• Organisation und Finanzierung der Pflegeversicherung

Die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist wie die Krankenversicherung für alle Bürger in Deutschland verpflichtend. Ob man grundsätzlich privat oder gesetzlich pflegeversichert ist, richtet sich nach der Art der Krankenversicherung. Wer privat kran­ken­ver­si­chert ist, der ist verpflichtet sich auch privat pflegezuversichern und umgekehrt.

Bei der sozialen Pflegeversicherung in Deutschland handelt es sich um ein sogenanntes „Kernsicherungssystem„. Das heißt, dass die Versorgung im Pflegefall „im Kern“ gesichert ist, aber nicht alle anfallenden Kosten übernommen werden. Geschöpft werden die ausgegebenen Zahlungen aus den Beiträgen aller Versicherten. Pflegebedürftige oder deren Familie müssen den von der Pflegeversicherung bereitgestellten Betrag selber auf die Höhe der tatsächlich anfallenden Kosten aufstocken. Wenn dies nicht möglich ist, kann allerdings jeder Versicherte die sogenannte „Hilfe zur Pflege“ beim Sozialamt beantragen.

pflegeversicherung

Die Beitragssätze für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen liegen bei 2,55 %. Wie sich die Beitragssätze für verschiedene Personengruppen genau zusammensetzen erfahren Sie in der folgenden Info-Box.

Beitragssätze im Überblick

  • Arbeitnehmeranteil: 1,275 %; Arbeitgeberanteil: 1,275 %
  • Arbeitnehmer im Freistaat Sachsen: Arbeitnehmeranteil: 1,775%; Arbeitgeberanteil: 0,775 %
  • Beihilfeberechtigte: 1,275 %
  • Rentner: 2,55 %
  • Freiwillig Versicherte, wie beispielsweise Selbstständige: 2,55 %
  • Beitragszuschlag für Kinderlose: 0,25 %

Die private Pflegeversicherung

Wer privat krankenversichert ist, ist auch zu einer privaten Pflegeversicherung verpflichtet. Die Beiträge in der privaten Versicherung variieren von Anbieter zu Anbieter.

Oftmals handelt es sich bei privat Versicherten um Beamte oder Selbstständige. Einen Arbeitgeberanteil gibt es in diesem Fall also nicht. Bei ‚regulär Angestellten‘, die privat versichert sind, beträgt der Arbeitgeberanteil in der Regel 1,275%. Er unterscheidet sich damit nicht von dem Beitrag für sozial versicherte Angestellte. Sollte der Arbeitgeberanteil abweichen, übersteigt er zumindest nicht die Hälfte des Gesamtbeitrags des privat Versicherten.

Private Pflegeversicherungen dürfen nicht völlig frei über die Höhe der Beiträge, die sie verlangen, entscheiden: Das Geschlecht des Versicherten darf keinen Einfluss auf die Höhe des Beitragssatzes haben, Personen dürfen nicht aufgrund gewisser Vorerkrankungen abgelehnt werden und bereits pflegebedürftige Personen dürfen nicht zurückgewiesen werden. Wie bei der sozialen Pflegeversicherung sind Kinder von Versicherten beitragsfrei mitversichert.

Absicherung für den Fall der Fälle

Bei einem Unfall oder Krankheitsfall kann die Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt werden. Damit Angehörige dennoch im Sinne des erkrankten und verunfallten entscheiden können, ist eine Patientenverfügung ratsam. Diese muss vor allem für ihre Wirksamkeit bestimmte Kriterien erfüllen. Informieren Sie sich hier, was sie beachten müssen.