• Wissenswertes zum Pflegeunterstützungsgeld

Niemand setzt sich mit diesem Szenario gerne auseinander, aber plötzlich kann in der Familie ein Pflegefall auftreten und das Thema Pflegeunterstützungsgeld auf den Plan rufen. Was sollen berufstätige Angehörige dann tun, wenn sie sich kümmern wollen? In einem solchen unvorhergesehenen Fall greift das Pflegeunterstützungsgeld. Es handelt sich hierbei um ein Pflegegeld für Angehörige, das als Lohnersatzleistung über einen Zeitraum von maximal 10 Arbeitstagen gewährt wird. In dieser Zeit können Angehörige pflegen, finanzielle Unterstützung kommt von der Pflegekasse. Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in § 44a Abs. 3 bis 5 des XI. SGB.

Pflegeunterstützungsgeld – Anspruch und Antrag

Der Pflegeunterstützungsgeld Antrag kann grundsätzlich nur von nahen Angehörigen oder Familienmitgliedern eingereicht werden. Wer den Antrag einreicht, beansprucht eine kurzzeitige Arbeitsverhinderung nach § 2 des Pflegezeitgesetzes. Möglich ist der kurzzeitige Bezug von Pflegegeld für Angehörige nur in Betrieben, die mehr als 15 Mitarbeiter haben. Damit der Pflegeunterstützungsgeld Antrag bewilligt wird, müssen insbesondere folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • der Pflegefall muss akut und völlig unerwartet eingetroffen sein
  • der betroffene Pflegefall wurde bereits als pflegebedürftig eingestuft
  • der Antragsteller erhält keine Lohnfortzahlung für die Pflegezeit
  • der Pflegeunterstützungsgeld Antrag muss zeitnah eingehen

Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld: Was ist einzureichen?

pflegeunterstützungsgeld

Dem Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld ist eine ärztliche Bescheinigung hinzuzufügen, aus der die Pflegebedürftigkeit des betroffenen Angehörigen eindeutig hervorgeht. Zudem darf sich der Antragsteller zum Zeitpunkt der Einreichung weder in Pflegezeit noch in Familienpflegezeit befinden.

Zu beachten ist, dass es sich beim Pflegeunterstützungsgeld um eine so genannte Antragsleistung handelt. Insofern muss zügig ein entsprechender Antrag direkt bei der gesetzlichen oder auch privaten Pflegekasse des plötzlich Pflegebedürftigen gestellt werden.

Das notwendige Formular finden Angehörige in der Regel online oder aber sie können es telefonisch schnell anfordern, um die finanzielle Unterstützung baldig zu nutzen.

Pflegeunterstützungsgeld: Höhe und Berechnung

  • Generell lässt sich sagen, dass diese Leistung eine Höhe von 90 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aufweist.

  • Es handelt sich sogar um 100 % des ausgefallenen Nettoentgelts, sofern in den 12 Monaten vor der Antragsstellung eine beitragspflichtige Einmalzahlung geleistet wurde.

  • 2018 ist ein kalendertäglicher Höchstsatz von 103,25 Euro als Deckelung vorgesehen.

Fazit: Angehörige pflegen und finanzielle Unterstützung als Ausgleich erhalten

  • Wer von einem akuten Pflegefall als Arbeitnehmer betroffen ist, sollte sich umgehend an den Arbeitgeber wenden, damit eine zeitnahe Freistellung für bis zu 10 Tage organisiert werden kann.
  • Zudem sollten Betroffene sofort Kontakt zur zuständigen Pflegekasse aufnehmen, um Fragen zu klären, sich umfassend beraten zu lassen und den benötigten Antrag ggf. direkt anzufordern.
  • Generell handelt es sich um eine alltagsorientierte Leistung, da Betroffene 10 Tage ohne nennenswerte Lohnausfälle nutzen können, um sich um Angehörige zu kümmern und um die weitere Pflegesituation langfristig planen bzw. organisieren zu können.
  • Dies wäre neben dem Berufsleben kaum möglich bzw. eine unzumutbare Belastung.
  • Ein Nachteil besteht darin, dass diese Regelung gesetzlich erst für Betriebe mit mehr als 15 Mitarbeitern bindend ist. Insofern können Mitarbeiter in Kleinstbetrieben Probleme bei der Bewilligung bekommen.
  • Der Kündigungsschutz in Deutschland sieht übrigens vor, dass das Arbeitsverhältnis aufgrund einer solchen kurzfristigen Pflegesituation nicht beendet werden darf.