Eine Begutachtung der Pflegebedürftigkeit ist notwendig, um Leistungen aus der Pflegeversicherung zu erhalten. Haben Sie einen Antrag bei der Pflegekasse gestellt, folgt ein Hausbesuch durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Viele Menschen scheuen sich davor, aus Furcht vor einer Ablehnung der Pflegeleistung.

Oft ist diese Angst aber unbegründet. Mit einer gründlichen Vorbereitung auf die Begutachtung wirken Sie einer Angst oder Verunsicherung entgegen.

Was ändert sich mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz?

Mit dem Beginn des neuen Jahres 2017 wurden die Pflegestufen 0, 1, 2 und 3 auf die Pflegegrade 1, 2, 3,  4 und 5 umgestellt. So erfolgt bei einer Pflegebedürftigkeit die Einstufung in einen Pflegegrad. Mit einem neuen Verfahren ermittelt der MDK zudem die Bedürftigkeit anhand sechs verschiedener Bereiche des täglichen Lebens. Körperliche, kognitive und psychische Beeinträchtigungen fließen demnach in die Bewertung mit ein und orientieren sich daran, wie selbstständig der Betroffene ist.

Tipps für die Begutachtung

Oft versucht sich die zu pflegende Person während des Besuches von der besten Seite zu zeigen. Das passiert oft bei Menschen mit Demenz. Mit den folgenden Tipps geben Sie dem MDK eine gute Einsicht in den Pflegebedarf und verhindern eine mögliche Ablehnung:

  1. Verhalten Sie sich normal und geben Sie dem MDK einen alltäglichen Einblick.
  2. Führen Sie ein Pflegetagebuch! Das gibt einen genauen Einblick in den Pflegealltag. Dokumentieren Sie die Bereiche der Pflege und den Zeitaufwand. Erfahren Sie hier mehr über das Pflegetagebuch und laden Sie sich unsere Vorlage eines Pflegetagebuches herunter!
  3. Kopieren Sie für den MDK alle Dokumente, die den Gesundheitszustand des Betroffenen wiederspiegelt. Das können Medikamentenpläne, Arzt- und Krankenhausberichte sowie Entlassungspapiere des Krankenhauses oder der Reha sein. Auch Informationen über weitere Erkrankungen wie Allergien, Diabetis oder eine Schwerbehinderung sind für den Gutachter hilfreich.
  4. Notieren Sie alle verwendeten Hilfsmittel mit einer Information inwieweit diese genutzt werden.
  5. Beachten Sie, dass der medizinische Dienst der Krankenkassen alltägliche Handlungen während der Begutachtung austestet.
  6. Sorgen Sie dafür, dass während der Begutachtung eine Vertrauensperson dabei ist, die den Betroffenen kennt und weitere Auskunft geben kann. Denken Sie an eine Vollmacht, wenn die zu pflegende Person nicht eigenständig handeln kann.

Auch wenn Sie vor dem Hausbesuch nervös sind, bedenken Sie, dass  der medizinische Dienst der Krankenkassen das Gutachten in Ihrem Interesse durchführt! Die PflegeBox wünscht Ihnen eine erfolgreiche Begutachtung!