• Volkskrankheit Fettleber - Ursachen und Vorbeugung

Weit verbreitet und selten bemerkt: Fast ein Viertel aller Erwachsenen in Deutschland haben eine Fettleber. Zu viel Alkohol, zu wenig Bewegung und zu viel Fast Food gelten als Hauptursachen. Das lebenswichtige Organ, welches sich größtenteils im rechten Oberbauch befindet, lagert dabei zu viel Fett an. Die Fettleber kann starke Beschwerden hervorrufen, lässt sich zumeist aber mit einfachen Mitteln behandeln.

Wie sich eine Fettleber bemerkbar macht

FettleberDie Fettleber beziehungsweise Steatosis hepatis steht in den westlichen Industrieländern für die häufigste Lebererkrankung.

Bereits von der nicht-alkoholischen Form dieser Erkrankung sind ungefähr 20 bis 30 von 100 Menschen in Europa betroffen.

Etwa 5 bis 10 von 100 leiden unter alkoholischer Fettleber. Experten meinen: Über 90 Prozent der Alkoholiker haben eine verfette Leber.

Von Diabetikern sowie stark Übergewichtigen weisen rund 85 Prozent eine Fettleber auf, und jedes dritte übergewichtige Kind hat die Erkrankung.

Wer an einer verfetten Leber erkrankt, bemerkt in der Regel hiervon zunächst nichts. Erst im Falle einer Entzündung treten klassische Fettleber Symptome auf. Entzündet sich die Leber, sprechen die Mediziner auch von einer Steatohepatitis beziehungsweise Fettleberhepatitis. Unter anderem äußert sich eine Fettleber durch:

  • Gewichtsverlust

  • Übelkeit

  • Appetitlosigkeit

  • Fieber

  • gelbe Haut (Ikterus)

  • heftige Schmerzen auf der rechten Bauchseite

Gemäß der medizinischen Definition liegt eine Fettleber dann vor, wenn nicht weniger als 5 Prozent der Leberzellen Fettablagerungen aufweisen.

So wird eine verfettete Leber festgestellt

Diagnostiziert wird eine Fettleber im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) beim Arzt. Ist das Organ auf dem Ultraschallbild vergrößert und erscheint dieses ungewöhnlich hell, spricht dies deutlich für eine Verfettung. Darüber hinaus nimmt der Mediziner auch Blut ab, um die Leberwerte festzustellen. Eine hohe Menge an den Leberenzymen Transaminasen kann auch auf eine verfetterte Leber hindeuten. Eine Gewebeprobe (Leberbiopsie) gibt schließlich Gewissheit darüber, welches Ausmaß die Erkrankung besitzt und worin die Ursachen liegen.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

Fettleber und Ernährung hängen eng miteinander zusammen.

 

  • Großen Anteil an einer verfetteten Leber haben Süßigkeiten wie Kekse, Kuchen und Cola aber auch Kartoffeln, Reis, Nudeln, Müsli und Brot.

  • Durch den Konsum solcher Lebensmittel gelangt viel Glukose in den Blutkreislauf sowie anschließend in Leber und Muskeln als Speicherplatz. Die Substanz dient als schnell verfügbare Energiequelle für intensiv beanspruchte Muskeln.

  • Damit nun Leber und Muskeln die Zuckermoleküle von Fruchtsäften, Müsli etc. aufnehmen können, wird Insulin durch die Bauchspeicheldrüse in den Kreislauf gegeben. Den Zellen dient dieses Hormon als Türöffner für Zucker.

  • Durch Bewegung kann die überschüssige Glukose abgebaut werden. Bei Bewegungsmangel wird die Glukose hingegen als Fett abgespeichert, wobei die Leber zuerst hiervon betroffen ist.

  • Neben dem Missverhältnis zwischen Kalorienzufuhr und -verbrauch sowie Bewegungsarmut kommt insbesondere Alkohol als Ursache für erhöhte Leberwerte und die Steatosis hepatis in Betracht.

  • Zum einen ist Alkohol sehr energiereich und wird in der Leber abgebaut. Hierbei entstehen auch Fettsäuren. Zum anderen wird die Leber auch durch dessen toxische Wirkung beschädigt. Die kritische Tagesmenge liegt bei Männern bei 40 Gramm, bei Frauen hingegen bei 20 Gramm Alkohol.

Erkrankung behandeln und vorbeugen

Ohne Gegenmaßnahmen kann eine Fettleber zu einer Leberzirrhose führen. Bei einer alkoholbedingten Leber gilt somit ein strikter Alkoholverzicht. Nur so kann das Organ wieder genesen. Ist die Krankheit nicht alkoholbedingt, richtet sich die Therapie nach den Ursachen. Bei Übergewicht stehen regelmäßig Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung auf dem Programm. Im Falle von Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes vermag eine Medikamententherapie für Abhilfe zu sorgen. Werden diese Maßnahmen rechtzeitig ergriffen, kann sich die Leber oft vollständig erholen. Einer Fettleber können Sie dadurch vorbeugen, indem Sie Alkohol nur in Maßen konsumieren, sich ausreichend bewegen und auf eine gesunde Ernährungsweise achten. Diabetiker sollten hingegen ihren Blutzucker gut einstellen.