, dass falsche Informationen an das Krankenhaus oder das Gericht übermittelt werden. Nur Verfügungen in Schriftform sind bindend. Diesbezüglich reicht eine „einfache Schriftform“ aus. Sie müssen das Schriftstück folglich nicht von einem Notar beglaubigen lassen.

Tipp: Mit zunehmendem Alter verändern sich bei vielen Personen die Wünsche, Ängste oder Wertvorstellungen. Achten Sie darauf, dass Ihre Patientenverfügung auch „aktuell“ ist.