• Depressionen sind behandelbar - in jedem Alter

Altersdepression

Depressionen kommen im Alter statistisch betrachtet nicht häufiger vor, als in jungen Jahren. Trotzdem zählen sie, neben demenziellen Erkrankungen, zu den häufigsten psychischen Beschwerden bei Senioren.

Besondere Symptome

Obwohl es sich bei einer Depression um keine alterstypische Erkrankung handelt, zeigen sich bei älteren Betroffenen einige symptomatische Besonderheiten:

  • Gesundheitliche Beschwerden, wie zum Beispiel Rückenschmerzen, werden in ihrem Ausmaß überschätzt und als zunehmend unerträglich wahrgenommen.
  • Kommt es durch eine Depression zu Konzentrationsstörungen, leiden vor allem ältere Betroffene unter der Angst, an einer Demenz zu erkranken.
  • Senioren fällt es häufig schwer, eine psychische Erkrankung zu akzeptieren und Hilfe zuzulassen. Anders, als bei körperlichen Leiden versuchen Sie daher ihre Beschwerden zu überspielen und zu relativieren.
  • Eine Altersdepression kann sich, im Gegensatz zu einer Demenz, innerhalb weniger Wochen entwickeln. Die depressive Stimmungslage wird zu einem konstanten Zustand, der oft durch ein Morgentief und eine heiterere Phase am Abend gekennzeichnet ist.
  • Senioren, die unter einer Depression leiden, sind im Denken oft gehemmt. Sie denken „langsamer“, sind jedoch nicht verwirrt oder desorientiert.

Ob eine psychische Erkrankung vorliegt muss in jedem Fall von einem Arzt beurteilt werden.

Suizid im Alter

Bei Menschen mit depressiven Erkrankungen lässt sich ein erhöhtes Suizidrisiko feststellen. Hinzu kommt eine grundsätzlich erhöhte Suizidrate bei Senioren. Altersdepressionen sollten daher nicht unterschätzt oder abgetan und unbedingt ärztlich behandelt werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei psychischen Erkrankungen im Alter sollte in besonderem Maße auf körperliche Ursachen und Faktoren, wie zum Beispiel Fehlfunktionen der Schilddrüse, geachtet werden. Einige Beschwerden, wie Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit, können durch Medikamente verursacht werden und müssen nicht zwangsläufig Anzeichen einer Depression sein. Außerdem ist es besonders bei Senioren wichtig, festzustellen, ob eine Demenz vorliegt oder nicht.

Angehörige, Freunde und Pflegepersonal stehen Betroffenen nahe und können durch einen achtsamen Umgang dazu beitragen, dass eine Altersdepression frühzeitig erkannt wird. Die finale Diagnose und auch die Behandlung sollte jedoch in jedem Fall durch einen Arzt, beziehungsweise einen Therapeuten erfolgen.

Depressionen sind behandelbar – in jedem Alter.