• Darmspiegelung - Krebs frühzeitig erkennen!

Geht es um die Früherkennung von Dickdarmkrebs, so stellt die Darmspiegelung die wichtigste Methode der Darmkrebsvorsorge dar. Es lassen sich etwa 950 von 1.000 Krankheiten am Ende des Dünndarms sowie am Dickdarm erkennen, wie etwa:

  • Darmpolypen
  • Durchblutungsstörungen
  • akute und chronische Entzündungen.

Die auch als Koloskopie bekannte Methode wurde allein seit ihrer Einführung von über vier Millionen Menschen in Anspruch genommen. In den meisten Fällen werden Adenome entfernt, also gutartige Geschwülste. Berechnungen des Deutschen Krebsforschungszentrums nach konnten hierbei ungefähr 180.000 Darmkrebsfälle verhindert werden. Dabei treten Darmkrebs oder Vorstufen bei Männern doppelt so häufig auf als bei Frauen. Im Rahmen der Untersuchung wird der Darm vom Gastroenterologen mittels eines schlauchartigen Instruments (Endoskop) in Augenschein genommen.

Es handelt sich dabei um einen sicheren und einfachen Eingriff, welcher nur selten mit Komplikationen und Schmerzen einhergeht.

Darmspiegelung – Wie lange vorher nichts essen?

  • Etwa einen Tag vor der Untersuchung dürfen keine Lebensmittel zu sich genommen werden. In Abhängigkeit des genauen Termins, kann am Tag zuvor in Absprache mit dem Arzt ballaststoffarmes Mittagessen eingenommen werden.

  • Bereits vier Tage vor der Untersuchung sollten keine Vollkorn-Produkte oder ballaststoffreiche Gemüsesorten auf dem Speiseplan stehen. Weil der Dickdarm vor dem Eingriff vollständig von innen entleert sein muss, müssen Sie am Tag davor zwei bis drei Liter sowie Abführmittel zu sich nehmen.

  • Wasser und Tee dürfen Sie auch am Tag der Darmuntersuchung trinken. Das Abführen beginnt ab etwa 14 Uhr des Vortags. Als Abführmittel kommt eine Trinklösung, genauer gesagt eine Poly-Ethylen-Glykol-Lösung (PEG) zum Einsatz. Beispiele hierfür sind Dulcolax, Picocrep, Prepacol, Moviprep und Endofalk. 

Ablauf der Darmspiegelung

Zumeist wird vor der Untersuchung eine Blutprobe entnommen, um sicherzustellen, dass dieses nicht zu flüssig ist. Es könnte nämlich die Wundheilung im Anschluss an eine mögliche Polypenentfernung beeinträchtigen. Falls Sie es wünschen, erhalten Sie unmittelbar vor der Untersuchung auch ein Betäubungs- oder Beruhigungsmittel, um Nervosität und Schmerzempfinden zu dämpfen. Viele Patienten empfinden die Darmspiegelung jedoch nicht als beängstigend oder unangenehm.

darmspiegelung

Das wichtigste Instrument bei der Untersuchung ist ein 1,5 Meter langer elastischer Schlauch, das Koloskop. Dieses besitzt an der Spitze einen kleinen Scheinwerfer sowie eine Kamera. Nachdem Sie sich in die Seitenlage begeben, wird das Koloskop mithilfe eines Gleitmittels über den After eingeführt. Um das Darmgewebe besser betrachten zu können, bläst der Arzt etwas Luft in den Schlauch. Nun kontrolliert der Arzt während der Untersuchung dank Kamera die Darmschleimhaut und begutachtet diese auf einen Monitor. Sollten Darmpolypen vorhanden sein, kann der Arzt diese mittels kleiner Schlingen, die über den Arbeitskanal des Koloskops eingeführt werden, entfernen.

Wie lange dauert eine Darmspiegelung?

Zumeist bedarf der ambulant durchgeführte Eingriff lediglich 20 bis 30 Minuten.

Abgrenzung zur Magenspiegelung

Im Gegensatz zur Koloskopie betrachtet eine Magenspiegelung (Gastroskopie) den oberen Gastrointestinaltrakt. Neben dem Magen werden zumeist auch gleich der Zwölffingerdarm sowie die Speiseröhre untersucht. Ansonsten ist die Untersuchung sehr ähnlich wie die Darmspiegelung. Als Instrument dient dem Arzt das Gastroskop. Im Rahmen einer Endoskopie wird eine gesamte Magen Darm Spiegelung vorgenommen.

Darmspiegelung  – Alter und mögliche Kosten

  • Gesetzlich Krankenversicherte haben ab einem Alter von 55 Jahren einen Anspruch auf Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge – bei familiärer Vorbelastung auch früher.
  • Werden bei der Darmuntersuchung keine auffälligen Veränderungen gefunden, ist die Untersuchung nach zehn Jahren zu wiederholen.
  • Ab einem Alter von 50 Jahren erstattet die gesetzliche Krankenkasse zumindest die Aufwendungen für eine jährliche Analyse auf nicht sichtbares Blut im Stuhl im Rahmen eines Schnelltestes.
  • Privatkassen übernehmen die Kosten je nach vertraglicher Vereinbarung.